Zum 10. Juli 2026 – Tag der Solidarität mit Juden und Israel

Foto von D A V I D S O N L U N A auf UnsplashAm 7. Oktober 2023, am jüdischen Feiertag Simchat Tora, wurde Israel von Terroristen der radikal-islamischen palästinensischen Hamas überfallen. Seitdem erleben Israel und die jüdische Gemeinschaft weltweit zahlreiche Anfeindungen und offenen Judenhass – auch hier in Deutschland. Die Meldestelle RIAS verzeichnet auch für 2025 wie im Vorjahr ein hohes Niveau von antisemitischen Vorfällen und schreibt in ihrem Jahresbericht:

„Für Jüdinnen:Juden in Deutschland blieb Antisemitismus damit auch 2025 ein alltagsprägendes Phänomen, das ihnen in den unterschiedlichsten Lebensbereichen begegnete. Eine Vielzahl antisemitischer Vorfälle ereignete sich an Orten des Alltags, etwa an Arbeitsplätzen, an Schulen oder Hochschulen, aber auch an Orten der Freizeit wie Sportplätzen oder Bars. Auch antisemitische Vorfälle vor jüdischen Einrichtungen wurden bekannt. Zudem war Antisemitismus in Deutschland 2025 weiterhin sehr sichtbar im öffentlichen Raum, etwa in Form antisemitischer Schmierereien oder der Verbreitung antisemitischer Inhalte bei Versammlungen. Ein breiter gesellschaftlicher Widerspruch zu antisemitischen Aussagen und Solidarität mit Jüdinnen:Juden blieben hingegen oft aus. Die weiterhin hohe Zahl antisemitischer Vorfälle ist für viele Jüdinnen:Juden nach wie vor eine täglich spürbare Belastung.

Insbesondere israelbezogener Antisemitismus prägte 2025 das Vorfallgeschehen, doch auch bei anderen Erscheinungsformen von Antisemitismus gab es keinen Rückgang. Der Blick auf die politisch-weltanschaulichen Hintergründe zeigt, dass der Anteil an Vorfällen von antiisraelischem Aktivismus leicht zurückging, während die Zahl der Vorfälle mit rechtsextremem Hintergrund zunahm und erneut einen Höchststand erreichte.“ (Quelle: https://report-antisemitism.de/documents/17-06-26_RIAS_Bund_Jahresbericht_2025.pdf)

Der Verein „DEIN – Demokratie und Information“ (www.dein-ak.com) hat deshalb für den 10. Juli 2026 zum Tag der Solidarität mit Juden und Israel aufgerufen.

Auch der Deutsche Lehrerverband unterstützt diesen Tag gemeinsam mit vielen Organisationen und Institutionen aus Politik und Gesellschaft. Die Unterstützerliste ist auf der Webseite des Vereins unter https://www.dein-ak.com/unterst%C3%BCtzer-2026 einsehbar.

„Der Bildungsauftrag der Schulen beinhaltet auch, zu Toleranz und zu demokratischem Verhalten zu erziehen“, betont Stefan Düll, Präsident des Deutschen Lehrerverbandes. „Dazu gehört, im Schulalltag klar Stellung gegen Diskriminierung, Rassismus und Antisemitismus zu beziehen. Angesichts der deutschen Geschichte ist es unerträglich, dass das Unsicherheitsgefühl jüdischer Schülerinnen, Schüler und ihrer Familien in Deutschland wächst – verstärkt seit dem 7. Oktober 2023. Nie wieder ist jetzt! Deshalb sind wir alle aufgerufen, jüdischen Mitbürgerinnen und Mitbürgern unsere Solidarität zu zeigen, nicht nur am 10. Juli.“

Stefan Düll weist auch auf die verdienstvolle Arbeit der Zeitzeugen hin: „Ihre Arbeit ist unschätzbar, um Kindern und Jugendlichen die deutsche Vergangenheit und die daraus resultierende Verantwortung Deutschlands zu vermitteln. Das Engagement und die Kraft dieser Persönlichkeiten, die das Gespräch mit der jungen Generation über ihre schwierigen und traumatisierenden Erlebnisse suchen, kann nicht hoch genug gewürdigt werden. Doch es gibt immer weniger Zeitzeugen. Umso wichtiger ist es, Wege zu finden, das Wissen um den Holocaust und die Judenverfolgung weiterhin mit Authentizität und Betroffenheit zu vermitteln.

Gedenkstätten und Museen sind Orte, die Schulen in der Vermittlung dieser Themen unterstützen, ebenso ist die Arbeit der Organisationen sehr wertvoll, die für Workshops und Projekttage an die Schulen kommen und die Lehrkräfte unterstützen. Gleichzeitig brauchen die Schulen die Unterstützung der Gesellschaft bei dieser Aufgabe – Eltern, Vereine, Institutionen, Vertreterinnen und Vertreter von Politik, Wirtschaft, Kultur und Sport. Zusätzlich braucht es Fort- und Weiterbildungen, die Lehrkräfte helfen, Strategien für den Schulalltag zu entwickeln, um auf antisemitische, rassistische, homophobe und andere diskriminierende Aussagen und Verhaltensweisen pädagogisch zu reagieren.

Im Unterricht muss eine kompetente Auseinandersetzung mit den geschichtlichen Hintergründen und der aktuellen Lage des Nahost-Konflikts, vor allem seit dem 7. Oktober 2023, stattfinden, die das unbedingte Existenzrecht des demokratischen Staates Israels genauso im Blick hat wie die Leiden der palästinensischen Zivilbevölkerung und die Hoffnung auf eine Zwei-Staaten-Lösung.“

 

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Zum 10. Juli 2024 – Tag der Solidarität mit Juden und Israel

Foto von <a href="https://unsplash.com/de/@davidsonluna?utm_content=creditCopyText&utm_medium=referral&utm_source=unsplash">D A V I D S O N L U N A</a> auf <a href="https://unsplash.com/de/fotos/ein-davidstern-der-an-einer-kette-hangt-urLqPhBbDKQ?utm_content=creditCopyText&utm_medium=referral&utm_source=unsplash">Unsplash</a>   Am 7. Oktober 2023, am jüdischen Feiertag Simchat Tora, wurde Israel von Terroristen der radikal-islamischen palästinensischen Hamas überfallen. Seitdem erleben Israel und die jüdische Gemeinschaft weltweit zahlreiche Anfeindungen und offenen Judenhass – auch hier in Deutschland.  

Der Verein „DEIN – Demokratie und Information“ hat deshalb für den 10. Juli 2024 zum Tag der Solidarität mit Juden und Israel aufgerufen. Schirmherrin des Aufrufs ist Dr. h. c. Charlotte Knobloch, Präsidentin der Israelitischen Kultusgemeinde München und Oberbayern K.d.ö.R.

Gemeinsam mit vielen Organisationen und Institutionen aus Politik und Gesellschaft unterstützt auch der Deutsche Lehrerverband den Tag der Solidarität mit Juden und Israel. Die Liste der Unterstützerinnen und Unterstützer findet sich unter https://www.dein-ev.net/unterst%C3%BCtzer.

Stefan Düll, Präsident des Deutschen Lehrerverbandes, weist auf den Grundauftrag der Schulen hin, zu Toleranz und zu demokratischem Verhalten zu erziehen: „Dazu gehört auch, klar im Schulalltag Stellung gegen Diskriminierung und Rassismus und vor allem auch Antisemitismus zu beziehen. Angesichts der Geschichte Deutschlands ist es unerträglich, dass das Unsicherheitsgefühl jüdischer Schülerinnen und Schüler und ihrer Familien in Deutschland wächst – und das nicht erst seit dem 7. Oktober 2023, aber noch einmal verstärkt seit diesem Datum. Nie wieder ist jetzt – daher sind wir alle dazu aufgerufen, jüdischen Mitbürgerinnen und Mitbürgern unsere Solidarität zu zeigen, nicht nur am 10. Juli.“

Stefan Düll weist auch darauf hin: „In den Schulen spielt die verdienstvolle Arbeit der Zeitzeugen eine große Rolle, die unschätzbar dabei ist, den Kindern und Jugendlichen die deutsche Vergangenheit und die daraus resultierende Verantwortung Deutschlands zu vermitteln. Das Engagement und die Kraft dieser Persönlichkeiten, die das Gespräch mit der jungen Generation über ihre schwierigen und traumatisierenden Erlebnisse sucht, kann nicht hoch genug gewürdigt werden. Doch die Zeitzeugen werden weniger. Umso wichtiger ist es, dass wir uns in den Schulen und in der Gesellschaft Gedanken machen, wie wir das Wissen um den Holocaust und die Judenverfolgung mit Authentizität und Betroffenheit der jungen Generation vermitteln.“ 

Die Behandlung der Ringparabel in Lessings Drama „Nathan der Weise“ im Unterricht genügt hier nicht. Es braucht Besuche in den Gedenkstätten zum Terror und zur Menschenvernichtung der Nationalsozialisten. Und es braucht die kompetente Auseinandersetzung mit aktuellen Geschehnissen wie dem Vernichtungsantisemitismus der Hamas.

Sich gegen jede Form des Antisemitismus zu stellen, bedeutet, sich zugleich gegen jede Form der Diskriminierung und Menschenverachtung zu stellen. Sich gegen Ethnophobie, gegen Homophobie, gegen Islamophobie zu stellen, verlangt, sich gegen Antisemitismus zu stellen.

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„Je suis prof!“

Große Trauer und Bestürzung über Enthauptung von Samuel Paty

Meidinger: „Ein Angriff auf die Aufgaben von Schule in einer Demokratie und unsere demokratischen Werte insgesamt!“

Mit Bestürzung und großer Trauer hat der Deutsche Lehrerverband mit seinen Mitgliedsverbänden auf den Mord an dem französischen Lehrer Samuel Paty reagiert.

DL-Präsident Meidinger erklärte: „Als Vertreter der deutschen Lehrkräfte sind wir entsetzt über diesen Mord an einem französischen Kollegen, dem nichts anderes zum Verhängnis geworden ist, als dass er seine Pflicht erfüllt hat, nämlich Kindern und Jugendlichen die Werte der Demokratie, Meinungsfreiheit, Menschenwürde und Toleranz zu vermitteln und näher zu bringen. Wir erklären uns solidarisch mit den Lehrkräften und allen Trauernden in unserem Nachbarland!“

Der Verbandsvorsitzende betonte, dass die Tat als Angriff gegen die zentrale Aufgabe der Schule als Ort der Wertevermittlung in einer demokratischen Gesellschaft gerichtet war und auch so verstanden werden müsse. Er ergänzte: „Deshalb ist es so wichtig, dass Politik und Gesellschaft hinter ihren Lehrkräften und deren für die Zukunft unserer Demokratie so eminent bedeutsamem Bildungsauftrag stehen! Auch hierzulande gibt es von verschiedenen Seiten immer wieder politisch oder religiös motivierte Versuche, Lehrkräfte einzuschüchtern, zu bedrohen bzw. an den Pranger zu stellen. Unterricht und demokratische Werteerziehung dürfen für Lehrkräfte nicht zur Mutprobe werden! Wir sagen: Wehret den Anfängen!“

(Französische Übersetzung unter diesem Link)

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Für Stellungnahmen erreichen Sie DL-Präsident Heinz-Peter Meidinger unter 0160 – 52 75 608.

Für den Inhalt verantwortlich: Geschäftsstelle Deutscher Lehrerverband – Anne Schirrmacher