Zumeldung des Deutschen Lehrerverbands zum Call to Action der Bundesschülerkonferenz:

Mentale Gesundheit von Schülerinnen und Schülern stärken – Schulen brauchen dringend mehr Unterstützungspersonal

  • Sofort mehr Fachkräfte an Schulen: Mehr Schulsozialarbeit, mehr Schulpsychologie, mehr Gesundheitsfachkräfte!
  • Verwaltungs- und IT-Entlastung für Lehrkräfte, damit wieder Zeit fürs Wichtigste bleibt – die Schülerinnen und Schüler!
  • Multiprofessionelle Teams als Standard für eine starke mentale Gesundheit von Kindern und Jugendlichen.

Der Deutsche Lehrerverband schließt sich dem Call for Action der Bundesschülerkonferenz „Uns geht’s gut?“ mit Nachdruck an: Schulen in Deutschland brauchen endlich deutlich mehr Unterstützungspersonal! Der Präsident des Deutschen Lehrerverbandes, Stefan Düll, betont: „Viele Lehrkräfte möchten ihre Schülerinnen und Schüler aufmerksam begleiten, haben dafür aber schlicht nicht genug Zeit. Deshalb fordern wir als Deutscher Lehrerverband mehr Fachkräfte in Verwaltung und IT, damit Lehrkräfte wieder mehr Raum für pädagogische Arbeit haben. Außerdem plädieren wir für zusätzliche Kolleginnen und Kollegen aus der Schulsozialarbeit und Schulpsychologie. Pilotstudien belegen, dass auch Gesundheitsfachkräfte an Schulen positive Wirkungen zeigen. Diese multiprofessionelle Zusammenarbeit stärkt gezielt die mentale Gesundheit von Kindern und Jugendlichen.“

Oft fällt in der Schule als Erstes auf, wenn sich Kinder und Jugendliche verändern – wenn sie stiller oder ängstlicher werden oder andere Verhaltensauffälligkeiten zeigen. Dazu Stefan Düll weiter: „Lehrkräfte bemerken solche Veränderungen, suchen das Gespräch und versuchen gemeinsam mit den Schülerinnen und Schülern sowie – falls nötig – im Austausch mit Eltern und Kolleginnen und Kollegen Lösungen zu finden. So entsteht ein wichtiges Signal an die Kinder und Jugendlichen: Du wirst gesehen. Es ist nicht egal, wie es dir geht.“

Doch diese wichtige Arbeit droht unterzugehen, solange Lehrkräfte durch Personalmangel und Bürokratie ausgebremst werden. Mehr Personal in Sozialarbeit, Psychologie und Gesundheitsmanagement ist der Schlüssel – und darf keine Sonntagsrede bleiben. Jetzt handeln: Schulen brauchen starke Teams für starke Kinder und Jugendliche!

Die Pressemitteilung sowie das Material zur Kampagne der Bundesschülerkonferenz finden Sie unter https://bundesschuelerkonferenz.com/krise-der-mentalen-gesundheit-ein-notruf-von-kindern-und-jugendlichen-in-deutschland/

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Für Stellungnahmen erreichen Sie DL-Präsident Stefan Düll über presse@lehrerverband.de bzw. über 0151-10926848.

Für den Inhalt verantwortlich: Geschäftsstelle Deutscher Lehrerverband – Anne Schirrmacher

Amokdrohungen an Schulen

Deutscher Lehrerverband: „Entscheidend sind Prävention und Schulkultur – und die dafür notwendige Unterstützung!“

Stefan Düll, Präsident des Deutschen Lehrerverbands, zeigt sich besorgt über die jüngsten Amokdrohungen gegen Schulen. „Solche Vorfälle versetzen nicht nur Schülerinnen und Schüler, Eltern und Lehrkräfte in Angst, sondern stören auch nachhaltig das Vertrauen in den sicheren Lernraum Schule“, betonte der Verbandspräsident.

Am Wochenende gab es gegen drei Schulen im Kreis Wesel Drohungen in den sozialen Medien. Und am Sonntag hatte eine 14-Jährige für Montag eine Amoktat an Schulen in Velbert über eine Messenger-App angedroht. In beiden Fällen finden Ermittlungen statt, aber es droht laut den Behörden keine konkrete Gefahr, so dass der Unterricht weiterhin stattfindet. Laut aktuellen Presseberichten am Dienstag hat die 14-Jährige ausgesagt, sie habe die Amokdrohung „aus Spaß“ geschrieben.

„Neben erschreckenden Gewaltvorfällen, die an Schulen sehr selten stattfinden, haben wir es immer wieder mit Drohungen gegen Schulen zu tun. Wenn daraus glücklicherweise keine Gewaltlage folgt, geht die Berichterstattung darüber oft nicht über die Regionalebene hinaus. Solche Drohungen dürfen nicht einfach als ‚dumme Jugendstreiche‘ abgetan werden. Jede dieser Nachrichten erzeugt reale Verunsicherung und bindet enorme Ressourcen von Polizei und Schule“, erklärt Stefan Düll. „Gleichzeitig müssen wir besonnen reagieren und Prävention in den Mittelpunkt stellen.“

Der Deutsche Lehrerverband sieht vier zentrale Handlungsfelder:

  1. Kommunikation stärken:

Schulen brauchen feste Strukturen für den offenen Austausch zwischen Lehrkräften, Schülerinnen und Schülern sowie Eltern. Niedrigschwellige Ansprechmöglichkeiten für Sorgen und Konflikte können verhindern, dass sich Probleme im Verborgenen zuspitzen.

  1. Digitale Verantwortung fördern:

Der Umgang mit Messenger-Apps und sozialen Medien muss stärker Bestandteil der Medienbildung werden. Schülerinnen und Schüler müssen verstehen, welche Tragweite digitale Botschaften haben – und welche strafrechtlichen Konsequenzen Drohungen nach sich ziehen können.

  1. Schulkultur festigen:

Ein respektvolles Miteinander, klare Regeln und eine gelebte Kultur der Fürsorge bilden die Grundlage für Sicherheit und Vertrauen. Schulen brauchen ausreichend Zeit, Personal und Unterstützung, um Projekte zu Gewaltprävention, Demokratiebildung, Medienerziehung und sozialem Lernen zu verankern.

  1. Sicherheitsbeauftragte an Schulen:

Dezidierte Sicherheitsbeauftragte, die dafür auch Entlastung beim Unterrichten bekommen sollten, können ein ganzheitliches Sicherheitskonzept für die Schule in ihrer speziellen Lage und Ausstattung erarbeiten, um alle Aspekte von Unfallschutz, Gesundheitsschutz, Katastrophenschutz und Umgang mit Unfällen und Gewalt zusammenzubringen.

„Wir brauchen mehr Schulsozialarbeit, eine verbesserte Ausstattung für Präventionsprojekte und vor allem mehr Zeit, um Beziehungen in den Klassenzimmern zu pflegen“, betont DL-Präsident Stefan Düll.

Ob möglicherweise Berichterstattung über Amokdrohungen oder Spielfilme wie der vergangene Polizeiruf am Sonntagabend über einen Amoklauf an einer Schule zu mehr Nachahmungen von (nicht ernstgemeinten) Drohungen führen können, ließ der Verbandspräsident offen: „Natürlich ist es möglich, dass Jugendliche sich dadurch zu Drohungen gegen ihre Schulen inspirieren lassen, weil sie den Ernst des Themas und die Konsequenzen einer solchen Drohung völlig unterschätzen, doch Ursache und Wirkung kann man hier nicht eindeutig feststellen. Nicht über Amokdrohungen und Amoktaten zu berichten und dieses Thema aus der fiktionalen Behandlung durch Spielfilme auszuschließen, ist aber keine Lösung. Notwendig ist hier eine einfühlsame Einbettung in Berichterstattung und Programm durch die Medien auf der einen Seite, und Medienbildung und psycho-soziale Prävention an den Schulen und in der Gesellschaft insgesamt.“

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Für Stellungnahmen erreichen Sie DL-Präsident Stefan Düll über presse@lehrerverband.de bzw. über 0151-10926848.

Für den Inhalt verantwortlich: Geschäftsstelle Deutscher Lehrerverband – Anne Schirrmacher

„Außer warmen Worten nichts zu bieten“

Deutscher Lehrerverband kritisiert Konzeptlosigkeit der Bildungspolitik bei der Integration ukrainischer Flüchtlingskinder

Zutiefst enttäuscht hat sich der Präsident des Deutschen Lehrerverbands. Heinz-Peter Meidinger, über die gestrige gemeinsame Erklärung des Kultusministerkonferenz zur Integration von ukrainischen Flüchtlingskindern ins deutsche Schulsystem geäußert.

„Außer einigen warmen Worten und dem geplanten leichteren Zugang von ukrainischen Lehrkräften in den deutschen Schuldienst hat diese KMK-Presseerklärung nichts zu bieten, insbesondere keinerlei Aussagen darüber, woher die finanziellen und vor allem personellen Ressourcen für die Aufnahme von aktuell mehr als Hunderttausend schulpflichtiger ukrainischer Kinder kommen sollen. Es fehlt letztendlich nach wie vor ein Masterplan, ein dauerhaftes Gesamtkonzept, das für eine gelingende Integration erforderlich ist.“

Der DL-Präsident erinnerte daran, dass die KMK-Präsidentin vor kurzem selbst noch die Prognose abgegeben habe, dass bis zu 400 000 Flüchtlingskinder an deutschen Schulen aufgenommen werden müssten und dafür 24 000 zusätzliche Lehrkräfte erforderlich seien. „Leider findet sich in der jetzigen Erklärung kein Wort dazu, durch welche Notmaßnahmen und Zusatzinvestitionen dieser Mehrbedarf zukünftig sichergestellt werden kann. Auch wenn der Deutsche Lehrerverband eher von deutlich geringeren Zahlen ausgeht, bleibt eine riesige Bedarfslücke von mindestens 10 – 15 000 Lehrkräften!“, betonte der Verbandsvorsitzende.

Man fürchte deshalb, so Meidinger, dass es wie schon in früheren Krisenzeiten auf ein „Durchgewurstel“ an den Schulen hinauslaufe, d.h., dass die Mehrbelastungen weitgehend auf dem Rücken der Lehrerkollegien vor Ort abgeladen werden.

Er ergänzte: „Derzeit wird der eigentliche Lehrkräfte-Mehrbedarf für die rund 100 000 ukrainischen Schulkinder in Deutschland dadurch kaschiert, dass ein großer Teil einzeln oder in kleinen Gruppen quasi als Gastschüler in bestehende Regelklassen aufgenommen worden ist und für diese nur rudimentär deutscher Sprachzusatzunterricht vorgehalten wird. Wenn ab nächsten Schuljahr, so wie die KMK es plant, die dauerhafte Integration mit intensivem verpflichtenden deutschen Sprachunterricht das Standardmodell werden soll, muss die Bildungspolitik aber jetzt schon sagen, wie sie das sicherstellen will, ohne dass das auf Kosten der Bildungsqualität insgesamt geht. Löcher stopfen, indem man neue Löcher schafft, ist keine Lösung!“

Abschließend erneuerte der DL-Vorsitzende seine bereits beim Ukrainegipfel im Kanzleramt vor drei Wochen erhobene Forderung, dass sich auch der Bund bei der Bewältigung dieser nationalen Herausforderung mit eigenen Programmen beteiligen muss. Alleine könnten die Länder dies nicht stemmen.

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Für Stellungnahmen erreichen Sie DL-Präsident Heinz-Peter Meidinger unter 0160 – 52 75 608.

Für den Inhalt verantwortlich: Geschäftsstelle Deutscher Lehrerverband – Anne Schirrmacher

Deutscher Lehrerverband: Wir brauchen eine gesellschaftliche Initiative und eine pädagogische Offensive gegen Cybermobbing

Die heute veröffentliche Studie zum Cybermobbing unter Kindern und Jugendlichen weist nach Ansicht des Deutschen Lehrerverbands auf dringenden politischen und pädagogischen Handlungsbedarf hin. Die Studie „Cyberlife III“ wurde vom Bündnis gegen Cybermobbing in Kooperation mit der Techniker Krankenkasse vorgestellt.

DL-Präsident Heinz-Peter Meidinger betonte, dass sich die in der Studie aufgezeigte Verschärfung des Problems insbesondere bei Kindern zwischen 13 und 17 Jahren auch mit den Beobachtungen und Erfahrungen von Lehrkräften deckt. Es gebe inzwischen wohl keine Schule in Deutschland, die nicht mit entsprechenden Problemen zu kämpfen habe.

Der Verbandschef betonte: „In den sozialen Netzwerken und den zahllosen Klassen-WhatsApp-Gruppen findet tagtäglich tausendfach Mobbing statt, meistens von Mitschülern – leider in den meisten Fällen ohne Kenntnis der Eltern und Lehrkräfte. Vielfach erfahren diese erst davon, wenn der Leidensdruck der Kinder zu groß geworden ist oder über Dritte Informationen an die Schulen weitergegeben werden.“

Meidinger forderte eine höhere Aufmerksamkeit für diese besorgniserregende Entwicklung und eine gesellschaftliche Offensive gegen Cybermobbing. Viele Kinder und Jugendlichen betrachteten leider immer noch soziale Netzwerke als rechtsfreien Raum und hätten wenig Gespür für die möglichen schlimmen Folgen von Cybermobbing für die Betroffenen.

Der DL setzt bei dieser Offensive auf mehr Präventionsarbeit an Schulen durch entsprechend qualifizierte und mit zusätzlichen Zeitressourcen versehene Beratungslehrkräfte sowie externe Experten, aber auch auf konsequentes Einschreiten und klare Sanktionen gegenüber den Tätergruppen. Eine wichtige Rolle kommt nach Meidinger dabei den Eltern zu, die mit ihren Kindern den ständigen Austausch über deren Aktivitäten und Erfahrungen im Internet suchen sollten. Der Verbandsvorsitzende unterstrich abschließend: „Wir würden es auf jeden Fall begrüßen, wenn bei der Bekämpfung von Cybermobbing zusätzliche Unterstützungsangebote der Ministerien und Schulbehörden bereitgestellt werden. Zudem ist eine klare gesetzliche Regelung des Straftatbestands Cybermobbing wünschenswert, auch wenn es an den Schulen zunächst einmal um pädagogische Lösungen gehen wird!“

Die Studie des Bündnis gegen Cybermobbing und der Techniker Krankenkasse ist unter https://www.tk.de/presse/themen/praevention/medienkompetenz/studie-cybermobbing-2095156 abrufbar.

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Für Stellungnahmen erreichen Sie DL-Präsident Heinz-Peter Meidinger unter 0160 – 52 75 608.

Für den Inhalt verantwortlich: Geschäftsstelle Deutscher Lehrerverband – Anne Schirrmacher