Deutscher Lehrerverband fordert zwei Milliarden Euro fĂŒr umfassendes Bildungsförderprogramm

Ein umfassendes Konzept eines Lernförder- und Bildungsaktivierungsprogramms hat das PrĂ€sidium des Deutschen Lehrerverbands in Berlin vorgestellt, um die negativen Auswirkungen der Corona-Pandemie auf SchĂŒlerinnen und SchĂŒler in den nĂ€chsten beiden Schuljahren auffangen zu können.

DL-PrĂ€sident Heinz-Peter Meidinger erklĂ€rte dazu: „Wir spĂŒren immer deutlicher, dass die Schulschließungen bei fast allen Kindern und Jugendlichen zu Lerneinbußen gefĂŒhrt haben, bei dem Teil, den wir durch Fernunterricht kaum erreicht haben, sogar zu sehr großen. Wir brauchen deshalb ein großes Bildungsförderprogramm, das differenziert nach Bedarf in den nĂ€chsten beiden Schuljahren allen SchĂŒlerinnen und SchĂŒlern Angebote macht, ihre LernrĂŒckstĂ€nde aufzuholen! Zusatzangebote lediglich fĂŒr einen kleinen Teil der Kinder, so wie dies die Bildungspolitik derzeit plant, greifen eindeutig zu kurz!“

Wichtig sei auch, bald einen Überblick ĂŒber die konkreten LernlĂŒcken und den Förderbedarf zu gewinnen, um dann Eltern und SchĂŒler entsprechend beraten zu können.

In dem Konzept des DL wird unterschieden zwischen begleitender Zusatzförderung und dem Angebot eines zusÀtzlichen Lernjahres.

Zur effektiven und bedarfsgerechten Umsetzung der Fördermaßnahmen plĂ€diert der DL fĂŒr die Zuweisung von Sonderbudgets an die Einzelschulen, die von diesen flexibel genutzt werden können. Um den dafĂŒr notwendigen Personalbedarf zu decken, finden sich in dem Konzept eine Reihe von VorschlĂ€gen, u. a. den Einbezug von Lehramtsstudierenden, des Lehrpersonals von Volkshochschulen und von pensionierten LehrkrĂ€ften.

Meidinger forderte schnelle Entscheidungen von Bund und LÀndern, um möglichst schnell mit der Umsetzung beginnen zu können. Der DL beziffert die voraussichtlichen Kosten auf mindestens zwei Milliarden Euro.

Das Programm des Deutschen Lehrerverbands können Sie auf unserer Webseite unter https://www.lehrerverband.de/die-zukunftschancen-unserer-kinder-und-jugendlichen-nach-corona-nachhaltig-sichern/ abrufen.

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FĂŒr Stellungnahmen erreichen Sie DL-PrĂ€sident Heinz-Peter Meidinger unter 0160 – 52 75 608.

FĂŒr den Inhalt verantwortlich: GeschĂ€ftsstelle Deutscher Lehrerverband – Anne Schirrmacher

Meidinger warnt vor Kleinreden der Infektionsgefahren an deutschen Schulen

Deutscher Lehrerverband fĂŒr mehr GesundheitsprĂ€vention sowie flexible, den Gegebenheiten vor Ort Rechnung tragende differenzierte Unterrichtsmodelle

Als falsch und gefĂ€hrlich hat der DL-PrĂ€sident Heinz-Peter Meidinger die weitgehende Abkehr der LĂ€nder und der Kultusministerkonferenz von den HygienestufenplĂ€nen bezeichnet. Diese sahen eine VerschĂ€rfung von Hygieneschutzmaßnahmen ĂŒber Atemschutzmaskenpflicht auch im Klassenzimmer bis hin zur WiedereinfĂŒhrung der Abstandsregel vor. Er betonte: „Es ist wichtig, dass in Schulen auf regional stark ansteigende Infektionszahlen im Sinne des Gesundheitsschutzes angemessen reagiert wird. Eine bloße BeschrĂ€nkung auf QuarantĂ€nemaßnahmen ist mit Sicherheit nicht ausreichend!“

Der VerbandsprĂ€sident wandte sich scharf gegen den von manchen Politikern erweckten Eindruck, dass Schulen im Infektionsgeschehen keine oder nur eine geringe Rolle spielten. Er wies darauf hin, dass z. B. in Berlin die Altersgruppe der 15- bis 19-jĂ€hrigen aktuell die höchsten Ansteckungsraten ĂŒberhaupt aufweise, eine Altersgruppe, die ganz ĂŒberwiegend noch Schulen besuche. Eine reine Fokussierung an Schulen auf festgestellte Infektionen blende aus, dass es nach aktuellen Studien eine hohe, wohl bis zum Faktor 5 reichende Dunkelziffer nicht erkannter Infektionen unter Kindern gebe, die aber trotz fehlender Krankheitssymptome die Erkrankung sehr wohl etwa an Risikopersonen weitergeben könnten. Da, wo eine Kontaktverfolgung in den GesundheitsĂ€mtern noch möglich sei, landeten die Schulen gegenwĂ€rtig nach dem privaten Umfeld und dem Arbeitsplatz bereits an dritter Stelle.

Das PrĂ€sidium des Deutschen Lehrerverbands, dem die BundesverbĂ€nde DPhV, VDR, BvLB und KEG angehören, ist sich einig, dass es keine auf alle Schulen gleichermaßen anwendbare Einheitslösungen geben kann. Stattdessen muss es den Schulen bei Maßnahmen zu erhöhtem Hygieneschutz ermöglicht werden, abhĂ€ngig vom Infektionsgeschehen, der Schulart, der digitalen Schulausstattung, den Altersgruppen und der sozialen Zusammensetzung der SchĂŒlerschaft flexible, differenzierte und passgenaue Lösungen eigenstĂ€ndig in Absprache mit den GesundheitsĂ€mtern zu entwickeln.

Meidinger erklĂ€rte: „An einer berufsbildenden Schule mit guter digitaler Infrastruktur und einer schon Ă€lteren, eigenstĂ€ndiges Arbeiten gewohnten SchĂŒlerschaft ist es beispielsweise einfacher, wieder vorĂŒbergehend in den Distanzunterricht zu gehen als etwa an einer Grundschule, wo es besonders wichtig ist, Kinder, die zuhause nicht unterstĂŒtzt und betreut werden können, im PrĂ€senzunterricht zu halten. Es könnte aber auch innerhalb einer Schul­art, sei es Gymnasium, Realschule oder Gesamtschule, nach Altersgruppen differenziert vorgegangen werden, um den Hygieneschutz in der Schule und in den Schulbussen zu verbessern!“

Der DL-Vorsitzende betonte abschließend, dass alles getan werden mĂŒsse, um PrĂ€senzunterricht möglichst umfassend und lange aufrecht zu erhalten. Er fĂŒgte an: „Aber nicht um jeden Preis! Wir mĂŒssen die Balance finden zwischen ErfĂŒllung des Bildungsauftrags und gleichzeitigem bestmöglichen Gesundheitsschutz. Wenn man sich aktuell anschaut, welche unterschiedlichen Regeln fĂŒr die Gesellschaft und im Gegensatz dazu an den Schulen gelten, wo Mitglieder aus bis zu 30 Haushalten eng und oft auch noch ohne Maskenschutz nebeneinander sitzen, dann ist diese Balance mit Sicherheit nicht mehr gewahrt! Falls die Politik Schulen offen halten will, muss sie im Vorfeld mehr dafĂŒr tun als derzeit geschieht!“

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FĂŒr Stellungnahmen erreichen Sie DL-PrĂ€sident Heinz-Peter Meidinger unter 0160 – 52 75 608.

FĂŒr den Inhalt verantwortlich: GeschĂ€ftsstelle Deutscher Lehrerverband – Anne Schirrmacher

Bildungspolitik von der zweiten Welle eiskalt erwischt!

Deutscher Lehrerverband wendet sich mit dringlichen Forderungen und LösungsvorschlÀgen an die Politik

„Wenn jetzt nicht gehandelt wird, drohen flĂ€chendeckende Schulschließungen!“

Die im Deutschen Lehrerverband (DL) organisierten VerbĂ€nde DPhV, VDR, BvLB und KEG schlagen Alarm und fordern die Politik in einer konzertierten Aktion auf, den Gesundheitsschutz fĂŒr LehrkrĂ€fte, SchĂŒlerinnen und SchĂŒler in der Corona-Krise deutlich zu erhöhen. Die Pandemiesituation wird sich nicht in kurzer Zeit bewĂ€ltigen lassen, daher braucht es langfristige Lösungen und verlĂ€ssliche Handlungsrichtlinien, um das Infektionsrisiko an den Schulen so gering wie möglich zu halten, die dort stattfindenden Kontakte zu beschrĂ€nken und AbstĂ€nde zu wahren.

Im bisherigen Betrieb seit der Wiedereröffnung der Schulen, oft ohne Abstandsregeln und Maskenpflicht, setzen die Kultusminister LehrkrĂ€fte sowie SchĂŒlerinnen und SchĂŒler Gefahren aus, die auf offener Straße mit Bußgeldern belegt werden – ganz so, als ob es das Virus in den Schulen nicht gĂ€be. „Wir sagen: Schulen offen halten: Ja – angepasst an das aktuelle Infektionsgeschehen. Aber Schulen im Vollbetrieb um jeden Preis: Nein! Jetzt braucht es verantwortungsvolles Handeln, weitere Infektionsschutzmaßnahmen und Handlungsrichtlinien bei steigenden Infektionszahlen, sonst drohen in der Konsequenz wieder flĂ€chendeckende Schulschließungen“, betont DL-PrĂ€sident Heinz-Peter Meidinger.

LĂŒften ist gut, LĂŒftungsanlagen sind besser

Die Kultusministerkonferenz KMK will mit der Zahlenkombination 20 – 5 – 20 ĂŒber den Winter kommen und den vollen PrĂ€senzunterricht gewĂ€hrleisten, und das trotz rasant steigender Infektionszahlen: 20 Minuten Unterricht, 5 Minuten Quer- und StoßlĂŒften, um dann erneut 20 Minuten zu unterrichten. Die Empfehlungen des Robert-Koch-Instituts, Schulklassen ab einem bestimmten Infektionsgeschehen wieder zu teilen, schlĂ€gt die Politik ebenso in den Wind wie die Erkenntnisse des Umweltbundesamtes, wonach LĂŒften ohne zusĂ€tzlichen Raumluftfilter in vielen GebĂ€uden nicht ausreicht. LĂŒftungsanlagen sind daher an vielen Schulen zwingende Notwendigkeit. Die Installation der Raumluftreiniger hĂ€tte zudem den positiven Effekt, dass auch Grippeviren minimiert werden und zusĂ€tzliche KrankheitsausfĂ€lle vermieden wĂŒrden. Auch der Einsatz von PlexiglaswĂ€nden zwischen den Tischen trĂ€gt zum Schutz bei. Es braucht eine schnelle Bestandsaufnahme nach einheitlichen Parametern in allen BundeslĂ€ndern, um festzustellen, welche RĂ€ume bereits durch bestehende Systeme gut gelĂŒftet werden und wie viele RĂ€ume eine UnterstĂŒtzung durch Luftfilteranlagen brauchen. Mehrere BundeslĂ€nder haben bereits Programme zur Beschaffung entsprechender GerĂ€te aufgelegt, der Deutsche Lehrerverband fordert die ĂŒbrigen LĂ€nder und die KMK auf, vor dieser Investition in die Gesundheit der SchĂŒlerinnen und SchĂŒlern und der LehrkrĂ€fte nicht zurĂŒckzuschrecken.

Der kritische Grenzwert von Corona-Neuinfektionen wird in immer mehr StĂ€dten und Kommunen ĂŒberschritten. In diesen Hotspots fordert der Deutsche Lehrerverband, die Klassen unverzĂŒglich zu halbieren. „Es empört uns, dass die beschlossenen und vom RKI empfohlenen Richtwerte einer Inzidenzzahl von 35/50 der Corona-Ampel fĂŒr verschĂ€rfte Hygieneschutzmaßnahmen an Schulen von der Bildungspolitik komplett ignoriert werden, um Schulen unter inakzeptablen Bedingungen offen zu halten“, so Heinz Peter Meidinger. „Die KMK hat bei ihrer letzten Sitzung mit ihrer Entscheidung, dass Quer- und StoßlĂŒften bei Minusgraden ausreichend sei, eine rote Linie ĂŒberschritten und sich damit aus der Verantwortung gegenĂŒber dem Gesundheitsschutz der SchĂŒlerinnen und SchĂŒler gestohlen. Es braucht Richtlinien und klare Handlungsanweisungen, ab welchen Inzidenzzahlen eine Maskenpflicht fĂŒr welche Klassenstufen gilt und ab wann es notwendig ist, die Klassen wieder zu teilen.

AHA-Regeln mĂŒssen auch in Schulen gelten

„Die Kultusministerkonferenz muss eine ganz klare Orientierung fĂŒr den Schulbetrieb in ihrem KMK-Vier-Stufen-Modell nach den Vorgaben des RKI geben, anhand derer dann tatsĂ€chlich vor Ort entschieden wird“, so die Vorsitzende des Deutschen Philologenverbands, Susanne Lin-Klitzing. „Hier gilt als Maßstab fĂŒr die Stufe 2 der Inzidenzwert von 35 FĂ€llen binnen 7 Tagen auf 100.000 Einwohner innerhalb einer kreisfreien Stadt oder innerhalb eines Landkreises, fĂŒr die Stufe 3 der Inzidenzwert von 50, bei dem in den Schulen wieder die AHA-Regeln eingehalten werden sollten, was auf kleinere Klassen hinauslĂ€uft. Es ist die Aufgabe der Politik dafĂŒr zu sorgen, dass diese Regeln eingehalten werden und die GesundheitsĂ€mter hier entsprechend einheitlich, nachvollziehbar und verlĂ€sslich agieren.“ 

Differenzieren nach SchĂŒlergruppen – PrĂ€senz- und Online-Unterricht angepasst an das Infektionsgeschehen in verkleinerten Lerngruppen

Das grundlegende Übel ist, dass die Politik Schule ĂŒber einen Kamm schert. Statt zwischen den einzelnen Schulformen zu differenzieren und entsprechende Bedarfe von GrundschĂŒlern bis hin zu BerufsschĂŒlern klar zu definieren, sind SchĂŒler gleich SchĂŒler.

SchĂŒlerinnen und SchĂŒler ab der Sekundarstufe II mĂŒssen anders als SchĂŒlerinnen und SchĂŒler der Primar- und Sekundarstufe I nicht zwingend durchgĂ€ngig PrĂ€senzunterricht haben, sondern können dann, wenn die technischen Voraussetzungen gewĂ€hrleistet sind, parallel oder im Wechsel zwischen PrĂ€senz- und Distanzunterricht lernen. Dies sollte vor Ort entschieden werden – orientiert an den Inzidenzwerten gemĂ€ĂŸ RKI.

„FĂŒr unsere ganz jungen SchĂŒlerinnen und SchĂŒler in der Grundschule gilt es, so viel PrĂ€senzunterricht zu ermöglichen. Junge Kinder brauchen beim Lernen die Beziehung, um ein tragfĂ€higes Fundament fĂŒr ihr zukĂŒnftiges Lernen aufbauen zu können“, betont Gerlinde Kohl, die Vorsitzende der Katholischen Erziehergemeinschaft (KEG).

Mut zu unkonventionellen Lösungen

Joachim Maiß, Vorsitzender des Bundesverbandes fĂŒr LehrkrĂ€fte fĂŒr Berufsbildung (BvLB) weist auf unkonventionelle Wege hin, um flĂ€chendeckende Schulschließungen zu verhindern: „Statt mantrahaft alles schön zu reden, mĂŒssen gemeinsam schnell umsetzbare Lösungen herbeigefĂŒhrt werden: So könnten beispielsweise leerstehende Veranstaltungs-Locations oder Stadtteilzentren als zusĂ€tzliche UnterrichtsrĂ€ume angemietet werden, um Schulklassen zu teilen und so das Gesundheitsrisiko fĂŒr LehrkrĂ€fte wie SchĂŒlerinnen und SchĂŒler zu minimieren. Denn die Unversehrtheit aller hat oberste PrioritĂ€t, um nicht sehenden Auges in die erneute Schulschließungen mit all ihren gesellschaftlichen Folgen zu rutschen.“

Eugen Straubinger ebenfalls Vorsitzender des Bundesverbandes der LehrkrĂ€fte fĂŒr Berufsbildung, fordert, dass die Absage der KMK zum Einbau von LĂŒftungsanlagen gekippt wird und macht folgende Rechnung auf: „NRW-Bildungsministerin Yvonne Gebauer schĂ€tzt, dass flĂ€chendeckend rund 100 Euro pro Schüler in die Filtertechnik investiert werden müssten – und spricht von Unsummen, die das verschlingen würde. Legt man diese Zahl zu Grunde, müssten bei bundesweit 11 Millionen SchĂŒlerinnen und SchĂŒler 1,1 Milliarden Euro investiert werden, um alle rund 43 000 Schulen mit dieser Technik auszustatten. Das sind im Vergleich zu den neun Milliarden Euro, die die Rettung der Lufthansa bisher gekostet hat, Peanuts. Das sollte es den Regierenden wert sein, um das Recht auf Bildung in der Coronakrise nicht zu verspielen.“ Er ergĂ€nzt: „Dazu kommt, dass in den Berufsschulen auch LĂŒftungstechniker und Anlagenbauer ausgebildet werden. Wenn unsere Schulen LĂŒftungsanlagen aus heimischer Produktion beziehen könnten, hĂ€tte dies einen deutlichen Einkommens- und BeschĂ€ftigungseffekt fĂŒr diese Produktionssparte. Dies kĂ€me auch den Auszubildenden im dualen System zugute.“

Vergesst die LehrkrÀfte nicht!

Durch die vorgeschlagenen Maßnahmen Ă€ndert sich das Anforderungsprofil an die LehrkrĂ€fte und die Belastungen steigen deutlich. Distanzunterricht fĂŒr Zuhause bleibende SchĂŒler ist Mehrarbeit. Bei allen Maßnahmen mĂŒssen die Auswirkungen auf und die Anforderungen an die LehrkrĂ€fte berĂŒcksichtigt werden, denn es Ă€ndert sich Umfang, Art und Inhalt der LehrtĂ€tigkeit. Neben Investitionen in die notwendige technische Ausstattung der Schulen, SchĂŒlerinnen und SchĂŒler und LehrkrĂ€fte, deren Fehlen bei den Schulschließungen im FrĂŒhjahr schmerzhaft deutlich wurde, braucht es auch weiterhin UnterstĂŒtzung der LehrkrĂ€fte in der Fortbildung fĂŒr neue digitale Formate und vor allem auch technisches Personal zur Betreuung des IT-Bereiches.

Aber auch, da ist sich das PrÀsidium des DL einig, beim Gesundheitsschutz der LehrkrÀfte bei ihrer TÀtigkeit in den Schulen muss nachgebessert werden. Es sei eigentlich ein Skandal, dass anders als in vielen anderen Berufssparten, die mit vielen Kontakten zu tun haben, LehrkrÀfte nicht von den SchultrÀgern und LÀnderministerien mit einer ausreichenden Zahl an FFP2-Masken ausgestattet wurden.

Politik muss Verantwortung ĂŒbernehmen

Auch JĂŒrgen Böhm, Bundesvorsitzender des Deutschen Realschullehrerverbandes (VDR), fordert klare Handlungsrichtlinien fĂŒr die Schulen bei entsprechenden Infektionszahlen: „Je nachdem, wie gut die gesamtgesellschaftlichen Maßnahmen zur KontaktbeschrĂ€nkung greifen und wie sich daraufhin jeweils regional das Infektionsgeschehen entwickelt, braucht es klare Vorgaben bei bestimmten Richtwerten, damit nicht nach jeder VerĂ€nderung der Zahlen nach oben oder nach unten die Debatte um die richtigen Gesundheitsschutzmaßnahmen an den Schulen von neuem gefĂŒhrt werden muss. Es mĂŒssen Maßnahmen gelten, die an den Schulen in ganz Deutschland Bildung unter höchsten Sicherheitsbedingungen ermöglichen. Dazu gehören StufenplĂ€ne und beste technische und materielle Ausstattung, wie CO2-Ampeln, Luftreinigungsfilter und FFP2-Masken, und bei steigenden Infektionszahlen Klassenteilungen und ZeitrĂ€ume von Distanzunterricht, die fĂŒr Eltern möglichst organisierbar und ĂŒberschaubar bleiben. Allerdings kann es nicht Aufgabe der Schulen sein, entsprechende Maßnahmen festzulegen. Wir LehrkrĂ€fte und Schulleitungen sind keine Ärzte oder Virologen! Die Verantwortung darf nicht lĂ€nger auf die Kollegen geschoben, sondern muss endlich von der KMK und den BundeslĂ€ndern als den politisch Verantwortlichen ĂŒbernommen werden. Aber genau das passiert aktuell seitens der Politik nicht!“

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FĂŒr Stellungnahmen erreichen Sie die Mitglieder des PrĂ€sidiums des Deutschen Lehrerverbandes:

DL-PrĂ€sident Heinz-Peter Meidinger: 0160 – 52 75 608 und 030/70 09 47 76 – www.lehrerverband.de  

BundesgeschÀftsstelle DPhV, Bundesvorsitzende Prof. Dr. Susanne Lin-Klitzing:

030 / 40 81 67 89 – www.dphv.de  

BundesgeschĂ€ftsstelle VDR, Bundesvorsitzender JĂŒrgen Böhm:

089 / 55 38 76 und 0151 – 11 71 55 89 – www.vdr-bund.de  

BvLB-BundesgeschĂ€ftsstellen, Bundesvorsitzende Joachim Maiß und Eugen Straubinger:

030 / 40 81 66 50 und 0511 / 21 55 60 70 – www.bvlb.de  

KEG-BundesgeschÀftsstelle, Bundesvorsitzende Gerlinde Kohl:

089 / 26 02 47 99 – www.keg-deutschland.de  

FĂŒr den Inhalt verantwortlich: GeschĂ€ftsstelle Deutscher Lehrerverband – Anne Schirrmacher

ExpertengesprÀch der KMK

 

Große EnttĂ€uschung beim Deutschen Lehrerverband ĂŒber Absage der KMK an Einbau von Luftfilteranlagen in Schulen

Meidinger: Nur Bayern handelt verantwortungsbewusst, alle anderen BundeslĂ€nder vernachlĂ€ssigen ihre FĂŒrsorgepflicht gegenĂŒber SchĂŒlern und LehrkrĂ€ften!

Grenzenlos enttĂ€uscht hat sich der PrĂ€sident des Deutschen Lehrerverbands, Heinz-Peter Meidinger, ĂŒber die Ergebnisse des ExpertengesprĂ€chs der Kultusministerkonferenz ĂŒber LĂŒftungskonzepte an Schulen gezeigt. Er betonte: „Man muss es so hart sagen: Die Kultusministerkonferenz kommt ihrer FĂŒrsorgepflicht gegenĂŒber den LehrkrĂ€ften und ihrer Verantwortung gegenĂŒber dem Gesundheitsschutz der SchĂŒlerinnen und SchĂŒler ein weiteres Mal in keiner Weise ausreichend nach!“

Der Verbandsvorsitzende betonte, dass es im Augenblick vor allem darum gehe, nach Wegfall der Abstandswahrung im Klassenzimmer sowie bei signifikant ansteigenden Infektionszahlen und der Erwartung einer zweiten Welle im Herbst und Winter wirksame kompensatorische Maßnahmen zum Hygieneschutz in Klassenzimmern zu veranlassen.

Er erlĂ€uterte: „Das grĂ¶ĂŸte Problem wird die Aerosolbelastung sein. Wenn jetzt die KMK betont, dass StoßlĂŒften alle 20 Minuten in der Regel genĂŒgt, dann geht diese EinschĂ€tzung völlig an der SchulrealitĂ€t vorbei. Tatsache ist, dass bei einem großen Teil der Klassenzimmer keine effektive QuerlĂŒftung möglich ist, u. a. deshalb, weil Fenster nicht oder nur spaltweise zu öffnen sind. Dazu kommt, dass intensives StoßlĂŒften bei Starkregen und Minusgraden kaum durchfĂŒhrbar ist“.

Es sei deshalb erschreckend, wenn die KMK in ihrer PresseerklĂ€rung nach dem Experten­gesprĂ€ch, zu dem gegenĂŒber dem Hygienekonzept der KMK sehr kritisch eingestellte LehrerverbĂ€nde wie der Deutsche Lehrerverband gar nicht erst eingeladen waren, zu dem Schluss kommt, dass mobile LuftreinigungsgerĂ€te „grundsĂ€tzlich nicht nötig“ sind.

Meidinger betonte: „Die Kultusministerkonferenz nimmt damit in Kauf, dass SchĂŒler und LehrkrĂ€fte bei einer zweiten Infektionswelle in den UnterrichtsrĂ€umen völlig unzureichend geschĂŒtzt sein werden. Allein Bayern nimmt die FĂŒrsorgepflicht ernst und hat 50 Millionen Euro zum Kauf von Luftfilteranlagen und CO2-Ampeln angekĂŒndigt. Es ist zu hoffen, dass ungeachtet des Nichtstuns der KMK wenigstens einzelne LĂ€nder jetzt handeln und Ă€hnliche Programme auflegen. Ich sehe nicht ein, warum ausgerechnet beim Gesundheitsschutz an Schulen geknausert und gespart wird, wenn in anderen Bereichen die Millionen deutlich lockerer sitzen!“

Letztendlich, so der Verbandschef abschließend, gefĂ€hrdet die Bildungspolitik in den BundeslĂ€ndern damit das Ziel, nochmalige flĂ€chendeckende Schulschließungen zu verhindern. Ein Blick in andere LĂ€nder zeige gerade, was auch Deutschland wieder bevorstehen könnte.

FĂŒr Stellungnahmen erreichen Sie DL-PrĂ€sident Heinz-Peter Meidinger unter 0160 – 52 75 608.

FĂŒr den Inhalt verantwortlich: GeschĂ€ftsstelle Deutscher Lehrerverband – Anne Schirrmacher

Aktualisierte Fassung September 2020

Der Deutsche Lehrerverband und seine MitgliedsverbĂ€nde DPhV, VDR, BvLB und KEG sehen die Politik in der Pflicht, Rahmenbedingungen zu schaffen, die einen möglichst guten Verlauf des Schuljahrs in Zeiten von Corona gewĂ€hrleisten. Die wichtigen Erfahrungen aus der Krise sollten fĂŒr das Bildungssystem nutzbar gemacht werden. Dazu fordert der Deutsche Lehrerverband die Umsetzung des folgenden 10-Punkte-Plans!

Die LehrerverbÀnde hoffen, dass die Quote der Infektionen gering genug liegt, um PrÀsenzunterricht mit möglichst geringem Risiko von Infektionsclustern abzuhalten. Nach wie vor darf die bestehende Gefahr eines wieder zunehmenden Infektionsgeschehens allerdings nicht unterschÀtzt werden.

Der Deutsche Lehrerverband und seine Mitglieder fordern daher deutlich umfassendere Innovationen in grundlegenden pÀdagogischen, technischen, gesundheitsrelevanten und schulorganisatorischen Rahmenbedingungen, die zeitnah umgesetzt werden sollten, als nur die bisher vorgestellten Hygienestandards und StufenplÀne.

Ihre gemeinsamen Forderungen an die Kultusminister und Landesregierungen fĂŒr einen unter den jetzigen Rahmenbedingungen möglichst optimalen Schulbetrieb haben das PrĂ€sidium und der Bundeshauptausschuss des Deutschen Lehrerverbandes im folgenden 10-Punkte-Plan zusammengefasst:

10 Punkte-Plan des DL fĂŒr Unterricht mit (und nach) Corona

  1. Ziel ist der digital unterstĂŒtzte PrĂ€senzunterricht als Regelfall (Plan A) auf der Basis von neu zu erarbeitenden didaktischen Konzepten. Moderner Unterricht verlangt den Einsatz von digitalen Medien. Dazu mĂŒssen sĂ€mtliche Schulen zeitnah so instand gesetzt werden, dass alle LehrkrĂ€fte mit allen SchĂŒlern mit den zur VerfĂŒgung gestellten digitalen EndgerĂ€ten rechtssicher und daten­schutzkonform ĂŒber die digitale Plattform der Schule kommunizieren und lehrplanbezogen interagieren können. Im Notfall kann der digital unterstĂŒtzte PrĂ€senzunterricht aufgrund der von Kultus- und Gesundheitsbehörden regional beurteilten Infektionslage durch Fernunterricht phasenweise ersetzt werden (Plan B) – mit Teilnahmepflicht und klaren Vorgaben fĂŒr Leistungserhebungen und -bewertungen.
  2. FĂŒr den digital unterstĂŒtzten PrĂ€senzunterricht mĂŒssen neben dem Regel­unterricht dauerhaft Förderangebote zur VerfĂŒgung gestellt werden, um SchĂŒlerinnen und SchĂŒler bedarfsorientiert beim Erreichen der angestrebten Bildungsstandards zu unterstĂŒtzen. Dazu bedarf es der Nutzung aller vorhandenen personellen Ressourcen, um durch grĂ¶ĂŸere Lehrerreserven an den Schulen bessere Fördermöglichkeiten und Differenzierungsangebote zu schaffen. Das bedeutet eine schulartspezifische Einstellung zum kommenden Schuljahr ĂŒber Bedarf bis zu 130 Prozent ebenso wie den Einsatz erheblicher zusĂ€tzlicher finanzieller Mittel, um auch kurzfristig deutlich mehr freiwillige Förderangebote zur VerfĂŒgung zu stellen.
  3. Der digital unterstĂŒtzte PrĂ€senzunterricht gemĂ€ĂŸ Plan A ist angepasst an die jeweilige regionale Infektionslage schulart- und altersspezifisch durchzufĂŒhren.
  4. FĂŒr die verlĂ€ssliche Planung des neuen Schuljahrs mĂŒssen die LĂ€nder die Voraussetzungen fĂŒr wöchentliche freiwillige Corona-Testungen der LehrkrĂ€fte (und SchĂŒler) an der Schule sowie einen Visierschutz zur VerfĂŒgung stellen. Praxistaugliche und aerosolvermindernde LĂŒftungskonzepte mĂŒssen zur Ver­fĂŒgung stehen, sonst kann kein voller PrĂ€senzunterricht stattfinden. Dies gebietet die FĂŒrsorgepflicht des Staates als Arbeitgeber gegenĂŒber seinen LehrkrĂ€ften.
  5. Bildung- und Leistungsstandards dĂŒrfen nicht abgesenkt werden, sondern die Curricula und die PrĂŒfungen sind kompetenzorientiert vollstĂ€ndig zu erfĂŒllen. Schulen und LehrkrĂ€fte entscheiden ĂŒber die Art und QuantitĂ€t von Fördermaßnahmen vor Ort. Jede Schule erhĂ€lt dafĂŒr ein zusĂ€tzliches Budget.
  6. Freiwillige Wiederholungen auch zur HĂ€lfte des Schuljahres sollten als flexibles Instrument ermöglicht und von SchĂŒlerinnen und SchĂŒlern als solches genutzt werden, um kumulierte LernrĂŒckstĂ€nde nicht erst am Ende des Schuljahres aufholen zu mĂŒssen.
  7. Digitale Sprechstunden zwischen LehrkrĂ€ften, Eltern und SchĂŒlern sollten in das Unterrichtsdeputat integriert und besonders fĂŒr potenziell versetzungsgefĂ€hrdete SchĂŒler und deren Eltern sowie fĂŒr interessierte Eltern und SchĂŒler durchgefĂŒhrt werden.
  8. Das Zusammenwirken von Eltern, LehrkrĂ€ften und SchĂŒlern ist zu stĂ€rken und besser zu organisieren, um Polarisierungen vorzubeugen und um fĂŒr die gemeinsame BewĂ€ltigung von Krisensituationen besser gerĂŒstet zu sein.
  9. Das Referendariat ist in allen BundeslĂ€ndern auf die ursprĂŒngliche Dauer von zwei Ausbildungsjahren anzuheben, damit Referendare sowohl dem erhöhten Anforderungsprofil im Lehrerberuf genĂŒgen wie auch fĂŒr bedarfsorientierten Förderunterricht fĂŒr SchĂŒler zur VerfĂŒgung stehen.
  10. Lebenslanges Lernen wird nur gelingen, wenn sich Schule als Teil der Gesellschaft inhaltlich mit den HintergrĂŒnden der Pandemie auseinandersetzt und Resilienz entwickelt, mögliche weitere Krisen zu bewĂ€ltigen. HierfĂŒr mĂŒssen Schulen neue Inhalts- und Organisationskonzepte entwickeln.

Je nach Infektionslage kann es immer wieder z. B. regional oder an einzelnen Schulen oder fĂŒr einzelne Klassen vorkommen, dass eine Verlagerung des Unterrichts von der Anwesenheit im SchulgebĂ€ude auf Distanzlernen mit Hilfe von Online-Medien stattfinden muss. „Ein digital gestĂŒtzter PrĂ€senzunterricht ermöglicht FlexibilitĂ€t“, erlĂ€utert der PrĂ€sident des Deutschen Lehrerverbandes, Heinz-Peter Meidinger, und fordert: „Alle Schulen mĂŒssen schnellstmöglich in die Lage versetzt werden, mit digitalen EndgerĂ€ten rechtssicher und datenschutzkonform ĂŒber die digitale Plattform der Schule kommunizieren und lehrplanbezogen interagieren zu können. Digital gestĂŒtzter PrĂ€senzunterricht in den Schulen kann so im Fall der FĂ€lle ziemlich nahtlos auf digital unterstĂŒtzten Fernunterricht umgestellt werden.“

JĂŒrgen Böhm, Bundesvorsitzender des Deutschen Realschullehrerverbands (VDR), betont: „Es ist wichtig und vordringlich, eventuelle Defizite, WissenslĂŒcken oder Unterschiede im Lernstand der SchĂŒlerinnen und SchĂŒler zu klĂ€ren und auszugleichen. Es ist eine enorme und sehr verantwortungsvolle Aufgabe, bedarfsorientiert ent­sprechende Förderangebote und Differenzierungsmöglichkeiten anzubieten.“ Dazu benötige man LehrkrĂ€fte ĂŒber das ĂŒbliche Maß und Budget hinaus. Die Ministerien sollten fĂŒr die Schulen die finanziellen und personellen Ressourcen vorhalten, um z. B. durch integrierte Lehrerreserven auch einen Plan B mit PrĂ€senz- und Fernunterricht im regionalen Notfall schnell und unbĂŒrokratisch umsetzen zu können.

Neben den Lerninhalten im PrĂ€senzunterricht und ĂŒber digitale Wege steht in der aktuellen weltweiten Corona-Krise auch der Gesundheitsschutz der Schulfamilie im Fokus. „LehrkrĂ€fte, Verwaltungspersonal und SchĂŒlerinnen und SchĂŒler haben einen Anspruch auf InfektionsprĂ€vention! Die LĂ€nder und SchultrĂ€ger mĂŒssen im Rahmen ihrer FĂŒrsorgeverpflichtung die Voraussetzungen fĂŒr wöchentliche freiwillige Corona-Testungen schaffen und praxistaugliche und aerosolvermindernde LĂŒftungskonzepte vorhalten“, fordert der stellvertretende Bundesvorsitzende des Bundesverbandes der LehrkrĂ€fte fĂŒr Berufsbildung (BvLB), Wolfgang Lambl. „Außerdem sind digitale Sprechstunden zwischen LehrkrĂ€ften, Eltern, Ausbildenden und SchĂŒlern gerade in Zeiten des Abstandshaltens ein zusĂ€tzlicher Weg, um eine bessere Kommunikation zu gewĂ€hrleisten – damit LehrkrĂ€fte dieses Kommunikationsangebot anbieten können, muss das Unterrichtsdeputat um mindestens eine Stunde abgesenkt werden.“

So notwendig die schnelle Ausstattung in technischer und hygienischer Hinsicht in der aktuellen Situation ist, mĂŒssen die Schulen aber andererseits auch langfristig gestĂ€rkt werden, um fĂŒr zukĂŒnftige Krisen gerĂŒstet zu sein. „Noch bis vor 20 Jahren waren sich alle BundeslĂ€nder erfreulicherweise ungebrochen einig: SchĂŒler brauchen gut ausgebildete LehrkrĂ€fte und der Vorbereitungsdienst umfasste deshalb ĂŒberall zwei Ausbildungsjahre. Richtig so!“, urteilt die DPhV-Vorsitzende Prof. Dr. Susanne Lin-Klitzing und fordert eine RĂŒckkehr zum 24-monatigen Referendariat, das in allen LĂ€ndern bis auf Bayern z. T. erschreckend heruntergekĂŒrzt wurde, und das obwohl die Anforderungen unbestritten stetig gestiegen sind. „Geben Sie sich angesichts der erhöhten Anforderungen an den Lehrerberuf den nötigen Ruck und kehren Sie zum 24-monatigen Referendariat fĂŒr die kommenden ReferendarsjahrgĂ€nge zurĂŒck“, fordert Lin-Klitzing die Kultusminister der LĂ€nder auf, „damit der Lehrernachwachs endlich wieder richtig gut ausgebildet vor die Klassen treten kann, im ersten Ausbildungsjahr fĂŒr Förderunterricht fĂŒr SchĂŒler zur VerfĂŒgung steht und im zweiten Ausbildungsjahr gut vorbereitet zunehmend Verantwortung fĂŒr ganze Klassen ĂŒbernimmt!“

Gerlinde Kohl von der Katholischen Erziehergemeinschaft KEG weist darauf hin, dass Schulen in der Zukunft neue Inhalts- und Organisationskonzepte und Resilienz entwickeln mĂŒssen, um mögliche weitere Krisen bewĂ€ltigen zu können und zum lebenslangen Lernen anzuleiten. „Lebenslanges Lernen bedeutet Bildungsarbeit, die Reflexion und VerĂ€nderungsprozesse anregt. Lebenslanges Lernen will Transformation mit Blick auf Nachhaltigkeit und fordert starke Institutionen“, unterstreicht die KEG-Bundesvorsitzende den 10-Punkte-Plan fĂŒr den Unterricht mit (und nach) Corona des Deutschen Lehrerverbandes.

Deutscher Lehrerverband fordert mehr als nur das Aufstellen von Hygienestandards von der KMK

Der Deutsche Lehrerverband und seine MitgliedsverbĂ€nde DPhV, VDR, BvLB und KEG sehen die Politik in der Pflicht, im nĂ€chsten Schuljahr Rahmenbedingungen zu schaffen, die einen möglichst guten Verlauf des kommenden Schuljahrs in Zeiten von Corona gewĂ€hrleisten. FĂŒr das neue Schuljahr sollten die wichtigen Erfahrungen aus der Krise fĂŒr das Bildungssystem nutzbar gemacht werden. Dazu fordert der Deutsche Lehrerverband die Umsetzung des folgenden 10-Punkte-Plans!

Die LehrerverbÀnde hoffen, dass die Quote der Infektionen gering genug liegt, um PrÀsenzunterricht mit möglichst geringem Risiko von Infektionsclustern abzuhalten. Nach wie vor darf die bestehende Gefahr eines wieder zunehmenden Infektionsgeschehens allerdings nicht unterschÀtzt werden.

Der Deutsche Lehrerverband und seine Mitglieder fordern daher deutlich umfassendere Innovationen in grundlegenden pĂ€dagogischen, technischen, gesundheitsrelevanten und schulorganisatorischen Rahmenbedingungen, die zu Beginn des neuen Schuljahrs umgesetzt sein sollten, als nur die heute von der KMK vorgestellten Hygienestandards fĂŒr das neue Schuljahr.

Ihre gemeinsamen Forderungen an die Kultusminister und Landesregierungen fĂŒr einen unter den jetzigen Rahmenbedingungen möglichst optimalen Schulstart im Herbst hat das PrĂ€sidium des Deutschen Lehrerverbandes in folgendem 10-Punkte-Plan zusammengefasst:

10 Punkte-Plan des DL fĂŒr Unterricht mit (und nach) Corona

  1. Ziel ist der digital unterstĂŒtzte PrĂ€senzunterricht als Regelfall (Plan A) auf der Basis eines neu zu erarbeitenden didaktischen Konzeptes. Moderner Unterricht verlangt den Einsatz von digitalen Medien. Dazu mĂŒssen sĂ€mtliche Schulen in den Sommerferien 2020 so instand gesetzt werden, dass alle LehrkrĂ€fte mit allen SchĂŒlern mit den zur VerfĂŒgung gestellten eigenen digitalen EndgerĂ€ten rechtssicher und datenschutzkonform ĂŒber die digitale Plattform der Schule kommunizieren und lehrplanbezogen interagieren können. Im Notfall kann der digital unterstĂŒtzte PrĂ€senzunterricht aufgrund der von Kultus- und Gesundheitsbehörden regional beurteilten Infektionslage durch Fernunterricht phasenweise ersetzt werden (Plan B) – mit Teilnahmepflicht, verbindlich zu erreichenden Kompetenzzielen und klaren Vorgaben fĂŒr Leistungserhebungen und -bewertungen.
  2. FĂŒr den digital unterstĂŒtzten PrĂ€senzunterricht im Schuljahr 2020/21 mĂŒssen neben dem Regelunterricht dauerhaft Förderangebote zur VerfĂŒgung gestellt werden, um SchĂŒlerinnen und SchĂŒler bedarfsorientiert beim Erreichen der angestrebten Bildungsstandards zu unterstĂŒtzen. Dazu bedarf es der Nutzung aller vorhandenen personellen Ressourcen, um durch grĂ¶ĂŸere Lehrerreserven an den Schulen bessere Fördermöglichkeiten und Differenzierungsangebote zu schaffen. Das bedeutet eine schulartspezifische Einstellung zum kommenden Schuljahr ĂŒber Bedarf bis zu 130 Prozent ebenso wie den Einsatz erheblicher zusĂ€tzlicher finanzieller Mittel, um auch kurzfristig deutlich mehr freiwillige Förderangebote zur VerfĂŒgung zu stellen.
  3. Der digital unterstĂŒtzte PrĂ€senzunterricht gemĂ€ĂŸ Plan A ist angepasst an die jeweilige regionale Infektionslage schulart- und altersspezifisch durchzufĂŒhren.
  4. FĂŒr die verlĂ€ssliche Planung des neuen Schuljahrs mĂŒssen die LĂ€nder die Voraussetzungen fĂŒr wöchentliche freiwillige Corona-Testungen der LehrkrĂ€fte (und SchĂŒler) an der Schule sowie einen Visierschutz zur VerfĂŒgung stellen. Praxistaugliche und aerosolvermindernde LĂŒftungskonzepte mĂŒssen zwei Wochen vor Schulbeginn zur VerfĂŒgung stehen, sonst kann kein voller PrĂ€senzunterricht stattfinden. Dies gebietet die FĂŒrsorgepflicht des Staates als Arbeitgeber gegenĂŒber seinen LehrkrĂ€ften.
  5. Bildung- und Leistungsstandards dĂŒrfen nicht abgesenkt werden, sondern die Curricula und die PrĂŒfungen sind kompetenzorientiert vollstĂ€ndig zu erfĂŒllen. Schulen und LehrkrĂ€fte entscheiden ĂŒber die Art und QuantitĂ€t von Fördermaßnahmen vor Ort. Jede Schule erhĂ€lt dafĂŒr ein zusĂ€tzliches Budget.
  6. Freiwillige Wiederholungen auch zur HĂ€lfte des Schuljahres sollten als flexibles Instrument ermöglicht und von SchĂŒlerinnen und SchĂŒlern als solches genutzt werden, um kumulierte LernrĂŒckstĂ€nde nicht erst am Ende des Schuljahres aufholen zu mĂŒssen.
  7. Digitale Sprechstunden zwischen LehrkrĂ€ften, Eltern und SchĂŒlern sollten in das Unterrichtsdeputat integriert und wöchentlich zweistĂŒndig fĂŒr potentiell versetzungsgefĂ€hrdete SchĂŒler und deren Eltern sowie fĂŒr interessierte Eltern und SchĂŒler durchgefĂŒhrt werden. Dazu ist das Unterrichtsdeputat um mindestens eine Stunde abzusenken.
  8. Das Zusammenwirken von Eltern, LehrkrĂ€ften und SchĂŒlern ist zu stĂ€rken und besser zu organisieren, um Polarisierungen vorzubeugen und um fĂŒr die gemeinsame BewĂ€ltigung von Krisensituationen besser gerĂŒstet zu sein.
  9. Das Referendariat ist in allen BundeslĂ€ndern auf die ursprĂŒngliche Dauer von zwei Ausbildungsjahren anzuheben, damit Referendare sowohl dem erhöhten Anforderungsprofil im Lehrerberuf genĂŒgen wie auch fĂŒr bedarfsorientierten Förderunterricht fĂŒr SchĂŒler zur VerfĂŒgung stehen.
  10. Lebenslanges Lernen wird nur gelingen, wenn sich Schule als Teil der Gesellschaft inhaltlich mit den HintergrĂŒnden der Pandemie auseinandersetzt und Resilienz entwickelt, mögliche weitere Krisen zu bewĂ€ltigen. HierfĂŒr mĂŒssen Schulen neue Inhalts- und Organisationskonzepte entwickeln.

Da bisher niemand voraussagen kann, wie sich nach Schulstart das Corona-Infektionsgeschehen entwickelt, kann es je nach Infektionslage immer wieder z. B. regional oder an einzelnen Schulen oder fĂŒr einzelne Klassen vorkommen, dass eine Verlagerung des Unterrichts von der Anwesenheit im SchulgebĂ€ude auf Distanzlernen mit Hilfe von Online-Medien stattfinden muss. „Ein digital gestĂŒtzter PrĂ€senzunterricht ermöglicht FlexibilitĂ€t“, erlĂ€utert der PrĂ€sident des Deutschen Lehrerverbandes, Heinz-Peter Meidinger, und fordert: „In der verbleibenden Zeit bis zum Beginn des nĂ€chsten Schuljahres mĂŒssen alle Schulen in die Lage versetzt werden, mit digitalen EndgerĂ€ten rechtssicher und datenschutzkonform ĂŒber die digitale Plattform der Schule kommunizieren und lehrplanbezogen interagieren zu können. Digital gestĂŒtzter PrĂ€senzunterricht in den Schulen kann so im Fall der FĂ€lle ziemlich nahtlos auf digital unterstĂŒtzten Fernunterricht umgestellt werden.“

JĂŒrgen Böhm, Bundesvorsitzender des Deutschen Realschullehrerverbands (VDR), betont: „Im neuen Schuljahr ist es wichtig und vordringlich, eventuelle Defizite, WissenslĂŒcken oder Unterschiede im Lernstand der SchĂŒlerinnen und SchĂŒler zu klĂ€ren und auszugleichen. Es ist eine enorme und sehr verantwortungsvolle Aufgabe, bedarfsorientiert entsprechende Förderangebote und Differenzierungsmöglichkeiten anzubieten.“ Dazu benötige man LehrkrĂ€fte ĂŒber das ĂŒbliche Maß und Budget hinaus. Die Ministerien sollten fĂŒr die Schulen die finanziellen und personellen Ressourcen vorhalten, um z. B. durch integrierte Lehrerreserven auch einen Plan B mit PrĂ€senz- und Fernunterricht im regionalen Notfall schnell und unbĂŒrokratisch umsetzen zu können.

Neben den Lerninhalten im PrĂ€senzunterricht und ĂŒber digitale Wege steht in der aktuellen weltweiten Corona-Krise auch der Gesundheitsschutz der Schulfamilie im Fokus. „LehrkrĂ€fte, Verwaltungspersonal und SchĂŒlerinnen und SchĂŒler haben einen Anspruch auf InfektionsprĂ€vention! Die LĂ€nder und SchultrĂ€ger mĂŒssen im Rahmen ihrer FĂŒrsorgeverpflichtung die Voraussetzungen fĂŒr wöchentliche freiwillige Corona-Testungen schaffen und praxistaugliche und aerosolvermindernde LĂŒftungskonzepte vorhalten“, fordert der stellvertretende Bundesvorsitzende des Bundesverbandes der LehrkrĂ€fte fĂŒr Berufsbildung (BvLB), Wolfgang Lambl. „Außerdem sind digitale Sprechstunden zwischen LehrkrĂ€ften, Eltern, Ausbildenden und SchĂŒlern gerade in Zeiten des Abstandshaltens ein zusĂ€tzlicher Weg, um eine bessere Kommunikation zu gewĂ€hrleisten – damit LehrkrĂ€fte dieses Kommunikationsangebot anbieten können, muss das Unterrichtsdeputat um mindestens eine Stunde abgesenkt werden.“

So notwendig die schnelle Ausstattung in technischer und hygienischer Hinsicht in der aktuellen Situation ist, mĂŒssen die Schulen aber andererseits auch langfristig gestĂ€rkt werden, um fĂŒr zukĂŒnftige Krisen gerĂŒstet zu sein. „Noch bis vor 20 Jahren waren sich alle BundeslĂ€nder erfreulicherweise ungebrochen einig: SchĂŒler brauchen gut ausgebildete LehrkrĂ€fte und der Vorbereitungsdienst umfasste deshalb ĂŒberall zwei Ausbildungsjahre. Richtig so!“, urteilt die DPhV-Vorsitzende  Prof. Dr. Susanne Lin-Klitzing und fordert eine RĂŒckkehr zum 24-monatigen Referendariat, das in allen LĂ€ndern bis auf Bayern z.T. erschreckend heruntergekĂŒrzt wurde, und das obwohl die Anforderungen unbestritten stetig gestiegen sind. „Geben Sie sich angesichts der erhöhten Anforderungen an den Lehrerberuf den nötigen Ruck und kehren Sie zum 24-monatigen Referendariat fĂŒr die kommenden ReferendarsjahrgĂ€nge zurĂŒck“, fordert Lin-Klitzing die Kultusminister der LĂ€nder auf, „damit der Lehrernachwachs endlich wieder richtig gut ausgebildet vor die Klassen treten kann, im ersten Ausbildungsjahr fĂŒr Förderunterricht fĂŒr SchĂŒler zur VerfĂŒgung steht und im zweiten Ausbildungsjahr gut vorbereitet zunehmend Verantwortung fĂŒr ganze Klassen ĂŒbernimmt!“

Gerlinde Kohl von der Katholischen Erziehergemeinschaft KEG weist darauf hin, dass Schulen in der Zukunft neue Inhalts- und Organisationskonzepte und Resilienz entwickeln mĂŒssen, um mögliche weitere Krisen bewĂ€ltigen zu können und zum lebenslangen Lernen anzuleiten. „Lebenslanges Lernen bedeutet Bildungsarbeit, die Reflexion und VerĂ€nderungsprozesse anregt. Lebenslanges Lernen will Transformation mit Blick auf Nachhaltigkeit und fordert starke Institutionen“, unterstreicht die KEG-Bundesvorsitzende den 10-Punkte-Plan fĂŒr den Unterricht mit (und nach) Corona des Deutschen Lehrerverbandes.

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FĂŒr Stellungnahmen erreichen Sie die Mitglieder des PrĂ€sidiums des Deutschen Lehrerverbandes:

DL-PrĂ€sident Heinz-Peter Meidinger: 0160 – 52 75 609 und 030/70 09 47 76 – www.lehrerverband.de

BundesgeschĂ€ftsstelle DPhV, Bundesvorsitzende Prof. Dr. Susanne Lin-Klitzing: 030/ 40 81 67 89 – www.dphv.de

BundesgeschĂ€ftsstelle VDR, Bundesvorsitzender JĂŒrgen Böhm: 0 89 / 55 38 76 und 0151 – 11 71 55 89 – www.vdr-bund.de

BvLB-BundesgeschĂ€ftsstellen: 030/ 40 81 66 50 und 0511/ 21 55 60 70 – www.bvlb.de

KEG-BundesgeschĂ€ftsstelle: 089 / 26 02 47 99 – www.keg-deutschland.de

FĂŒr den Inhalt verantwortlich: GeschĂ€ftsstelle Deutscher Lehrerverband – Anne Schirrmacher

DL warnt vor kompletten Schulöffnungen ohne ausreichenden Gesundheitsschutz

Mit UnverstĂ€ndnis und grĂ¶ĂŸter Besorgnis hat der PrĂ€sident des Deutschen Lehrerverbands, Heinz-Peter Meidinger, auf die AnkĂŒndigung Sachsens und ThĂŒringens reagiert, demnĂ€chst fĂŒr einen Teil bzw. alle Schulen die derzeit geltenden Hygienevorschriften mit Abstandsregelungen, Mundschutz und Halbierung von Lerngruppen außer Kraft zu setzen und zu einem „normalen Schulbetrieb“ zurĂŒckzukehren.

Dazu sagte der Verbandsvorsitzende: „So sehr wir uns als LehrkrĂ€fte, SchĂŒler und Eltern die RĂŒckkehr zu einem normalen Schulbetrieb dringlichst wĂŒnschen, so sehr lehnen wir es aber auch ab, dass Schulen zum freien ExperimentiergelĂ€nde fĂŒr den Umgang mit der Gesundheit von SchĂŒlern, Lehrern und Familienangehörigen werden. Die jĂŒngsten InfektionsausbrĂŒche in Restaurants und Kirchen zeigen, was passieren kann, wenn Infizierte mit grĂ¶ĂŸeren Gruppen in geschlossenen RĂ€umen aufeinander treffen!“

Meidinger verwies darauf, dass zwar der Krankheitsverlauf bei jĂŒngeren Kindern oft nur leicht sei, dass diese nach der EinschĂ€tzung von Virologen aber wegen der deutlichen vermehrten Personenkontakte einen wesentlichen Beitrag zu einem neuen Infektionsgeschehen liefern könnten, zumal wenn auf Abstandregeln und Mundschutz zukĂŒnftig an Schulen verzichtet wird.

Der DL-PrĂ€sident betonte: „Der Verweis von einzelnen Landesregierungen darauf, dass man den Gesundheitsschutz statt durch Abstandsregeln bei RĂŒckkehr aller SchĂŒler durch rĂ€umliche Isolierung von Lerngruppen gewĂ€hrleisten wolle, ist reine Augenauswischerei. Wer bis zu 1500 SchĂŒler wieder in einzelne SchulgebĂ€ude hineinlĂ€sst, kann in Pausen und GĂ€ngen sowie beim Betreten und Verlassen des SchulgebĂ€udes enge Kontakte zwischen Menschen ĂŒberhaupt nicht verhindern und einschrĂ€nken. ThĂŒringen und Sachsen gehen einen sehr gefĂ€hrlichen Weg, wenn sie ihre PlĂ€ne zur vollstĂ€ndigen Öffnung von Schulen fortsetzen!“

Es sei außerdem bezeichnend, dass weder ThĂŒringen noch Sachsen die vollstĂ€ndige Öffnung von Schulen mit der Verpflichtung zu regelmĂ€ĂŸigen Testungen verbinden. Auf diese Art und Weise schaffe man eine riesige Blackbox, bei der niemand auftretende InfektionsfĂ€lle und Infektionsketten zurĂŒckverfolgen könne.

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FĂŒr Stellungnahmen erreichen Sie DL-PrĂ€sident Heinz-Peter Meidinger unter 0160 – 52 75 609.

FĂŒr den Inhalt verantwortlich: GeschĂ€ftsstelle Deutscher Lehrerverband – Anne Schirrmacher

DL lobt Grundsatzentscheidung der KMK ĂŒber weiteren Fahrplan fĂŒr Schulöffnungen

FĂŒr eine Maskenpflicht im SchulgebĂ€ude außerhalb der UnterrichtsrĂ€ume!

Als ĂŒberfĂ€llig, aber absolut richtig, hat der PrĂ€sident des Deutschen Lehrerverbands, Heinz-Peter Meidinger, die heutige Grundsatzentscheidung der Kultusministerkonferenz bezeichnet, in allen BundeslĂ€ndern einen Fahrplan zu erarbeiten, der potenziell allen SchĂŒlern zumindest die zeitweise RĂŒckkehr in den PrĂ€senzunterricht erlaubt – immer unter BerĂŒcksichtigung der Infektionslage. Der Verbandsvorsitzende betonte: „Ich freue mich, dass sich dabei die Kultusminister in wesentlichen Teilen am Vorschlag des Deutschen Lehrerverband orientiert haben, durch einen Wechsel von PrĂ€senzzeiten und Lernen zuhause bei verkleinerten Lerngruppen möglichst allen SchĂŒler wieder echten Unterricht zu bieten!“ Meidinger wies darauf hin, dass bei einer unverĂ€nderten FortfĂŒhrung des „Homeschooling“ rund ein Viertel der SchĂŒler leistungsmĂ€ĂŸig dauerhaft abgehĂ€ngt werden wĂŒrde. Bei der Umsetzung des „Unterrichten in Schichten“ plĂ€dierte der DL-PrĂ€sident erneut fĂŒr einen wochenweisen Wechsel zwischen Unterrichten in der Schule und Lernen zuhause. Dieser wöchentliche Wechsel sei am besten organisierbar und auch aus pĂ€dagogischen GrĂŒnden sinnvoll.

Meidinger warnte aber davor, LehrkrĂ€fte dabei zu ĂŒberlasten: „Wenn Lehrer nun wieder schrittweise volles Stundenmaß haben, weil sie Woche fĂŒr Woche jeweils eine halbe Klasse unterrichten, kann man nicht erwarten, dass das „Homeschooling“ im selben Umfang weitergefĂŒhrt wird. Das ist aber dann auch nicht mehr nötig!“

Vorrang vor allen anderen Überlegungen mĂŒsse jedoch der Gesundheitsschutz haben. Die von der KMK vorgestellten Hygieneschutzmaßnahmen mĂŒssten ohne Abstriche umgesetzt werden. Abschließend plĂ€dierte der Verbandschef dafĂŒr, dass außerhalb der UnterrichtsrĂ€ume, in denen durch entsprechende Sitzordnungen fĂŒr einen ausreichenden Sicherheitsabstand gesorgt sei, eine Maskenpflicht gelten solle: „Auf den GĂ€ngen, Treppen, in der Aula, dem Pausenhof und dem GelĂ€nde vor der Schule brauchen wir eine Maskenpflicht, um auch bei RĂŒckkehr von mehr SchĂŒlern an die Schulen den Gesundheitsschutz möglichst hoch zu halten.“

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FĂŒr Stellungnahmen erreichen Sie DL-PrĂ€sident Heinz-Peter Meidinger unter 0160 – 52 75 608.

FĂŒr den Inhalt verantwortlich: GeschĂ€ftsstelle Deutscher Lehrerverband – Anne Schirrmacher

Praxisorientierter Vorschlag fĂŒr „Phase 2“:

Praxisorientierter Vorschlag fĂŒr „Phase 2“ (aktualisiert Mai 2020):

Schrittweise RĂŒckkehr aller Jahrgangsstufen in den PrĂ€senzunterricht unter Beachtung der weiteren Entwicklung der Infektionskurve

PRÄSENZUNTERRICHT IM ZWEIWOCHENTAKT

Problemlage:

Bei voraussichtlich noch lange zwingend einzuhaltenden Abstands-regelungen in UnterrichtsrĂ€umen benötigt man fĂŒr die RĂŒckkehr einer kompletten Jahrgangsstufe an die Schulen, so wie es jetzt in den meisten BundeslĂ€ndern fĂŒr die NachfolgejahrgĂ€nge der Abschluss-klassen geplant ist, die doppelte Anzahl von RĂ€umen und auch LehrkrĂ€ften, weil Klassen und Lerngruppen geteilt werden und jeweils eigens beschult werden mĂŒssen. Dies ist möglich, solange nur maximal die HĂ€lfte der Jahrgangsstufen zurĂŒckkehrt.

Deshalb haben sich auch die BundeslĂ€nder lange gescheut, einen zeit­lichen Fahrplan fĂŒr die schrittweise RĂŒckkehr der einzelnen Jahrgangs­stufen vorzulegen, wie es die Eltern, SchĂŒler und LehrkrĂ€fte eigentlich dringend erwarten,. Zudem besteht die Gefahr, dass es mehrere Klas­senstufen geben wird, die in diesem Schuljahr unter diesen UmstĂ€nden nicht mehr in den PrĂ€senzunterricht zurĂŒckkehren werden.

Das aber wĂŒrde bedeuten, dass eine große Anzahl SchĂŒler noch fĂŒr Monate ausschließlich auf das „Homeschooling“ verwiesen wird, von dem wir wissen, dass es erstens bei weitem nicht so effektiv wie echter Schulunterricht ist und dass zweitens dadurch rund ein Viertel der SchĂŒler nicht oder kaum erreicht wird. Die Gefahr, dass vor allem sozial benachteiligte und leistungsschwache Kinder und Jugendliche sowie SchĂŒler mit besonderem Förderbedarf abgehĂ€ngt werden, wĂŒrde bei einer solchen Verfahrensweise stark ansteigen.

Vorschlag von PrÀsenzunterrichtsphasen im Wochenwechsel mit ArbeitsauftrÀgen und digitalem Fernunterricht

Angesichts dieser Herausforderungen, Probleme und Belastungen, welchen in Zeiten von Corona alle Mitglieder der Schulfamilie, SchĂŒler, LehrkrĂ€fte und Eltern ausgesetzt sind, brauchen wir möglichst unkomplizierte, einfach umzusetzende und fĂŒr die meisten Jahrgangsstufen und Schularten geeignete Lösungen.

Eine mögliche Lösung lautet: Unterricht im Wochenwechsel bzw. Zweiwochentakt!

Der Unterricht erfolgt in zwei Schichten:

  • in Woche 1 die eine HĂ€lfte der Klasse oder Lerngruppe
  • in Woche 2 die andere HĂ€lfte der Klasse oder Lerngruppe

Der Wochenstundenplan wird komplett beibehalten, es gibt keine KĂŒrzung von FĂ€chern, die bisherigen KlassenlehrkrĂ€fte und Fachlehrer können weiter ihre SchĂŒler betreuen.

In Woche 1 unterrichten die LehrkrĂ€fte in den Schulen die SchĂŒler im PrĂ€senzunterricht und geben fĂŒr die unterrichtsfreie Woche ArbeitsauftrĂ€ge und Hausaufgaben. ErgĂ€nzt und intensiviert wird die Betreuung und Beschulung der SchĂŒler in der Woche 2 ohne PrĂ€senzunterricht durch LehrkrĂ€fte, die einer Risikogruppe angehören, und zwar durch digitalen Fernunterricht. Der PrĂ€senzunterricht kann damit maximal nur im Umfang der HĂ€lfte des bisherigen Unterrichtsumfangs stattfinden. 

Vorteile dieses Zweiwochenschichtmodells

Dieses Schichtmodell im Zweiwochenrhythmus hat große Vorteile gegenĂŒber der jetzigen Praxis und der bisher von den LĂ€ndern avisierten vorrangigen RĂŒckkehr ganzer Jahrgangsstufen:

  1. Es ist fĂŒr die meisten Schulen und Schularten relativ einfach organisatorisch umzusetzen, weil an den bisherigen Stunden- und RaumplĂ€nen kaum etwas geĂ€ndert werden muss.
  2. Es können damit wieder alle SchĂŒler einer Jahrgangsstufe in die Schulen zurĂŒckgeholt werden, was die schwerwiegenden Benachteiligungseffekte des so genannten „Homeschoolings“ in Bezug auf die Kinder, die man damit nicht erreicht, verhindert. Es ergeben sich dadurch auch neue Chancen, diese abgehĂ€ngten SchĂŒler im PrĂ€senzunterricht wieder verstĂ€rkt zu fördern.
  3. SchulrĂ€ume und LehrkrĂ€fte mĂŒssten voraussichtlich ausreichen, weil nur die HĂ€lfte der SchĂŒler jeweils an der Schule anwesend ist.
  4. Die Politik wĂ€re auf der Grundlage dieses Modells in der Lage, angepasst an die „Corona-Infektionslage“ in Deutschland, einen schrittweisen, nach Klassenstufen gestaffelten Zeitplan fĂŒr die RĂŒckkehr von SchĂŒlern in den PrĂ€senzunterricht vorzulegen, der es allen SchĂŒlern ermöglicht, in naher Zukunft in die Schulen zurĂŒckzukehren.
  5. FĂŒr die Erziehungsberechtigten ergeben sich auch Vorteile: Es wird die große Chance eröffnet, dass auch die jĂŒngeren Kinder noch in diesem Schuljahr in die Schulen zurĂŒckkehren können. Außerdem ermöglicht der Zweiwochenrhythmus grundsĂ€tzlich besser planbare Betreuungs- und Arbeitszeiten.
  6. Da immer nur maximal die HĂ€lfte der SchĂŒler sich in der Schule aufhĂ€lt, erleichtert dies auch die Einhaltung des Abstandsgebots und des Gesundheitsschutzes auf Pausenhöfen, in SchulgĂ€ngen, in SanitĂ€rrĂ€umen, auf Treppen und im Parteiverkehr der Schulverwaltung
  7. Auch die Situation im Bereich der SchĂŒlerbeförderung und der Schulbusse wird sich dadurch deutlich entspannen, weil aufgrund der um 50 Prozent reduzierten tĂ€glichen SchĂŒlerströme die Abstandsregeln auch in den Bussen und im ÖPNV besser eingehalten werden können.
  8. Es gibt keine Notwendigkeit, einzelne FÀcher zu streichen und auch WahlfÀcher könnten weiter angeboten werden

Alternative Schichtmodelle

Das Modell des wöchentlichen Wechsels hat zwar große Vorteile, da, wo es von den rĂ€umlichen Gegebenheiten (zu kleine UnterrichtsrĂ€ume) und vom Personaleinsatz (Anzahl der im PrĂ€senzunterricht nicht einsetzbaren Risikopersonen unter LehrkrĂ€ften) nicht realisierbar ist, gibt es aber auch andere mögliche Schichtmodelle. Falls eine Drittelung von Lerngruppen notwendig ist, kann man das auch ĂŒber eine zeitliche Abfolge von 1 Woche PrĂ€senzunterricht und 2 Wochen Lernen zuhause auffangen. Auch ein tagesweiser Wechsel ist vorstellbar. Das österreichische Modell einer tagesweisen Verteilung von PrĂ€senztagen und Lernen zuhause von 3:2 bzw. in der Folgewoche von 2:3 ist aber fĂŒr die Eltern und SchĂŒler weniger gut planbar. Außerdem könnte es Probleme mit der Schulwegbeförderung geben. Zudem taucht dann sehr schnell die Forderung auf, doch gleich ein 3:3-Modell zu fahren, was verpflichtenden Samstagsunterricht bedeuten wĂŒrde. Der dementsprechende Vorstoß der Bundesbildungsministerin wĂ€re jedoch ein schwerwiegender Eingriff in das gesellschaftliche Leben, der unabhĂ€ngig von der Mehrbelastung von SchĂŒlern, Eltern und LehrkrĂ€ften und der nicht gelösten Schulwegbeförderung am Samstag kaum akzeptabel ist.

Noch weniger sinnvoll erscheinen aus Sicht des DL Schichtmodelle, die auf einen Wechsel der geteilten Klassen im PrĂ€senzunterricht zwischen Vor- und Nachmittagschichten setzen. Neben der massiven Mehrbelastung von LehrkrĂ€ften entstehen damit zusĂ€tzliche Probleme der Verteilung von SchĂŒlerströmen, da sich in der Mittagszeit fast alle SchĂŒler treffen wĂŒrden, die einen, die aus der Schule hinausströmen und diejenigen, die hineinwollen.

Schwierigkeiten, die es noch zu lösen gilt:

Mit dem Modell des Unterrichts im Zweiwochentakt werden natĂŒrlich nicht alle Schwierigkeiten gelöst.

Die EffektivitĂ€t von 100% PrĂ€senzunterricht wird voraussichtlich nicht erreicht werden können. Dazu kommt, dass wĂ€hrend der Schulschließungswochen auch betrĂ€chtliche Teile des Lehrplans nicht vermittelt werden konnten. UnabhĂ€ngig vom Schichtmodell bleibt es mittelfristig eine riesige Aufgabe, durch Wiederholungsphasen, Nachhol- und Förderkurse sowie vorĂŒbergehende Verdichtung von LehrplĂ€nen zu verhindern, dass dauerhaft Lehrplanziele und Bildungsstandards fĂŒr ganze SchĂŒlerjahrgĂ€nge verfehlt werden.

Auch ist klar, dass dieses Konzept nicht fĂŒr alle SchĂŒler und Schularten gleich gut geeignet ist. Beispielsweise ist der Schulbetrieb an Berufsschulen hĂ€ufig anders organisiert als in festen Schulwochen. Auch fĂŒr Kinder mit Förderbedarf wĂ€ren vielleicht umfangreichere PrĂ€senzzeiten an der Schule wĂŒnschenswert. Hier muss man noch weitere passgenaue Lösungen erarbeiten. Das vorgestellte Modell soll in der notwendigen FlexibilitĂ€t an die Gegebenheiten vor Ort (Anzahl und Altersgruppen der LehrkrĂ€fte, rĂ€umliche Ausstattung, Anzahl der SchĂŒler/innen) angepasst werden.

Auswirkungen auf LehrkrÀfte

Verhindert werden muss, dass die LehrkrĂ€fte, die im Schichtmodell wegen der Klassenteilungen trotz halbierten Unterrichts wieder ein volles Unterrichtsdeputat haben werden, durch zusĂ€tzliche Homeschoolingaufgaben ĂŒberlastet werden. Deshalb geht der DL davon aus, dass in der „Fernunterrichtswoche“  gesonderte Betreuung durch die LehrkrĂ€fte aus den Risikogruppen in Absprache mit den PrĂ€senzlehrkrĂ€ften erfolgt.

Nicht ausgeblendet werden soll, dass ein solches Schichtmodell auch fĂŒr LehrkrĂ€fte und auch die SchĂŒler zusĂ€tzliche VorzĂŒge bieten kann:

  • Der PrĂ€senzunterricht erfolgt in deutlich kleineren Lerngruppen, was es ermöglicht, besser individuell zu fördern und mehr Zeit fĂŒr den einzelnen SchĂŒler aufzuwenden.
  • Der Aufwand fĂŒr Unterrichtsvorbereitung reduziert sich, weil jede vorbereitete Stunde zweimal gehalten werden muss.
  • Die Halbierung des PrĂ€senzunterrichts wird auch eine vorĂŒbergehende Verringerung der erforderlichen Leistungserhebungen erforderlich machen.

Berlin im Mai 2020

Heinz-Peter Meidinger

Unterricht im Zweiwochentakt – PDF als Download (aktualisiert Mai 2020)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Angesichts der Schulschließungen aufgrund des Corona-Virus

Nach den Worten des DL-PrĂ€sidenten Heinz-Peter Meidinger bedeuten die verfĂŒgten Schulschließungen in den nĂ€chsten Wochen eine riesige Herausforderung fĂŒr Schulen, aber insbesondere auch fĂŒr die Eltern.

Er betonte: „Einerseits sind die LehrkrĂ€fte gefordert, alle Möglichkeiten zu nutzen, um die Kommunikation und die Stoffvermittlung mit SchĂŒlern so gut wie möglich aufrechtzuerhalten, andererseits stehen Eltern vor der Aufgabe, eine sinnvolle Betreuung und einen geregelten Tagesablauf fĂŒr ihre Kinder zu gewĂ€hrleisten. Unser gemeinsames Ziel muss es sein, drohende Nachteile fĂŒr die weitere schulische Laufbahn zu vermeiden und auszuschließen!“

Insgesamt rÀt der Deutsche Lehrerverband allen Eltern, folgende GrundsÀtze besonders zu beachten.

  1. Einigen Sie sich in der Familie mit Ihren Kindern auf einen geplanten, strukturierten Tagesablauf, in den auch Lern- und Arbeitsphasen gut integriert sind. Es gibt fĂŒr Ihre Kinder jetzt auch die Chance, passend zum eigenen Biorhythmus zu lernen. Orientieren Sie sich an den Vorgaben der LehrkrĂ€fte.
  2. Vereinbaren Sie klare Regeln zur Mediennutzung, wobei Sie als Eltern klar unterscheiden sollten zwischen der Arbeit mit dem PC und dem Spielen am PC. Eine Regulierung des Medienkonsums ist auch in dieser Zeit der Schulschließungen absolut sinnvoll.
  3. Helfen Sie Ihrem Kind bei der BewĂ€ltigung von Ängsten im Zusammenhang mit dieser Pandemie. Reden Sie mit Ihren Kindern ĂŒber die zahlreichen Fake News, die dazu in den sozialen Netzwerken derzeit verbreitet werden.
  4. Vermeiden Sie das Aufkommen von Langeweile („drohender Lagerkoller“) zuhause. Halten Sie dazu auch analoge Materialien wie BĂŒcher, Brett- und Kartenspiele sowie Malsachen bereit. Jetzt ist ein guter Zeitpunkt, sich auf BewĂ€hrtes und Althergebrachtes zu besinnen.
  5. Machen Sie Ihren Kindern klar, dass auch sie eine Verantwortung dafĂŒr tragen, dass sie ihre Mitmenschen vor Infektionen bewahren, insbesondere die gefĂ€hrdete Risikogruppe der Ă€lteren Menschen und Großeltern. Auch Jugendliche sollten in den nĂ€chsten Wochen soziale Kontakte reduzieren, also auf Kino-, Kneipen- und Veranstaltungsbesuche verzichten.

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FĂŒr Stellungnahmen erreichen Sie DL-PrĂ€sident Heinz-Peter Meidinger unter 0160 – 52 75 608.

FĂŒr den Inhalt verantwortlich: GeschĂ€ftsstelle Deutscher Lehrerverband – Anne Schirrmacher