Stefan Düll, Präsident des Deutschen Lehrerverbands, zur Arbeitsbelastung von Schulleitungen

Schulleitungen nehmen eine Vielzahl an Aufgaben wahr – neben den alltäglichen organisatorischen Prozessen für den Ablauf des Schulalltags haben sie die langfristige Gestaltung der Schule im Blick: von der Umsetzung der Digitalisierung über Verankerung der Demokratiebildung bis hin zu Ausstattung und Sanierung ihres Schulgebäudes. Sie vermitteln ihren Schulen Stabilität und Orientierung bei neuen Entwicklungen.

Auf allen Ebenen sind die Schulleitungen vom Fachkräftemangel betroffen: Der Lehrkräftemangel muss von ihnen organisatorisch im Alltag aufgefangen werden, indem sie kurzfristige und langfristige Vertretungen finden, fehlendes Personal in den Bereichen Verwaltung, IT und Gebäudebetreuung und -reinigung erschwert die Aufgaben zusätzlich. 

Schulleitungen sind Anlaufstelle für die Fragen, Probleme und Konflikte von Schülerinnen und Schülern, Lehrkräften und Eltern, oft müssen sie dabei als Mediator wirken. Sie müssen sicherstellen, dass die Schulfamilie auf Ausnahmesituationen vorbereitet ist und im Fall von Unfällen, Naturkatastrophen oder Gewalttaten die Krisen managen.

Für einige Schulformen wie die Grundschulen gibt es regional schon einen eklatanten Schulleitungsmangel, weil die hohe Belastung sich nicht in einer entsprechenden Bezahlung widerspiegelt. Viele Personen, die in den Schulleitungen tätig sind, gehen über ihre eigenen Kräfte hinaus und landen im Burn-out.

Wir fordern für Schulen und Schulleitungen mehr Unterstützung:

  • Maßnahmen gegen den Lehrkräftemangel
  • Mehr Personal für die Schulen in den Bereichen Verwaltung, IT, Gebäudebetreuung und Reinigung
  • Zusätzliche Qualifizierung durch Weiterbildungsangebote für zukünftige Kandidatinnen und Kandidaten sowie für bestehenden Schulleitungen
  • Unterstützung durch Burn-out-Prophylaxe, damit Personen mit Schulleitungsaufgaben mit ihren Kräften haushalten
  • Reduktion der Unterrichtsverpflichtung von Schulleitungen