Gemeinsamer Appell von Kinder- und JugendĂ€rzt/inn/en und LehrkrĂ€ften: Schulen zu sicheren Orten fĂŒr SchĂŒler und LehrkrĂ€fte machen, Schulschließungen vermeiden und die Lebenschancen von Kindern wahren!

Berlin, 02.01.2021 Im Hinblick auf das Treffen der MinisterprĂ€sidentinnen und -prĂ€sidenten mit der Bundeskanzlerin am 5. Januar 2021 appellieren die Deutsche Akademie fĂŒr Kinder- und Jugendmedizin (DAKJ) und der Deutsche Lehrerverband (DL) gemeinsam an die Politik, alles dafĂŒr zu tun, damit Unterricht im neuen Jahr wieder unter verantwortbaren Bedingungen stattfinden kann, obwohl die SARS-CoV-2 Pandemie zunĂ€chst fortbestehen wird.

Den Vorschlag, die Weihnachtsferien bis Ende Januar zu verlĂ€ngern und dafĂŒr die Sommerferien zu verkĂŒrzen, lehnen beide DachverbĂ€nde ab. Dazu sagte der DL-PrĂ€sident Heinz-Peter Meidinger: „Eine VerlĂ€ngerung von Ferien ist nichts anderes als eine weitere Phase der Schulschließung, in der wir Kinder und Jugendliche sich selbst ĂŒberlassen und unseren Bildungsauftrag nicht wahrnehmen. Außerdem fĂŒhren solche VorschlĂ€ge nicht zu mehr VerlĂ€sslichkeit von Schule, sondern zu mehr Verunsicherung!“

Beide Organisationen sind sich einig, dass PrĂ€senzunterricht sowohl zur ErfĂŒllung des Bildungsauftrages als auch unter psychosozialen Gesichtspunkten das Beste fĂŒr Kinder und Jugendliche ist. Dazu sagte der GeneralsekretĂ€r der DAKJ Hans-Iko Huppertz: „Schule und Bildung gehören zu den GrundbedĂŒrfnissen der Kinder. Schulschließung bedeutet auch nachteilige Auswirkungen auf die psychosoziale und motorische Entwicklung, KindeswohlgefĂ€hrdung, Benachteiligung sozial SchwĂ€cherer, GefĂ€hrdung von Kindern mit besonderen Bedarfen und aktuelle BeeintrĂ€chtigung der Gesundheit der Kinder und Jugendlichen.“  

Allerdings sind sich DAKJ und DL bewusst, dass die Frage, in welcher Weise der Schulbetrieb nach den Weihnachtsferien wieder möglich ist, nicht losgelöst vom regionalen und ĂŒberregionalen Infektionsgeschehen betrachtet werden kann. Auch wenn Schulen in der Regel nicht zu den Infektions-Hotspots zĂ€hlen, sind sie Teil des Infektionsgeschehens und Infektionen werden dabei sowohl von außen in die Schulen hineingetragen als auch durch Übertragungen innerhalb der Schule wieder in die Allgemeinheit gestreut.

Gemeinsam fordern die beiden VerbĂ€nde deshalb die Politik auf, jetzt fĂŒr bundeseinheitliche und verbindliche Rahmenbedingungen und zusĂ€tzlichen Gesundheitsschutzmaßnahmen zu sorgen, damit unsere Schulen so bald wie möglich fĂŒr eine RĂŒckkehr zum Unterrichtsbetrieb bestmöglich vorbereitet sind.

Zu den dringlich zu ergreifenden Maßnahmen zĂ€hlen:

  1. Es muss ein bundesweiter Hygienestufenplan etabliert werden, der abhĂ€ngig vom Infektionsgeschehen und der Altersstufe klar festlegt, welche Gesundheitsschutzmaßnahmen notwendig sind und welche schulorganisatorischen Konsequenzen daraus folgen: PrĂ€senzunterricht mit oder ohne Maskenpflicht, Wiederherstellung des Mindestabstands mit Wechselunterricht oder phasenweiser Distanzunterricht. Nochmalige komplette Schulschließungen bzw. FerienverlĂ€ngerungen sollen dadurch vermieden werden. FĂŒr einen solchen Hygienestufenplan hat die DAKJ zusammen mit der Deutschen Gesellschaft fĂŒr Krankenhaushygiene bereits VorschlĂ€ge erarbeitet.

 

  1. Der Infektionsschutz an Schulen ist deutlich zu verbessern.
  • Alle UnterrichtsrĂ€ume und Lehrerzimmer mĂŒssen belĂŒftbar sein.
  • Der Abstand von 1,5 m zwischen muss bei Wechselunterricht eingehalten werden können.
  • LehrkrĂ€ften sollen zum Gesundheitsschutz in ausreichender Zahl geeignete Atemschutzmasken zur VerfĂŒgung gestellt werden, auch um nicht zu Kontaktpersonen der Kategorie 1 zu werden.
  • Schnellteste auf Infektionen mit SARS-CoV-2 sollen bedarfsorientiert an Schulen vorgehalten werden.
  • Die SanitĂ€ranlagen sollen in einen hygienisch einwandfreien Zustand versetzt werden.
  • Der Transport in Schulbussen und im öffentlichen Personennahverkehr ist unter Hygienegesichtspunkten zu regeln.
  • LehrkrĂ€fte als Hygienebeauftragte sind in jeder Schule vorzusehen.
  • Strukturierte Ausbruchsanalysen bei InfektionsfĂ€llen in der Schule durch das Gesundheitsamt sind verpflichtend. Außerdem sind Schulöffnungen und Schulschließungen durch wissenschaftliche Untersuchungen zu begleiten

Falls möglich sollten Schulen fĂŒr die Einhaltung der Mindestabstandsregeln zusĂ€tzliche RĂ€ume zur VerfĂŒgung gestellt und außerdem deutlich mehr Busse eingesetzt werden, zumal diese derzeit ausreichend verfĂŒgbar sind. Noch ist unklar, wie neue Virusmutanten z.B. die sĂŒdenglische Linie B1.1.7 das Infektionsgeschehen beeinflussen könnten. Aber die gemeinsam empfohlenen Maßnahmen könnten auch bei anderen Mutanten das Infektionsrisiko minimieren.

Das Recht von Kindern und Jugendlichen auf Bildung und Betreuung sowie ausreichender Gesundheitsschutz fĂŒr LehrkrĂ€fte und SchĂŒler mĂŒssen gleichermaßen berĂŒcksichtigt und gewĂ€hrleistet werden.

Deshalb liegt nach Auffassung von DKAJ und DL der Ball jetzt auf dem Spielfeld der Politik. Die Landesregierungen und der Bund haben die oberste Verpflichtung, deutlich mehr als bisher dafĂŒr zu tun, dass Unterricht ab Ende der Weihnachtsferien wieder möglich wird, damit die Zukunftschancen von Kindern und Jugendlichen nicht dauerhaft massiv gefĂ€hrdet werden. Von dem Treffen am 5.1.2021 zwischen den MinisterprĂ€sidenten der LĂ€nder und der Bundeskanzlerin erwarten die beiden VerbĂ€nde jetzt eindeutige, die Rechte der Kinder und die Gesundheit von SchĂŒlerinnen und SchĂŒlern sowie LehrkrĂ€ften berĂŒcksichtigende BeschlĂŒsse.

Prof. Dr. med. Hans-Iko Huppertz, GeneralsekretĂ€r – Deutsche Akademie fĂŒr Kinder- und Jugendmedizin – Mobil  0170 5821842 – www.dakj.de

Prof. Dr. med. Johannes HĂŒbner, Erster Vorsitzender – Deutsche Gesellschaft fĂŒr PĂ€diatrische Infektiologie – Mobil 0176 24194368

Chausseestr. 128/129 in 10115 Berlin

Heinz-Peter Meidinger, PrĂ€sident – Deutscher Lehrerverband – Mobil 0160/5275608 – Dominicusstr. 3 – 10823 Berlin – www.lehrerverband.de – Anne Schirrmacher, DL-BundesgeschĂ€ftsfĂŒhrerin – Tel. 030 70 09 47 76

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Deutscher Lehrerverband zu den Ergebnissen der Grundschul-TIMSS-Studie 2019:

Dank und Anerkennung hat der DL-PrĂ€sident Heinz-Peter  Meidinger der Bildungsarbeit der deutschen Grundschulen ausgesprochen. Es sei in erster Linie dem Engagement der LehrkrĂ€fte zu verdanken, dass trotz einer immer heterogeneren SchĂŒlerschaft und eines wachsenden Anteils von Kindern mit Migrationsgeschichte das Leistungsniveau einigermaßen stabil gehalten werden konnte, so der Verbandschef.

Er betonte aber auch: „Insbesondere mit den Ergebnissen im Fach Mathematik, die signifikant unter dem Durchschnitt der teilnehmenden OECD- und EU-Staaten liegen, dĂŒrfen wir uns in Deutschland mit Blick auf die Zukunftschancen unserer Kinder nicht zufrieden geben!“

Besonders dramatisch sei der RĂŒckstand Deutschlands bei dem Anteil der besonders leistungsstarken GrundschĂŒler im Fach Mathematik, so Meidinger. Nur 6 Prozent der an der Vergleichsstudie teilnehmenden GrundschĂŒler hĂ€tten die höchste Kompetenzstufe erreicht, im Durchschnitt der OECD-Staaten seien dies dagegen fast doppelt so viele.

Der DL-PrĂ€sident ergĂ€nzte: „Es ist richtig, dass alles versucht werden muss, um besonders leistungsschwache Kinder in der Grundschule verstĂ€rkt zu fördern. Es ist aber falsch, die Leistungsspanne dadurch zu reduzieren, dass leistungsstĂ€rkere Kinder weniger gefördert werden. Zur begabungsgerechten individuellen Förderung gehören Zusatzangebote fĂŒr beide SchĂŒlergruppen.“ Grundvoraussetzung dafĂŒr sei aber, dass endlich der Lehrermangel im Bereich der Primarstufe ĂŒberwunden werde.

Abschließend wies Meidinger darauf hin, dass sich in den Leistungsergebnissen von 2019 noch nicht die Folgen der Schulschließungen und des Wechselbetriebs in diesem Jahr spiegelten. Er verlangte erneut ein Gesamtkonzept von den Landesregierungen zur Sicherung des Kompetenzniveaus und der Zukunftschancen von Kindern und Jugendlichen an allen Schularten in und nach der Coronakrise.

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FĂŒr Stellungnahmen erreichen Sie DL-PrĂ€sident Heinz-Peter Meidinger unter 0160 – 52 75 608.

FĂŒr den Inhalt verantwortlich: GeschĂ€ftsstelle Deutscher Lehrerverband – Anne Schirrmacher

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Deutscher Lehrerverband:

Die heute veröffentliche Studie zum Cybermobbing unter Kindern und Jugendlichen weist nach Ansicht des Deutschen Lehrerverbands auf dringenden politischen und pĂ€dagogischen Handlungsbedarf hin. Die Studie „Cyberlife III“ wurde vom BĂŒndnis gegen Cybermobbing in Kooperation mit der Techniker Krankenkasse vorgestellt.

DL-PrÀsident Heinz-Peter Meidinger betonte, dass sich die in der Studie aufgezeigte VerschÀrfung des Problems insbesondere bei Kindern zwischen 13 und 17 Jahren auch mit den Beobachtungen und Erfahrungen von LehrkrÀften deckt. Es gebe inzwischen wohl keine Schule in Deutschland, die nicht mit entsprechenden Problemen zu kÀmpfen habe.

Der Verbandschef betonte: „In den sozialen Netzwerken und den zahllosen Klassen-WhatsApp-Gruppen findet tagtĂ€glich tausendfach Mobbing statt, meistens von MitschĂŒlern – leider in den meisten FĂ€llen ohne Kenntnis der Eltern und LehrkrĂ€fte. Vielfach erfahren diese erst davon, wenn der Leidensdruck der Kinder zu groß geworden ist oder ĂŒber Dritte Informationen an die Schulen weitergegeben werden.“

Meidinger forderte eine höhere Aufmerksamkeit fĂŒr diese besorgniserregende Entwicklung und eine gesellschaftliche Offensive gegen Cybermobbing. Viele Kinder und Jugendlichen betrachteten leider immer noch soziale Netzwerke als rechtsfreien Raum und hĂ€tten wenig GespĂŒr fĂŒr die möglichen schlimmen Folgen von Cybermobbing fĂŒr die Betroffenen.

Der DL setzt bei dieser Offensive auf mehr PrĂ€ventionsarbeit an Schulen durch entsprechend qualifizierte und mit zusĂ€tzlichen Zeitressourcen versehene BeratungslehrkrĂ€fte sowie externe Experten, aber auch auf konsequentes Einschreiten und klare Sanktionen gegenĂŒber den TĂ€tergruppen. Eine wichtige Rolle kommt nach Meidinger dabei den Eltern zu, die mit ihren Kindern den stĂ€ndigen Austausch ĂŒber deren AktivitĂ€ten und Erfahrungen im Internet suchen sollten. Der Verbandsvorsitzende unterstrich abschließend: „Wir wĂŒrden es auf jeden Fall begrĂŒĂŸen, wenn bei der BekĂ€mpfung von Cybermobbing zusĂ€tzliche UnterstĂŒtzungsangebote der Ministerien und Schulbehörden bereitgestellt werden. Zudem ist eine klare gesetzliche Regelung des Straftatbestands Cybermobbing wĂŒnschenswert, auch wenn es an den Schulen zunĂ€chst einmal um pĂ€dagogische Lösungen gehen wird!“

Die Studie des BĂŒndnis gegen Cybermobbing und der Techniker Krankenkasse ist unter https://www.tk.de/presse/themen/praevention/medienkompetenz/studie-cybermobbing-2095156 abrufbar.

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FĂŒr Stellungnahmen erreichen Sie DL-PrĂ€sident Heinz-Peter Meidinger unter 0160 – 52 75 608.

FĂŒr den Inhalt verantwortlich: GeschĂ€ftsstelle Deutscher Lehrerverband – Anne Schirrmacher

 

Gemeinsame Pressemitteilung der DAK-Gesundheit und des Deutschen Lehrerverbandes

  • Sonder-PrĂ€ventionsradar der DAK-Gesundheit untersucht Belastungen, Sorgen und Ängste in NRW
  • Pandemie sorgt fĂŒr massiven Anstieg der Überstunden
  • PrĂ€sident des Deutschen Lehrerverbandes begrĂŒĂŸt Studie

Hamburg, 26. November 2020. Ängste, Überstunden, Unsicherheit: Lehrerinnen und Lehrer in Deutschland sind durch die anhaltende Corona-Krise massiv belastet. Jede vierte Lehrkraft ist regelmĂ€ĂŸig emotional erschöpft und zeigt Burnout-Symptome. In den Schulen machen sich 65 Prozent der BeschĂ€ftigten grĂ¶ĂŸere Sorgen um die eigene Gesundheit. Außerdem arbeiten sie im Schnitt pro Woche fast einen Arbeitstag zusĂ€tzlich. Das zeigt eine aktuelle Sonderanalyse „Lehrergesundheit in der Corona-Pandemie“. Sie wurde im Auftrag der DAK-Gesundheit vom Institut fĂŒr Therapie- und Gesundheitsforschung (IFT-Nord) in Kiel erstellt. Der PrĂ€sident des Deutschen Lehrerverbandes, Heinz-Peter Meidinger, begrĂŒĂŸt die DAK-Studie. Damit gebe es erstmals eine klare Bestandsaufnahme ĂŒber die Mehrbelastung von LehrkrĂ€ften in Corona-Zeiten, die auch konkreten Handlungsbedarf fĂŒr die Politik aufzeige.

Grundlage der Analyse ist eine umfassende Online-Befragung des IFT-Nord von 2.300 LehrkrĂ€ften verschiedener Schulformen im Oktober 2020 in Nordrhein-Westfalen. Laut Studienleiter Prof. Dr. Reiner Hanewinkel kann die Untersuchung auch auf andere BundeslĂ€nder und Schulen ĂŒbertragen werden, da die Ausnahmesituation und Herausforderungen bundesweit grĂ¶ĂŸtenteils vergleichbar seien.

Gutes Bildungssystem braucht gesunde LehrkrÀfte

In der Befragung geben 90 Prozent der LehrkrĂ€fte an, der Schulunterricht sei im Vergleich zum Vorjahr deutlich anstrengender geworden. GrĂŒnde seien das Durchsetzen der Corona-Maßnahmen bei den SchĂŒlern, der eigene Gesundheitsschutz sowie der Ausfall von Kollegen. 28 Prozent der Lehrerinnen und Lehrer zeigen eine ausgeprĂ€gte Erschöpfung, die auf einen Burnout hinweisen kann. Ferner habe die Corona-Situation die Symptome verschĂ€rft. „Emotionale Erschöpfung ist ein wesentlicher Risikofaktor fĂŒr Burnout“, sagt Andreas Storm, Vorstandschef der DAK-Gesundheit. „Wir erleben aktuell, wie stark die seelische Gesundheit vieler LehrkrĂ€fte unter der Corona-Pandemie leidet. Um die LeistungsfĂ€higkeit des Bildungssystems zu gewĂ€hrleisten, sind gesunde Lehrerinnen und Lehrer eine Grundvoraussetzung. Da Corona noch lĂ€nger ein Thema sein wird, gehört auch die Arbeitssituation der LehrkrĂ€fte unter Pandemie-Bedingungen verstĂ€rkt in den Fokus der Politik.“

DL-PrÀsident Meidinger: Studie zeigt konkreten Handlungsbedarf

Der PrĂ€sident des Deutschen Lehrerverbandes (DL), Heinz-Peter Meidinger, begrĂŒĂŸt die vorgelegte Studie. Die Untersuchung der DAK-Gesundheit liefere erstmals nicht nur eine klare umfassende Bestandsaufnahme ĂŒber die Mehrbelastung von LehrkrĂ€ften in Corona-Zeiten, sondern zeige auch konkreten Handlungsbedarf auf. Er betont: „Viele LehrkrĂ€fte machen sich Sorgen um ihre eigene Gesundheit und die der SchĂŒlerinnen und SchĂŒler. Das ist ein Hinweis darauf, dass die gegenwĂ€rtigen Hygieneschutzmaßnahmen nicht ausreichen. Neben der Mehrarbeit erschweren aber auch die fehlenden Vorgaben der Politik und der Personalmangel den Schulalltag in Corona-Zeiten, wie die Befragung zeigt.“

Lehrerinnen und Schulleitung am stÀrksten beeintrÀchtigt

Laut DAK-Studie belastet die Corona-Situation in den Schulen vor allem die weiblichen LehrkrĂ€fte und die Schulleitungen. Rund ein Drittel der Lehrerinnen und Lehrer hat aufgrund der Pandemie Angst, zur Schule zu gehen. 65 Prozent der Befragten machen sich grĂ¶ĂŸere Sorgen um die eigene Gesundheit. Acht von zehn LehrkrĂ€ften belastet die Unsicherheit der kommenden Monate. Die Mehrheit der PĂ€dagogen sorgt sich zudem um die psychische Gesundheit der Schulkinder und den Lernfortschritt ihrer Schulklassen. „Die Situation ist aktuell bundesweit gleich: Die LehrkrĂ€fte stehen vor der Herausforderung, den umfassenden Verhaltensempfehlungen nachzukommen und alle angeordneten Corona-Maßnahmen bestmöglich umzusetzen, beziehungsweise sich selbst und auch andere zu schĂŒtzen“, sagt Studienleiter Prof. Dr. Hanewinkel vom IFT-Nord. „Diese Pflichten und Herausforderungen fĂŒhren zu Ängsten und Belastungen beim Einzelnen.“ Dazu kommen regelmĂ€ĂŸige Überstunden. 84 Prozent der LehrkrĂ€fte haben das GefĂŒhl, im Schuljahr 20/21 Corona-bedingt mehr zu arbeiten. Im Durchschnitt leisten Lehrerinnen und Lehrer sechs Überstunden pro Woche – bei Schulleitungen sind es neun Stunden.

Innovationsschub fĂŒr das digitale Lernen

Die LehrkrĂ€fte wĂŒnschen sich in der Corona-Krise vor allem klare und einheitliche Vorgaben vom Ministerium. Sie wollen, dass ihnen ausreichend Schutzmittel und technische GerĂ€te zur VerfĂŒgung gestellt werden und sich in den Schulen ein höherer Arbeitsschutz durchsetzt. Gleichzeitig fordern die Lehrerinnen und Lehrer mehr Fortbildungen zum Distanzlernen oder fĂŒr digitales Lernen. „Es reicht nicht, LĂŒftungskonzepte zu entwickeln“, betont Andreas Storm, Vorstandschef der DAK-Gesundheit. „Wir mĂŒssen die Corona-Krise auch als einen Innovationsschub fĂŒr die Digitalisierung unserer Schulen begreifen.“

Die DAK-Gesundheit ist mit 5,6 Millionen Versicherten die drittgrĂ¶ĂŸte Krankenkasse Deutschlands und engagiert sich besonders fĂŒr Kinder- und Jugendgesundheit.

Der Deutsche Lehrerverband vertritt ĂŒber seine BundesverbĂ€nde DPhV, VDR, BvLB und KEG insgesamt etwa 165 000 LehrkrĂ€fte in der Bundesrepublik Deutschland. FĂŒr Stellungnahmen erreichen Sie DL-PrĂ€sident Heinz-Peter Meidinger unter 0160 – 52 75 608.

Den ausfĂŒhrlichen Ergebnisbericht zur Studie finden Sie unter https://www.dak.de/dak/bundesthemen/corona-krise-jede-vierte-lehrkraft-burnout-gefaehrdet-2389006.html#/.

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Appell des Deutschen Lehrerverbands anlĂ€sslich des morgigen Treffens von Bund und LĂ€ndern zur FortfĂŒhrung von Corona-BeschrĂ€nkungen:

Das PrĂ€sidium des Deutschen Lehrerverbandes hat das Fehlen klarer Richtlinien fĂŒr den Umgang von Schulen mit der Pandemie bei steigenden Infektionszahlen mit Blick auf das Treffen der MinisterprĂ€sidenten mit der Bundeskanzlerin beklagt. DL-PrĂ€sident Heinz-Peter Meidinger betonte: „Schulen können sich von stark gestiegenen Infektionszahlen in der Gesamtbevölkerung nicht abkoppeln. Wir mĂŒssen die Balance zwischen Bildungsauftrag und Gesundheitsschutz neu finden.“ Notwendig sei nach Auffassung des DL bei fehlender Abstandswahrung eine bundesweite Maskenpflicht auch im Unterricht zumindest an weiterfĂŒhrenden Schulen sowie eine WiedereinfĂŒhrung des Abstandsgebots an Schulen in Hotspot-Gebieten.

Der DL forderte die BundeslĂ€nder auf, wieder HygienestufenplĂ€ne in Kraft zu setzen, die klar regeln, ab welchen Inzidenzzahlen in einer Region Handlungsbedarf besteht, also z. B. der Mindestabstand im Unterricht wieder eingefĂŒhrt werden muss.

Das PrĂ€sidium des DL hielt in einem einstimmigen Beschluss fest: „Wir sind der Überzeugung, dass es kein Einheitskonzept und keine auf alle Schulen passenden identischen Lösungen gibt. Es muss vor Ort abhĂ€ngig vom regionalen Infektionsgeschehen, vom Alter der Kinder und Jugendlichen, der Schulart, den rĂ€umlichen, organisatorischen Gegebenheiten und der digitalen Ausstattung differenziert, flexibel und angemessen reagiert werden, dabei ist den Schulleitungen in Absprache mit den SchultrĂ€gern und GesundheitsĂ€mtern ein großer Handlungsspielraum einzurĂ€umen.“

DL-PrĂ€sident Heinz-Peter Meidinger betonte: „Es ist besser, jetzt flexible Alternativmodelle zum kompletten PrĂ€senzunterricht vorzuhalten und einzufĂŒhren, als demnĂ€chst wie in anderen LĂ€ndern vor dem Infektionsgeschehen zu kapitulieren und die SchĂŒlerinnen und SchĂŒler wieder komplett in den Distanzunterricht schicken zu mĂŒssen. Gerade wegen der Tatsache, dass Kinder oft keine Symptome entwickelten, aber trotzdem Infektionen weitergeben könnten, brĂ€uchten Schulen erhöhte Hygieneschutzmaßnahmen! Jetzt hat man noch die Chance, kontrolliert zu bremsen, um eine Vollbremsung, also komplette Schulschließungen zu vermeiden.“

Der DL hat eine Reihe von Handlungsfeldern identifiziert (Abstandswahrung, Hybridunterricht, Atemschutzmaskenpflicht, LĂŒftungskonzepte, feste Lerngruppen, QuarantĂ€neregelungen, Schnelltests, Impfstrategien), bei denen umgehend Maßnahmen ergriffen werden mĂŒssen, angepasst an die BedĂŒrfnisse der einzelnen Schulen, um SchĂŒlerinnen, SchĂŒler und LehrkrĂ€fte zu schĂŒtzen und gleichzeitig eine bestmögliche Bildung der Kinder und Jugendlichen unter den gegebenen Bedingungen sicherzustellen.

Abschließend forderte der DL-PrĂ€sident von der Kultusministerkonferenz:

  • die baldige Entwicklung von Unterrichtskonzepten
  • den Ausbau der digitalen Lernplattformen der BundeslĂ€nder
  • niedrigschwellige Zugangsmöglichkeiten zum Internet fĂŒr SchĂŒlerinnen und SchĂŒler
  • zusĂ€tzliches Lehrpersonal fĂŒr die Verkleinerung der Lerngruppen
  • ein umfassendes langfristiges Lernkonzept fĂŒr die Schulen.

Die Maßnahmen, um UnterrichtsqualitĂ€t und Gesundheitsschutz in der gegenwĂ€rtigen Situation zusammenzubringen, finden sich hier auf der Webseite des Deutschen Lehrerverbandes unter https://www.lehrerverband.de/mehr-sicherheit-fur-schuler-und-lehrkrafte/.

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FĂŒr Stellungnahmen erreichen Sie DL-PrĂ€sident Heinz-Peter Meidinger unter 0160 – 52 75 608.

FĂŒr den Inhalt verantwortlich: GeschĂ€ftsstelle Deutscher Lehrerverband – Anne Schirrmacher

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Mehr Sicherheit fĂŒr SchĂŒler und LehrkrĂ€fte!

Wir brauchen dringend Maßnahmen fĂŒr einen besseren Gesundheitsschutz und ein umfassendes Konzept, wie BildungsqualitĂ€t in Corona-Zeiten auch langfristig gesichert werden kann!

Die Corona-Schulpolitik der meisten BundeslĂ€nder ist gekennzeichnet durch fehlende langfristige Konzepte. Es braucht aber einen langfristigen Plan durch die Corona-Krise, um Eltern, LehrkrĂ€fte, Kinder und Jugendliche nicht tagtĂ€glich durch neue Maßnahmen zu verunsichern bzw. sich weiter das Handeln durch kurzfristiges Reagieren auf InfektionsverlĂ€ufe diktieren zu lassen. VernĂŒnftige und ausgewogene Maßnahmen mĂŒssen sich am Ziel, Gesundheitsschutz und Bildung gleichermaßen zu gewĂ€hrleisten, orientieren.

Angesichts der steigenden Infektionszahlen schon vor Beginn des eigentlichen Winters fordern der Deutsche Lehrerverband und seine MitgliedsverbĂ€nde DPhV, VDR, BvLB und KEG die Regierungen der BundeslĂ€nder auf, den Schulen und somit den SchĂŒlerinnen und SchĂŒlern und den LehrkrĂ€ften sowie den darĂŒber hinaus betroffenen Familien endlich angemessenen Gesundheitsschutz zuzugestehen. WĂ€hrend ĂŒberall in der Gesellschaft die Kontakte vermindert und AbstĂ€nde eingehalten werden sollen, sitzen in Klassenzimmern Mitglieder aus oft 30 Haushalten fĂŒr lĂ€ngere ZeitrĂ€ume auf engem Raum zusammen, und das tagtĂ€glich und in unterschiedlichen Zusammensetzungen, ohne Abstand und vielfach auch ohne Atemschutzmasken. Auch in den Fahrzeugen des ÖPNV auf dem Weg zur Schule kann Abstand oft nicht gewĂ€hrleistet werden, und es treffen viele JahrgĂ€nge aufeinander.

Wer in einem Monat, in dem es um das Brechen der zweiten Corona-Welle geht, die Schulen aus den Handlungsoptionen fast komplett ausblendet, handelt fahrlĂ€ssig und riskiert, dass demnĂ€chst umso hĂ€rtere Maßnahmen drohen. Jetzt hat man noch die Chance, kontrolliert zu bremsen, um eine Vollbremsung, also komplette Schulschließungen zu vermeiden.

Der Deutsche Lehrerverband fordert, dass die Politik fĂŒr angemessenen Gesundheitsschutz sorgt und sich nicht mit der auch aus Sicht der Wissenschaft unhaltbaren Annahme herausredet, dass Schulen vom Infektionsgeschehen nicht betroffen seien. Zahlreiche Menschen ohne Abstand ĂŒber grĂ¶ĂŸere ZeitrĂ€ume in nicht selten schlecht belĂŒftbaren RĂ€umen – das ist fĂŒr Corona-Viren ein idealer NĂ€hrboden. 

Wir fordern die Wiederinkraftsetzung von HygienestufenplĂ€nen, die klar regeln, ab welchen Inzidenzzahlen in einer Region Handlungsbedarf besteht, also z.B. der Mindestabstand im Unterricht wieder eingefĂŒhrt werden muss.

Der Deutsche Lehrerverband ist der Überzeugung, dass es kein Einheitskonzept und keine auf alle Schulen passenden identischen Lösungen gibt. Es muss vor Ort abhĂ€ngig vom regionalen Infektionsgeschehen, vom Alter der Kinder und Jugendlichen, der Schulart, den rĂ€umlichen, organisatorischen Gegebenheiten und der digitalen Ausstattung differenziert und angemessen reagiert werden, dabei ist den Schulleitungen in Absprache mit den SchultrĂ€gern und den GesundheitsĂ€mtern ein großer Handlungsspielraum einzurĂ€umen. Feste Ansprechpartner fĂŒr Schulen an den GesundheitsĂ€mtern sind dabei ein wichtiger Baustein.

Es ist besser, jetzt flexible Alternativmodelle zum kompletten PrĂ€senzunterricht vorzuhalten und einzufĂŒhren, als demnĂ€chst wie in anderen LĂ€ndern vor dem Infektionsgeschehen zu kapitulieren und die SchĂŒlerinnen und SchĂŒler wieder komplett in den Distanzunterricht schicken zu mĂŒssen.

Der DL hat folgende Handlungsfelder identifiziert, bei denen umgehend Maßnahmen ergriffen werden mĂŒssen, angepasst an die BedĂŒrfnisse der einzelnen Schulen, um SchĂŒlerinnen, SchĂŒler und LehrkrĂ€fte zu schĂŒtzen und gleichzeitig eine bestmögliche Bildung der Kinder und Jugendlichen unter den gegebenen Bedingungen sicherzustellen:

Gesundheitsschutz von SchĂŒlerinnen, SchĂŒlern und LehrkrĂ€ften:

  • Abstand halten – dies kann, je nach Schule und Schulform durch unterschiedliche Maßnahmen erreicht werden:
    • Verkleinerung der Klassen – in den Klassen sind weniger Personen, was automatisch dazu fĂŒhrt, dass die AbstĂ€nde im Klassenraum wieder eingehalten werden können, die Aerosolbelastung wĂ€hrend des Unterrichts geringer ist und besser durch LĂŒften vermindert werden kann.
    • Wo nicht zusĂ€tzliche RĂ€ume und Lehr-/Aufsichtspersonal zur VerfĂŒgung stehen, muss der Unterricht der reduzierten Gruppen im Wechsel erfolgen – im optimalen Fall digital unterstĂŒtzt, aber auch ein Wechselunterricht, bei dem die SchĂŒlerinnen und SchĂŒler im PrĂ€senzunterricht mit Aufgaben fĂŒr zuhause ausgestattet werden, ist einer vollstĂ€ndigen Schulschließung vorzuziehen.
    • Wechselunterricht fĂŒhrt auch dazu, dass die problematische ÜberfĂŒllung von Schulbussen auf dem Weg zu Schule vermieden wird.
    • Wechselunterricht und zeitweises Distanzlernen in Ă€lteren JahrgĂ€ngen einer Schule kann ermöglichen, dass die Schule den PrĂ€senzunterricht fĂŒr die jĂŒngeren, noch nicht so selbstĂ€ndigen JahrgĂ€nge in grĂ¶ĂŸerem Ausmaß aufrechterhalten kann, weil die entsprechenden RĂ€ume zur VerfĂŒgung stehen.
    • Bei fehlender Möglichkeit zur Einhaltung der AbstĂ€nde sollte in allen BundeslĂ€ndern die Pflicht zum Tragen einer Mund-Nase-Bedeckung auch im Unterricht gelten, um wenigstens den gegenseitigen Schutz der Anwesenden durch Masken zu gewĂ€hrleisten.
  • Feste Lerngruppen, keine Durchmischung
    • WĂ€hrend vorgeschlagen wird, dass Haushalte möglichst nur noch Kontakt mit einem weiteren Haushalt haben, begegnen sich Kinder und Jugendliche nicht nur im Unterricht im Klassenverband, sondern hĂ€ufig auch in jahrgangsĂŒbergreifenden Lerngruppen in neuer Zusammensetzung zur Nachmittags- und Hausaufgabenbetreuung – dies muss vermieden werden.
    • Auch auf dem Weg zur Schule, vor allem in öffentlichen Verkehrsmitteln, werden durch die Anzahl der Kinder und Jugendlichen und die Enge in den Fahrzeugen die Distanzregeln und die Regeln fĂŒr in sich geschlossene Kontaktgruppen oft ad absurdum gefĂŒhrt. Hier können versetzte Anfangszeiten, wo organisatorisch möglich, sowie reduzierte LerngruppengrĂ¶ĂŸen im Wechselbetrieb Entlastung bringen.
  • LĂŒftungskonzepte:
    • Das LĂŒften eines eng besetzten Raumes in kurzer Zeit hat Grenzen, erst recht, wenn sich nicht alle Fenster öffnen lassen und sich damit kein optimaler Luftzug zum QuerlĂŒften herstellen lĂ€sst. StĂ€ndige LĂŒftungspausen wĂ€hrend des Unterrichts tragen zudem nicht zu einer guten LernatmosphĂ€re bei.
    • Wissenschaftliche Untersuchungen zeigen, dass bestimmte LĂŒftungssysteme und Kombinationen von LĂŒftungsgerĂ€ten und TrennwĂ€nden zwischen den Personen in einem Raum die Aerosolbelastung deutlich vermindern. WĂ€hrend an vielen ArbeitsstĂ€tten entsprechende GerĂ€te angeschafft werden, bleibt der Bildungsbereich in dieser Hinsicht in vielen BundeslĂ€ndern außen vor, obwohl fĂŒr SchĂŒlerinnen, SchĂŒler und LehrkrĂ€fte der Schutz an diesem Ort, an dem sie mehrere Stunden des Tages verbringen, genauso wichtig ist.
  • Angemessene verlĂ€ssliche und transparente Regelungen zu QuarantĂ€nemaßnahmen
    • Der DL ist der Auffassung, dass es angesichts der Aerosolproblematik nicht ausreichend ist, bei InfektionsfĂ€llen nur die Sitznachbarn in QuarantĂ€ne zu schicken, auch wenn Maskenpflicht im Unterricht bestand.Dagegen erscheint uns der Vorschlag des Bundesgesundheitsministeriums, zwar grundsĂ€tzlich bei Infektionen die ganze Lerngruppe in QuarantĂ€ne zu schicken, nach negativem Schnelltest diese aber bereits nach fĂŒnf Tagen zu beenden, als ĂŒberlegens- und begrĂŒĂŸenswert.
  • Schnelltests
    • Schnelltests bieten zwar keine hundertprozentige Genauigkeit, können aber unbemerkte, symptomlose Infektionen aufdecken und InfektionsausbrĂŒche an Schulen verhindern helfen – vor allem, wenn das Infektionsgeschehen gerade besonders die jĂŒngeren Altersgruppen betrifft.
    • Vor allem nach den Weihnachtsferien können Schnelltests einen Start der Schulen ermöglichen, der etwas Sicherheit fĂŒr alle Beteiligten bietet.
    • Schnelltest sind auch fĂŒr ganze Schulen punktuell zu empfehlen, um bessere Orientierung ĂŒber das Infektionsgeschehen an Schulen im Kontext mit den Inzidenzzahlen in der Umgebung zu erhalten.
  • Impfungen
    • Positive Nachrichten aus dem Bereich der Impfstoffentwickler machen Hoffnung darauf, dass ein Impfstoff in gewissem Maße bereits im Lauf des 2. Halbjahrs des aktuellen Schuljahrs zur VerfĂŒgung stehen könnte. Risikogruppen und Personen, die im Gesundheitssystem tĂ€tig sind, mĂŒssen selbstverstĂ€ndlich als erstes geschĂŒtzt werden – bei den darauffolgenden Impfungen sollten LehrkrĂ€fte und Mitglieder der Schulverwaltung aber auf jeden Fall ebenfalls besonders berĂŒcksichtigt werden.
  • Schutz der LehrkrĂ€fte vor Überlastung
    • Die vielfĂ€ltigen AnsprĂŒche an die LehrkrĂ€fte – Gestaltung verschiedener Unterrichtsformen, zusĂ€tzliche Aufsichtspflichten, die Vereinbarung von Unterricht und Wissensvermittlung auf der einen und die Durchsetzung von Gesundheitsschutzmaßnahmen auf der anderen Seite, oft im Konflikt mit Eltern oder SchĂŒlerinnen und SchĂŒlern – fĂŒhren teilweise jetzt schon zu Überlastung von Lehrerinnen und Lehrern.
    • Maßnahmen, die PrĂ€senzunterricht in der Schule ermöglichen, oder auch die EinfĂŒhrung von Wechsel- oder Distanzunterricht mĂŒssen immer auch danach bewertet werden, inwieweit sie von den vorhandenen LehrkrĂ€ften umgesetzt werden können.

Langfristige Sicherstellung der BildungsqualitÀt auch in QuarantÀne-Zeiten:

    • Entwicklung von Unterrichtskonzepten, die das Lernen durch digitale Medien unterstĂŒtzen, um modernen Unterricht zu gestalten und zu gewĂ€hrleisten.
    • Ausbau der digitalen Infrastruktur: Zwar hat die digitale Ausstattung von Schulen, LehrkrĂ€ften, SchĂŒlerinnen und SchĂŒlern seit Beginn der Pandemie an Fahrt aufgenommen, aber es fehlt noch an vielen Schulen an der Infrastruktur und an GerĂ€ten, Betreuung der IT durch FachkrĂ€fte, Weiterbildung der LehrkrĂ€fte – die digitale Ausstattung der Schulen ist noch lange nicht abgeschlossen und die bisher bereitgestellten Mittel können nur der Anfang sein. 
    • Dies gilt auch fĂŒr den Ausbau der digitalen Lernplattformen der BundeslĂ€nder – LehrkrĂ€fte mĂŒssen sich bei Wechselunterricht und Distanzunterricht auf digitale UnterstĂŒtzung bei VideoĂŒbertragung, bei Bereitstellung von digitalem Unterrichtsmaterial und durch Chatfunktionen etc. verlassen können. Der Ausbau der Plattformen ist auch notwendig, damit sich LehrkrĂ€fte und SchĂŒlerinnen und SchĂŒler in einem datenschutzrechtlich sicheren Raum bewegen können.  
    • SchĂŒlerinnen und SchĂŒler brauchen niedrigschwellige Zugangsmöglichkeiten zum Internet, vor allem, wenn z.B. WLAN aus finanziellen GrĂŒnden in der Familie nicht vorhanden ist.
    • ZusĂ€tzliches Lehrpersonal wird benötigt, um einerseits eine Verkleinerung der Lerngruppen dauerhaft zu ermöglichen – dies wird auch beim Nachholen der Bildungsinhalte nach der Corona-Krise helfen. ZusĂ€tzlichen Bedarf an pĂ€dagogischem Personal braucht es auch, um SchĂŒlerinnen und SchĂŒlern zusĂ€tzliche Lernangebote nachmittags und in den Ferien zu machen.
    • Wie schon das zweite Halbjahr des vergangenen Schuljahrs, so wird auch das Schuljahr 2020/21 ein schwieriges sein. SchĂŒlerinnen und SchĂŒler sollen ihre Bildungsbiographie ohne Lerndefizite und Kompetenzverluste fortsetzen können, daher hilft es ihnen nicht, wenn fĂŒr dieses Jahr alle Noten gestrichen werden wĂŒrden oder die Versetzung fĂŒr alle ungeachtet der Leistungen gilt.
    • Der Deutsche Lehrerverband fordert ein umfassendes langfristiges Lernkonzept fĂŒr die Schulen, das ĂŒber das letzte und dieses Schuljahr hinausgreift sowie auch den großen zeitlichen Druck mindert, der auf allen Beteiligten derzeit lastet. Unterrichtsinhalte, Anzahl der Leistungsnachweise und Inhalte der jeweiligen AbschlussprĂŒfungen können im Sinne einer Schwerpunktsetzung der Situation entsprechend vorĂŒbergehend angepasst werden. Der Handlungsspielraum innerhalb der rechtlichen Strukturen kann dabei ausgenutzt werden. Zu prĂŒfen ist im Einzelfall, ob ein freiwilliges Wiederholungsjahr sinnvoll sein kann, um Lerndefizite zu beheben. Gleichzeitig mĂŒssen wir alles dafĂŒr tun, dass die AbschlussqualitĂ€t und das qualifizierte Übertrittsverfahren in hoher QualitĂ€t erhalten bleiben. So erhalten SchĂŒlerinnen und SchĂŒlern eine faire Chance im Hinblick auf ihr schulisches und damit berufliches Fortkommen.

Dieses Papier zum Download als PDF: UnterrichtsqualitÀt und Gesundheitsschutz

Veröffentlicht unter Presse

Meidinger warnt vor Kleinreden der Infektionsgefahren an deutschen Schulen

Als falsch und gefĂ€hrlich hat der DL-PrĂ€sident Heinz-Peter Meidinger die weitgehende Abkehr der LĂ€nder und der Kultusministerkonferenz von den HygienestufenplĂ€nen bezeichnet. Diese sahen eine VerschĂ€rfung von Hygieneschutzmaßnahmen ĂŒber Atemschutzmaskenpflicht auch im Klassenzimmer bis hin zur WiedereinfĂŒhrung der Abstandsregel vor. Er betonte: „Es ist wichtig, dass in Schulen auf regional stark ansteigende Infektionszahlen im Sinne des Gesundheitsschutzes angemessen reagiert wird. Eine bloße BeschrĂ€nkung auf QuarantĂ€nemaßnahmen ist mit Sicherheit nicht ausreichend!“

Der VerbandsprĂ€sident wandte sich scharf gegen den von manchen Politikern erweckten Eindruck, dass Schulen im Infektionsgeschehen keine oder nur eine geringe Rolle spielten. Er wies darauf hin, dass z. B. in Berlin die Altersgruppe der 15- bis 19-jĂ€hrigen aktuell die höchsten Ansteckungsraten ĂŒberhaupt aufweise, eine Altersgruppe, die ganz ĂŒberwiegend noch Schulen besuche. Eine reine Fokussierung an Schulen auf festgestellte Infektionen blende aus, dass es nach aktuellen Studien eine hohe, wohl bis zum Faktor 5 reichende Dunkelziffer nicht erkannter Infektionen unter Kindern gebe, die aber trotz fehlender Krankheitssymptome die Erkrankung sehr wohl etwa an Risikopersonen weitergeben könnten. Da, wo eine Kontaktverfolgung in den GesundheitsĂ€mtern noch möglich sei, landeten die Schulen gegenwĂ€rtig nach dem privaten Umfeld und dem Arbeitsplatz bereits an dritter Stelle.

Das PrĂ€sidium des Deutschen Lehrerverbands, dem die BundesverbĂ€nde DPhV, VDR, BvLB und KEG angehören, ist sich einig, dass es keine auf alle Schulen gleichermaßen anwendbare Einheitslösungen geben kann. Stattdessen muss es den Schulen bei Maßnahmen zu erhöhtem Hygieneschutz ermöglicht werden, abhĂ€ngig vom Infektionsgeschehen, der Schulart, der digitalen Schulausstattung, den Altersgruppen und der sozialen Zusammensetzung der SchĂŒlerschaft flexible, differenzierte und passgenaue Lösungen eigenstĂ€ndig in Absprache mit den GesundheitsĂ€mtern zu entwickeln.

Meidinger erklĂ€rte: „An einer berufsbildenden Schule mit guter digitaler Infrastruktur und einer schon Ă€lteren, eigenstĂ€ndiges Arbeiten gewohnten SchĂŒlerschaft ist es beispielsweise einfacher, wieder vorĂŒbergehend in den Distanzunterricht zu gehen als etwa an einer Grundschule, wo es besonders wichtig ist, Kinder, die zuhause nicht unterstĂŒtzt und betreut werden können, im PrĂ€senzunterricht zu halten. Es könnte aber auch innerhalb einer Schul­art, sei es Gymnasium, Realschule oder Gesamtschule, nach Altersgruppen differenziert vorgegangen werden, um den Hygieneschutz in der Schule und in den Schulbussen zu verbessern!“

Der DL-Vorsitzende betonte abschließend, dass alles getan werden mĂŒsse, um PrĂ€senzunterricht möglichst umfassend und lange aufrecht zu erhalten. Er fĂŒgte an: „Aber nicht um jeden Preis! Wir mĂŒssen die Balance finden zwischen ErfĂŒllung des Bildungsauftrags und gleichzeitigem bestmöglichen Gesundheitsschutz. Wenn man sich aktuell anschaut, welche unterschiedlichen Regeln fĂŒr die Gesellschaft und im Gegensatz dazu an den Schulen gelten, wo Mitglieder aus bis zu 30 Haushalten eng und oft auch noch ohne Maskenschutz nebeneinander sitzen, dann ist diese Balance mit Sicherheit nicht mehr gewahrt! Falls die Politik Schulen offen halten will, muss sie im Vorfeld mehr dafĂŒr tun als derzeit geschieht!“

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FĂŒr Stellungnahmen erreichen Sie DL-PrĂ€sident Heinz-Peter Meidinger unter 0160 – 52 75 608.

FĂŒr den Inhalt verantwortlich: GeschĂ€ftsstelle Deutscher Lehrerverband – Anne Schirrmacher

Bildungspolitik von der zweiten Welle eiskalt erwischt!

„Wenn jetzt nicht gehandelt wird, drohen flĂ€chendeckende Schulschließungen!“

Die im Deutschen Lehrerverband (DL) organisierten VerbĂ€nde DPhV, VDR, BvLB und KEG schlagen Alarm und fordern die Politik in einer konzertierten Aktion auf, den Gesundheitsschutz fĂŒr LehrkrĂ€fte, SchĂŒlerinnen und SchĂŒler in der Corona-Krise deutlich zu erhöhen. Die Pandemiesituation wird sich nicht in kurzer Zeit bewĂ€ltigen lassen, daher braucht es langfristige Lösungen und verlĂ€ssliche Handlungsrichtlinien, um das Infektionsrisiko an den Schulen so gering wie möglich zu halten, die dort stattfindenden Kontakte zu beschrĂ€nken und AbstĂ€nde zu wahren.

Im bisherigen Betrieb seit der Wiedereröffnung der Schulen, oft ohne Abstandsregeln und Maskenpflicht, setzen die Kultusminister LehrkrĂ€fte sowie SchĂŒlerinnen und SchĂŒler Gefahren aus, die auf offener Straße mit Bußgeldern belegt werden – ganz so, als ob es das Virus in den Schulen nicht gĂ€be. „Wir sagen: Schulen offen halten: Ja – angepasst an das aktuelle Infektionsgeschehen. Aber Schulen im Vollbetrieb um jeden Preis: Nein! Jetzt braucht es verantwortungsvolles Handeln, weitere Infektionsschutzmaßnahmen und Handlungsrichtlinien bei steigenden Infektionszahlen, sonst drohen in der Konsequenz wieder flĂ€chendeckende Schulschließungen“, betont DL-PrĂ€sident Heinz-Peter Meidinger.

LĂŒften ist gut, LĂŒftungsanlagen sind besser

Die Kultusministerkonferenz KMK will mit der Zahlenkombination 20 – 5 – 20 ĂŒber den Winter kommen und den vollen PrĂ€senzunterricht gewĂ€hrleisten, und das trotz rasant steigender Infektionszahlen: 20 Minuten Unterricht, 5 Minuten Quer- und StoßlĂŒften, um dann erneut 20 Minuten zu unterrichten. Die Empfehlungen des Robert-Koch-Instituts, Schulklassen ab einem bestimmten Infektionsgeschehen wieder zu teilen, schlĂ€gt die Politik ebenso in den Wind wie die Erkenntnisse des Umweltbundesamtes, wonach LĂŒften ohne zusĂ€tzlichen Raumluftfilter in vielen GebĂ€uden nicht ausreicht. LĂŒftungsanlagen sind daher an vielen Schulen zwingende Notwendigkeit. Die Installation der Raumluftreiniger hĂ€tte zudem den positiven Effekt, dass auch Grippeviren minimiert werden und zusĂ€tzliche KrankheitsausfĂ€lle vermieden wĂŒrden. Auch der Einsatz von PlexiglaswĂ€nden zwischen den Tischen trĂ€gt zum Schutz bei. Es braucht eine schnelle Bestandsaufnahme nach einheitlichen Parametern in allen BundeslĂ€ndern, um festzustellen, welche RĂ€ume bereits durch bestehende Systeme gut gelĂŒftet werden und wie viele RĂ€ume eine UnterstĂŒtzung durch Luftfilteranlagen brauchen. Mehrere BundeslĂ€nder haben bereits Programme zur Beschaffung entsprechender GerĂ€te aufgelegt, der Deutsche Lehrerverband fordert die ĂŒbrigen LĂ€nder und die KMK auf, vor dieser Investition in die Gesundheit der SchĂŒlerinnen und SchĂŒlern und der LehrkrĂ€fte nicht zurĂŒckzuschrecken.

Der kritische Grenzwert von Corona-Neuinfektionen wird in immer mehr StĂ€dten und Kommunen ĂŒberschritten. In diesen Hotspots fordert der Deutsche Lehrerverband, die Klassen unverzĂŒglich zu halbieren. „Es empört uns, dass die beschlossenen und vom RKI empfohlenen Richtwerte einer Inzidenzzahl von 35/50 der Corona-Ampel fĂŒr verschĂ€rfte Hygieneschutzmaßnahmen an Schulen von der Bildungspolitik komplett ignoriert werden, um Schulen unter inakzeptablen Bedingungen offen zu halten“, so Heinz Peter Meidinger. „Die KMK hat bei ihrer letzten Sitzung mit ihrer Entscheidung, dass Quer- und StoßlĂŒften bei Minusgraden ausreichend sei, eine rote Linie ĂŒberschritten und sich damit aus der Verantwortung gegenĂŒber dem Gesundheitsschutz der SchĂŒlerinnen und SchĂŒler gestohlen. Es braucht Richtlinien und klare Handlungsanweisungen, ab welchen Inzidenzzahlen eine Maskenpflicht fĂŒr welche Klassenstufen gilt und ab wann es notwendig ist, die Klassen wieder zu teilen.

AHA-Regeln mĂŒssen auch in Schulen gelten

„Die Kultusministerkonferenz muss eine ganz klare Orientierung fĂŒr den Schulbetrieb in ihrem KMK-Vier-Stufen-Modell nach den Vorgaben des RKI geben, anhand derer dann tatsĂ€chlich vor Ort entschieden wird“, so die Vorsitzende des Deutschen Philologenverbands, Susanne Lin-Klitzing. „Hier gilt als Maßstab fĂŒr die Stufe 2 der Inzidenzwert von 35 FĂ€llen binnen 7 Tagen auf 100.000 Einwohner innerhalb einer kreisfreien Stadt oder innerhalb eines Landkreises, fĂŒr die Stufe 3 der Inzidenzwert von 50, bei dem in den Schulen wieder die AHA-Regeln eingehalten werden sollten, was auf kleinere Klassen hinauslĂ€uft. Es ist die Aufgabe der Politik dafĂŒr zu sorgen, dass diese Regeln eingehalten werden und die GesundheitsĂ€mter hier entsprechend einheitlich, nachvollziehbar und verlĂ€sslich agieren.“ 

Differenzieren nach SchĂŒlergruppen – PrĂ€senz- und Online-Unterricht angepasst an das Infektionsgeschehen in verkleinerten Lerngruppen

Das grundlegende Übel ist, dass die Politik Schule ĂŒber einen Kamm schert. Statt zwischen den einzelnen Schulformen zu differenzieren und entsprechende Bedarfe von GrundschĂŒlern bis hin zu BerufsschĂŒlern klar zu definieren, sind SchĂŒler gleich SchĂŒler.

SchĂŒlerinnen und SchĂŒler ab der Sekundarstufe II mĂŒssen anders als SchĂŒlerinnen und SchĂŒler der Primar- und Sekundarstufe I nicht zwingend durchgĂ€ngig PrĂ€senzunterricht haben, sondern können dann, wenn die technischen Voraussetzungen gewĂ€hrleistet sind, parallel oder im Wechsel zwischen PrĂ€senz- und Distanzunterricht lernen. Dies sollte vor Ort entschieden werden – orientiert an den Inzidenzwerten gemĂ€ĂŸ RKI.

„FĂŒr unsere ganz jungen SchĂŒlerinnen und SchĂŒler in der Grundschule gilt es, so viel PrĂ€senzunterricht zu ermöglichen. Junge Kinder brauchen beim Lernen die Beziehung, um ein tragfĂ€higes Fundament fĂŒr ihr zukĂŒnftiges Lernen aufbauen zu können“, betont Gerlinde Kohl, die Vorsitzende der Katholischen Erziehergemeinschaft (KEG).

Mut zu unkonventionellen Lösungen

Joachim Maiß, Vorsitzender des Bundesverbandes fĂŒr LehrkrĂ€fte fĂŒr Berufsbildung (BvLB) weist auf unkonventionelle Wege hin, um flĂ€chendeckende Schulschließungen zu verhindern: „Statt mantrahaft alles schön zu reden, mĂŒssen gemeinsam schnell umsetzbare Lösungen herbeigefĂŒhrt werden: So könnten beispielsweise leerstehende Veranstaltungs-Locations oder Stadtteilzentren als zusĂ€tzliche UnterrichtsrĂ€ume angemietet werden, um Schulklassen zu teilen und so das Gesundheitsrisiko fĂŒr LehrkrĂ€fte wie SchĂŒlerinnen und SchĂŒler zu minimieren. Denn die Unversehrtheit aller hat oberste PrioritĂ€t, um nicht sehenden Auges in die erneute Schulschließungen mit all ihren gesellschaftlichen Folgen zu rutschen.“

Eugen Straubinger ebenfalls Vorsitzender des Bundesverbandes der LehrkrĂ€fte fĂŒr Berufsbildung, fordert, dass die Absage der KMK zum Einbau von LĂŒftungsanlagen gekippt wird und macht folgende Rechnung auf: „NRW-Bildungsministerin Yvonne Gebauer schĂ€tzt, dass flĂ€chendeckend rund 100 Euro pro Schüler in die Filtertechnik investiert werden müssten – und spricht von Unsummen, die das verschlingen würde. Legt man diese Zahl zu Grunde, müssten bei bundesweit 11 Millionen SchĂŒlerinnen und SchĂŒler 1,1 Milliarden Euro investiert werden, um alle rund 43 000 Schulen mit dieser Technik auszustatten. Das sind im Vergleich zu den neun Milliarden Euro, die die Rettung der Lufthansa bisher gekostet hat, Peanuts. Das sollte es den Regierenden wert sein, um das Recht auf Bildung in der Coronakrise nicht zu verspielen.“ Er ergĂ€nzt: „Dazu kommt, dass in den Berufsschulen auch LĂŒftungstechniker und Anlagenbauer ausgebildet werden. Wenn unsere Schulen LĂŒftungsanlagen aus heimischer Produktion beziehen könnten, hĂ€tte dies einen deutlichen Einkommens- und BeschĂ€ftigungseffekt fĂŒr diese Produktionssparte. Dies kĂ€me auch den Auszubildenden im dualen System zugute.“

Vergesst die LehrkrÀfte nicht!

Durch die vorgeschlagenen Maßnahmen Ă€ndert sich das Anforderungsprofil an die LehrkrĂ€fte und die Belastungen steigen deutlich. Distanzunterricht fĂŒr Zuhause bleibende SchĂŒler ist Mehrarbeit. Bei allen Maßnahmen mĂŒssen die Auswirkungen auf und die Anforderungen an die LehrkrĂ€fte berĂŒcksichtigt werden, denn es Ă€ndert sich Umfang, Art und Inhalt der LehrtĂ€tigkeit. Neben Investitionen in die notwendige technische Ausstattung der Schulen, SchĂŒlerinnen und SchĂŒler und LehrkrĂ€fte, deren Fehlen bei den Schulschließungen im FrĂŒhjahr schmerzhaft deutlich wurde, braucht es auch weiterhin UnterstĂŒtzung der LehrkrĂ€fte in der Fortbildung fĂŒr neue digitale Formate und vor allem auch technisches Personal zur Betreuung des IT-Bereiches.

Aber auch, da ist sich das PrÀsidium des DL einig, beim Gesundheitsschutz der LehrkrÀfte bei ihrer TÀtigkeit in den Schulen muss nachgebessert werden. Es sei eigentlich ein Skandal, dass anders als in vielen anderen Berufssparten, die mit vielen Kontakten zu tun haben, LehrkrÀfte nicht von den SchultrÀgern und LÀnderministerien mit einer ausreichenden Zahl an FFP2-Masken ausgestattet wurden.

Politik muss Verantwortung ĂŒbernehmen

Auch JĂŒrgen Böhm, Bundesvorsitzender des Deutschen Realschullehrerverbandes (VDR), fordert klare Handlungsrichtlinien fĂŒr die Schulen bei entsprechenden Infektionszahlen: „Je nachdem, wie gut die gesamtgesellschaftlichen Maßnahmen zur KontaktbeschrĂ€nkung greifen und wie sich daraufhin jeweils regional das Infektionsgeschehen entwickelt, braucht es klare Vorgaben bei bestimmten Richtwerten, damit nicht nach jeder VerĂ€nderung der Zahlen nach oben oder nach unten die Debatte um die richtigen Gesundheitsschutzmaßnahmen an den Schulen von neuem gefĂŒhrt werden muss. Es mĂŒssen Maßnahmen gelten, die an den Schulen in ganz Deutschland Bildung unter höchsten Sicherheitsbedingungen ermöglichen. Dazu gehören StufenplĂ€ne und beste technische und materielle Ausstattung, wie CO2-Ampeln, Luftreinigungsfilter und FFP2-Masken, und bei steigenden Infektionszahlen Klassenteilungen und ZeitrĂ€ume von Distanzunterricht, die fĂŒr Eltern möglichst organisierbar und ĂŒberschaubar bleiben. Allerdings kann es nicht Aufgabe der Schulen sein, entsprechende Maßnahmen festzulegen. Wir LehrkrĂ€fte und Schulleitungen sind keine Ärzte oder Virologen! Die Verantwortung darf nicht lĂ€nger auf die Kollegen geschoben, sondern muss endlich von der KMK und den BundeslĂ€ndern als den politisch Verantwortlichen ĂŒbernommen werden. Aber genau das passiert aktuell seitens der Politik nicht!“

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FĂŒr Stellungnahmen erreichen Sie die Mitglieder des PrĂ€sidiums des Deutschen Lehrerverbandes:

DL-PrĂ€sident Heinz-Peter Meidinger: 0160 – 52 75 608 und 030/70 09 47 76 – www.lehrerverband.de  

BundesgeschÀftsstelle DPhV, Bundesvorsitzende Prof. Dr. Susanne Lin-Klitzing:

030 / 40 81 67 89 – www.dphv.de  

BundesgeschĂ€ftsstelle VDR, Bundesvorsitzender JĂŒrgen Böhm:

089 / 55 38 76 und 0151 – 11 71 55 89 – www.vdr-bund.de  

BvLB-BundesgeschĂ€ftsstellen, Bundesvorsitzende Joachim Maiß und Eugen Straubinger:

030 / 40 81 66 50 und 0511 / 21 55 60 70 – www.bvlb.de  

KEG-BundesgeschÀftsstelle, Bundesvorsitzende Gerlinde Kohl:

089 / 26 02 47 99 – www.keg-deutschland.de  

FĂŒr den Inhalt verantwortlich: GeschĂ€ftsstelle Deutscher Lehrerverband – Anne Schirrmacher

JE SUIS PROF

Meidinger: « C’est une attaque contre les devoirs de l’école dans une sociĂ©tĂ© dĂ©mocratique et contre nos valeurs dĂ©mocratiques en gĂ©nĂ©ral. »

L’Association des Professeurs Allemands (Deutscher Lehrerverband) en accord avec toutes les associations membres a rĂ©agi avec effarement et deuil profond au meurtre de notre collĂšgue français Samuel Paty.

Heinz-Peter Meidinger, Le PrĂ©sident de l’Association, a dĂ©clarĂ©:

« En tant que reprĂ©sentants des professeurs allemands, nous voudrions exprimer Ă  quel point nous sommes tous choquĂ©s face au meurtre de notre collĂšgue français. Il a accompli son devoir de professeur, Ă  savoir d’enseigner Ă  ses Ă©lĂšves des valeurs fondamentales de nos sociĂ©tĂ©s comme la dĂ©mocratie, la libertĂ© d’opinion, la dignitĂ© humaine et la tolĂ©rance. Nous nous dĂ©clarons solidaires avec les professeurs et tous ceux en deuil dans notre pays voisin. »

Le PrĂ©sident Meidinger a soulignĂ© qu’avec ce crime affreux, l’assassin a directement et tout-Ă -fait Ă  dessein attaquĂ© l’institution de l’école comme le haut-lieu de l’enseignement des valeurs dans une sociĂ©tĂ© dĂ©mocratique. Et il a rajoutĂ©: « C’est pourquoi il est si important que la politique et la sociĂ©tĂ© soutiennent Ă©minemment nos professeurs et leur devoir d’éducation qui est si important pour l’avenir de notre dĂ©mocratie. En Allemagne aussi, on peut observer plus ou moins rĂ©guliĂšrement que certains groupes, fondĂ©s sur des convictions politiques ou religieuses, essaient d’intimider, de menacer ou de mettre au pilori des enseignants. Nous disons clairement: « RĂ©agissons avant qu’il ne soit trop tard! » 

(version allemande)

Veröffentlicht unter Presse

„Je suis prof!“

Meidinger: „Ein Angriff auf die Aufgaben von Schule in einer Demokratie und unsere demokratischen Werte insgesamt!“

Mit BestĂŒrzung und großer Trauer hat der Deutsche Lehrerverband mit seinen MitgliedsverbĂ€nden auf den Mord an dem französischen Lehrer Samuel Paty reagiert.

DL-PrĂ€sident Meidinger erklĂ€rte: „Als Vertreter der deutschen LehrkrĂ€fte sind wir entsetzt ĂŒber diesen Mord an einem französischen Kollegen, dem nichts anderes zum VerhĂ€ngnis geworden ist, als dass er seine Pflicht erfĂŒllt hat, nĂ€mlich Kindern und Jugendlichen die Werte der Demokratie, Meinungsfreiheit, MenschenwĂŒrde und Toleranz zu vermitteln und nĂ€her zu bringen. Wir erklĂ€ren uns solidarisch mit den LehrkrĂ€ften und allen Trauernden in unserem Nachbarland!“

Der Verbandsvorsitzende betonte, dass die Tat als Angriff gegen die zentrale Aufgabe der Schule als Ort der Wertevermittlung in einer demokratischen Gesellschaft gerichtet war und auch so verstanden werden mĂŒsse. Er ergĂ€nzte: „Deshalb ist es so wichtig, dass Politik und Gesellschaft hinter ihren LehrkrĂ€ften und deren fĂŒr die Zukunft unserer Demokratie so eminent bedeutsamem Bildungsauftrag stehen! Auch hierzulande gibt es von verschiedenen Seiten immer wieder politisch oder religiös motivierte Versuche, LehrkrĂ€fte einzuschĂŒchtern, zu bedrohen bzw. an den Pranger zu stellen. Unterricht und demokratische Werteerziehung dĂŒrfen fĂŒr LehrkrĂ€fte nicht zur Mutprobe werden! Wir sagen: Wehret den AnfĂ€ngen!“

(Französische Übersetzung unter diesem Link)

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FĂŒr Stellungnahmen erreichen Sie DL-PrĂ€sident Heinz-Peter Meidinger unter 0160 – 52 75 608.

FĂŒr den Inhalt verantwortlich: GeschĂ€ftsstelle Deutscher Lehrerverband – Anne Schirrmacher