Zur Ifo-Studie: Und wieder einmal steht das Gymnasium im Mittelpunkt

ein Kommentar von Stefan Düll, Präsident des Deutschen Lehrerverbands

Die einzige Schulart neben der Grundschule, die es in allen Bundesländern gibt, ist mal wieder das Maß aller Dinge. Die Diskutierenden im Bildungsbereich kennen sich da ja am besten aus. Nur die wenigsten unter ihnen haben kein Gymnasium durchlaufen, haben keine allgemeine Hochschulreife erworben. Und sie schicken ihre Kinder möglichst auf ein Gymnasium, ohne die Frage zu stellen, ob sie nicht lieber mit anderen zusammen eine nicht-gymnasiale Schulart besuchen sollten, um das soziale Lernen besser üben zu können und lernschwachen oder lernunwilligen oder lernunfähigen beim Lernen zu helfen.

Wieder einmal wird die Qualität von Bildung und von Bildungserfolg gemessen an Quantität. Ach nein, es geht ja nicht um die bestmögliche Qualität für jedes Kind; es geht um Chancengerechtigkeit. Bei gleichen Anlagen, Potentialen, bei gleicher Lernbereitschaft, bei gleicher Befähigung zur Teilhabe am Bildungsgeschehen und am gesellschaftlichen Leben soll es keinen Unterschied geben zwischen Kindern des unteren und Kindern des oberen Viertels der Gesellschaft. Doch die Studie belegt nicht, dass dieser Anteil gleich groß ist. Wie auch? Das häufige Fehlen von Deutschkenntnissen auf bildungssprachlichem Niveau in der „schwächsten Gruppe“ wird nicht erwähnt. Das kann auch durch längeres gemeinsames Lernen nicht ausgeglichen werden, wenn in den Grundschulklassen keine Kinder mehr mit Deutsch als Muttersprache sitzen, ein Phänomen in vielen westdeutschen Ballungsräumen. Ja, die Zahl der Kinder mit Migrationshintergrund in einem Bundesland mag nichts über Chancengerechtigkeit insgesamt aussagen, die Zahl an Kindern ohne Deutschkenntnisse in einer Grundschulklasse aber sehr wohl.

Die Studie sagt, sie vergleiche „die Wahrscheinlichkeit eines Gymnasialbesuchs für Kinder mit niedrigerem Hintergrund (weder ein Elternteil mit Abitur noch oberes Viertel der Haushaltseinkommen) mit der für Kinder mit höherem Hintergrund (mindestens ein Elternteil mit Abitur und/oder oberes Viertel der Haushaltseinkommen)“. Schon allein das lässt aufhorchen. Das obere Viertel wird also nicht am Einkommen festgelegt, das untere Viertel hingegen schon. Dass viele junge Menschen die Hochschulzugangsberechtigung auch ohne Gymnasium erwerben, wird erwähnt. Zugleich heißt es, dass von dieser Option das obere Viertel häufiger Gebrauch mache. Auch das ist nicht unerwartet. Bildungshaushalte beschäftigen sich mit den verschiedenen Bildungsgängen und nutzen sie dann auch.

Die Datengrundlage für die Studie war der Mikrozensus von 2018 und 2019 – aber nach welchen Kriterien wurden die Daten ausgewählt und zusammengestellt? Es wurde beispielsweise nicht analysiert, wie sich das obere Viertel zusammensetzt. Wie viele der Eltern gehören zur Gruppe mit Migrationsbiographie der 1. und 2. Generation? Gibt es die da nicht? Warum hat man nicht das untere und das obere Fünftel oder Sechstel genommen? Warum analysiert man die beiden Viertel hinsichtlich ihrer Zusammensetzung nicht näher, nach Einkommen, Berufszugehörigkeit, Universitätsausbildung. Und ganz spannend, wie sehen eigentlich das zweite und das dritte Viertel aus? Wie groß ist da der Anteil der Kinder mit Gymnasiumsbesuch?

Die Studie kommt unter anderem zum Ergebnis, dass längeres gemeinsames Lernen in der Grundschule mehr Chancengerechtigkeit bietet als ein Übertritt nach vier Schuljahren. Sie behauptet, das Vorhandensein von nur zwei Schularten, Gymnasium und eine sozusagen Nicht-Gymnasiumsschule wären ebenfalls förderlich für mehr Chancengerechtigkeit. Doch die Studie belegt das an keiner Stelle. Mutmaßungen werden hier als Fakten verkauft. Sie erklärt auch nicht, warum die Bundesländer Berlin und Brandenburg bei Leistungstests schlecht abschneiden und Sachsen und Bayern über alle Schularten hinweg deutlich besser. Ohne Chancengerechtigkeit ist der Bildungserfolg besser bei allen Lernenden im Vergleich zu jenen Bundesländern, die mehr Chancengerechtigkeit bieten? Was ist das für eine Gerechtigkeit, wenn am Ende etwas herauskommt, das geringere Qualität hat?

Gerecht ist es, wenn ich jungen Menschen kostenfreie Bildung gewähre. Gerecht ist, wenn ich jungen Menschen fit für die Grundschule mache. Gerecht ist, wenn ich sie entsprechend ihren Anlagen fördere und fordere. Gerecht ist, wenn ich genügend Personal zur Verfügung stelle, wenn eine Klasse besonderen Förderbedarf hat. Gerecht ist, wenn der Elternwille frei entscheidet, das Kind nicht auf das Gymnasium zu schicken, obgleich das im Übertrittszeugnis steht. Für 50 % aller Kinder in der Jahrgangsstufe 5 einer bayerischen Realschule ist das so; und bei jenen in der Jahrgangsstufe 9 der Realschule ist das immer noch so – sie wechseln also nicht auf das Gymnasium –, obgleich in jedem Jahreszeugnis die Eignung für das Gymnasium weiter vermerkt ist.

Die erneute Schulstrukturdebatte ist von Gestern, wenn nicht von Vorgestern. Bayerns Mittelschul- und Realschul-Abschlussjahrgänge zeigen tolle Ergebnis und sind gesucht auf dem Arbeitsmarkt. Viele schlagen den Weg über das berufliche Schulwesen zum Abitur ein. Nicht nur in Bayern, in allen Bundesländern leistet das berufliche Schulwesen hervorragende Arbeit. In anderen Ländern kann man ein solche qualitätsvolle Ausbildung nur an einer Universität bekommen, wenn man sie überhaupt bekommen kann. Gymnasiale Bildung ist nicht das Maß aller Dinge. Zumal die Autoren der Studie offenbar glauben, dass der Nürnberger Trichter funktioniert. Eigentlich müssten sie fordern, Kinder nach der Geburt den Eltern zu nehmen und in staatlichen Einrichtungen zu bilden und zu erziehen. Dann hätten alle die gleichen Voraussetzungen abgesehen vom genetischen Anteil an ihrer Lernbefähigung und ihres Lernwillens. Dabei leuchtet doch jedem ein, dass Kinder von gebildeten Eltern ohne großes Zutun z.B. in Gesprächen im Alltag etwas für den Schulerfolg lernen, was jene von formal wenig gebildeten Menschen in ihrer Kindheit nicht lernen. Möglicherweise fehlen ihnen dadurch die Voraussetzungen zum Besuch eines Gymnasiums. Aber das deutsche Schulsystem ermöglicht über das mehrgliedrige Schulsystem einerseits sowohl andere Wege zu Abitur und Studium als anderseits auch den Zugang zu angesehenen und gut bezahlten Berufen im Bereich der beruflichen Bildung.

 

Jetzt anmelden! Gemeinsame Tagung Konrad-Adenauer-Stiftung – Deutscher Lehrerverband

Anmeldung unter https://www.adenauercampus.de/de/digitale-bildung/detail/-/content/360gradbildung

360° Bildung: Fachtag und Konferenz

12. Juni 2023, 14:00–18:00 Uhr

Akademie der Konrad-Adenauer-Stiftung, Tiergartenstraße 35, 10785 Berlin

Themen der Panels:

  • Medienkompetenz für Demokratieerziehung
  • Wieviel Digitalität braucht die Schule?
  • Schule vernetzen – Strukturen für innovative Schule schaffen

u.a. mit

  • Stefan Düll, Präsident des Deutschen Lehrerverbands
  • Katharina Günther-Wünsch, Senatorin für Bildung, Jugend und Familie des Landes Berlin
  • Sandra Jütte, Initiative #UseTheNews
  • Alexander König, Lehrkraft, Autor, Lehrbeauftragter, Berater und Fortbildner
  • Prof. Dr. Susanne Lin-Klitzing, Deutscher Philologenverband
  • Prof. Dr. Katharina Scheiter, wissenschaftliche Leiterin des Kompetenzverbund lernen:digital Universität Potsdam
  • Prof. Dr. Anne Sliwka, Universität Heidelberg
  • Ekkehard Thümler, Gründer und Geschäftsführer von Tutoring for All
  • Weitere Fortbildungs-Workshops

Vollständiges Programm: Programm Fachtagung 12.06.2024

Anmeldung unter https://www.adenauercampus.de/de/digitale-bildung/detail/-/content/360gradbildung 

Schulen brauchen mehr Unterstützung!

  • Unterstützendes Personal zum Umgang mit herausforderndem Schülerverhalten 
  • Mehr Zeit für das Wesentliche, für Unterricht, Projekte und Fahrten sowie Fortbildungen
  • Attraktive Arbeitsbedingungen für Lehrende und Lernende
  • Echtes Interesse von Politik und Gesellschaft an einer nachhaltigen Bildungspolitik
  • Digitalisierung und KI-Nutzung als Chance für Lehrkräfte und Schulleitungen

Der Deutsche Lehrerverband blickt mit Besorgnis auf die Ergebnisse des Deutschen Schulbarometers, die am heutigen Mittwoch veröffentlicht wurden. Mehr als ein Drittel der Lehrkräfte geben an, dass das Verhalten von Kindern und Jugendlichen die größte Herausforderung in ihrer beruflichen Tätigkeit sei, knapp die Hälfte nehmen psychische oder physische Gewalt unter ihren Schülerinnen und Schülern wahr. 

DL-Präsident Stefan Düll betont: „Die Schulleistungsstudien der vergangenen Jahre haben Debatten über die Gründe und Ursachen von unterdurchschnittlichen Leistungen ausgelöst. Wenn Lehrkräfte in der Schule einen großen Teil der eigentlichen Unterrichtszeit aufwenden müssen, um sich mit problematischem Verhalten der Schülerinnen und Schülern und mit der Schlichtung von Konflikten auseinanderzusetzen, bleibt weniger Zeit für guten Unterricht. Das geht zu Lasten der Lernenden und zermürbt das Lehrpersonal. Schulen können nicht die gesamte Erziehungsarbeit leisten, sondern sind dabei auf die Unterstützung von Politik, Gesellschaft, Institutionen und insbesondere Elternhäusern angewiesen.“ Politik müsse sich für eine nachhaltige Bildungspolitik einsetzen: Attraktive Lehr- und Lernbedingungen, mehr Zeit für das Wesentliche, für Unterricht, Projekte und Fahrten sowie Fortbildungen. Darüber hinaus bräuchten Schulen mehr unterstützendes Personal in den Bereichen Sozialarbeit und Jugendarbeit, Schulassistenz und Schulpsychologie, sowie Strukturen und Finanzierung von langfristigen Präventionsprogrammen gegen Mobbing und Gewalt. 

Nicht nur die Lernzeit der Schülerinnen und Schüler ist durch unangemessenes Verhalten betroffen. Der Verbandspräsident wies darauf hin, dass laut der Schulbarometer-Befragung mehr als ein Drittel der Lehrkräfte mehrfach die Woche erschöpft sei, viele klagten über emotionale Erschöpfung, ein Symptom, das zu Burn-Out führen kann.

„Angesichts des ohnehin gravierenden Lehrkräftemangels müssen wir die bereits vorhandenen Lehrkräfte an den Schulen so ausstatten und unterstützen, dass sie gesund das Pensionsalter erreichen können. Der Arbeitsplatz Schule und das Berufsbild Lehrkraft muss attraktiv sein, damit sich viele junge Leute für diesen Beruf entscheiden. Leider ist die bauliche Substanz vieler Schulen stark sanierungsbedürftig und sie hinken in ihrer technischen Ausstattung hinterher, wie auch die Angaben des Schulbarometers bestätigen. Die Kreditanstalt für Wiederaufbau geht von einem Sanierungsstau von 50 Milliarden im Bildungsbereich aus. Wenn die heutigen Schülerinnen und Schüler ihre Lehrkräfte in einem Mangelsystem kämpfen sehen, werden sie sich eher gegen den Beruf entscheiden“, warnte Düll. 

Obwohl die meisten Lehrkräfte die Vorteile von digital gestütztem Unterricht sehen und digitale Medien einsetzen, sagen sie selbst, dass sie sich nur unzureichend auf die zunehmende Digitalisierung vorbereitet fühlen. „Wir sehen in unseren Verbänden, dass unsere eigenen Fortbildungsangebote dazu sehr stark nachgefragt werden, unsere Mitglieder wissen um ihren Bedarf und suchen sich Möglichkeiten. Viel Wissensweitergabe findet auch auf informeller Ebene im Kollegium statt“, betonte der DL-Präsident. Angesichts rasanter Entwicklungen wie im Bereich KI brauche es neben Fortbildungsangeboten von Kultusministerien und den Fortbildungsinstituten der Länder Schullizenzen, um praktisch üben und lernen zu können. Dafür muss auch Fortbildungszeit zur Verfügung gestellt werden. Neben digital gestütztem Unterricht ermöglichen KI-Anwendungen auch die Entlastung von Lehrkräften und Schulleitungen, ein nichts zu unterschätzender Effekt in Zeiten des Lehrkräftemangels.

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Für Stellungnahmen erreichen Sie DL-Präsident Stefan Düll über presse@lehrerverband.de bzw. über 0151-10926848.

Für den Inhalt verantwortlich: Geschäftsstelle Deutscher Lehrerverband – Anne Schirrmacher

Deutscher Lehrerverband zu gendersensibler Sprache

Der Deutsche Lehrerverband fordert die Verwendung einer respektvollen Sprache, die gleichzeitig gendersensibel ist. Dazu gehören Formulierungen wie „Lehrkräfte“, „Kinder und Jugendliche“, „Heranwachsende“, „Schülerinnen und Schüler“, „Mitglieder der Schulleitung“ und „Sekretariatsteam“. Wir verwenden keine Gendersternchen, Gendergaps oder Binnen-I. Dies ist eine Frage der korrekten Orthografie und Grammatik. Außerdem basiert die vermeintliche Notwendigkeit solcher Sonderzeichen auf einer binären Sichtweise der Menschen, auch in Fällen, in denen das Geschlecht keine Rolle spielt.

Als Lehrkräfte orientieren wir uns dabei am Beschluss des Rates für deutsche Rechtschreibung. Dieser ist die maßgebende Instanz in Fragen der deutschen Rechtschreibung und gibt das amtliche Regelwerk für die deutsche Rechtschreibung heraus.

Die Festlegung der Bayerischen Staatsregierung basiert ebenfalls auf den Empfehlungen des Rates für deutsche Rechtschreibung und gilt für den gesamten dienstlichen Schriftverkehr, einschließlich Elternbriefe, Arbeitsblätter und Angaben für Leistungsnachweise. Sie gilt jedoch nicht für die Lernenden, die jedoch dazu angehalten werden, eine korrekte und stilistisch gewandte Ausdrucksweise zu verwenden. Jugendliche können sich also anders ausdrücken, aber Verstöße gegen die Sprachrichtigkeit und stilistische Grundsätze werden bemängelt.

Für den gesamten amtlichen Sprachgebrauch gilt weiterhin, dass deutlich gemacht werden soll, dass alle Menschen gemeint sind und nicht nur bestimmte Gruppen. Missverständliche Formulierungen sollten daher vermieden werden. Es geht um respektvolle Formulierungen, die gleichzeitig gendersensibel sind, ohne dies explizit zu kennzeichnen. Das Gendersternchen kann schließlich auch als ausgrenzend verstanden werden.

Der Beschluss des Rates für deutsche Rechtschreibung zu geschlechtergerechter Sprache vom Dezember 2023 kann unter diesem Link nachgelesen werden.

 

Die Bundesverbände des DL auf der didacta 2024 in Köln

Die Hallenpläne der didacta finden Sie online unter diesem Link.

Deutscher Philologenverband DPhV und Landesverband Philologenverband NRW – Halle 7 – Stand E030

Panels und Diskussionsrunden mit Referent/innen aus dem Bereich des DPhV:

Dienstag, 20.02.2024, 11:00 – 11:45 Uhr

DPhV-Vorsitzende Susanne Lin-Klitzing spricht bei der Podiumsdiskussion der Heraeus Bildungsstiftung zum Deutschen Lehrkräftepreis: „Mehr als Klasse! Was gute Schulleitung für die Zukunft ausmacht!“ am, Forum didacta aktuell, Halle 8, Stand A040/B041.

Dienstag, 20.02., 14:15-15:00 Uhr

Susanne Lin-Klitzing bei Aix-Concept zum Thema: „KI in der Schule –Arbeitsentlastung oder Mehrarbeit für Lehrkräfte?“ (Halle 6.1, Stand: D010).

Im Anschluss daran findet ein Interview mit Lehrer-Online statt, zum Thema Lehrkräftegesundheit – Halle 6.1, Stand: F015.

Dienstag, 20.02.2024, 11:30 h – 12:00 h:

Sabine Mistler, Landesvorsitzende PhV NRW, im Gespräch zum Thema „Demokratiebildung in der Schule im Superwahl-Jahr 2024“, Bündnis für Bildung, Halle 6.1, Stände F019 – E018.

Dienstag, 20.02.2024 | 13:45 – 14:30 Uhr

Sabine Mistler, Landesvorsitzende PhV NRW auf dem Panel „KI im Klassenzimmer: Gekommen um zu bleiben und nicht zu ignorieren“ – Forum Bildungsperspektiven, Halle 7, C40/D41

Freitag, 23.02.2024, 09:45-10:30 h:  

Georg-Christopher Hoffmann, Vorsitzender der Jungen Philologen im DPhV, diskutiert auf dem Panel Gesunde Erde – Gesunde Menschen u.a. mit Dr. Eckart von Hirschhausen:  Forum Bildungsperspektiven, Halle 7, C40/D41

 

BvLB – Bundesverband der Lehrkräfte für Berufsbildung – Halle 6.1 – Stand: B050

Panels und Diskussionsrunden mit Referent/innen aus dem Bereich des BvLB:

Dienstag, 20.02.2024, 15:00-15:45 Uhr

Zentren beruflicher Exzellenz in Europa – auch in Deutschland?! Stefan Nowatschin, Stellv. Bundesvorsitzender und Leiter Exzellenz-Netzwerk Berufliche Bildung, Forum Berufliche Bildung/myQ-Qualifizierung, Halle 6, B48/C49

Mittwoch, 21.02.2024, 15:00-15:45 Uhr

Herausforderungen und Chancen des fachpraktischen Lehrens und Lernen: Fallbeispiele und Erfahrungsaustausch, Frank Hoppen, Sprecher AG Fachlehrkräfte vlbs-NRW und Leiter des Arbeitskreises Fachlehrkräfte im BvLB, Forum Berufliche Bildung/myQ-Qualifizierung, Halle 6, B48/C49

Donnerstag, 22.02.2024, 14:45-15:15 Uhr

Die Lehrkräfte als zentrale Stellgröße für die Weiterentwicklung des Systems der beruflichen Bildung in Deutschland, Bundesvorsitzender Pankraz Männlein, Bundesverband der Lehrkräfte für Berufsbildung e.V., Yamina Ifli, Stellvertretende Vorsitzende des BvLB Bundesverband der Lehrkräfte für Berufsbildung, Leiterin des Geschäftsbereichs Lehrkräftebildung des BvLB, Dr. Patrick Geiser, Leiter der AG Junge Berufs- und Wirtschaftspädagogen, Forum Berufliche Bildung/myQ-Qualifizierung, Halle 6, B48/C49,

Freitag, 23.02.2024, 15:00-15:45 Uhr

Wie gelingt eine qualitativ hochwertige Beschulung der Auszubildenden bei rückläufigen Zahlen? Bundesvorsitzender Dr. Sven Mohr, BvLB Bundesverband der Lehrkräfte für Berufsbildung e.V., Forum Berufliche Bildung/myQ-Qualifizierung, Halle 6, B48/C49

Alle Veranstaltungen des Landesverbands VLW NRW finden Sie unter diesem Link

 

VDR – Verband Deutscher Realschullehrer und Landesverband lehrer nrw – Halle 7.1 | Stand: D014

Panels und Diskussionsrunden mit Referent/innen aus dem Bereich des VDR:

Dienstag, 20.02.2024, 12:15-13:00 Uhr

Ralf Neugschwender, VDR-Bundesvorsitzender, Gute Berufsorientierung – SCHULEWIRTSCHAFT als Problemlöser, Forum didacta aktuell, Halle 8, A40/B41

Mittwoch, 21.02.2024, 15:15-16:00 Uhr

Ralf Neugschwender, VDR-Bundesvorsitzender, Arbeitsplatz Schule: Querausstieg oder Traumberuf – Hat der Lehrberuf ein Imageproblem? Forum didacta aktuell, Halle 8, A40/B41

22.02.2024, 12:00-12:30 Uhr

Im Gespräch mit… Ralf Neugschwender, VDR-Bundesvorsitzender, mobile.schule – Hauptbühne | Halle 7.1 Stand B060

Freitag, 23.02.2024, 13:30-14:15 Uhr

Sven Christoffer, Vorsitzender lehrer nrw, Quereinstieg ist (k)eine Lösung? Fachkräftemangel in der Schule, Forum Bildungsperspektiven, Halle 7, C40/D41

Schluss mit PISA – Deutscher Lehrerverband kritisiert die Äußerungen von Andreas Schleicher

  • Unwissenschaftliche Schlussfolgerungen eines vermeintlichen Experten
  • Wie eine wissenschaftliche Studie entwissenschaftlicht wird

Der Deutsche Lehrerverband kritisiert die jüngsten Aussagen von PISA-Koordinator Andreas Schleicher im Interview mit den Stuttgarter Nachrichten als unwissenschaftlich. Schleicher ziehe aus der jüngsten PISA-Studie Schlussfolgerungen, die wissenschaftlich von der Studie nicht getragen werden. Nach Ansicht des Verbandes zeugen sie in Teilen sogar von Naivität.

Schleicher ist der Meinung, dass die Lehrkräfte Schuld am schlechten Ergebnis der deutschen 15-jährigen bei PISA 2022 tragen. Die Studienergebnisse waren im Dezember 2023 veröffentlicht worden. Laut Schleicher seien die Lehrkräfte noch nicht im 21. Jahrhundert angekommen und würden sehr gut für eine intellektuell wenig anspruchsvolle Arbeit bezahlt.

Was Schleicher dabei völlig übersieht, ist das Engagement der meisten Lehrkräfte. Neben Unterricht und dessen Vor- und Nachbereitung investieren sie viel Zeit und Energie in Kommunikation mit Kindern, Jugendlichen und ihren Eltern, in Fortbildungen, in das eigenständige Erschließen neuer Entwicklungen in ihrem Fach, in das Erlernen und Anwenden neuer Unterrichtstechniken und Medienformen.

Als Vorbild führt Schleicher das chinesische Schulsystem an, was ironisch scheint, weil das moderne China unter Xi Jinping wohl eher nicht als Hort von Freiheit, selbständigem Denken und Emanzipation gelten kann.

Stefan Düll, Präsident des Deutschen Lehrerverbandes, fragt sich angesichts der Äußerungen Schleichers: „Wenn man den PISA-Macher nicht mehr ernstnehmen kann, kann man dann noch PISA ernstnehmen? Wenn der Wissenschaftler unwissenschaftlich schlussfolgert, wie wurde dann die Studie angelegt? Kann die KMK ihren Ergebnissen wirklich noch vertrauen? Dürfen dafür wirklich Steuergelder verwendet werden? Letztlich lenkt Schleicher mit seiner Lehrkräftekritik von den eigentlichen Herausforderungen ab, um seine persönlichen Überzeugungen ohne wissenschaftliche Grundlage zu transportieren.“

Der Deutsche Lehrerverband fordert die deutsche Bildungspolitik auf, sich den eigentlichen Herausforderungen zu stellen:

  • Behebung des Lehrkräftemangels an den weiterführenden Schulen
  • Einstellung von Lehrkräften über den Grundbedarf hinaus für flexible Reaktion an den Schulen auf zusätzlichen Förderbedarf oder Vertretungsbedarf wegen Abwesenheit von Kolleginnen und Kollegen durch Fahrten, Krankheit, Mutterschutz, Fortbildung etc.
  • Verpflichtende Sprachstandserhebungen in den Kindertagesstätten verbunden mit gezielten Fördermaßnahmen sowie weitere Lösungen für die Sprachvermittlung im Hinblick auf den wachsenden Anteil an Lernenden ohne deutsche Muttersprache und ohne Beherrschung des Deutschen als Bildungssprache.
  • Überprüfung der Änderungen in Pädagogik, Methodik und Didaktik (Kompetenzorientierung, selbstgesteuertes Lernen, Absage an das Leistungsprinzip, Gründung neuer Gesamt- und Gemeinschaftsschulen) auf ihre Wirksamkeit angesichts der Parallelität ihrer Implementierung und dem sich steigernden Leistungsabfall in den PISA-Studien.

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Für Stellungnahmen erreichen Sie DL-Präsident Stefan Düll über presse@lehrerverband.de bzw. über 0151-10926848.

Für den Inhalt verantwortlich: Geschäftsstelle Deutscher Lehrerverband – Anne Schirrmacher

Veröffentlicht unter Presse

Offener Brief an Kultusministerkonferenz

Deutscher Lehrerverband fordert deutsche Beteiligung an TALIS-Studie

  • DL-Präsident Stefan Düll: „Rahmenbedingungen der Lehrkräfte bisher nur lückenhaft untersucht“
  • TALIS-Studie untersucht zahlreiche Aspekte des Arbeitslebens in der Schule in allen relevanten OECD-Staaten
  • Nächste TALIS-Veröffentlichung für 2025 geplant

Berlin, September 2023 – Der Deutsche Lehrerverband (DL) spricht sich für eine Teilnahme Deutschlands an der kommenden TALIS-Studie (Teaching and Learning International Survey) der OECD aus. Dies fordert der Verband in einem offenen Brief an die Kultusministerkonferenz (KMK).

In der TALIS-Studie werden in zahlreichen OECD-Ländern Lehrkräfte über ihr Arbeitsleben in der Schule befragt. Die Erhebung untersucht viele Aspekte, angefangen beim schulischen Umfeld und der Art und Weise, wie Lehrkräfte untereinander Feedback geben bis hin zu ihren Unterrichtsmethoden und ihrer Teilnahme an kontinuierlicher beruflicher Weiterbildung. Deutschland hat sich bisher lediglich an der TALIS-Starting-Strong-Studie beteiligt, die wichtige internationale Vergleichsdaten zu den Rahmenbedingungen des Beschäftigungsfeldes und pädagogischen Praktiken im Kita-Alltag liefert.

An der jüngsten TALIS-Studie aus dem Jahr 2018 beteiligten sich zahlreiche OECD-Staaten, darunter Australien, Estland, Finnland, Frankreich, Großbritannien, Italien, Japan, Österreich, Schweden, Spanien, Südkorea und die USA.

Der Fokus der Erhebung liegt international auf Schulen mit ISCED (International Standard Classification of Education) Level 2. ISCED Level 2 entspricht in Deutschland der Sekundarstufe I. Diese umfasst in Deutschland die Klassen 5 bis 8 für Schülerinnen und Schüler an Sekundar-, Gesamt-, Real- und Hauptschulen und Gymnasien.

Die Daten der Studie können aber auch wichtige Erkenntnisse für das Arbeitsumfeld aller Lehrkräfte bieten, also auch den Kolleginnen und Kollegen im Bereich der Primarstufe und der Sekundarstufe II zugutekommen. Zudem haben teilnehmende Länder auch die Möglichkeit, den Untersuchungsbereich in andere Schulbereiche auszudehnen.

Stefan Düll, Präsident des Deutschen Lehrerverbandes:

„Das Arbeitsumfeld der Lehrkräfte in Deutschland wird bisher nur lückenhaft untersucht. Dabei könnten international vergleichbare Daten helfen, hier zielgerichtet und effektiv Verbesserungen vorzunehmen. In einem attraktiven Arbeitsumfeld liegt ein Schlüssel zur Bekämpfung des Lehrkräftemangels. Wir appellieren daher an die Kultusministerkonferenz, die Teilnahme Deutschlands an der kommenden TALIS-Studie zu initiieren und die notwendigen Ressourcen dafür bereitzustellen.“

Prof. Dr. Susanne Lin-Klitzing, Bundesvorsitzende des Deutschen Philologenverbands DPhV:

„In der Vergangenheit sind viele Anstrengungen unternommen worden, die Leistungsentwicklung unseres Schulsystems für Schülerinnen und Schüler zu messen. Für Lehrkräfte war dies bisher leider kaum der Fall. Die TALIS-Studie bietet eine gute Möglichkeit, um den Ist-Zustand unseres Bildungssystems zu analysieren, bewährte Praktiken zu identifizieren und gezielte Maßnahmen zur Verbesserung der Rahmenbedingungen für Lehrkräfte abzuleiten.“

Dirk Meußer, amtierender Vorsitzender (kommissarisch) des Verbands Deutscher Realschullehrer VDR:

„Die Daten, die über eine Untersuchung wie TALIS gewonnen werden können, sind wichtig, um die Ausbildung der zukünftigen Lehrkräfte zu gestalten und die Fortbildung der Lehrkräfte zielgerichtet anzubieten und auszubauen. In jedem Bundesland gibt es zudem aktuell anders gestaltete Qualifizierungsangebote, um Lehrkräfte für den Quereinstieg in den Schuldienst auszubilden – TALIS könnte Daten liefern, was gerade diese Kolleginnen und Kollegen brauchen und auf welche Qualifizierung sich die Länder beim Quereinstieg einigen sollten.“

Pankraz Männlein und Dr. Sven Mohr, Vorsitzende des Bundesverbands der Lehrkräfte für Berufsbildung BvLB:

„Die beruflichen Schulen kämpfen bereits deutlich länger mit dem Problem des Lehrkräftemangels. Dadurch haben sich dort aber auch schon neue Ideen und Strukturen herausgebildet, um Lehrkräfte im beruflichen Bildungssystem zu halten und neue Lehrkräfte durch Studium und Quereinstieg zu gewinnen. Der BvLB fordert daher, auch den Bereich der beruflichen Bildung mit seiner breiten Palette von Bildungsangeboten und Schulformen zukünftig in die TALIS-Untersuchung mit einzubeziehen.“

Gerlinde Kohl, Bundesvorsitzende der Katholischen Erziehergemeinschaft Deutschlands KEG:

„Wie schon im Kita-Bereich und im Bereich der Leistungen von Schülerinnen und Schülern brauchen wir Daten, die das Arbeitsumfeld von Lehrkräften in allen Schulbereichen bewerten und international vergleichen. Die Teilnahme an TALIS für den Bereich der Sekundarstufe I sollte nur der erste Schritt sein, damit wir in zukünftigen Untersuchungen Erkenntnisse darüber gewinnen, was alle Lehrkräfte an ihren Arbeitsplätzen brauchen und welche spezifischen Anliegen Lehrkräfte unterschiedlicher Schularten haben.“

Der Offene Brief ist unter diesem Link abrufbar bzw. hier als PDF zum Download Offener_Brief_TALIS verfügbar.

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Für Stellungnahmen erreichen Sie DL-Präsident Stefan Düll über presse@lehrerverband.de bzw. unter 0151 – 10 92 68 48.

Für den Inhalt verantwortlich: Geschäftsstelle Deutscher Lehrerverband – Anne Schirrmacher

Offener Brief an Kultusministerkonferenz

Bitte um Beteiligung Deutschlands an der TALIS-Studie

Sehr geehrte Frau Präsidentin der Kultusministerkonferenz, liebe Frau Günther-Wünsch, sehr geehrte Vizepräsidentinnen, liebe Frau Streichert-Clivot, liebe Frau Prien,

wir möchten Ihre Aufmerksamkeit heute auf ein wichtiges Anliegen lenken, das von Bedeutung für die Weiterentwicklung unseres Bildungswesens ist. Wir bitten Sie zu initiieren, dass auch Deutschland an der kommenden TALIS-Studie (Teaching and Learning International Survey) der OECD teilnimmt. Deren Durchführung ist für 2024, die Veröffentlichung für 2025 geplant.

Da Sie in der Vergangenheit viele Anstrengungen unternommen haben, die Leistungsentwicklung unseres Schulsystems für Schülerinnen und Schüler zu messen (PISA), erwarten wir, dass auch das Arbeitsumfeld der Lehrkräfte als ein wichtiger Faktor für die Unterstützung des Bildungserfolgs, des professionellen Handelns für Lehrkräfte international vergleichbar begutachtet wird.

Denn es sind doch Lehrkräfte, die wesentlich zum Bildungserfolg der Kinder, Jugendlichen und jungen Erwachsenen beitragen. Aus unserer Perspektive müssen die Arbeitsbedingungen der Lehrkräfte, vielfach auch die Rahmenbedingungen unter denen Unterricht in Deutschland stattfindet, kontinuierlich verbessert werden.

Für eine vergleichende Orientierung halten wir das Erheben von international vergleichbaren Daten zu diesem Thema für bedeutsam. Wir weisen darauf hin, dass Deutschland bereits im Bereich der frühkindlichen Bildung an der TALIS-Starting-Strong-Studie teilnimmt, die wichtige internationale Vergleichsdaten zu den Rahmenbedingungen des Beschäftigungsfeldes und pädagogischen Praktiken im Kita-Alltag liefert.

Wir unterstützen dies und weisen darauf hin, dass auch für die Bereiche allgemeinbildender und berufsbildender Schulen mit gleicher Sorgfalt agiert werden sollte. Nach unserer Kenntnis ist eine Teilnahme an der TALIS-Studie (oder einer vergleichbaren OECD-Studie) zu den Arbeitsbedingungen von Lehrpersonen an Schulen derzeit von Ihnen nicht geplant.

Informationen zu Arbeitsbedingungen, Unterrichtspraktiken, Lehr-Lern-Umgebungen und Formen der Zusammenarbeit sind für eine Weiterentwicklung der Aus- und Fortbildung der zukünftigen Lehrkräfte und auch für die Verankerung einer entsprechenden Personalentwicklung an den Schulen bedeutsam. Die TALIS-Studie bietet eine gute Möglichkeit, um den Ist-Zustand unseres Bildungssystems zu den oben genannten Themen zu analysieren, bewährte Praktiken zu identifizieren und gezielte Maßnahmen zur Verbesserung der Rahmenbedingungen für Lehrkräfte abzuleiten.

TALIS konzentriert sich aktuell auf die Sekundarstufe I: Die Teilnahme Deutschlands an der Studie für diese Schulstufe ist ein erster wichtiger Schritt. Langfristig fordern wir auch eine Untersuchung der Situation der Lehrkräfte an allen allgemeinbildenden und berufsbildenden Schulformen für alle Altersstufen.

Gerade in Hinsicht auf den wachsenden Lehrkräftemangel in Deutschland ist es wichtig, das Arbeitsumfeld der Lehrkräfte zu analysieren und zu verbessern, um den Arbeitsort Schule für junge Menschen attraktiv zu machen. 

Wir appellieren daher an Sie, die Teilnahme Deutschlands an der kommenden TALIS-Studie zu initiieren und die notwendigen Ressourcen dafür bereitzustellen, zumal dies relevante Industriestaaten wie USA, Japan, Frankreich, Großbritannien oder Spanien auch tun.

Eine solche Beteiligung für die Analyse des Arbeitsumfeldes der Lehrkräfte ist ein wichtiger Schritt, auch die pädagogische Qualität, die Leistungsfähigkeit und den Erfolg unserer Schülerinnen und Schüler im Unterricht zu steigern.

Mit der Bitte um Prüfung unseres Anliegens verbleiben wir mit freundlichen Grüßen,

Stefan Düll, Präsident des Deutschen Lehrerverbands DL

Prof. Dr. Susanne Lin-Klitzing, Bundesvorsitzende des Deutschen Philologenverbands DPhV

Dirk Meußer, amtierender Vorsitzender (kommissarisch) des Verbands Deutscher Realschullehrer VDR

Pankraz Männlein und Dr. Sven Mohr, Vorsitzende des Bundesverbands der Lehrkräfte für Berufsbildung BvLB

Gerlinde Kohl, Bundesvorsitzende der Katholischen Erziehergemeinschaft Deutschlands KEG

 

DL-Präsident Düll zur Debatte um Sprachförderung: „Deutsch ist der Schlüssel für den Erfolg in Schule und Beruf“

In der Debatte um die Einführung verpflichtender Sprachstandstests präzisierte DL-Präsident Stefan Düll seine Aussagen wie folgt:

„Deutsch ist der Schlüssel für den Erfolg in Schule und Beruf. Nur durch eine gezielte Sprachförderung kann Kindern mit Defiziten in der Beherrschung des Deutschen als Alltags- und Bildungssprache der Weg ins Leben geebnet werden. Für eine erfolgreiche Integrationspolitik braucht es Sprachstandstests, wie das Beispiel Hamburg zeigt. Im Flächenland Bayern zeigen gerade Kinder in den Städten und Ballungsräumen vielfach einen großen Sprachförderbedarf.

Schon im vorschulischen Bereich der frühkindlichen Erziehung braucht es die erforderlichen Ressourcen und die richtigen Konzepte. Es sind größere Anstrengungen erforderlich, um sicherzustellen, dass Kinder bei der Einschulung in der Lage sind, dem Unterricht auch sprachlich zu folgen. Dazu fordert der Deutsche Lehrerverband verpflichtende vorschulische Sprachstandserhebungen und bei festgestellten Sprachdefiziten eine verpflichtende vorschulische Förderung.

Dabei setzen wir in Erweiterung traditioneller Sprachförderprogramme auf eine alltagsintegrierte Sprachbildung, die durch Impulsförderung den Erwerb eines Grundwortschatzes bestmöglich unterstützt und garantiert. Wesentlich dabei ist auch die Expertise des pädagogischen Personals an den Kindertagesstätten, die mit der Durchführung der Tests und der weiteren Fördermaßnahmen befasst sein werden. Sicherlich benötigen nicht alle Kinder eine zusätzliche Sprachförderung, aber viele und es werden zunehmend mehr.“

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Für Stellungnahmen erreichen Sie DL-Präsident Stefan Düll über presse@lehrerverband.de bzw. über eine Anfrage an die Geschäftsstelle unter 030 / 70 09 47 76.

Für den Inhalt verantwortlich: Geschäftsstelle Deutscher Lehrerverband – Anne Schirrmacher

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VDR-Bundesvorsitzender Jürgen Böhm wird Staatssekretär in Sachsen-Anhalt

Der Deutsche Lehrerverband gratuliert und dankt seinem Vize-Präsidenten

DL-Präsident Stefan Düll gratuliert VDR-Bundesvorsitzenden und DL-Vize-Präsidenten Jürgen Böhm zu seiner Ernennung zum Staatssekretär im Ministerium für Bildung von Sachsen-Anhalt: „Jürgen Böhm übernimmt eine verantwortungsvolle Aufgabe in schwieriger bildungspolitischer Zeit. Gerade Sachsen-Anhalt leidet schon jetzt in besonderem Maße unter dem Lehrkräftemangel.“

Düll betont: „Jürgen Böhm kennt durch seine Tätigkeit als Lehrer und Schulleiter die Realität in den Schulen – gleichzeitig hat er als langjähriger Verbandsvorsitzender des Bundesverbands VDR und seines Landesverbands brlv auch immer das große Ganze im Blick, beide Perspektiven sind sehr wertvoll für seine zukünftige Aufgaben.“

Düll dankt Böhm für seine engagierte Tätigkeit als Vize-Präsident im Präsidium des Deutschen Lehrerverbands seit 2010: „Jürgen Böhm setzt sich zum einen intensiv für die Belange der Lehrkräfte an Realschulen ein, andererseits bewahrt er den Blick für das große Ganze: Für das vielgliedrige Schulwesen mit seiner schulartspezifischen Lehrerausbildung, die Verbeamtung der Lehrkräfte an allen staatlichen und kommunalen Schulen und die hohe Qualität der Abschlüsse. Unschätzbar sind auch seine Erfahrungen als Leiter einer Schule mit digitalem Schwerpunkt. Ich wünsche Jürgen Böhm für die anstehenden Herausforderungen gutes Gelingen und eine glückliche Hand!“

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