Safer Internet Day 2026: Deutscher Lehrerverband fordert sichere digitale Räume für Austausch, Lernen und Zusammenarbeit

  • Plattformanbieter stärker in die Pflicht nehmen
  • Notwendig: Medienbildung, Aufklärung und Sensibilisierung

Anlässlich des Safer Internet Day 2026 betont Stefan Düll, Präsident des Deutschen Lehrerverbands (DL), die gesamtgesellschaftliche Verantwortung für ein sicheres und verantwortungsvolles digitales Miteinander. „Safer Internet betrifft uns alle: vor allem, aber nicht nur Kinder und Jugendliche“, so Düll. „Wir alle arbeiten, kommunizieren und lernen täglich online. Deshalb müssen Schutz und Teilhabe immer gemeinsam gedacht werden.“

Mit Blick auf aktuelle Diskussionen zu Altersgrenzen oder Verbotsstrategien für soziale Medien warnt der DL-Präsident vor zu einfachen Lösungen: „Reine Verbote oder starre Altersgrenzen sind kein Allheilmittel. Kinder und Jugendliche haben ein Recht auf Kommunikation und Information.“

Statt Verbote in den Mittelpunkt zu stellen, fordert Düll einen umfassenderen Ansatz: „Wir müssen die digitalen Infrastrukturen stärken, die sicheren Austausch, Lernen und Zusammenarbeit ermöglichen. Das gilt für Social-Media-Plattformen ebenso wie für KI-Anwendungen wie ChatBots. Und wir müssen die Plattformanbieter stärker in die Pflicht nehmen, damit sie sichere und transparente digitale Räume für alle Nutzerinnen und Nutzer bereitstellen.“

Darüber hinaus müssten bestehende Regelungen zur Löschung von schädlichen und extremistischen Inhalten konsequent umgesetzt werden, Zugleich gebe es Inhalte, die rechtlich zulässig, aber dennoch problematisch seien. Düll dazu: „Für diese Inhalte, die im Englischen „awful but lawful“, also „rechtlich korrekt, aber Dreck“ genannt werden, braucht es zum einen verstärkte Medienbildung, Aufklärung und Sensibilisierung. Zum anderen müssen Kinder und Jugendliche Unterstützung und verlässliche Ansprechpartner haben, damit sie in Situationen emotionaler Überforderung oder psychischen Drucks – online wie offline – nicht allein gelassen werden.“

Medienbildung müsse daher konsequent gefördert werden, um junge Menschen zu befähigen, digitale Technologien sicher, reflektiert und selbstbewusst zu nutzen. „Es braucht verlässliche Online-Strukturen, klare Regeln und Verantwortung auf Seiten der Anbieter“, erklärt Düll. „Kinder und Jugendliche müssen die Werkzeuge erhalten, mit denen sie aktuelle und zukünftige Technologien souverän bedienen können. Medienbildung ist dafür unverzichtbar.“

Zum Safer Internet Day appelliert der Deutsche Lehrerverband daher an Politik, Gesellschaft und Wirtschaft, gemeinsam an einem sicheren digitalen Ökosystem zu arbeiten: „Unser Ziel muss ein Internet sein, das schützt, stärkt und allen eine sichere Teilhabe ermöglicht.“

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Für Stellungnahmen erreichen Sie DL-Präsident Stefan Düll über presse@lehrerverband.de bzw. über

0151-10 92 68 48.

Für den Inhalt verantwortlich: Geschäftsstelle Deutscher Lehrerverband – Anne Schirrmacher

DL-Präsident Stefan Düll gratuliert Staatsministerin Anna Stolz zur Übernahme der Präsidentschaft der Bildungsministerkonferenz

 

  • Deutscher Lehrerverband begrüßt Leistungsorientierung der neuen BMK-Präsidentin
  • Papier des DL zur Schüler-ID: Messung und Erfassung von Daten führt nicht automatisch zu besseren Leistungen
  • Föderaler Austausch in der Bildung von entscheidender Bedeutung 

Stefan Düll, Präsident des Deutschen Lehrerverbands, gratuliert der bayerischen Staatsministerin für Unterricht und Kultus, Anna Stolz, herzlich zur Übernahme der Präsidentschaft der Bildungsminister-konferenz in der Ständigen Konferenz der Kultusminister der Länder (KMK) und wünscht ihr für das Amt mit seinen zahlreichen Aufgaben und Perspektiven alles Gute, viel Kraft und gutes Gelingen.

Düll hebt hervor: „Der Deutsche Lehrerverband begrüßt die Schwerpunktsetzung, die Staatsministerin Stolz für ihre Amtszeit als BMK-Präsidentin angekündigt hat: die Förderung einer gesunden und positiven Leistungskultur an Schulen. Das ist in der gesellschaftlichen Debatte ein wichtiges politisches Signal. Leistung und ein gewisser Druck sind ein selbstverständlicher Teil des Lebens, auch Schule muss grundsätzlich Leistung fordern. Lernvorgaben, Tests und Noten holen Schülerinnen und Schüler aus ihrer Komfortzone und regen ihren Ehrgeiz und ihre Weiterentwicklung an. Es geht um die richtige Mischung aus Zutrauen und Zumutung.“

Angesichts der Diskussion um die Einführung einer Schüler-ID warnt der DL-Präsident davor, davon auszugehen, dass Messung und Erfassung von Daten automatisch zu besseren Schülerleistungen führen. Er verwies in diesem Kontext auf das Papier des Deutscher Lehrerverbands zu den Risiken, Chancen und dem noch notwendigen Klärungsbedarf hinsichtlich einer Schüler-ID. Die Einführung einer personalisierten Schüler-ID sollte klar definierten Zielen mit echtem Mehrwert für die Leistungsförderung dienen und darf die Bürokratie an den Schulen nicht aufblähen.

„Bildung ist eines der zentralen gesellschaftlichen Zukunftsthemen“, betont Düll. „Gerade weil Bildung Ländersache ist, kommt dem Austausch zwischen den Ländern und dem Dialog zwischen den Ländern und der Bundesebene eine entscheidende Bedeutung zu. Die Präsidentin der Bildungsministerkonferenz hat die Möglichkeit, wichtige Akzente zu setzen und Debatten und Entwicklungen anzustoßen.“

Das Bildungssystem steht vor den Herausforderungen einer zunehmend heterogenen Schülerschaft, dem wachsenden Bedarf an Medien- und Demokratiebildung sowie dem anhaltenden Lehrkräftemangel: Düll sieht für die Bildungsministerkonferenz und ihrer Präsidentin wichtige Aufgaben: „Von der BMK müssen klare Impulse ausgehen, damit diese Herausforderungen überall im Land und an jeder Schule wirksam angegangen werden können: mit den notwendigen Ressourcen, sowohl was Personal als auch was Geldmittel angeht.“

Das Papier des Deutschen Lehrerverbands zur Schüler-ID finden Sie  unter dem Link https://www.lehrerverband.de/schueler-id.

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Schüler-ID – Chancen, Risiken und notwendige Klärungen

Die Diskussion um eine Schüler-ID wird seit einiger Zeit geführt und das Konzept oft als Lösung für verschiedene Herausforderungen im Bildungsbereich gesehen. Allerdings fehlt bei der Verwendung des Stichworts „Schüler-ID“ bislang eine klare Zieldefinition.

Dabei muss vor allem zwischen zwei Konzepten unterschieden werden: einem Bildungsverlaufsregister für Forschung und Wissenschaft und einem personengebundenen Datensatz für die schulische Praxis. Anonymisierte Daten ermöglichen lediglich allgemeine Förderstrategien, während personalisierte Daten strenge Datenschutz- und Zugriffsbeschränkungen erfordern. Während ein anonymisiertes Register für wissenschaftliche Zwecke grundsätzlich unproblematisch erscheint, wirft eine personalisierte Schüler-ID verschiedene ungeklärte Fragen und Risiken auf. Die bisherige Diskussion vermischt beide Ansätze und bleibt damit unklar.

Eine Einführung einer personalisierten Schüler-ID sollte klar definierten Zielen dienen. Ohne diese Klärung ist jede Datenerhebung nicht nur fragwürdig, sondern auch datenschutzrechtlich unzulässig.  Die Resultate einer Schüler-ID sollte letztendlich den Schülern in ihrem Bildungserwerb, den Lehrkräften in ihrer didaktisch-pädagogischen Arbeit mit den Schülern und den Schulleitungen in ihrer organisatorischen Planung und pädagogischen Verwaltung zugutekommen. Übergeordnete anonymisierte Datenauswertung in der Bildungsverwaltung und in der Forschung der Universitäten sollte für Unterstützungsprogramme und die Entwicklung neuer Lernkonzepte in der Lehrkräfteausbildung genutzt werden. Datenerhebung darf nicht zum unbegrenzten Datensammeln ausarten.

Aktuell ist noch ungeklärt, was genau gespeichert werden soll, wer Zugriff erhält, wie lange Daten aufbewahrt werden und wie die Auswertung erfolgt. Hier besteht die Gefahr einer Überfrachtung mit sensiblen Informationen und unklaren Zuständigkeiten, deshalb sollte nach dem Prinzip der Daten-sparsamkeit gehandelt werden. Der Unterschied zur geplanten Bürger-ID muss eindeutig sein: Bildungsrelevante Datensätze einzelner identifizierbarer Personen sollten im Regelfall nur auf der Schulebene zugänglich sein und ausgewertet werden.

Internationale Vorbilder wie Kanada werden häufig unkritisch herangezogen, sind aber aufgrund unterschiedlicher Schulsysteme nicht einfach übertragbar. So wechseln die Lehrkräfte in Kanada jeweils nach einem Schuljahr, während im deutschen Schulsystem eine Lehrkraft eine Schulklasse als Klassenlehrkraft oder als Fachlehrkraft oft über mehrere Jahre begleitet. 

Besonders dringlich sind die Fragen des Datenschutzes und der Datensicherheit. Ohne klare Zweckbindung und rechtliche Rahmenbedingungen ist die Einführung nicht möglich. Neben der DSGVO sind die EU-Datenverordnung, das Gesetz über digitale Dienste und – bei möglicher KI-Nutzung – die EU-Verordnung über künstliche Intelligenz zu beachten. Auf der praktischen Ebene stellt sich die Frage: Wer trägt Verantwortung für Betrieb, Finanzierung und Datenschutz? Wird jedes Bundesland ein eigenes System entwickeln, was wiederum zu Übertragungsproblemen im Fall eines Umzugs von einem Bundesland in ein anderes führen kann?

Ein zentrales Spannungsfeld bleibt der Schutz vor Stigmatisierung gegenüber dem Bedarf an relevanten Informationen. Für sicherheitsrelevante Fälle wie Gewaltvorfälle oder Bedrohungen müssen Informationen gezielt und dosiert an berechtigte Personen (Schulleitung, Beratungs-lehrkräfte, multiprofessionelle Teams) weitergegeben werden – nicht an das gesamte Kollegium. Für solche Fälle braucht es jedoch nicht zwingend eine Schüler-ID, sondern bessere Vernetzung mit Polizei und Jugendhilfe. Eine Schüler-ID sollte sich daher auf die Abbildung des Bildungsstandes, die Planung individueller Förderung und die Verbesserung von Unterricht und Maßnahmen konzentrieren.

Ein pädagogischer Mehrwert kann nur entstehen, wenn die Schüler-ID die Arbeit in den Schulen erleichtert und nicht zusätzliche Bürokratie erzeugt. Notwendig sind technische Lösungen, die die pädagogische Arbeit unterstützen, sowie ergänzende personelle Ressourcen für Dateneingabe und Auswertung und zur personalisierten Förderung. Daten allein führen nicht zu Fortschritt – sie müssen fachlich interpretiert und in konkrete Fördermaßnahmen umgesetzt werden.

Die entscheidende Frage: Welche zusätzliche Unterstützung erhalten Lehrkräfte konkret durch eine Schüler-ID, und wie kann sie Schülern in ihrem Bildungserwerb wirklich im Alltag helfen? Auswertungen von Schulstudien – also anonymisierte Daten – können zu flächendeckenden Fördermaßnahmen und Unterrichtskonzepten für verschiedene Klassenstufen oder Schulformen führen, um z.B. Lesefähigkeiten oder Mathematikverständnis im Schulalltag verstärkt zu fördern. Wenn die Ergebnisse einer personalisierten Schüler-ID besonderen Bedarf an Unterstützung anzeigen, hilft das allerdings nicht weiter, wenn die vorhandenen Ressourcen (Personal, Zeit, Material) nicht die besondere Förderung des jeweiligen Schülers ermöglichen. Dabei gilt es auch, die Förderung besonders begabter Schülerinnen und Schüler im Blick zu haben.

Die Forschung an den Universitäten sollte dem alltagspraktischen Wohl an den Schulen im Interesse der Leistungsförderung der Schüler dienen – nicht die Schulen als Datensammelstelle für schulalltagsentkoppelte Forschungsinteressen der Universitäten. Das konkrete pädagogische Handeln muss im Vordergrund stehen.

Lehrkräfte arbeiten auch heute schon mit den Erkenntnissen, die sich aus Ergebnissen von Leistungskontrollen und Jahrgangs ergeben. Bildungsverwaltung und Forschung müssen vor der Einführung einer Schüler-ID die Frage beantworten, inwiefern das System einer Verbesserung neben einer reinen Digitalisierung und Datenüberfrachtung dieses pädagogischen Prozesses darstellt.

Diese Vielzahl von Fragen müssen diskutiert und beantwortet werden, ehe über die Einführung einer flächendeckenden Schüler-ID entschieden werden kann. Auf keinen Fall sollte die personalisierte Schüler-ID als Maßnahme für Personaleinsparungen im Bildungsbereich verstanden werden. Angesichts der Mittelknappheit in allen Bereichen darf es auch nicht dazu kommen, dass unverhältnismäßig hohe Investitionen in eine unwirksame Maßnahme unternommen werden.

Präsidium Deutscher Lehrerverband – Januar 2026

Das Papier des Deutschen Lehrerverbands zur Schüler-ID können Sie hier (Deutscher Lehrerverband Papier Schüler ID) als PDF herunterladen. 

Deutscher Lehrerverband und #UseTheNews starten Partnerschaft für Medien- und Demokratiebildung

Die Nachrichtenkompetenz-Initiative #UseTheNews und der Deutsche Lehrerverband engagieren sich für Demokratie- und Medienbildung an den Schulen und gehen eine Partnerschaft zur gegenseitigen Unterstützung ein. Die Zusammenarbeit soll dazu beitragen, die Nachrichtenkompetenz von Schülerinnen und Schülern in einer digitalisierten Welt zu fördern. Als Basis für eine funktionierende Demokratie müssen Kinder und Jugendliche den Umgang mit Medien und Informationen einüben und den Unterschied zwischen Nachrichten und Desinformation erkennen lernen.  

„Gemeinsam mit unserem breiten Netzwerk von Partnern aus Medien und Bildung werben wir dafür, dass in Deutschland bis 2030 jedes Schulkind auf ein verbindliches und zeitgemäßes Unterrichtsangebot zur Vermittlung von Informations- und Nachrichtenkompetenz vertrauen kann. Die Zusammenarbeit mit dem Deutschen Lehrerverband ist dabei von herausragender Bedeutung“, begrüßt Meinolf Ellers, Geschäftsführer der UseTheNews gGmbH die Kooperation.

„In Zeiten von Desinformation und breitflächiger Verwendung von KI ist Demokratiebildung ohne Medienbildung undenkbar“, betont Stefan Düll, Präsident des Deutschen Lehrerverbands. „Schülerinnen und Schüler müssen lernen, Informationen kritisch zu hinterfragen, Quellen zu prüfen und zwischen Fakten und Meinungen zu unterscheiden. Lehrkräfte brauchen hier die Unterstützung durch Weiterbildung und durch Angebote externer Fachleute z.B. aus dem Journalismus für Unterrichtsbesuche und Projekttage – das macht die Netzwerkarbeit der Bildungsinitiative #UseTheNews so wertvoll.“

Der Deutsche Lehrerverband vertritt als Dachverband die vier Bundesverbände DPhV, VDR, BvLB und KEG.

Prof. Dr. Susanne Lin-Klitzing, Bundesvorsitzende des Deutschen Philologenverbands (DPhV), der vor allem Gymnasiallehrkräfte vertritt, hebt hervor: „Demokratiebildung braucht eine fachliche und fächerübergreifende Verankerung in den Lehrplänen sowie schulorganisatorische Spielräume. Umfassende Medienkompetenz und Demokratiebildung, wie beispielsweise die vertiefte Auseinandersetzung mit dem Grundgesetz, sind dazu auch in der Lehrkräfteaus- und -fortbildung zu vermitteln.“

Ralf Neugschwender vom Verband Deutscher Realschullehrer VDR führt aus: „Demokratiebildung und Medienbildung sind für Schülerinnen und Schüler vor dem Hintergrund von Verschwörungsmythen und Fake-News wichtiger denn je geworden. Demokratiebildung braucht Zeit, Raum und feste Verankerung im Schulalltag – die Lehrkräfte müssen in Zusammenarbeit mit der Gesellschaft die jungen Menschen auf ihrem Weg zu mündigen Bürgerinnen und Bürgern bestmöglich unterstützen.“

Pankraz Männlein und Dr. Sven Mohr, Bundesvorsitzende des Verbands der Lehrkräfte für Berufsbildung (BvLB), unterstreichen die Bedeutung der beruflichen Bildung: „Die beruflichen Schulen sind für einen großen Teil der jungen Menschen die letzte schulische Station, an der auf ihr demokratisches Bewusstsein noch eingewirkt werden kann. Deshalb benötigen auch unsere Lehrkräfte entsprechende Fortbildungen für fächerübergreifende Medien- und Demokratiebildung sowie Unterstützung durch außerschulische Kooperationspartner. Ebenso wichtig ist eine entsprechend zeitgemäße digitale Ausstattung der Schulen, wie z. B. mit Lehr-Lern-Landschaften, um auch selbstgesteuerte, motivierende und soziale Lernkulturen zu fördern.“

Gerlinde Kohl, Bundesvorsitzende der Katholischen Erziehergemeinschaft (KEG), hebt hervor: „Nachrichten und digitale Medien sind im Alltag von Kindern fester Bestandteil und können sie mit Inhalten konfrontieren, die sie überfordern. Aus entwicklungspsychologischer Sicht ist die Begleitung durch Erwachsene entscheidend, damit Kinder das Gehörte und Gesehene altersgerecht verarbeiten und einen kritischen Umgang mit Medien lernen. Medienexpertinnen und -experten können dabei sowohl Kinder als auch Erwachsene unterstützen, um eine verantwortungsbewusste Mediennutzung zu fördern.“

Über #UseTheNews

Die UseTheNews gGmbH geht der Nachrichtennutzung und -kompetenz junger Menschen auf den Grund und entwickelt neue Informations- und Bildungsangebote. Im Sinne einer funktionierenden und wehrhaften Demokratie verfolgt #UseTheNews das Ziel, Kindern und Jugendlichen bundesweit ein verlässliches Angebot zum sicheren Umgang mit Informationen und zur faktenbasierten Meinungsbildung zu machen. Initiiert wurde #UseTheNews 2020 von der Deutschen Presse-Agentur dpa und der Hamburger Behörde für Kultur und Medien, begleitet von der Hochschule für Angewandte Wissenschaften (HAW) Hamburg und dem Leibniz-Institut für Medienforschung | Hans-Bredow-Institut. Die Initiative wird von einem Kuratorium aus namhaften Persönlichkeiten aus Medien und Politik unterstützt.

Über den Deutschen Lehrerverband

Der Deutsche Lehrerverband vertritt als Dachverband die vier Bundesverbände DPhV, VDR, BvLB und KEG, mit Lehrkräften an allgemeinbildenden und beruflichen Schulen aller Schulformen. Der Deutsche Lehrerverband setzt sich ein für eine starke Verankerung der Demokratiebildung an Schulen durch den Ausbau politischer und ethischer Bildung sowie fächerübergreifende Ansätze. Ziel ist es, Lehrkräfte und Schülerinnen und Schüler zu befähigen, demokratische Werte zu leben, kritisch zu denken und verantwortungsvoll mit Medien umzugehen.

Pressekontakt:

UseTheNews gGmbH / dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH
Jens Petersen
Leiter Konzernkommunikation
Telefon: +49 40 4113 32843
E-Mail: pressestelle@dpa.com

Stefan Düll, Präsident Deutscher Lehrerverband – 0151-10 92 68 48
presse@lehrerverband.de
Geschäftsstelle Deutscher Lehrerverband: 030-70 09 47 46
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DL-Präsident Stefan Düll zur Diskussion um Social-Media-Altersgrenzen

Eine feste Altersgrenze für die Nutzung von Social-Media-Plattformen ist problematisch – aus mehreren Gründen, eines davon die praktische Umsetzung einer Altersbegrenzung. Zudem betrifft das Suchtpotenzial nicht nur Jugendliche, sondern ebenso Erwachsene. Daher sollten Plattformen gesetzlich verpflichtet werden, alle Nutzer zu schützen, beispielsweise indem „Infinite Scrolling“ mit einem einfachen Klick begrenzt werden kann, indem wirksame Moderationsstrukturen aufgebaut und extremistischer Inhalte konsequent entfernt werden. Das Verhalten älterer Nutzergruppen zeigt zudem: Eine analoge Kindheit bietet keinen automatischen Schutz vor Online-Risiken.

Social Media eröffnet Jugendlichen wichtige Räume zum Lernen und zur Kommunikation – sei es für Hobbys, Interessen oder Hilfsangebote. Dort informieren sie sich auch über gesellschaftliche und politische Themen. Deshalb sollte das demokratische und unterstützende Angebot auf diesen Plattformen gestärkt werden, anstatt den Zugang zu blockieren. Jüngere Kinder brauchen dabei besonders die Begleitung ihrer Eltern, die mit ihren Kindern jeden Alters im Gespräch über ihr Online-Verhalten sein sollten.

Generell dürfen sich Eltern bei dem Thema nicht aus der Verantwortung ziehen. Eltern sind dafür verantwortlich, wann sie ihren Kindern den Zugang zu Smartphones, Tablets und anderen digitalen Endgeräten ermöglichen und wie sie den Zugang zum WLAN handhaben. Altersgrenzen für Social Media helfen nicht, wenn Eltern ihren Kindern Accounts einrichten. Medienkompetenz muss sowohl in Familien als auch in Schulen vermittelt werden, und die Politik ist gefordert, ausreichend qualifiziertes Lehrpersonal für diese und andere Aufgaben bereitzustellen.

Die aktuellen Umsetzungen der australischen Regelungen zeigen: Es gibt zahlreiche praktische und rechtliche Fragen zur Altersverifikation, vielen Jugendlichen gelingt es zudem, sie zu umgehen. Neue Plattformen mit Chatfunktionen werden auftauchen, die von den Kindern und Jugendlichen genutzt werden. Die Gesetzgeber hinken der Entwicklung hinterher, anstatt den digitalen Raum für alle Nutzer zu einem sicheren Raum zu machen, indem Social-Media-Plattformen und Online-Spiele mit Chatfunktionen z.B. zu bestimmten Default-Settings und Moderationsstrukturen verpflichtet werden.

Kinder und Jugendliche kommen sowohl offline als auch online in Situationen, in denen sie unangemessene oder gefährliche Entscheidungen treffen – wir müssen ihnen helfen, generell Urteilsfähigkeit zu entwickeln. Dafür brauchen sie nicht nur analoge Räume und Freizeitangebote, sondern auch die Möglichkeit zur digitalen Teilhabe.

DL-Präsident Stefan Düll zu den angekündigten Protesten gegen die Wehrpflicht während der Unterrichtszeit

Am Freitag, 5.12.2025, berät der Deutsche Bundestag abschließend über den Gesetzentwurf zum „Wehrdienst-Modernisierungsgesetz“, das danach beschlossen werden soll. Ebenfalls am Freitag wird in diesem Zusammenhang unter Schülerinnen und Schülern zu einem „bundesweiten Schulstreik“ als Protest gegen die Regelungen des neuen Gesetzes aufgerufen. DL-Präsident Stefan Düll äußert sich zu der Situation: 

„Die aktuelle Debatte über eine mögliche Wiedereinführung der Wehrpflicht beschäftigt auch unsere Schülerinnen und Schüler. Die Aufgabe der Schule besteht darin, sachlich über die rechtlichen Grundlagen, die sicherheitspolitische Situation sowie den gesellschaftlichen Kontext – insbesondere die Bedrohung durch Russland und dessen Unterstützer – zu informieren und Orientierungswissen zu vermitteln. Dabei ist wichtig: Niemand soll zum Wehrdienst gezwungen werden. Das Grundgesetz garantiert das Recht auf Verweigerung des Kriegsdienstes mit der Waffe. Wie bei anderen gesellschaftlichen und politischen Themen schaffen viele Lehrkräfte Raum für die Fragen der Schülerinnen und Schüler, wenn die Unterrichtszeit und Lehrplan es zulassen.  

Eine Ausweitung der Wehrpflicht auf Frauen oder die Einführung eines allgemeinen Pflichtdienstes findet derzeit im Deutschen Bundestag keine verfassungsändernde Mehrheit. Aufrufe zu Schulstreiks vermitteln hier einen falschen Eindruck. Ein verpflichtender Einsatz im Pflege- oder Rettungsbereich wäre rechtlich nur in einer besonderen Notlage zulässig und muss daher freiwillig bleiben. Schülerinnen können sich selbstverständlich mit ihren Mitschülern solidarisch zeigen und an politischen Aktionen teilnehmen, sofern sie die schulrechtlichen Vorgaben beachten. Die Schülerinnen und Schüler sollten sich auch generell damit beschäftigen, wer hinter Aufrufen zu Protesten und Demonstrationen steht bzw. wer sich damit solidarisiert, um sich mit ihrer Teilnahme nicht für undurchsichtige Zwecke instrumentalisieren zu lassen.

Sogenannte „Schulstreiks“ während der Unterrichtszeit gelten rechtlich nicht als Streiks, da Schülerinnen und Schüler keine Arbeitnehmer sind. Wer gegen die Reaktivierung der Wehrpflicht demonstrieren möchte, kann dies jederzeit außerhalb der Unterrichtszeit tun; die Versammlungs- und Meinungsfreiheit ist umfassend gewährleistet. Eine Demonstrationsteilnahme während der Unterrichtszeit ist ein unerlaubtes Fernbleiben vom Unterricht und liegt in der Verantwortung der Eltern bzw. der volljährigen Schüler. Sie erfordern die vorherige Abmeldung bei der Schulleitung, um unnötige Nachfragen bei den Eltern zu vermeiden, sowie die Bereitschaft, pädagogische oder disziplinarische Konsequenzen zu akzeptieren.

Die Schule wird in solchen Fällen mit Augenmaß handeln. In der Regel wird den Teilnehmenden ein Gespräch außerhalb des Unterrichts angeboten, um über Sinn, Folgen und alternative Formen politischer Beteiligung zu sprechen. Wer jedoch unentschuldigt dem Unterricht fernbleibt und Gesprächsangebote ablehnt, muss mit erzieherischen Maßnahmen bis hin zu einem Verweis rechnen.“

Foto von Maheshkumar Painam auf Unsplash

 

Deutscher Lehrerverband zu den IQB-Bildungstrends 2024:

Deutschland braucht eine Bildungs-Offensive!

„Wie oft noch wollen wir uns solch alarmierende Befunde leisten?“, fragt DL-Präsident Stefan Düll angesichts der erneut gesunkenen Leistungen in Mathematik und Naturwissenschaften. „Wollen wir wirklich den Spitzenplatz Deutschlands als MINT-Nation aufs Spiel setzen?“ Laut OECD-Studie „Bildung auf einen Blick 2025“ erreicht kein anderes Land einen höheren Anteil an MINT-Abschlüssen im tertiären Bereich – diesen Vorsprung dürfe Deutschland nicht verspielen.

Düll warnt: „Woher sollen die Fachkräfte von morgen kommen – die, die Energiewende, Mobilität und Klimafolgen meistern sollen?“ Statt endloser Zuständigkeitsdebatten und gegenseitiger Schuldzuweisungen brauche es endlich entschlossenes Handeln: „Schluss mit Systemstreitereien, Ideologiedebatten und Digitalpessimismus. Geben wir den jungen Leuten Zutrauen und Zumutung! Sie sind leistungsfähig, wenn wir sie fordern – nicht, wenn wir sie vor jeder Anstrengung bewahren.“

Der DL-Präsident fordert eine umfassende Schul- und MINT-Offensive: gezielte Investitionen in Bildung von der frühkindlichen Förderung bis zur Hochschule, in Digitalisierung und KI-Nutzung, in Begabtenförderung, Mental Health und moderne Schulgebäude. Entscheidend sei zudem ein attraktives Berufsbild für Lehrkräfte – insbesondere in den MINT-Fächern. „Ohne qualifizierte und engagierte Lehrkräfte fehlt uns der Nachwuchs für Forschung, Wirtschaft und Bildung gleichermaßen.“

Die sinkende Zahl von Jugendlichen in der Leistungsspitze bewertet Düll als „besorgniserregend“; Förderung müsse beides leisten: Unterstützung für diejenigen, die Mindeststandards verfehlen, und konsequente Förderung der Leistungsstarken: „Wir dürfen uns keine Vernachlässigung des MINT-Bereichs leisten – zu groß ist seine Bedeutung für den Wohlstand unseres Landes.“

Abschließend betont er: „Bildung braucht Kontinuität, Ausstattung und Vertrauen – aber auch höchsten Einsatz. Schulen müssen Orte sein, an denen Leistung zählt und Zukunft entsteht. Das kostet Geld. Leisten wir es uns endlich.“

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Für Stellungnahmen erreichen Sie DL-Präsident Stefan Düll über presse@lehrerverband.de bzw. über 0151-10926848.

Für den Inhalt verantwortlich: Geschäftsstelle Deutscher Lehrerverband – Anne Schirrmacher

Amokdrohungen an Schulen

Deutscher Lehrerverband: „Entscheidend sind Prävention und Schulkultur – und die dafür notwendige Unterstützung!“

Stefan Düll, Präsident des Deutschen Lehrerverbands, zeigt sich besorgt über die jüngsten Amokdrohungen gegen Schulen. „Solche Vorfälle versetzen nicht nur Schülerinnen und Schüler, Eltern und Lehrkräfte in Angst, sondern stören auch nachhaltig das Vertrauen in den sicheren Lernraum Schule“, betonte der Verbandspräsident.

Am Wochenende gab es gegen drei Schulen im Kreis Wesel Drohungen in den sozialen Medien. Und am Sonntag hatte eine 14-Jährige für Montag eine Amoktat an Schulen in Velbert über eine Messenger-App angedroht. In beiden Fällen finden Ermittlungen statt, aber es droht laut den Behörden keine konkrete Gefahr, so dass der Unterricht weiterhin stattfindet. Laut aktuellen Presseberichten am Dienstag hat die 14-Jährige ausgesagt, sie habe die Amokdrohung „aus Spaß“ geschrieben.

„Neben erschreckenden Gewaltvorfällen, die an Schulen sehr selten stattfinden, haben wir es immer wieder mit Drohungen gegen Schulen zu tun. Wenn daraus glücklicherweise keine Gewaltlage folgt, geht die Berichterstattung darüber oft nicht über die Regionalebene hinaus. Solche Drohungen dürfen nicht einfach als ‚dumme Jugendstreiche‘ abgetan werden. Jede dieser Nachrichten erzeugt reale Verunsicherung und bindet enorme Ressourcen von Polizei und Schule“, erklärt Stefan Düll. „Gleichzeitig müssen wir besonnen reagieren und Prävention in den Mittelpunkt stellen.“

Der Deutsche Lehrerverband sieht vier zentrale Handlungsfelder:

  1. Kommunikation stärken:

Schulen brauchen feste Strukturen für den offenen Austausch zwischen Lehrkräften, Schülerinnen und Schülern sowie Eltern. Niedrigschwellige Ansprechmöglichkeiten für Sorgen und Konflikte können verhindern, dass sich Probleme im Verborgenen zuspitzen.

  1. Digitale Verantwortung fördern:

Der Umgang mit Messenger-Apps und sozialen Medien muss stärker Bestandteil der Medienbildung werden. Schülerinnen und Schüler müssen verstehen, welche Tragweite digitale Botschaften haben – und welche strafrechtlichen Konsequenzen Drohungen nach sich ziehen können.

  1. Schulkultur festigen:

Ein respektvolles Miteinander, klare Regeln und eine gelebte Kultur der Fürsorge bilden die Grundlage für Sicherheit und Vertrauen. Schulen brauchen ausreichend Zeit, Personal und Unterstützung, um Projekte zu Gewaltprävention, Demokratiebildung, Medienerziehung und sozialem Lernen zu verankern.

  1. Sicherheitsbeauftragte an Schulen:

Dezidierte Sicherheitsbeauftragte, die dafür auch Entlastung beim Unterrichten bekommen sollten, können ein ganzheitliches Sicherheitskonzept für die Schule in ihrer speziellen Lage und Ausstattung erarbeiten, um alle Aspekte von Unfallschutz, Gesundheitsschutz, Katastrophenschutz und Umgang mit Unfällen und Gewalt zusammenzubringen.

„Wir brauchen mehr Schulsozialarbeit, eine verbesserte Ausstattung für Präventionsprojekte und vor allem mehr Zeit, um Beziehungen in den Klassenzimmern zu pflegen“, betont DL-Präsident Stefan Düll.

Ob möglicherweise Berichterstattung über Amokdrohungen oder Spielfilme wie der vergangene Polizeiruf am Sonntagabend über einen Amoklauf an einer Schule zu mehr Nachahmungen von (nicht ernstgemeinten) Drohungen führen können, ließ der Verbandspräsident offen: „Natürlich ist es möglich, dass Jugendliche sich dadurch zu Drohungen gegen ihre Schulen inspirieren lassen, weil sie den Ernst des Themas und die Konsequenzen einer solchen Drohung völlig unterschätzen, doch Ursache und Wirkung kann man hier nicht eindeutig feststellen. Nicht über Amokdrohungen und Amoktaten zu berichten und dieses Thema aus der fiktionalen Behandlung durch Spielfilme auszuschließen, ist aber keine Lösung. Notwendig ist hier eine einfühlsame Einbettung in Berichterstattung und Programm durch die Medien auf der einen Seite, und Medienbildung und psycho-soziale Prävention an den Schulen und in der Gesellschaft insgesamt.“

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Für Stellungnahmen erreichen Sie DL-Präsident Stefan Düll über presse@lehrerverband.de bzw. über 0151-10926848.

Für den Inhalt verantwortlich: Geschäftsstelle Deutscher Lehrerverband – Anne Schirrmacher

Stefan Düll, Präsident des Deutschen Lehrerverbands, zur Arbeitsbelastung von Schulleitungen

Schulleitungen nehmen eine Vielzahl an Aufgaben wahr – neben den alltäglichen organisatorischen Prozessen für den Ablauf des Schulalltags haben sie die langfristige Gestaltung der Schule im Blick: von der Umsetzung der Digitalisierung über Verankerung der Demokratiebildung bis hin zu Ausstattung und Sanierung ihres Schulgebäudes. Sie vermitteln ihren Schulen Stabilität und Orientierung bei neuen Entwicklungen.

Auf allen Ebenen sind die Schulleitungen vom Fachkräftemangel betroffen: Der Lehrkräftemangel muss von ihnen organisatorisch im Alltag aufgefangen werden, indem sie kurzfristige und langfristige Vertretungen finden, fehlendes Personal in den Bereichen Verwaltung, IT und Gebäudebetreuung und -reinigung erschwert die Aufgaben zusätzlich. 

Schulleitungen sind Anlaufstelle für die Fragen, Probleme und Konflikte von Schülerinnen und Schülern, Lehrkräften und Eltern, oft müssen sie dabei als Mediator wirken. Sie müssen sicherstellen, dass die Schulfamilie auf Ausnahmesituationen vorbereitet ist und im Fall von Unfällen, Naturkatastrophen oder Gewalttaten die Krisen managen.

Für einige Schulformen wie die Grundschulen gibt es regional schon einen eklatanten Schulleitungsmangel, weil die hohe Belastung sich nicht in einer entsprechenden Bezahlung widerspiegelt. Viele Personen, die in den Schulleitungen tätig sind, gehen über ihre eigenen Kräfte hinaus und landen im Burn-out.

Wir fordern für Schulen und Schulleitungen mehr Unterstützung:

  • Maßnahmen gegen den Lehrkräftemangel
  • Mehr Personal für die Schulen in den Bereichen Verwaltung, IT, Gebäudebetreuung und Reinigung
  • Zusätzliche Qualifizierung durch Weiterbildungsangebote für zukünftige Kandidatinnen und Kandidaten sowie für bestehenden Schulleitungen
  • Unterstützung durch Burn-out-Prophylaxe, damit Personen mit Schulleitungsaufgaben mit ihren Kräften haushalten
  • Reduktion der Unterrichtsverpflichtung von Schulleitungen

Schulen brauchen ein Make-over: Schluss mit ekelerregenden Toiletten, unsanierten Schulen, überfüllten Klassenzimmern und Technik aus dem vergangenen Jahrhundert!

Statement von Stefan Düll, Präsident des Deutschen Lehrerverbandes, zur MINT-Offensive und dem anhaltenden Lehrkräftemangel:

Deutschland ist laut den aktuellen OECD-Zahlen („Bildung auf einen Blick“, 09.09.2025) MINT-Champion bei der Zahl der Absolventen – aber genau dort, wo die Zukunft gebaut wird, droht uns das Personal auszugehen! 35 Prozent unserer Absolventen kommen aus dem MINT-Bereich, ein Weltspitzenwert, doch die wenigsten landen als Lehrkräfte an unseren Schulen. Es wird händeringend nach Mathematik-, Informatik-, Naturwissenschafts- und Technik-Lehrkräften gesucht, während Unternehmen um genau diese Talente werben und so auch ehemalige Lehramtsstudierende in Unternehmen statt in Schulen arbeiten. Angesichts dieses eklatanten Mangels ist Schluss mit Schönreden: Wer MINT-Talente für die Schule gewinnen will, muss endlich liefern!

Schulgebäude müssen einladend, technisch modern und täglich sauber sein – sonst kommt der Nachwuchs nicht, sondern kehrt dem Lehrerberuf den Rücken. Wer die besten Köpfe gewinnen will, muss attraktive Arbeitsbedingungen bieten, dazu gehören mehr Entlastung von Verwaltung, echte Teams mit Sozialarbeit und Psychologie, sowie konkurrenzfähige Bezahlung zum Arbeitsmarkt.

Unsere Botschaft ist klar: Wenn Politik und Gesellschaft weiter die Augen verschließen, verspielt Deutschland seine Innovationskraft und den Anschluss an die Weltspitze. Die Ausbildung muss pädagogisch gründlich sein, die Schulen Orte, an denen junge Talente gerne anfangen. Bildung und Lehrkräftegewinnung brauchen jetzt radikale Investitionen statt wachsweicher Absichtserklärungen. Nur dann entstehen auch in den MINT-Klassenräumen neue Spitzenkräfte von morgen!

Foto von Jeswin Thomas auf Unsplash