Früher impfen, mehr testen, Stufenpläne verabschieden!

Deutscher Lehrerverband fordert mehr Gesundheitsschutz an Schulen und ein Gesamtkonzept zum Ausgleich von Lerndefiziten!

Über die Weigerung der Ständigen Impfkommission, Lehrkräfte bei den Impfungen mehr zu priorisieren, zeigen sich die im Deutschen Lehrerverband organisierten Lehrerverbände (DPhV, VDR, BvLB und KEG) sehr enttäuscht.

Heinz-Peter Meidinger, Präsident des Deutschen Lehrerverbands, betonte: „Es geht nicht darum, dass Lehrkräfte eher als alte Menschen geimpft werden wollen. Aber wenn es unserer Gesellschaft wichtig ist, Kinder baldmöglichst wieder zurück in unsere Schulen zu holen und diese zu sicheren Orten zu machen, dann darf man mit der Impfung von Lehrkräften nicht so lange warten, bis dieses Schuljahr vorbei ist.“ Leider habe aber der Appell der Bundeskanzlerin, die Impfpriorität von Lehrkräften zu überprüfen, bislang bei den zuständigen Behörden keinerlei Wirkung gezeigt, so Meidinger.

Er verwies auf eine aktuelle Studie der TU Berlin, wonach das Risiko, sich im Präsenzunterricht in vollen Lerngruppen an Schulen anzustecken, um ein Mehrfaches höher sei als in Supermärkten, in Großraumbüros und in Museen oder bei Kulturveranstaltungen.

Der Deutsche Lehrerverband mahnte aber auch dringend an, weitere Maßnahmen zum besseren Gesundheitsschutz an Schulen zu ergreifen. DL-Vorsitzender Meidinger nannte neben einem an das regionale Infektionsgeschehen gekoppelten Hygienestufenplan eine qualifizierte Maskenpflicht in Klassenräumen mit chirurgischen Atemschutzmasken als Mindeststandard, regelmäßige Schnell-Selbsttestungen von Lehrkräften und Schülern wie in Österreich sowie die flächendeckende Ausrüstung von schlecht belüftbaren Unterrichtsräumen mit Raumluftfilteranlagen. Er betonte: „Nur mit einem solchen Gesundheitsschutzpaket lassen sich Schulöffnungen derzeit verantworten, wenn wir nicht wollen, dass Mutationsvarianten, die sich unter Kinder und Jugendlichen besonders stark verbreiten, den gerade anlaufenden Schulbetrieb schnell wieder lahmlegen.“

Als wenig durchdacht und auch in der Sache kontraproduktiv hat Meidinger die Forderung nach Einführung eines verpflichtenden Samstagsunterrichts bis zum Schuljahresende bezeichnet: „Zum einen kommt die Mehrheit der Schülerinnen und Schüler mit dem Distanzunterricht inzwischen gut zurecht, so dass bei diesen kaum große Lernlücken auftreten. Für die Gruppe von Kindern und Jugendlichen, die wir im Distanzunterricht nicht erreichen, nützt auch digitales Lernen am Samstag nichts. Wir erleben gerade eine äußerst anstrengende Schulphase für Lehrkräfte, Schüler und Eltern, die von allen Beteiligten deutlich mehr Einsatz als sonst erfordert. In einer solchen Situation jetzt noch die notwendige Verschnaufpause am Wochenende zusammenstreichen zu wollen, ist absolut kontraproduktiv. Mit der gegenwärtigen Schulrealität haben solche Vorschläge wenig zu tun!“

Meidinger forderte allerdings von der Bildungspolitik in allen Bundesländern ein Gesamt-konzept ein, wie man die Kinder und Jugendlichen, die während der Schulschließungen kaum erreicht wurden, so fördern könne, dass sie wieder den Anschluss erreichen. Ein sinnvoller Baustein eines solchen Konzepts sei neben dem freiwilligen Wiederholen das zusätzliche schulische Angebot besonderer individueller Förderung in überschaubaren Lerngruppen. Voraussetzung dafür seien Lernstandserhebungen und eine intensive Beratung der gefährdeten Schüler. Der DL-Präsident abschließend: „Wir teilen die Einschätzung absolut nicht, dass dieses Schuljahr für die Mehrheit der Kinder verloren ist. Aber es sind zusätzliche Anstrengungen nötig, um für leistungsschwächere Kinder trotz Corona eine erfolgreiche Fortsetzung der Schullaufbahn und das Erreichen des angestrebten Abschlusses zu sichern.“

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Für Stellungnahmen erreichen Sie DL-Präsident Heinz-Peter Meidinger unter 0160 – 52 75 608.

Für den Inhalt verantwortlich: Geschäftsstelle Deutscher Lehrerverband – Anne Schirrmacher

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Einladung zum Literarischen Salon:

Virtuelle Diskussion mit dem Präsidenten des Deutschen Lehrerverbandes und Autor Heinz-Peter Meidinger: „Was läuft schief an deutschen Schulen?“

Ort

Virtuelle Veranstaltung via Zoom

Termin

Dienstag, 23. Februar 2021 – 19:00 – 20:00 h

Hinweise zum Termin

Heinz-Peter Meidinger, Präsident des Deutschen Lehrerverbandes, ist, nicht zuletzt seit Beginn der Coronapandemie, Deutschlands gefragtester Schulpolitikexperte. Jetzt veröffentlichte er seine Streitschrift „Die 10 TodsĂĽnden der Schulpolitik“. Ganz aktuell geht es dabei auch um das „katastrophale Krisenmanagement bei der Bewältigung der Corona-Pandemie an Schulen„, aber auch um die ungelösten Probleme, die der aktuelle Ausnahmezustand einerseits schonungslos auf-, zum Teil aber auch vorĂĽbergehend zugedeckt hat. Ein Thema das uns alle gleichermaĂźen betrifft, Lehrer/innen, Eltern und SchĂĽler/innen!

Christine Büttner, Radioredakteurin und Fernsehmoderatorin, spricht mit Heinz-Peter Meidinger über sein Buch „Die 10 Todsünden der Schulpolitik“ und seine Reformvorschläge. Gerne antwortet Herr Meidinger auch auf das, was Sie konkret wissen möchten. Senden Sie uns Ihre Fragen doch gleich bei der Anmeldung zu.

Die Teilnahme ist kostenlos.

Anmeldung unter veranstaltungen-claudius@epv.de.

Die Teilnehmer erhalten vor der Veranstaltung eine Einladung mit den Zugangsdaten.

„Die 10 TodsĂĽnden der Bildungspolitik“

Aktuell – Einladung zum literarischen Salon mit DL-Präsident Heinz-Peter Meidinger am 23.02.2021 zu seinem Buch „Die 10 Todsünden der Schulpolitik“ – Details hier

Deutschland versinkt im Schulchaos. Reform folgt auf Reform und doch verändert sich an den grundsätzlichen Defiziten so gut wie nichts. Die Schule ist heillos überfordert, soll sie doch alle gesellschaftlichen Probleme von der Integration bis hin zur demokratischen Erziehung lösen. Dazu Lehrermangel allerorten, Defizite bei der Digitalisierung und die fatalen Auswirkungen des Neoliberalismus, Stichwort Ware Bildung. Die Coronakrise hat das Versagen der Bildungspolitik endgültig offenbart. Heinz-Peter Meidinger vertritt 160.000 Lehrkräfte in Deutschland und ist der wohl gefragteste Experte in Sachen Schulpolitik. Wer könnte besser die Todsünden des Schulsystems benennen?

Heinz-Peter Meidinger: Die 10 TodsĂĽnden der Schulpolitik – eine Streitschrift

Link zur Verlagswebseite und zur Bestellung

Das Buch in den Medien:

Augsburger Allgemeine, 25.01.2021 – Interview: Lehrer-Präsident Meidinger: „Dann stirbt unsere Idee von Bildung“

Passauer Neue Presse, 25.01.2021 – Streitschrift – Lehrerverbandspräsident: Die „TodsĂĽnden“ der Bildungspolitik (nach Anmeldung kostenfrei lesbar)

Am 02.02.2021, 10:00 h war DL-Präsident Meidinger in der Sendung „Leute“ im SWR1 zu Gast und hat über sein neues Buch und die Situation an den Schulen gesprochen: Download der Sendung als MP3 zum Nachhören oder als Video

Leipziger Zeitung, 24.01.2021 – Heinz-Peter Meidingers Streitschrift gegen „Die 10 Todsünden der Schulpolitik“

RTL.de, 25.01.2021 – Interview: „Zehn Todsünden der Schulpolitik“ – Meidinger: „Unentschuldbar, dass seit März so wenig passiert ist“

RND.de, 25.01.2021 – Interview: Lehrerverbandspräsident Meidinger: „Trotz schlechter Bildungspolitik gibt es noch gute Schulen“

NTV.de, 25.01.2021 – Die TodsĂĽnden der Schulpolitik: „Das ist eigentlich unentschuldbar“

Süddeutsche Zeitung, 24.01.2021 – Biblischer Realismus

Interview zum Buch (Seite kostenpflichtig): Idowa, 25.01.2021: Heinz-Peter Meidinger: „Das Krisenmanagement war grottenschlecht“

 

 

 

 

Deutscher Lehrerverband unterstĂĽtzt VorstoĂź aus Schleswig-Holstein fĂĽr verbindlichen Hygienestufenplan

Der Präsident des Deutschen Lehrerverbandes, Heinz-Peter Meidinger, hat den Vorstoß des Ministerpräsidenten von Schleswig-Holstein, Daniel Günther, für einen verbindlichen – an eindeutigen regionalen Inzidenzwerten orientierten – bundesweiten Hygienestufenplan als absolut überfällig und unabdingbar für eine verantwortbare Öffnung von Schulen bezeichnet. Dies sei nicht nur ein guter Vorschlag, wie man in Anlehnung an das Infektionsgeschehen die Schulen oder auch die Geschäfte wieder öffnen könne, ein solcher Plan gewährleiste auch, dass man bei eventuell wieder steigenden Infektionszahlen nicht wie beim jetzigen zweiten Lockdown zu spät reagiere.

Der Verbandsvorsitzende betonte: „Dieser Vorschlag entspricht der Forderung der Lehrerverbände nach einer klaren Orientierung für die Schulen, welcher Unterrichtsbetrieb bei welchen Inzidenzzahlen in einer Region möglich ist. Dies gibt den Schulen bei fallenden oder auch steigenden Infektionszahlen die Chance, sich auf den Unterrichtsbetrieb – sei es Präsenz-, Wechsel- oder Distanzunterricht – perspektivisch vorzubereiten. Außerdem ist so eher gewährleistet, dass die Balance zwischen Gesundheitsschutz und Bildungsauftrag gewährleistet ist und nicht verloren geht!“

Meidinger erneuerte allerdings die dringliche Forderung seines Verbandes, unabhängig davon alles zu tun, um Schulen zu sicheren Orten zu machen. Immer noch fehle es an FFP2-Masken, Raumluftfilteranlagen und Maßnahmen zu mehr Gesundheitsschutz auf dem Schulweg, etwa durch Einsatz von mehr Schulbussen.

Eine wichtige Voraussetzung für mehr Gesundheitsschutz an Schulen sei außerdem die baldige Impfung von Lehrkräften. Der DL-Präsident schloss sich ausdrücklich der Einschätzung der baden-württembergischen Kultusministerin an, dass Lehrkräfte bei der Impfpriorität eher berücksichtigt werden müssten als derzeit vorgesehen. Er betonte abschließend: „Wer will, dass Schulen so bald wie möglich öffnen, muss diese zu sicheren Orten machen. Wenn Lehrkräfte nach dem jetzigen Stand erst gegen Ende des Schuljahres geimpft werden sollen, ist dies absolut kontraproduktiv!“

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Für Stellungnahmen erreichen Sie DL-Präsident Heinz-Peter Meidinger unter 0160 – 52 75 608.

Für den Inhalt verantwortlich: Geschäftsstelle Deutscher Lehrerverband – Anne Schirrmacher

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Gemeinsamer Appell von Kinder- und Jugendärzt/inn/en und Lehrkräften: Schulen zu sicheren Orten für Schüler und Lehrkräfte machen, Schulschließungen vermeiden und die Lebenschancen von Kindern wahren!

Berlin, 02.01.2021 Im Hinblick auf das Treffen der Ministerpräsidentinnen und -präsidenten mit der Bundeskanzlerin am 5. Januar 2021 appellieren die Deutsche Akademie für Kinder- und Jugendmedizin (DAKJ) und der Deutsche Lehrerverband (DL) gemeinsam an die Politik, alles dafür zu tun, damit Unterricht im neuen Jahr wieder unter verantwortbaren Bedingungen stattfinden kann, obwohl die SARS-CoV-2 Pandemie zunächst fortbestehen wird.

Den Vorschlag, die Weihnachtsferien bis Ende Januar zu verlängern und dafür die Sommerferien zu verkürzen, lehnen beide Dachverbände ab. Dazu sagte der DL-Präsident Heinz-Peter Meidinger: „Eine Verlängerung von Ferien ist nichts anderes als eine weitere Phase der Schulschließung, in der wir Kinder und Jugendliche sich selbst überlassen und unseren Bildungsauftrag nicht wahrnehmen. Außerdem führen solche Vorschläge nicht zu mehr Verlässlichkeit von Schule, sondern zu mehr Verunsicherung!“

Beide Organisationen sind sich einig, dass Präsenzunterricht sowohl zur ErfĂĽllung des Bildungsauftrages als auch unter psychosozialen Gesichtspunkten das Beste fĂĽr Kinder und Jugendliche ist. Dazu sagte der Generalsekretär der DAKJ Hans-Iko Huppertz: „Schule und Bildung gehören zu den GrundbedĂĽrfnissen der Kinder. SchulschlieĂźung bedeutet auch nachteilige Auswirkungen auf die psychosoziale und motorische Entwicklung, Kindeswohlgefährdung, Benachteiligung sozial Schwächerer, Gefährdung von Kindern mit besonderen Bedarfen und aktuelle Beeinträchtigung der Gesundheit der Kinder und Jugendlichen.“  

Allerdings sind sich DAKJ und DL bewusst, dass die Frage, in welcher Weise der Schulbetrieb nach den Weihnachtsferien wieder möglich ist, nicht losgelöst vom regionalen und überregionalen Infektionsgeschehen betrachtet werden kann. Auch wenn Schulen in der Regel nicht zu den Infektions-Hotspots zählen, sind sie Teil des Infektionsgeschehens und Infektionen werden dabei sowohl von außen in die Schulen hineingetragen als auch durch Übertragungen innerhalb der Schule wieder in die Allgemeinheit gestreut.

Gemeinsam fordern die beiden Verbände deshalb die Politik auf, jetzt für bundeseinheitliche und verbindliche Rahmenbedingungen und zusätzlichen Gesundheitsschutzmaßnahmen zu sorgen, damit unsere Schulen so bald wie möglich für eine Rückkehr zum Unterrichtsbetrieb bestmöglich vorbereitet sind.

Zu den dringlich zu ergreifenden Maßnahmen zählen:

  1. Es muss ein bundesweiter Hygienestufenplan etabliert werden, der abhängig vom Infektionsgeschehen und der Altersstufe klar festlegt, welche Gesundheitsschutzmaßnahmen notwendig sind und welche schulorganisatorischen Konsequenzen daraus folgen: Präsenzunterricht mit oder ohne Maskenpflicht, Wiederherstellung des Mindestabstands mit Wechselunterricht oder phasenweiser Distanzunterricht. Nochmalige komplette Schulschließungen bzw. Ferienverlängerungen sollen dadurch vermieden werden. Für einen solchen Hygienestufenplan hat die DAKJ zusammen mit der Deutschen Gesellschaft für Krankenhaushygiene bereits Vorschläge erarbeitet.

 

  1. Der Infektionsschutz an Schulen ist deutlich zu verbessern.
  • Alle Unterrichtsräume und Lehrerzimmer mĂĽssen belĂĽftbar sein.
  • Der Abstand von 1,5 m zwischen muss bei Wechselunterricht eingehalten werden können.
  • Lehrkräften sollen zum Gesundheitsschutz in ausreichender Zahl geeignete Atemschutzmasken zur VerfĂĽgung gestellt werden, auch um nicht zu Kontaktpersonen der Kategorie 1 zu werden.
  • Schnellteste auf Infektionen mit SARS-CoV-2 sollen bedarfsorientiert an Schulen vorgehalten werden.
  • Die Sanitäranlagen sollen in einen hygienisch einwandfreien Zustand versetzt werden.
  • Der Transport in Schulbussen und im öffentlichen Personennahverkehr ist unter Hygienegesichtspunkten zu regeln.
  • Lehrkräfte als Hygienebeauftragte sind in jeder Schule vorzusehen.
  • Strukturierte Ausbruchsanalysen bei Infektionsfällen in der Schule durch das Gesundheitsamt sind verpflichtend. AuĂźerdem sind Schulöffnungen und SchulschlieĂźungen durch wissenschaftliche Untersuchungen zu begleiten

Falls möglich sollten Schulen für die Einhaltung der Mindestabstandsregeln zusätzliche Räume zur Verfügung gestellt und außerdem deutlich mehr Busse eingesetzt werden, zumal diese derzeit ausreichend verfügbar sind. Noch ist unklar, wie neue Virusmutanten z.B. die südenglische Linie B1.1.7 das Infektionsgeschehen beeinflussen könnten. Aber die gemeinsam empfohlenen Maßnahmen könnten auch bei anderen Mutanten das Infektionsrisiko minimieren.

Das Recht von Kindern und Jugendlichen auf Bildung und Betreuung sowie ausreichender Gesundheitsschutz für Lehrkräfte und Schüler müssen gleichermaßen berücksichtigt und gewährleistet werden.

Deshalb liegt nach Auffassung von DKAJ und DL der Ball jetzt auf dem Spielfeld der Politik. Die Landesregierungen und der Bund haben die oberste Verpflichtung, deutlich mehr als bisher dafür zu tun, dass Unterricht ab Ende der Weihnachtsferien wieder möglich wird, damit die Zukunftschancen von Kindern und Jugendlichen nicht dauerhaft massiv gefährdet werden. Von dem Treffen am 5.1.2021 zwischen den Ministerpräsidenten der Länder und der Bundeskanzlerin erwarten die beiden Verbände jetzt eindeutige, die Rechte der Kinder und die Gesundheit von Schülerinnen und Schülern sowie Lehrkräften berücksichtigende Beschlüsse.

Prof. Dr. med. Hans-Iko Huppertz, Generalsekretär – Deutsche Akademie fĂĽr Kinder- und Jugendmedizin – Mobil  0170 5821842 – www.dakj.de

Prof. Dr. med. Johannes HĂĽbner, Erster Vorsitzender – Deutsche Gesellschaft fĂĽr Pädiatrische Infektiologie – Mobil 0176 24194368

Chausseestr. 128/129 in 10115 Berlin

Heinz-Peter Meidinger, Präsident – Deutscher Lehrerverband – Mobil 0160/5275608 – Dominicusstr. 3 – 10823 Berlin – www.lehrerverband.de – Anne Schirrmacher, DL-BundesgeschäftsfĂĽhrerin – Tel. 030 70 09 47 76

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Deutscher Lehrerverband zu den Ergebnissen der Grundschul-TIMSS-Studie 2019: Mit diesen Ergebnissen dĂĽrfen wir uns nicht zufrieden geben!

Dank und Anerkennung hat der DL-Präsident Heinz-Peter  Meidinger der Bildungsarbeit der deutschen Grundschulen ausgesprochen. Es sei in erster Linie dem Engagement der Lehrkräfte zu verdanken, dass trotz einer immer heterogeneren SchĂĽlerschaft und eines wachsenden Anteils von Kindern mit Migrationsgeschichte das Leistungsniveau einigermaĂźen stabil gehalten werden konnte, so der Verbandschef.

Er betonte aber auch: „Insbesondere mit den Ergebnissen im Fach Mathematik, die signifikant unter dem Durchschnitt der teilnehmenden OECD- und EU-Staaten liegen, dürfen wir uns in Deutschland mit Blick auf die Zukunftschancen unserer Kinder nicht zufrieden geben!“

Besonders dramatisch sei der Rückstand Deutschlands bei dem Anteil der besonders leistungsstarken Grundschüler im Fach Mathematik, so Meidinger. Nur 6 Prozent der an der Vergleichsstudie teilnehmenden Grundschüler hätten die höchste Kompetenzstufe erreicht, im Durchschnitt der OECD-Staaten seien dies dagegen fast doppelt so viele.

Der DL-Präsident ergänzte: „Es ist richtig, dass alles versucht werden muss, um besonders leistungsschwache Kinder in der Grundschule verstärkt zu fördern. Es ist aber falsch, die Leistungsspanne dadurch zu reduzieren, dass leistungsstärkere Kinder weniger gefördert werden. Zur begabungsgerechten individuellen Förderung gehören Zusatzangebote für beide Schülergruppen.“ Grundvoraussetzung dafür sei aber, dass endlich der Lehrermangel im Bereich der Primarstufe überwunden werde.

AbschlieĂźend wies Meidinger darauf hin, dass sich in den Leistungsergebnissen von 2019 noch nicht die Folgen der SchulschlieĂźungen und des Wechselbetriebs in diesem Jahr spiegelten. Er verlangte erneut ein Gesamtkonzept von den Landesregierungen zur Sicherung des Kompetenzniveaus und der Zukunftschancen von Kindern und Jugendlichen an allen Schularten in und nach der Coronakrise.

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Für Stellungnahmen erreichen Sie DL-Präsident Heinz-Peter Meidinger unter 0160 – 52 75 608.

Für den Inhalt verantwortlich: Geschäftsstelle Deutscher Lehrerverband – Anne Schirrmacher

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Deutscher Lehrerverband: Wir brauchen eine gesellschaftliche Initiative und eine pädagogische Offensive gegen Cybermobbing

Die heute veröffentliche Studie zum Cybermobbing unter Kindern und Jugendlichen weist nach Ansicht des Deutschen Lehrerverbands auf dringenden politischen und pädagogischen Handlungsbedarf hin. Die Studie „Cyberlife III“ wurde vom Bündnis gegen Cybermobbing in Kooperation mit der Techniker Krankenkasse vorgestellt.

DL-Präsident Heinz-Peter Meidinger betonte, dass sich die in der Studie aufgezeigte Verschärfung des Problems insbesondere bei Kindern zwischen 13 und 17 Jahren auch mit den Beobachtungen und Erfahrungen von Lehrkräften deckt. Es gebe inzwischen wohl keine Schule in Deutschland, die nicht mit entsprechenden Problemen zu kämpfen habe.

Der Verbandschef betonte: „In den sozialen Netzwerken und den zahllosen Klassen-WhatsApp-Gruppen findet tagtäglich tausendfach Mobbing statt, meistens von Mitschülern – leider in den meisten Fällen ohne Kenntnis der Eltern und Lehrkräfte. Vielfach erfahren diese erst davon, wenn der Leidensdruck der Kinder zu groß geworden ist oder über Dritte Informationen an die Schulen weitergegeben werden.“

Meidinger forderte eine höhere Aufmerksamkeit für diese besorgniserregende Entwicklung und eine gesellschaftliche Offensive gegen Cybermobbing. Viele Kinder und Jugendlichen betrachteten leider immer noch soziale Netzwerke als rechtsfreien Raum und hätten wenig Gespür für die möglichen schlimmen Folgen von Cybermobbing für die Betroffenen.

Der DL setzt bei dieser Offensive auf mehr Präventionsarbeit an Schulen durch entsprechend qualifizierte und mit zusätzlichen Zeitressourcen versehene Beratungslehrkräfte sowie externe Experten, aber auch auf konsequentes Einschreiten und klare Sanktionen gegenüber den Tätergruppen. Eine wichtige Rolle kommt nach Meidinger dabei den Eltern zu, die mit ihren Kindern den ständigen Austausch über deren Aktivitäten und Erfahrungen im Internet suchen sollten. Der Verbandsvorsitzende unterstrich abschließend: „Wir würden es auf jeden Fall begrüßen, wenn bei der Bekämpfung von Cybermobbing zusätzliche Unterstützungsangebote der Ministerien und Schulbehörden bereitgestellt werden. Zudem ist eine klare gesetzliche Regelung des Straftatbestands Cybermobbing wünschenswert, auch wenn es an den Schulen zunächst einmal um pädagogische Lösungen gehen wird!“

Die Studie des BĂĽndnis gegen Cybermobbing und der Techniker Krankenkasse ist unter https://www.tk.de/presse/themen/praevention/medienkompetenz/studie-cybermobbing-2095156 abrufbar.

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Für Stellungnahmen erreichen Sie DL-Präsident Heinz-Peter Meidinger unter 0160 – 52 75 608.

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Gemeinsame Pressemitteilung der DAK-Gesundheit und des Deutschen Lehrerverbandes: Jede vierte Lehrkraft Burnout-gefährdet

  • Sonder-Präventionsradar der DAK-Gesundheit untersucht Belastungen, Sorgen und Ă„ngste in NRW
  • Pandemie sorgt fĂĽr massiven Anstieg der Ăśberstunden
  • Präsident des Deutschen Lehrerverbandes begrĂĽĂźt Studie

Hamburg, 26. November 2020. Ängste, Überstunden, Unsicherheit: Lehrerinnen und Lehrer in Deutschland sind durch die anhaltende Corona-Krise massiv belastet. Jede vierte Lehrkraft ist regelmäßig emotional erschöpft und zeigt Burnout-Symptome. In den Schulen machen sich 65 Prozent der Beschäftigten größere Sorgen um die eigene Gesundheit. Außerdem arbeiten sie im Schnitt pro Woche fast einen Arbeitstag zusätzlich. Das zeigt eine aktuelle Sonderanalyse „Lehrergesundheit in der Corona-Pandemie“. Sie wurde im Auftrag der DAK-Gesundheit vom Institut für Therapie- und Gesundheitsforschung (IFT-Nord) in Kiel erstellt. Der Präsident des Deutschen Lehrerverbandes, Heinz-Peter Meidinger, begrüßt die DAK-Studie. Damit gebe es erstmals eine klare Bestandsaufnahme über die Mehrbelastung von Lehrkräften in Corona-Zeiten, die auch konkreten Handlungsbedarf für die Politik aufzeige.

Grundlage der Analyse ist eine umfassende Online-Befragung des IFT-Nord von 2.300 Lehrkräften verschiedener Schulformen im Oktober 2020 in Nordrhein-Westfalen. Laut Studienleiter Prof. Dr. Reiner Hanewinkel kann die Untersuchung auch auf andere Bundesländer und Schulen übertragen werden, da die Ausnahmesituation und Herausforderungen bundesweit größtenteils vergleichbar seien.

Gutes Bildungssystem braucht gesunde Lehrkräfte

In der Befragung geben 90 Prozent der Lehrkräfte an, der Schulunterricht sei im Vergleich zum Vorjahr deutlich anstrengender geworden. Gründe seien das Durchsetzen der Corona-Maßnahmen bei den Schülern, der eigene Gesundheitsschutz sowie der Ausfall von Kollegen. 28 Prozent der Lehrerinnen und Lehrer zeigen eine ausgeprägte Erschöpfung, die auf einen Burnout hinweisen kann. Ferner habe die Corona-Situation die Symptome verschärft. „Emotionale Erschöpfung ist ein wesentlicher Risikofaktor für Burnout“, sagt Andreas Storm, Vorstandschef der DAK-Gesundheit. „Wir erleben aktuell, wie stark die seelische Gesundheit vieler Lehrkräfte unter der Corona-Pandemie leidet. Um die Leistungsfähigkeit des Bildungssystems zu gewährleisten, sind gesunde Lehrerinnen und Lehrer eine Grundvoraussetzung. Da Corona noch länger ein Thema sein wird, gehört auch die Arbeitssituation der Lehrkräfte unter Pandemie-Bedingungen verstärkt in den Fokus der Politik.“

DL-Präsident Meidinger: Studie zeigt konkreten Handlungsbedarf

Der Präsident des Deutschen Lehrerverbandes (DL), Heinz-Peter Meidinger, begrüßt die vorgelegte Studie. Die Untersuchung der DAK-Gesundheit liefere erstmals nicht nur eine klare umfassende Bestandsaufnahme über die Mehrbelastung von Lehrkräften in Corona-Zeiten, sondern zeige auch konkreten Handlungsbedarf auf. Er betont: „Viele Lehrkräfte machen sich Sorgen um ihre eigene Gesundheit und die der Schülerinnen und Schüler. Das ist ein Hinweis darauf, dass die gegenwärtigen Hygieneschutzmaßnahmen nicht ausreichen. Neben der Mehrarbeit erschweren aber auch die fehlenden Vorgaben der Politik und der Personalmangel den Schulalltag in Corona-Zeiten, wie die Befragung zeigt.“

Lehrerinnen und Schulleitung am stärksten beeinträchtigt

Laut DAK-Studie belastet die Corona-Situation in den Schulen vor allem die weiblichen Lehrkräfte und die Schulleitungen. Rund ein Drittel der Lehrerinnen und Lehrer hat aufgrund der Pandemie Angst, zur Schule zu gehen. 65 Prozent der Befragten machen sich größere Sorgen um die eigene Gesundheit. Acht von zehn Lehrkräften belastet die Unsicherheit der kommenden Monate. Die Mehrheit der Pädagogen sorgt sich zudem um die psychische Gesundheit der Schulkinder und den Lernfortschritt ihrer Schulklassen. „Die Situation ist aktuell bundesweit gleich: Die Lehrkräfte stehen vor der Herausforderung, den umfassenden Verhaltensempfehlungen nachzukommen und alle angeordneten Corona-Maßnahmen bestmöglich umzusetzen, beziehungsweise sich selbst und auch andere zu schützen“, sagt Studienleiter Prof. Dr. Hanewinkel vom IFT-Nord. „Diese Pflichten und Herausforderungen führen zu Ängsten und Belastungen beim Einzelnen.“ Dazu kommen regelmäßige Überstunden. 84 Prozent der Lehrkräfte haben das Gefühl, im Schuljahr 20/21 Corona-bedingt mehr zu arbeiten. Im Durchschnitt leisten Lehrerinnen und Lehrer sechs Überstunden pro Woche – bei Schulleitungen sind es neun Stunden.

Innovationsschub fĂĽr das digitale Lernen

Die Lehrkräfte wünschen sich in der Corona-Krise vor allem klare und einheitliche Vorgaben vom Ministerium. Sie wollen, dass ihnen ausreichend Schutzmittel und technische Geräte zur Verfügung gestellt werden und sich in den Schulen ein höherer Arbeitsschutz durchsetzt. Gleichzeitig fordern die Lehrerinnen und Lehrer mehr Fortbildungen zum Distanzlernen oder für digitales Lernen. „Es reicht nicht, Lüftungskonzepte zu entwickeln“, betont Andreas Storm, Vorstandschef der DAK-Gesundheit. „Wir müssen die Corona-Krise auch als einen Innovationsschub für die Digitalisierung unserer Schulen begreifen.“

Die DAK-Gesundheit ist mit 5,6 Millionen Versicherten die drittgrößte Krankenkasse Deutschlands und engagiert sich besonders für Kinder- und Jugendgesundheit.

Der Deutsche Lehrerverband vertritt über seine Bundesverbände DPhV, VDR, BvLB und KEG insgesamt etwa 165 000 Lehrkräfte in der Bundesrepublik Deutschland. Für Stellungnahmen erreichen Sie DL-Präsident Heinz-Peter Meidinger unter 0160 – 52 75 608.

Den ausfĂĽhrlichen Ergebnisbericht zur Studie finden Sie unter https://www.dak.de/dak/bundesthemen/corona-krise-jede-vierte-lehrkraft-burnout-gefaehrdet-2389006.html#/.

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Appell des Deutschen Lehrerverbands anlässlich des morgigen Treffens von Bund und Ländern zur Fortführung von Corona-Beschränkungen:

Wir brauchen mehr Gesundheitsschutz an Schulen und ein umfassendes Konzept zur langfristigen Sicherung von Unterricht und Bildungsqualität!

Das Präsidium des Deutschen Lehrerverbandes hat das Fehlen klarer Richtlinien für den Umgang von Schulen mit der Pandemie bei steigenden Infektionszahlen mit Blick auf das Treffen der Ministerpräsidenten mit der Bundeskanzlerin beklagt. DL-Präsident Heinz-Peter Meidinger betonte: „Schulen können sich von stark gestiegenen Infektionszahlen in der Gesamtbevölkerung nicht abkoppeln. Wir müssen die Balance zwischen Bildungsauftrag und Gesundheitsschutz neu finden.“ Notwendig sei nach Auffassung des DL bei fehlender Abstandswahrung eine bundesweite Maskenpflicht auch im Unterricht zumindest an weiterführenden Schulen sowie eine Wiedereinführung des Abstandsgebots an Schulen in Hotspot-Gebieten.

Der DL forderte die Bundesländer auf, wieder Hygienestufenpläne in Kraft zu setzen, die klar regeln, ab welchen Inzidenzzahlen in einer Region Handlungsbedarf besteht, also z. B. der Mindestabstand im Unterricht wieder eingeführt werden muss.

Das Präsidium des DL hielt in einem einstimmigen Beschluss fest: „Wir sind der Überzeugung, dass es kein Einheitskonzept und keine auf alle Schulen passenden identischen Lösungen gibt. Es muss vor Ort abhängig vom regionalen Infektionsgeschehen, vom Alter der Kinder und Jugendlichen, der Schulart, den räumlichen, organisatorischen Gegebenheiten und der digitalen Ausstattung differenziert, flexibel und angemessen reagiert werden, dabei ist den Schulleitungen in Absprache mit den Schulträgern und Gesundheitsämtern ein großer Handlungsspielraum einzuräumen.“

DL-Präsident Heinz-Peter Meidinger betonte: „Es ist besser, jetzt flexible Alternativmodelle zum kompletten Präsenzunterricht vorzuhalten und einzuführen, als demnächst wie in anderen Ländern vor dem Infektionsgeschehen zu kapitulieren und die Schülerinnen und Schüler wieder komplett in den Distanzunterricht schicken zu müssen. Gerade wegen der Tatsache, dass Kinder oft keine Symptome entwickelten, aber trotzdem Infektionen weitergeben könnten, bräuchten Schulen erhöhte Hygieneschutzmaßnahmen! Jetzt hat man noch die Chance, kontrolliert zu bremsen, um eine Vollbremsung, also komplette Schulschließungen zu vermeiden.“

Der DL hat eine Reihe von Handlungsfeldern identifiziert (Abstandswahrung, Hybridunterricht, Atemschutzmaskenpflicht, Lüftungskonzepte, feste Lerngruppen, Quarantäneregelungen, Schnelltests, Impfstrategien), bei denen umgehend Maßnahmen ergriffen werden müssen, angepasst an die Bedürfnisse der einzelnen Schulen, um Schülerinnen, Schüler und Lehrkräfte zu schützen und gleichzeitig eine bestmögliche Bildung der Kinder und Jugendlichen unter den gegebenen Bedingungen sicherzustellen.

Abschließend forderte der DL-Präsident von der Kultusministerkonferenz:

  • die baldige Entwicklung von Unterrichtskonzepten
  • den Ausbau der digitalen Lernplattformen der Bundesländer
  • niedrigschwellige Zugangsmöglichkeiten zum Internet fĂĽr SchĂĽlerinnen und SchĂĽler
  • zusätzliches Lehrpersonal fĂĽr die Verkleinerung der Lerngruppen
  • ein umfassendes langfristiges Lernkonzept fĂĽr die Schulen.

Die Maßnahmen, um Unterrichtsqualität und Gesundheitsschutz in der gegenwärtigen Situation zusammenzubringen, finden sich hier auf der Webseite des Deutschen Lehrerverbandes unter https://www.lehrerverband.de/mehr-sicherheit-fur-schuler-und-lehrkrafte/.

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Für Stellungnahmen erreichen Sie DL-Präsident Heinz-Peter Meidinger unter 0160 – 52 75 608.

Für den Inhalt verantwortlich: Geschäftsstelle Deutscher Lehrerverband – Anne Schirrmacher

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Mehr Sicherheit für Schüler und Lehrkräfte!

Wir brauchen dringend Maßnahmen für einen besseren Gesundheitsschutz und ein umfassendes Konzept, wie Bildungsqualität in Corona-Zeiten auch langfristig gesichert werden kann!

Die Corona-Schulpolitik der meisten Bundesländer ist gekennzeichnet durch fehlende langfristige Konzepte. Es braucht aber einen langfristigen Plan durch die Corona-Krise, um Eltern, Lehrkräfte, Kinder und Jugendliche nicht tagtäglich durch neue Maßnahmen zu verunsichern bzw. sich weiter das Handeln durch kurzfristiges Reagieren auf Infektionsverläufe diktieren zu lassen. Vernünftige und ausgewogene Maßnahmen müssen sich am Ziel, Gesundheitsschutz und Bildung gleichermaßen zu gewährleisten, orientieren.

Angesichts der steigenden Infektionszahlen schon vor Beginn des eigentlichen Winters fordern der Deutsche Lehrerverband und seine Mitgliedsverbände DPhV, VDR, BvLB und KEG die Regierungen der Bundesländer auf, den Schulen und somit den Schülerinnen und Schülern und den Lehrkräften sowie den darüber hinaus betroffenen Familien endlich angemessenen Gesundheitsschutz zuzugestehen. Während überall in der Gesellschaft die Kontakte vermindert und Abstände eingehalten werden sollen, sitzen in Klassenzimmern Mitglieder aus oft 30 Haushalten für längere Zeiträume auf engem Raum zusammen, und das tagtäglich und in unterschiedlichen Zusammensetzungen, ohne Abstand und vielfach auch ohne Atemschutzmasken. Auch in den Fahrzeugen des ÖPNV auf dem Weg zur Schule kann Abstand oft nicht gewährleistet werden, und es treffen viele Jahrgänge aufeinander.

Wer in einem Monat, in dem es um das Brechen der zweiten Corona-Welle geht, die Schulen aus den Handlungsoptionen fast komplett ausblendet, handelt fahrlässig und riskiert, dass demnächst umso härtere Maßnahmen drohen. Jetzt hat man noch die Chance, kontrolliert zu bremsen, um eine Vollbremsung, also komplette Schulschließungen zu vermeiden.

Der Deutsche Lehrerverband fordert, dass die Politik fĂĽr angemessenen Gesundheitsschutz sorgt und sich nicht mit der auch aus Sicht der Wissenschaft unhaltbaren Annahme herausredet, dass Schulen vom Infektionsgeschehen nicht betroffen seien. Zahlreiche Menschen ohne Abstand ĂĽber größere Zeiträume in nicht selten schlecht belĂĽftbaren Räumen – das ist fĂĽr Corona-Viren ein idealer Nährboden. 

Wir fordern die Wiederinkraftsetzung von Hygienestufenplänen, die klar regeln, ab welchen Inzidenzzahlen in einer Region Handlungsbedarf besteht, also z.B. der Mindestabstand im Unterricht wieder eingeführt werden muss.

Der Deutsche Lehrerverband ist der Überzeugung, dass es kein Einheitskonzept und keine auf alle Schulen passenden identischen Lösungen gibt. Es muss vor Ort abhängig vom regionalen Infektionsgeschehen, vom Alter der Kinder und Jugendlichen, der Schulart, den räumlichen, organisatorischen Gegebenheiten und der digitalen Ausstattung differenziert und angemessen reagiert werden, dabei ist den Schulleitungen in Absprache mit den Schulträgern und den Gesundheitsämtern ein großer Handlungsspielraum einzuräumen. Feste Ansprechpartner für Schulen an den Gesundheitsämtern sind dabei ein wichtiger Baustein.

Es ist besser, jetzt flexible Alternativmodelle zum kompletten Präsenzunterricht vorzuhalten und einzuführen, als demnächst wie in anderen Ländern vor dem Infektionsgeschehen zu kapitulieren und die Schülerinnen und Schüler wieder komplett in den Distanzunterricht schicken zu müssen.

Der DL hat folgende Handlungsfelder identifiziert, bei denen umgehend Maßnahmen ergriffen werden müssen, angepasst an die Bedürfnisse der einzelnen Schulen, um Schülerinnen, Schüler und Lehrkräfte zu schützen und gleichzeitig eine bestmögliche Bildung der Kinder und Jugendlichen unter den gegebenen Bedingungen sicherzustellen:

Gesundheitsschutz von Schülerinnen, Schülern und Lehrkräften:

  • Abstand halten – dies kann, je nach Schule und Schulform durch unterschiedliche MaĂźnahmen erreicht werden:
    • Verkleinerung der Klassen – in den Klassen sind weniger Personen, was automatisch dazu fĂĽhrt, dass die Abstände im Klassenraum wieder eingehalten werden können, die Aerosolbelastung während des Unterrichts geringer ist und besser durch LĂĽften vermindert werden kann.
    • Wo nicht zusätzliche Räume und Lehr-/Aufsichtspersonal zur VerfĂĽgung stehen, muss der Unterricht der reduzierten Gruppen im Wechsel erfolgen – im optimalen Fall digital unterstĂĽtzt, aber auch ein Wechselunterricht, bei dem die SchĂĽlerinnen und SchĂĽler im Präsenzunterricht mit Aufgaben fĂĽr zuhause ausgestattet werden, ist einer vollständigen SchulschlieĂźung vorzuziehen.
    • Wechselunterricht fĂĽhrt auch dazu, dass die problematische ĂśberfĂĽllung von Schulbussen auf dem Weg zu Schule vermieden wird.
    • Wechselunterricht und zeitweises Distanzlernen in älteren Jahrgängen einer Schule kann ermöglichen, dass die Schule den Präsenzunterricht fĂĽr die jĂĽngeren, noch nicht so selbständigen Jahrgänge in größerem AusmaĂź aufrechterhalten kann, weil die entsprechenden Räume zur VerfĂĽgung stehen.
    • Bei fehlender Möglichkeit zur Einhaltung der Abstände sollte in allen Bundesländern die Pflicht zum Tragen einer Mund-Nase-Bedeckung auch im Unterricht gelten, um wenigstens den gegenseitigen Schutz der Anwesenden durch Masken zu gewährleisten.
  • Feste Lerngruppen, keine Durchmischung
    • Während vorgeschlagen wird, dass Haushalte möglichst nur noch Kontakt mit einem weiteren Haushalt haben, begegnen sich Kinder und Jugendliche nicht nur im Unterricht im Klassenverband, sondern häufig auch in jahrgangsĂĽbergreifenden Lerngruppen in neuer Zusammensetzung zur Nachmittags- und Hausaufgabenbetreuung – dies muss vermieden werden.
    • Auch auf dem Weg zur Schule, vor allem in öffentlichen Verkehrsmitteln, werden durch die Anzahl der Kinder und Jugendlichen und die Enge in den Fahrzeugen die Distanzregeln und die Regeln fĂĽr in sich geschlossene Kontaktgruppen oft ad absurdum gefĂĽhrt. Hier können versetzte Anfangszeiten, wo organisatorisch möglich, sowie reduzierte Lerngruppengrößen im Wechselbetrieb Entlastung bringen.
  • LĂĽftungskonzepte:
    • Das LĂĽften eines eng besetzten Raumes in kurzer Zeit hat Grenzen, erst recht, wenn sich nicht alle Fenster öffnen lassen und sich damit kein optimaler Luftzug zum QuerlĂĽften herstellen lässt. Ständige LĂĽftungspausen während des Unterrichts tragen zudem nicht zu einer guten Lernatmosphäre bei.
    • Wissenschaftliche Untersuchungen zeigen, dass bestimmte LĂĽftungssysteme und Kombinationen von LĂĽftungsgeräten und Trennwänden zwischen den Personen in einem Raum die Aerosolbelastung deutlich vermindern. Während an vielen Arbeitsstätten entsprechende Geräte angeschafft werden, bleibt der Bildungsbereich in dieser Hinsicht in vielen Bundesländern auĂźen vor, obwohl fĂĽr SchĂĽlerinnen, SchĂĽler und Lehrkräfte der Schutz an diesem Ort, an dem sie mehrere Stunden des Tages verbringen, genauso wichtig ist.
  • Angemessene verlässliche und transparente Regelungen zu QuarantänemaĂźnahmen
    • Der DL ist der Auffassung, dass es angesichts der Aerosolproblematik nicht ausreichend ist, bei Infektionsfällen nur die Sitznachbarn in Quarantäne zu schicken, auch wenn Maskenpflicht im Unterricht bestand.Dagegen erscheint uns der Vorschlag des Bundesgesundheitsministeriums, zwar grundsätzlich bei Infektionen die ganze Lerngruppe in Quarantäne zu schicken, nach negativem Schnelltest diese aber bereits nach fĂĽnf Tagen zu beenden, als ĂĽberlegens- und begrĂĽĂźenswert.
  • Schnelltests
    • Schnelltests bieten zwar keine hundertprozentige Genauigkeit, können aber unbemerkte, symptomlose Infektionen aufdecken und InfektionsausbrĂĽche an Schulen verhindern helfen – vor allem, wenn das Infektionsgeschehen gerade besonders die jĂĽngeren Altersgruppen betrifft.
    • Vor allem nach den Weihnachtsferien können Schnelltests einen Start der Schulen ermöglichen, der etwas Sicherheit fĂĽr alle Beteiligten bietet.
    • Schnelltest sind auch fĂĽr ganze Schulen punktuell zu empfehlen, um bessere Orientierung ĂĽber das Infektionsgeschehen an Schulen im Kontext mit den Inzidenzzahlen in der Umgebung zu erhalten.
  • Impfungen
    • Positive Nachrichten aus dem Bereich der Impfstoffentwickler machen Hoffnung darauf, dass ein Impfstoff in gewissem MaĂźe bereits im Lauf des 2. Halbjahrs des aktuellen Schuljahrs zur VerfĂĽgung stehen könnte. Risikogruppen und Personen, die im Gesundheitssystem tätig sind, mĂĽssen selbstverständlich als erstes geschĂĽtzt werden – bei den darauffolgenden Impfungen sollten Lehrkräfte und Mitglieder der Schulverwaltung aber auf jeden Fall ebenfalls besonders berĂĽcksichtigt werden.
  • Schutz der Lehrkräfte vor Ăśberlastung
    • Die vielfältigen AnsprĂĽche an die Lehrkräfte – Gestaltung verschiedener Unterrichtsformen, zusätzliche Aufsichtspflichten, die Vereinbarung von Unterricht und Wissensvermittlung auf der einen und die Durchsetzung von GesundheitsschutzmaĂźnahmen auf der anderen Seite, oft im Konflikt mit Eltern oder SchĂĽlerinnen und SchĂĽlern – fĂĽhren teilweise jetzt schon zu Ăśberlastung von Lehrerinnen und Lehrern.
    • MaĂźnahmen, die Präsenzunterricht in der Schule ermöglichen, oder auch die EinfĂĽhrung von Wechsel- oder Distanzunterricht mĂĽssen immer auch danach bewertet werden, inwieweit sie von den vorhandenen Lehrkräften umgesetzt werden können.

Langfristige Sicherstellung der Bildungsqualität auch in Quarantäne-Zeiten:

    • Entwicklung von Unterrichtskonzepten, die das Lernen durch digitale Medien unterstĂĽtzen, um modernen Unterricht zu gestalten und zu gewährleisten.
    • Ausbau der digitalen Infrastruktur: Zwar hat die digitale Ausstattung von Schulen, Lehrkräften, SchĂĽlerinnen und SchĂĽlern seit Beginn der Pandemie an Fahrt aufgenommen, aber es fehlt noch an vielen Schulen an der Infrastruktur und an Geräten, Betreuung der IT durch Fachkräfte, Weiterbildung der Lehrkräfte – die digitale Ausstattung der Schulen ist noch lange nicht abgeschlossen und die bisher bereitgestellten Mittel können nur der Anfang sein. 
    • Dies gilt auch fĂĽr den Ausbau der digitalen Lernplattformen der Bundesländer – Lehrkräfte mĂĽssen sich bei Wechselunterricht und Distanzunterricht auf digitale UnterstĂĽtzung bei VideoĂĽbertragung, bei Bereitstellung von digitalem Unterrichtsmaterial und durch Chatfunktionen etc. verlassen können. Der Ausbau der Plattformen ist auch notwendig, damit sich Lehrkräfte und SchĂĽlerinnen und SchĂĽler in einem datenschutzrechtlich sicheren Raum bewegen können.  
    • SchĂĽlerinnen und SchĂĽler brauchen niedrigschwellige Zugangsmöglichkeiten zum Internet, vor allem, wenn z.B. WLAN aus finanziellen GrĂĽnden in der Familie nicht vorhanden ist.
    • Zusätzliches Lehrpersonal wird benötigt, um einerseits eine Verkleinerung der Lerngruppen dauerhaft zu ermöglichen – dies wird auch beim Nachholen der Bildungsinhalte nach der Corona-Krise helfen. Zusätzlichen Bedarf an pädagogischem Personal braucht es auch, um SchĂĽlerinnen und SchĂĽlern zusätzliche Lernangebote nachmittags und in den Ferien zu machen.
    • Wie schon das zweite Halbjahr des vergangenen Schuljahrs, so wird auch das Schuljahr 2020/21 ein schwieriges sein. SchĂĽlerinnen und SchĂĽler sollen ihre Bildungsbiographie ohne Lerndefizite und Kompetenzverluste fortsetzen können, daher hilft es ihnen nicht, wenn fĂĽr dieses Jahr alle Noten gestrichen werden wĂĽrden oder die Versetzung fĂĽr alle ungeachtet der Leistungen gilt.
    • Der Deutsche Lehrerverband fordert ein umfassendes langfristiges Lernkonzept fĂĽr die Schulen, das ĂĽber das letzte und dieses Schuljahr hinausgreift sowie auch den groĂźen zeitlichen Druck mindert, der auf allen Beteiligten derzeit lastet. Unterrichtsinhalte, Anzahl der Leistungsnachweise und Inhalte der jeweiligen AbschlussprĂĽfungen können im Sinne einer Schwerpunktsetzung der Situation entsprechend vorĂĽbergehend angepasst werden. Der Handlungsspielraum innerhalb der rechtlichen Strukturen kann dabei ausgenutzt werden. Zu prĂĽfen ist im Einzelfall, ob ein freiwilliges Wiederholungsjahr sinnvoll sein kann, um Lerndefizite zu beheben. Gleichzeitig mĂĽssen wir alles dafĂĽr tun, dass die Abschlussqualität und das qualifizierte Ăśbertrittsverfahren in hoher Qualität erhalten bleiben. So erhalten SchĂĽlerinnen und SchĂĽlern eine faire Chance im Hinblick auf ihr schulisches und damit berufliches Fortkommen.

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