DEUTSCHER LEHRERVERBAND (DL) - PRESSEERKLÄRUNG
Bonn,
23. Juni 2002
"Zweifache Gerechtigkeitslücke durch innerdeutsches Bildungsgefälle"
- "Jetzt muss keiner mehr in Sachen Schule nach Schweden pilgern"
- Josef Kraus als Präsident des Deutschen Lehrerverbandes (DL) wiedergewählt
Zu den nunmehr bekannt gewordenen konkreten Ergebnissen der innerdeutschen
PISA-Schulleistungsstudie erklärte der am Wochenende in Frankfurt/Main wiedergewählte
Präsident des Deutschen Lehrerverbandes (DL), Josef Kraus:
"Äußerst ärgerlich ist, dass das innerdeutsche Leistungsgefälle eine zweifache
Gerechtigkeitslücke dokumentiert. Ungerechtigkeit Nummer eins ist, dass die
Bayern offenbar in allen Schulbereichen mehr leisten als andere, aber trotzdem
die niedrigste innerdeutsche Abiturientenquote haben. Das bedeutet, dass
Schüler in anderen Bundesländern für einen erheblich niedrigeren Leistungspreis
schulische Abschlusszeugnisse und Studierberechtigungen ausgehändigt bekommen.
Ungerechtigkeit Nummer zwei besteht darin, dass die Schüler in Bundesländern,
die bei PISA schwach abgeschnitten haben, schlicht und einfach unzureichend
auf ihren Bildungsweg in Studium oder Berufsausbildung vorbereitet werden.
Das Erfreuliche am innerdeutschen schulischen Leistungsgefälle ist, dass
man wenigstens in einigen Teilen Deutschlands weiß, wie man leistungsfähige
Schule macht, und diese auch realisiert. Wenn die Bayern etwa international
ordentlich mithalten können, dann sollten die vielen Reisegruppen, die bislang
in Sachen Schulreform nach Schweden pilgerten, ihren Kompass jetzt Richtung
Süddeutschland einstellen."
Der 52jährige Josef Kraus war am Wochenende zum sechsten Mal für drei Jahre
zum Präsidenten des Deutschen Lehrerverbandes (DL) gewählt worden. Er hat
dieses Ehrenamt seit 1987 inne und ist damit auf Bundesebene der dienstälteste
Vorsitzende einer Lehrerorganisation. Seinem Verband gehören als Mitgliedsverbände
mit ihren insgesamt 150.000 Lehrern der Deutsche Philologenverband, der Verband
Deutscher Realschullehrer, der Bundesverband der Lehrer an beruflichen Schulen
und der Verband der Lehrer an Wirtschaftsschulen an. Hauptberuflich ist Kraus
seit 1995 Oberstudiendirektor am Maximilian-von-Montgelas-Gymnasium in Vilsbiburg
im Landkreis Landshut. Er hat die Fächer Deutsch und Sport studiert und ist
Diplom-Psychologe.
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