| DEUTSCHER LEHRERVERBAND (DL) -
PRESSEERKLÄRUNG
Zum Weltlehrertag am 5. Oktober 2007
„Der Lehrerberuf muss für Männer wieder attraktiv
werden“
- „In den nächsten zwölf Jahren werden 300.000 neue Lehrer gebraucht."
Anlässlich des bevorstehenden Weltlehrertages
hat der Deutsche Lehrerverband (DL) seitens der Politik Maßnahmen gefordert, um
einerseits den Lehrerberuf auch unter Männern wieder attraktiver zu machen und
um andererseits den Bedarf an 300.000 Nachwuchslehrern in den kommenden zwölf
Jahren decken zu können.
Im Einzelnen sagte
DL-Präsident Josef Kraus dazu:
„Zwei Drittel aller rund 800.000 Lehrkräfte in
Deutschland sind Frauen. In manchen Schulbereichen, vor allem im
Grundschulbereich, finden sich unter einhundert Nachwuchslehrern oft nur noch
ein bis zwei Männer. Selbst in naturwissenschaftlichen Fächern weiterführender
Schulen dominieren mittlerweile oft schon die weiblichen Nachwuchskräfte.
Letzteres ist einerseits positiv, weil sich dadurch auch Mädchen eher zu
naturwissenschaftlichen und technischen Berufen motivieren lassen.
Andererseits aber ist die fortschreitende
Feminisierung der Lehrerberufes vor allem im
Grundschulbereich zu einem sozialpädagogischen Problem geworden. Die Folge
davon ist nämlich, dass viele Heranwachsende das ganze erste Lebensjahrzehnt
mit keinem Mann mehr Umgang haben. Damit ist die Biographie vieler Kinder das
ganze erste Lebensjahrzehnt hindurch von Frauen geprägt: zu Hause
möglicherweise von der alleinerziehenden Mutter, im
Kindergarten von Erzieherinnen und in der Grundschule von Lehrerinnen. Das ist
weder für Jungen noch für Mädchen gut.
Dass immer weniger
Männer in den Lehrerberuf gehen, hat vielfach mit der mangelnden Attraktivität
des Lehrerberufes zu tun. Traditionell immer noch eher karriereorientierte Männer sehen als Lehrer keine
Entwicklungsperspektiven. Hier muss die Politik reagieren, zum Beispiel indem
sie in allen Bundesländern in allen Lehrämtern Leistungsanreize in Form von
Beförderungen und Prämiensystemen schafft. Außerdem ist seitens der
Kultusminister endlich eine nach Schulformen und Fächern differenzierte Lehrerbedarfsprognose
samt entsprechender Werbekampagne notwendig. Schließlich müssen in den nächsten
zwölf Jahren rund 300.000 Lehrer aus Altersgründen ersetzt werden."
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Für
den Inhalt verantwortlich: Waltraud Fuchs (DL)
| Deutscher Lehrerverband (DL) - Burbacher
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