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DeutschlandRadio
Berlin - Kultur - 24. April 2007
"Sünden der Bildungspolitik"
Josef Kraus fordert angesichts schlechter Testergebnisse mehr Deutschunterricht
Der
Präsident des Deutschen Lehrerverbandes, Josef Kraus, hat
angesichts einer Studie über mangelnde Grammatikkenntnisse bei
Germanistikstudenten dafür plädiert, den Deutschunterricht an
den Schulen zu stärken und seine Inhalte zu überdenken.
Für
einen anspruchsvollen Deutschunterricht seien mindestens fünf
Wochenstunden in jeder Schulform und jeder Jahrgangsstufe nötig, sagte
Kraus am Dienstag im Deutschlandradio Kultur. "Das muss uns die
Muttersprache wert sein", betonte der Präsident des Lehrerverbands.
Zudem fördere Deutsch auch die Leistungen in anderen Fächern. Kraus
verwies dabei auf Ergebnisse der PISA-Studie, wonach es einen
Zusammenhang zwischen der Lesefähigkeit und den Leistungen in
Mathematik und Naturwissenschaften gebe. Kraus forderte außerdem, im
Deutschunterricht mehr Wert auf die formalen und analytischen
Sprachqualifikationen zu legen. Kraus: "Eigentlich wäre ein gewisses
Zurück zu klassischen Methoden und Inhalten des Deutschunterrichts
sinnvoll."
Der Präsident des Deutschen Lehrerverbands und Rektor
eines Gymnasiums in Bayern führte die mangelhaften Grammatikkenntnisse
der Schüler darauf zurück, dass der Deutschunterricht in den
vergangenen Jahren "heruntergefahren" worden sei. Zu einer niedrigen
Stundenzahl kämen eine "Erleichterungspädagogik", die Grammatik- und
Rechtschreibfehler geringer gewichte als früher, und das Abfragen von
Kenntnissen mittels Lückentexten und Multiple-Choice-Tests. "Das ist
alles andere als das, was umfassende Sprachkompetenz ausmacht", so
Kraus.
Als weiteren Grund nannte er Sparbemühungen, da bei
einer reduzierten Stundenzahl auch weniger Lehrer benötigt würden.
Hinzu komme "die fatale Entwicklung" der Verkürzung des Gymnasiums um
ein Jahr. "Das bedeutet natürlich auch, dass man irgendwo
zusammenstauchen muss."
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