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Aus DIE WOCHE vom 4. August 2000
Streitfall "Kein Zurück zur alten Rechtschreibung"
Josef
Kraus
Präsident
des Deutschen Lehrerverbandes
- Unentschieden -
Das eigentliche Ärgernis
ist der Verlust der Einheitlichkeit der Schreibung. Das wird auf dem Rücken
der Schüler ausgetragen. Bislang galt: Nicht für die Schule,
sondern für das Leben lernen! Tatsache aber ist, dass Schüler
jetzt etwas lernen sollen, was außerhalb der Schule nicht oder anders
praktiziert wird. Den Schaden hat zudem die Sprache selbst. Es schleicht
sich bei vielen Menschen das diffuse Gefühl ein, auf orthografische
Genauigkeit komme es nicht an. Und was den wirtschaftlichen Schaden betrifft:
Dass schon wieder ein neuer Duden herauskommt, nährt den Verdacht,
hier könnte es erneut um einen fetten Reibach gehen. Die Blamage ist
ansonsten nicht, dass die Deutschen keine Reform ertragen könnten,
sondern keine vernünftige Reform zustande bringen.
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