Stellungnahme von Josef Kraus, Präsident des Deutschen Lehrerverbandes (DL), zum Thema
„Stechuhren in den Schulen“
„Das verspätete Erscheinen der Schüler im
Unterricht und das unentschuldigte Fernbleiben vom Unterricht sind ein permanentes
Ärgernis in den Schulen, vor allem in Schulen mit volljährigen
Schülern (z.B. Gymnasien und Berufsschulen). Diese Versäumnisse
sind nicht selten ein maßgeblicher Grund für das Scheitern der
Schüler in ihrer Schullaufbahn.
Eine Stechuhr löst dieses Problem nicht. Die betreffenden Schüler
brauchen das konsequente und unmittelbare persönliche Einschreiten der
Lehrer bzw. der Schuldirektoren.
Es gibt genügend - pädagogische! - Möglichkeiten, die betreffenden
Schüler an den kurzen Zügel zu nehmen:
konsequentes Notieren der versäumten Zeit durch die jeweiligen Lehrer
bzw. sofortiges „Rüffeln“ der Zu-spät-Kommer;
ggf. Anrufe zu Hause und Fragen nach dem Verbleib eines Schülers (damit
auch die Eltern der volljährigen Schüler etwas „mitbekommen“);
im Wiederholungsfall Abmahnung, dann ggf. Nacharbeit, dann ggf. Feststellungsprüfung zum versäumten Stoff;
ggf. auch Attestauflage (ärztliches Attest, auch schulärztliches Attest) verordnen;
im Extremfall Entlassung von der Schule.
Wichtig
ist, daß die Schüler unmittelbar von einem Lehrer oder Schulleiter
mit ihrer Nachlässigkeit konfrontiert und nicht von einem anonymen Apparat
kontrolliert werden.“