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Lehrerverband warnt vor Bewertungsportal
«schulradar»
Der Deutsche
Lehrerverband (DL) kritisiert das neue Bildungs-Bewertungsportal
«schulradar.de». Verbandspräsident Josef Kraus forderte die Kultusminister und
Elternverbände auf, vor der Nutzung dieser Internet-Seite ausdrücklich zu
warnen. «Eltern werden mit einem Zerrbild von Schule in die Irre geführt», sagte
Kraus der «Neuen Osnabrücker Zeitung» (Mittwochausgabe). Eine Hilfe für Eltern
bei der Schulwahl sei das keineswegs.
Nutzer von www.schulradar.de können seit Dienstag
Einrichtungen in zehn Feldern benoten. Zensuren gibt es etwa für das Schulklima,
die Qualität der Lehrer oder
die Ausstattung. Nach Ansicht des Lehrerverbands gaukeln die Betreiber der
Internetseite so aber nur vor, Orientierung bei der Suche nach der richtigen
Einrichtung zu bieten. Eine gute Schule setze sich aus mehr als 100 Faktoren
zusammen. «Bei derartig unscharfen Bewertungskriterien kann man ja im Grunde die
Note auswürfeln», bemängelte Kraus.
«Solche Bewertungsportale erschweren
die partnerschaftliche Kooperation zwischen Lehrern, Eltern und Schülern »,
warnte Kraus. Sie förderten eine «Kultur der Denunziation» anstatt die
Betroffenen das direkte Gespräch suchen zu lassen. Da die Benotung anonym
erfolge, gebe es zudem zahlreiche Manipulationsmöglichkeiten. «Beim
Bewertungsportal ´spickmich´ haben es ja ganze Klassen und Kollegien vorgemacht,
wie sich die Ergebnisse fälschen lassen», sagte Kraus. Das werde sich jetzt
wiederholen.
Kraus empfahl ferner: «Es ist heutzutage
kein Problem, sich ein differenziertes und ehrliches Bild von einer bestimmten
Schule zu machen. Alle Schulen haben Internetseiten, sie bieten ferner
Informationsabende und Tage der Offenen Tür an. Und wer will, der kann sich den
Jahresbericht der Schule vom jeweiligen Vorjahr
besorgen.»
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