DEUTSCHER LEHRERVERBAND (DL) - AKTUELL


ZDF vom 18. November 2008

Warum Sachsen Klassenprimus ist

Lehrerverband: Kleine Klassen und geringer Migrantenanteil beeinflussen Abschneiden

Kleine Klassen, wenige Migranten und die naturwissenschaftliche Tradition der DDR - so begründet der Lehrerverband, warum Sachsen es in der PISA-Studie zum Klassenprimus geschafft hat. Doch was sagt der Test generell über Bildung in Deutschland aus?
 
Für Josef Kraus ist es keine Überraschung, dass Sachsen in allen drei PISA-Disziplinen - Naturwissenschaften, Mathematik und Lesekompetenz - Rang 1 belegt. "Sachsen, Thüringen, Baden-Württemberg und Bayern haben sich immer die ersten Plätze geteilt", erklärt der Präsident des Deutschen Lehrerverbandes im ZDF-Mittagsmagazin. "Jetzt haben sie die Reihenfolge etwas vertauscht", sagt er mit Blick auf den traditionellen Sieger Bayern. "So wird PISA wenigstens nicht langweilig."

Drei Prozent Migranten

Drei Gründe nennt Kraus für das gute Abschneiden der Ostdeutschen. Wegen des Geburtenrückgangs seien die Klassen kleiner und die naturwissenschaftliche Ausbildung sei schon zu DDR-Zeiten anspruchsvoll gewesen. "Dazu kommt das nicht so gute Abschneiden von Migranten", sagt Kraus. "In Bayern sind 18 Prozent Migranten, in Baden-Württemberg 24 Prozent und in Sachsen drei Prozent."
 
Wie ist es nach der dritten Studie generell um das Bildungsland Deutschland bestellt? Kraus sieht das gelassen. "Deutschland hat in der letzten PISA-Studie schon Schweden übertoffen - und das war ja immer das große Vorzeigeland", sagt er. Außerdem messe PISA nur einen kleinen Ausschnitt, Fremdsprachen, Religion und Geografie etwa würden nicht berücksichtigt.
 


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