Im besonderen attackiert Kraus die Forderung von Rüttgers nach Abschaffung der 13. Gymnasialklasse. Diese Forderung sei durch nichts untermauert, so Kraus. Wer die Bildungszeit am Gymnasium verkürzen möchte, der solle endlich einmal darlegen, welche Inhalte er streichen wolle. Kraus wörtlich: "Ich bin gespannt auf diese Darlegungen. Aber sie werden nicht kommen, denn Rüttgers weiß, daß er sich damit blamieren wird."
Kritisch
bewertet Kraus auch die von Rüttgers erneut ins Spiel gebrachten Zahlen,
nämlich daß in Deutschland angeblich wöchentlich 30 Millionen
Mark für Nachhilfe ausgegeben würden und daß jährlich
30.000 Schulabsolventen die Schule verließen, ohne rechnen, schreiben
und lesen zu können. Kraus stellt dazu fest: "Selbst wenn die Zahl
von 30 Millionen Mark stimmt, dann sind das pro Nase zwei Mark. In Japan
das Zehnfache. Außerdem ist diese Summe kein Indikator für das
Leistungsvermögen der Schule, sondern für falsche Vorstellungen
von Eltern. Diese sollten dieses Geld besser für entsprechende Fürbitten
bei Wallfahrten investieren. Das hilft ebensogut. Darüber hinaus ist
zu den von Rüttgers bemühten 30.000 Schulabsolventen zu sagen,
daß es zwar 30.000 zu viel sind, daß dies bei jährlich
einer Million Schulabsolventen gerade eben drei Prozent ausmacht. Der Bildungsminister
soll seine Zahlen also prüfen, ehe er mit pseudowissenschaftlicher
Statistik ein Horrorszenarium zeichnet."
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