19. Juli 2010
Deutscher Lehrerverband (DL) zum schulpolitischen
Referendum in Hamburg:
„Endlich
eine bürgerliche Revolte“
- „Hoffentlich versteht
man dieses Signal im Saarland und in NRW“
Zum Ergebnis des
Hamburger Bürgerentscheides gegen eine verlängerte Grundschulzeit nahm
DL-Präsident Josef Kraus wie folgt Stellung:
„Das Votum der Hamburger gegen eine verlängerte
Grundschule kommt einer bürgerlichen Revolte gleich. Ich begrüße diese
außerordentlich. Einmal mehr hatte sich hier die Politik zumal in einer Art Allfraktionenkoalition
gegen den Willen des Volkes gestellt. Verlierer ist vor allem die CDU, deren
Bildungspolitik in ihrer Beliebigkeit und Profillosigkeit ohnehin zu ihrer
offenen Flanke geworden war.
Gewinner sind die Kinder, die auch zukünftig
bereits ab der 5. Klasse eine ihren Fähigkeiten entsprechende Differenzierung
erfahren. Immerhin haben alle namhaften Studien bewiesen, dass viele Kinder
durch eine verlängerte Grundschule gebremst und auch schwache Schüler mit einem
so genannten längeren Lernen nicht besser gefördert werden.
Es ist sehr zu hoffen,
dass die überflüssigen Debatten um eine verlängerte Grundschule nun endlich
verstummen. Hoffentlich erkennen auch die Koalitionen im Saarland und in NRW
die Bedeutung des Hamburger Referendums. Dort will man nämlich ebenfalls gegen
jede praktische Erfahrung und wissenschaftliche Erkenntnis die Grundschule
verlängern. Es wird höchste Zeit, dass die sozialpopulistischen Träumereien von
einer Einebnung der Schullandschaft einer rationalen Betrachtung Platz machen.“
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Für
den Inhalt verantwortlich: Waltraud Fuchs (DL)