Den
Beschlüssen von Bologna (1999) und Berlin (2003) folgend, wird in
Deutschland derzeit das System von Magister- und Diplomstudiengängen
auf das der Bachelor- und Masterstudiengänge umgestellt.
Der Deutsche Lehrerverband, der Allgemeine Fakultätentag, der
Mathematisch-Naturwissenschaftliche Fakultätentag, der Philosophische
Fakultätentag und der Deutsche Hochschulverband stellen fest, daß die Einführung
der gestuften Studiengänge im Zuge des so genannten Bologna-Prozesses
geeignet sein kann, die Mobilität der Studierenden zu fördern und die
internationale Vergleichbarkeit von Studienabschlüssen zu erleichtern.
Nach Auffassung der genannten Verbände und wissenschaftlichen Vereinigungen darf die Umgestaltung der Lehramtsstudiengänge zu
einer Struktur nach dem Bachelor-/Master-Modell aber nicht zu
Qualitätsverlusten in der Lehrerausbildung führen. Eine Absenkung des
fachwissenschaftlichen und pädagogischen Ausbildungsniveaus, das
gegenwärtig durch das Staatsexamen garantiert wird, muß verhindert
werden. Der Deutsche Lehrerverband und seine Mitgliedsverbände legen
zudem entschieden Wert darauf, daß das Staatsexamen als Abschluß des
Lehramtsstudiums erhalten bleibt. Qualitätssicherung bedeutet außerdem
Schulformbezug der gesamten Lehrerbildung.
Der hohe Qualitätsstandard, den die Gesellschaft zu Recht von einem zum
Beruf des Lehrers ausbildenden Studium erwartet, ist durch einen
Bachelorstudiengang allein nicht zu gewährleisten. Nur ein Masterabschluß einer Universität oder Technischen Hochschule vermittelt die Voraussetzungen zum Lehrerberuf.
Ein dreijähriges grundständiges Bachelor-Studium ist für die hohen
Anforderungen des Lehrerberufs weder fachwissenschaftlich noch im Blick
auf die Aneignung pädagogischer Kenntnisse und Fertigkeiten ausreichend.
Für Bachelor-Absolventen in den akademischem Disziplinen der
gegenwärtigen Lehramtsstudiengänge gibt es weder ein geeignetes
pädagogisches Berufsbild noch einen Arbeitsmarkt.
Bonn, den 11. Juli 2005
Die Resolution wird von folgenden Institutionen getragen:
Allgemeiner Fakultätentag (AFT)
Präsident: Universitätsprofessor Dr. Reinhold R. Grimm (Tel.: 03641-944610)
Deutscher Hochschulverband (DHV)
Präsident: Universitätsprofessor Dr. Bernhard Kempen (Tel.: 0228-90266-66)
Deutscher Lehrerverband (DL)
Präsident: Josef Kraus (Tel.: 08741-96520)
Mathematisch-Naturwissenschaftlicher Fakultätentag (MNFT)
Vorsitzender: Universitätsprofessor Dr. Gernot Stroth (Tel.: 0345-5524610)
Philosophischer Fakultätentag (PhFT)
Stellvertretender Vorsitzender: Universitätsprofessor Dr. Udo Scholz (Tel.: 0931-312769)
Ferner von den Mitgliedsverbänden des Deutschen Lehrerverbandes (DL):
Deutscher Philologenverband (DPhV)
Vositzender: Heinz-Peter Meidinger
Bundesverband der Lehrerinnen und Lehrer an beruflichen Schulen (BLBS)
Vorsitzender: Berthold Gehlert
Bundesverband der Lehrerinnen und Lehrer an Wirtschaftsschulen (VLW)
Vositzender: Dr. Wolfgang Kehl
Verband Deutscher Realschullehrer (VDR)
Vorsitzender: Albert Obert