Der Deutsche
Lehrerverband (DL) hat sich eindeutig gegen die Pläne der CDU
ausgesprochen,
zukünftig Hauptschule und Realschule zu einer Oberschule
zusammenzufassen.
DL-Präsident Josef Kraus sagte dazu:
„Diese
Oberschule ist eine Mogelpackung. Historisch ist der Begriff Oberschule
mit der
Vorstellung verbunden, dass diese Schule zu einem Hochschulstudium
führt. Nur
die DDR und Berlin haben die Oberschule über Jahrzehnte hinweg anders
definiert. Unter dem Strich verabschiedet sich die CDU mit ihrer
Oberschul-Konzeption von ihrem jahrzehntelang vertretenen Grundsatz,
dass eine
Mehrgliedrigkeit und nicht nur eine Zweigliedrigkeit des Schulwesens
die Basis
für individuelle schulische Förderung ist. Aus der Sicht der CDU
scheint dieser
Grundsatz für die bisherigen Realschüler und Hauptschüler nicht mehr zu
gelten.“
Mit Blick auf
verschiedene programmatische Wendungen der CDU in jüngster Zeit fügte
Kraus
hinzu: „Nachdem die CDU bereits in anderen Politikbereichen ihr
Kernprofil
verwischt hat, inszeniert sie nun auch schulpolitisch eine
Kernschmelze.“
Kraus
kritisierte zugleich, dass die CDU das sächsische Schulwesen zum
bundesweiten
Modell erkläre. Wörtlich: „Ich warne vor einer neuen schulpolitischen
Legendenbildung. Gewiss hat Sachsen bei Schulleistungstests oft gut
abgeschnitten. Zum einen aber gilt das nicht für die
Fremdsprachenkenntnisse
sächsischer Schüler. Zum zweiten liegen Sachsens Schulen mit rund fünf
Prozent
Migrantenanteil weit unter den 20 bis 35 Prozent Migrantenanteilen
westdeutscher Flächenländer. Und zum dritten hat Sachsen mit einer
Mindestnote
von 2,0 im Grundschulzeugnis die strengsten Vorgaben beim Übertritt an
ein
Gymnasium. Vor diesem Hintergrund mag die sächsische Mittelschule ja
gut
funktionieren. Ihre Rahmenbedingungen lassen sich aber nicht auf
westdeutsche
Länder übertragen.“
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verantwortlich: Anne Schirrmacher, Karen Ullrich (DL)