Lehrerverband
fordert:
„Die
Kultusminister
müssen in der Sache 'Schultrojaner' schleunigst handeln“
Die
16
deutschen Länder haben einer Fahndung nach urheberrechtlich geschützten
Materialien mittels Durchsuchung von Lehrercomputern an Schulen
zugestimmt. Der
Deutsche Lehrerverband (DL) hat diese Maßnahme scharf kritisiert.
Im
Einzelnen sagte DL-Präsident
dazu:
„Wir
Lehrer haben von dieser
Absicht nichts gewusst. Damit erleben wir zum wiederholten Mal, dass in
Gutsherrenart über unsere Köpfe hinweg entschieden wird. Hier wird ein
Generalverdacht über einen ganzen Berufsstand genährt. Im Übrigen
handeln
Lehrer in der Gestaltung ihres Unterrichts im Auftrag von Legislative
und
Exekutive. Damit können Lehrer gemäß Grundgesetz Artikel 34 die sog.
Staatshaftung in Anspruch nehmen. Immerhin waren die Lehrer über die
Durchsuchungsmaßnahme nicht hinreichend informiert, so dass bei
Verstößen gegen
das Urheberrecht kein Vorsatz oder keine grobe Fahrlässigkeit vorliegen
können.
Anstatt
Computer ausspionieren zu
lassen, sollten die Kultusminister mit den Verlagen schleunigst etwas
Praktikables aushandeln, was gleichermaßen dem Urheberrecht und den
praktischen
Erfordernissen einer zeitgemäßen Unterrichtsgestaltung entspricht.“
Für den
Inhalt verantwortlich: Karen Ullrich
(DL)