DEUTSCHER LEHRERVERBAND (DL) - PRESSEERKLÄRUNG 
                                                                                                 

 

Berlin,  05.12.2017

 

DL-Präsident sieht in IGLU 2016 "ernstes Warnsignal"

               Forderung nach vorschulischen Sprachstandstests
             

Als ernstes Warnsignal hat der Präsident des Deutschen Lehrerverbands, Heinz-Peter Meidinger, die Ergebnisse bundesdeutscher Grundschüler bei der IGLU-Studie 2016 bezeichnet und die Bundesländer aufgefordert, konkrete Konsequenzen zu ziehen.

Mit einem Platz im unteren Mittelfeld dürfe sich Deutschland nicht dauerhaft zufrieden geben.

Er betonte: „Mit IGLU 2016 liegt wiederum eine Studie vor, wonach es Deutschland nicht gelingt, den Anstieg des Anteils von Grundschulkinder mit starken Leseschwächen zu stoppen. Dies ist deshalb besonders bitter, weil wir wissen, dass bereits in der Grundschule abgehängte Kinder diese Defizite in der späteren Schullaufbahn kaum ausgleichen können!“

Als Hauptursache für den signifikanten Anstieg von Grundschulkindern mit eklatanten Leseschwächen nannte der DL-Präsident die immer größer werdende Gruppe von Kindern mit Migrationshintergrund, bei denen zuhause nicht Deutsch gesprochen werde. Meidinger erläuterte: „Offensichtlich gelingt es nicht, diese Kinder mit den bisher ergriffenen Maßnahmen so zu fördern, dass sie grundlegende Lese- und Schreibfähigkeiten erwerben.“

Eine weitere Ursache für den Anstieg leseschwacher Grundschüler sieht der DL-Präsident in der verfehlten Rechtschreibdidaktik in einer Reihe von Bundesländern mittels der so genannten Methode „Lesen durch Schreiben“. Es gebe klare Erkenntnisse, dass diese Methode vor allem leistungsschwache Kinder besonders benachteilige und die Leistungsschere erst recht aufgehen lasse.

Ganz konkret forderte Meidinger, in sämtlichen Bundesländern bei allen Kindern mit drei oder vier Jahren verbindliche Sprachstandsüberprüfungen einzuführen und auf der Grundlage der Ergebnisse ausnahmslos allen Kindern mit massiven Sprachdefiziten bereits eine vorschulische Sprachförderung zukommen zu lassen: „Ohne eine solche vorschulische Förderung sind die Grundschulen mit dem zunehmenden Anteil von Flüchtlingskindern und Kindern mit Migrationshintergrund hoffnungslos überfordert.“

Abschließend erneuerte Meidinger seine Forderung, bei der Bildung von Klassen in allen Schularten, insbesondere aber in den Grundschulen, mehr Anstrengungen zu unternehmen, eine ausgewogenere Zusammensetzung anzustreben bzw. einen zu hohen Anteil von Kinder mit Migrationshintergrund zu vermeiden, weil sich dieser nachweislich sowohl leistungsmindernd als auch integrationshemmend auswirken könne.

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Für Stellungnahmen erreichen Sie DL-Präsident Heinz-Peter Meidinger unter 0172 – 28 45 840.

Für den Inhalt verantwortlich:

Geschäftsstelle Deutscher Lehrerverband – Anne Schirrmacher 


 


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