DEUTSCHER LEHRERVERBAND (DL) - PRESSEERKLÄRUNG 
                                                                                                 

 


Berlin,  11.10.21013

   

Stellungnahme des Deutschen Lehrerverbandes zur aktuellen Schulleistungsvergleichsstudie des IQB 

„Schwache Bundesländer sollen sich endlich an den starken Ländern orientieren“

In einer ersten Stellungnahme gegenüber der Neuen Osnabrücker Zeitung äußerte sich der Präsident des Deutschen Lehrerverbandes, Josef Kraus, wie folgt: „Die Unterschiede im neuen Schulleistungsvergleich der Bundesländer sehe ich auch in der abweichenden regionalen Verteilung von Migranten begründet. Der Westen hat es auch mit einer zum Teil schwierigen Migrantenklientel zu tun, während im Osten generell weniger Migranten leben. Meist stammen sie dort aus Vietnam und sind mitunter sogar besser in der Schule als Schüler ohne Migrationshintergrund.

Die im Vergleich schlecht abschneidenden Stadtstaaten müssen sich die Bildungspolitik von Sachsen, Thüringen, Bayern und Baden-Württemberg zum Vorbild nehmen. Wir brauchen mehr Unterrichtsstunden, zentral verbindliche Landesabschlussprüfungen bereits zum Mittleren Schulabschluss und eine höhere Verbindlichkeit der Lehrpläne. Dagegen lehne ich bundesweit einheitliche Standards ab: Der Zentralismus würde nur in die Abwärtsspirale führen. Wir brauchen den Wettbewerb durch den Föderalismus.

Im Hinblick auf die von der Studie konstatierten hohen Abhängigkeit von Schulerfolg und sozialer Herkunft darf nicht übersehen werden, dass das deutsche Bildungssystem sozial durchlässiger ist als häufig angenommen. Es gibt etwa 50 Wege zur Hochschulzugangsberechtigung, und das Gymnasium ist nur einer davon.“

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Für den Inhalt verantwortlich: Anne Schirrmacher, Karen Ullrich (DL)

Für Stellungnahmen ist DL-Präsident Josef Kraus unter folgender Rufnummer zu erreichen: 0171 52 45

 


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