DEUTSCHER LEHRERVERBAND (DL) - PRESSEERKLÄRUNG 
                                                                                                 

 

Berlin,  15.09.2017

DL zur Bertelsmann-Studie "Monitor Digitale Bildung": 

 Digitalisierung an Schulen ist wichtig, wird aber das Lernen nicht revolutionieren und Lehrkräfte nicht ersetzen können! 

In Bezug auf den heute vorgestellten „Monitor Digitale Bildung“ der Bertelsmann-Stiftung hat sich der Präsident des Deutschen Lehrerverbandes, Heinz-Peter Meidinger dafür ausgesprochen, die Ausstattung der bundesdeutschen Schulen mit digitalen Medien deutlich zu verbessern und der souveränen Mediennutzung und kritischen Medienerziehung von Schülern einen höheren Stellenwert einzuräumen.

Er erinnerte in diesem Zusammenhang an den von Bund und Ländern angekündigten, aber noch nicht endgültig beschlossenen Digitalpakt.

Wie die Bertelsmann-Studie in ihrer Befragung zu Recht festgestellt habe, sei das größte Hindernis für den Einsatz digitaler Medien nach wie vor eine unzuverlässige technische Ausstattung und der fehlende IT-Support, d.h. die mangelnde professionelle Betreuung der Netzwerke und Endgeräte.


Meidinger betonte: „In einer Gesellschaft, in der in allen Bereichen digitale Technik Einzug gehalten hat, darf die Schule nicht außen vor bleiben!“ Trotzdem zeigte er Verständnis für die Mehrheit unter den befragten Lehrkräften, die skeptisch sind, ob der Einsatz digitaler Medien automatisch zu mehr Lernerfolg und besseren Lernergebnissen führe.

„Die Mehrzahl der bisher vorliegenden Studien zeigt keine bzw. eher geringe Effekte des verstärkten Einsatzes von Computern und digitalen Medien im Unterricht, was den Lernerfolg betrifft. Wir müssen unsere Schüler fit machen im souveränen Umgang mit digitalen Medien, diese sind aber nicht der Nürnberger Trichter, der zu einer Revolutionierung des Lernens führen wird.“, betonte der DL-Präsident.

Ein Erklärvideo aus dem Internet könne niemals die Lehrkraft und der virtuelle Austausch über soziale Netzwerke könne nie den persönlichen Kontakt im Unterricht vollständig ersetzen, sagte Meidinger abschließend und verwies auf die Studie selbst, wonach nur knapp über ein Drittel der Schüler es begrüßen würde, wenn Instagram, Snapchat und Co. öfter im Unterricht eingesetzt würden. Und sogar nur ein Viertel aller befragten Schüler finde automatische Rückmeldungen besser als persönliches Feedback durch die Lehrkraft.

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Für Stellungnahmen erreichen Sie DL-Präsident Heinz-Peter Meidinger unter 0172 – 28 45 840.
Für den Inhalt verantwortlich: Geschäftsstelle Deutscher Lehrerverband – Anne Schirrmacher – 

030–70 09 47 76 – info@lehrerverband.de


 


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