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(DL) - AKTUELL |
Interview aus der "Neuen Osnabrücker Zeitung" vom 15. Juli 2005 Lehrer fordern: Alle Schüler zentral prüfen
Der Deutsche Lehrerverband hat angesichts der jüngsten PISA-Studie
bundesweit verbindliche zentrale Abschlussprüfungen an allen Gymnasien,
Realschulen und Gesamtschulen gefordert.
In einem Gespräch mit unserer Zeitung sagte der Vorsitzende Josef Kraus
am Donnerstag, auch an Hauptschulen würde eine Prüfung am Ende der
neunten Klasse die Zeugnisse deutlich aufwerten und die Ergebnisse der
PISA-Studie verbessern.
"Wir
sehen jetzt wieder beim innerdeutschen PISA-Vergleich, dass die Länder,
die diese Prüfungen haben, vorne dran sind", sagte der Vorsitzende des
Deutschen Lehrerverbandes zu diesen Bundesländern. Zu diesen Ländern
gehörten Bayern, Baden-Württemberg und Sachsen. "Eine Abschlussprüfung
zu installieren kostet unterm Strich nahezu nichts", nannte Kraus als
weiteren Vorteil.
Lehrer würden von der Entwicklung einer
eigenen Prüfung entlastet, und Personalchefs, Hochschulprofessoren und
Schulleiter hätten bessere Vergleichsmöglichkeiten innerhalb
Deutschlands. Auch internationale Studien zeigten die Vorteile
zentraler Abschlussprüfungen, sagte Kraus. In Finnland, Südkorea und
Japan gebe es sie bereits. "Weil ein Lehrer selbst den Prüfungsstoff
nicht kennt, schmiedet er seine Klasse zu einem Team zusammen."
Kraus
betonte, zu den verbindlichen Fächern müssten an allen Schulformen in
jedem Fall Deutsch, Mathematik und eine Fremdsprache gehören. Sinnvoll
seien ein viertes und fünftes Wahlpflichtfach als "Profilfächer". Diese
könnten an der Hauptschule praktisch ausgerichtet und am Gymnasium eine
zweite Fremdsprache, Geschichte oder eine Naturwissenschaft sein.
Wie
kurz berichtet, ist Bayern bei der aktuellen PISA-Studie wieder klarer
Sieger in Deutschland. Insgesamt konnten sich die Schüler aller
Bundesländer im Vergleich zu 2001 leicht verbessern. Vor allem in
Mathematik und Naturwissenschaften gab es Fortschritte, wie die
Kultusministerkonferenz am Donnerstag in Berlin bekannt gab.
Niedersachsen rückte vom elften Platz auf Rang neun unter den 16 Bundesländern auf.
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