DEUTSCHER LEHRERVERBAND (DL) - PRESSEERKLÄRUNG
Bonn, 22. November 2004
Deutscher Lehrerverband (DL) zur aktuellen PISA-Diskussion
"PISA-Diskussion braucht mehr Seriosität und Gelassenheit"
- "Häppchen-Informationen und tendenziöse
Berichterstattung wenig hilfreich"
- "Schulpolitische Reformen wirken frühestens eine halbe
Schülergeneration später"
Zu den Vorabinformationen über die Auswertung
der PISA-Studie 2003 stellt der Präsident des Deutschen Lehrerverbandes
(DL), Josef Kraus, fest:
"Die selektive
und tendenziöse Art und Weise, wie über die aktuelle PISA-Studie
Informationen und Bewertungen gestreut werden, ist nicht hilfreich. Vielmehr
muss erst die für den 7. Dezember angekündigte komplette Auswertung
der PISA-Studie abgewartet werden, ehe Urteile gefällt und Schlussfolgerungen
gezogen werden können.
Allein die Tatsache, dass etwa ein Platz 16 unter 31 untersuchten Ländern
von manchen Berichterstattern als Platz in der hinteren Hälfte abklassifiziert
wird, zeigt die mangelnde Seriosität der aktuellen Diskussion. Womöglich
müssen sich auch ein paar PISA-Diskutanten einmal einem PISA-Test unterziehen.
Im Übrigen kann man drei Jahre nach der ersten Studie gar nicht erwarten,
dass Deutschlands Schüler bei der zweiten Studie einen Sprung nach
vorne machen. Schließlich hatten die bei PISA 2003 getesteten Schüler
größtenteils bereits sieben Schuljahre hinter sich, als die erste
PISA-Diskussionswelle über Deutschland hereinbrach und schulpolitisch
erste Weichenstellungen vorgenommen wurden."
Es wird ansonsten Zeit, dass die schulpolitische Diskussion endlich so
nüchtern und sachlich geführt wird wie in allen anderen PISA-Ländern.
Die typisch deutsche PISA-Hysterie bringt uns nicht weiter."
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Für den Inhalt verantwortlich: Waltraud Fuchs (DL)
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