DEUTSCHER
LEHRERVERBAND (DL) -
PRESSEERKLÄRUNG
Lehrerverband
warnt Staatsministerin Cornelia Pieper vor DDR-Nostalgie
Der
Deutsche Lehrerverband hat mit heftiger Kritik auf die jüngsten
bildungspolitischen Äußerungen der FDP-Bildungssprecherin und
Staatsministerin
im Auswärtigen Amt, Cornelia Pieper, reagiert. (Siehe stern.de vom 3.
Februar
2011, 14.00 Uhr). Der Präsident des Deutschen Lehrerverbandes, Josef
Kraus,
nannte Piepers Aussagen über die Qualität der Schulbildung in der DDR
„hanebüchenen
Unsinn“. Cornelia Pieper hatte unter anderem gesagt, Deutschland hätte
nach der
Wiedervereinigung mehr Elemente des DDR-Systems übernehmen müssen, weil
es in
der DDR hohe Standards gegeben habe. Die „schlauen“ Sachsen und
Thüringer lägen
deshalb vor den Schülern aus Bayern und Baden-Württemberg.
Im
einzelnen sagte Josef Kraus dazu:
„Eine
solche DDR-Nostalgie ist man nicht
einmal aus der Ecke der Ex-SED gewohnt. Frau Pieper betreibt hier
offenbar mit
Blick auf die Landtagswahlen in Sachsen-Anhalt Geschichtsklitterung.
Sie sollte
vielmehr zur Kenntnis nehmen:
- Thüringen und Sachsen rangieren in den
meisten Leistungsstudien nicht an der Spitze. Andere ostdeutsche
Länder, die ja
die gleiche DDR-Substanz
hatten, nämlich Sachsen-Anhalt,
Mecklenburg-Vorpommern
und Brandenburg, liegen bei allen Leistungsvergleichen im unteren
Mittelbereich oder weit hinten am Ende der innerdeutschen Ranglisten.
- Überhaupt nicht konkurrenzfähig war das
DDR-Schulsystem mit den Kenntnissen seiner Schüler in den
Fremdsprachen.
- Sehr einseitig, nämlich ideologisch geprägt,
waren die Kenntnisse der DDR-Schüler in Fächern wie Geschichte,
Geographie,
Wirtschaft, Politik.
- Die Quote der
Schüler, die in der DDR auf direktem Weg das Abitur machen konnten, lag
bis
weit in die 1980er Jahre hinein bei acht Prozent. Auf diesen Weg zum Abitur
durften sich in der Regel ohnehin nur Kinder aus nicht-bürgerlichen
oder aus
ideologisch zuverlässigen Elternhäusern machen.
Was
das vereinte Deutschland davon hätte übernehmen sollen, bleibt Frau
Piepers Geheimnis.
Statt
sich in einer solchen Legendenbildung um die DDR-Schule zu verlieren, sollte
Frau
Pieper sich mehr um ihren eigenen Zuständigkeitsbereich kümmern, zum
Beispiel
um die deutschen Auslandsschulen. Hier erfährt man derzeit kaum anderes
von
Frau Pieper als Sparmaßnahmen.“
__________________________________________
Für
den
Inhalt
verantwortlich: Waltraud Fuchs (DL)
| Deutscher
Lehrerverband (DL) - Burbacher Straße 8 - 53129 Bonn - Tel. (02 28) 21
12 12 - FAX 21 12 24 |
 |
|