| DEUTSCHER LEHRERVERBAND (DL) -
PRESSEERKLÄRUNG
Lehrerverband zur Bertelsmann-Studie
über Nachhilfe:
"Typischer
Alarmismus"
Der Präsident des Deutschen
Lehrerverbandes (DL), Josef Kraus, hat die aktuelle Studie der
Bertelsmann-Stiftung zum Nachhilfeunterricht wie folgt
kommentiert:
„Was die Bertelsmann-Stiftung mit
ihrer jüngsten Studie zur Nachhilfe verbreitet, ist erneut typischer Alarmismus.
Selbst wenn die für Nachhilfe pro Jahr ausgegebene Summe von 1,5 Milliarden Euro
stimmen sollte, ist dies kein Grund zur Panik. Diese Summe bedeutet nämlich
nichts anderes, als dass pro Jahr und Schüler im Durchschnitt 100 Euro
ausgegeben werden. Man sollte diesen Betrag einmal in Relation setzen zu den
Kosten, die junge Leute für ihre Mobiltelefone
ausgeben.
Vor allem aber sind es sehr
unterschiedliche Gründe, warum Nachhilfe in Anspruch genommen wird. Hier ist die
Motivlage sehr unterschiedlich: Wenn Nachhilfe in Anspruch genommen wird, weil
ein Kind längere Zeit krank war und etwas nachlernen muss, kann das sinnvoll
sein. Wenig sinnvoll freilich ist Nachhilfe, wenn Eltern damit Verantwortung
delegieren, statt selbst für effektives häusliches, eigenverantwortliches Lernen
zu sorgen; wenn der Ehrgeiz mancher Eltern größer ist als das Leistungsvermögen
und die Leistungsbereitschaft der Kinder und wenn man meint, der Mensch würde
erst beim Abitur beginnen.
Daraus ein Versagen des Schulwesens
konstruieren zu wollen, ist unangebracht. Im übrigen hat Nachhilfe nur dann
einen Sinn, wenn die Lerndefizite überschaubar sind, das heißt, sich auf wenige
Schulfächer und einen überschaubaren Lernstoff beziehen. Alles andere ist
hinausgeworfenes Geld und dient nur der eigenen Gewissensberuhigung der
Eltern.“
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Für den Inhalt verantwortlich:
Waltraud Fuchs (DL)
| Deutscher Lehrerverband (DL) - Burbacher
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