DEUTSCHER LEHRERVERBAND (DL) - AKTUELL

 
ddp-Interview vom 13. Juni
2007

Lehrerverband für rechtliche Konsequenzen gegen Internet-Mobbing

  "Üble Nachrede darf nicht ungestraft bleiben"

Gegen das zunehmende anonyme Internet-Mobbing von Pädagogen muss nach Auffassung des Deutschen Lehrerverbandes mit aller Konsequenz vorgegangen werden. Wenn es bei den im Netz befindlichen Darstellungen weit über einen Schülerstreich hinausgehe, sollten die betroffenen Lehrer die rechtlichen Möglichkeiten prüfen und Anzeige erstatten, sagte Lehrerverbands-Präsident Josef Kraus am Mittwoch der Nachrichtenagentur ddp. «Üble Nachrede oder Verleumdung dürfen nicht ungestraft bleiben», forderte Kraus.

Der Deutschen Philologenverband hatte zuvor berichtet, dass im Netz sogar Hinrichtungsvideos auftauchten, in welche die Köpfe von Lehrern montiert wurden. Auch das Hineinkopieren von Lehrergesichtern in pornografische Fotos sei kein Einzelfall, hieß es.

Kraus sagte, der Gewaltgehalt dieser kaum als Bildmontagen zu erkennenden Fotos habe heute eine ganz andere Qualität und sei mit den Schülerstreichen der 60- und 70er Jahre nicht mehr zu vergleichen. «Zudem gibt es ein großes mediales Verbreitungsgebiet«, fügte er hinzu.

Die Lehrer reagierten sehr unterschiedlich auf solche Angriffe, sagte Kraus. «Es gibt welche, die sich für solche Darstellungen im Internet nicht interessieren, manche stellen ihre Klasse zur Rede, und ein Teil fühlt sich dadurch sehr belastet», weiß Kraus.

Ab Donnerstag treffen sich in Berlin die Kultusminister der Länder zu einer geplanten Sitzung. Dabei soll es auch um die Belastung der Lehrer an den Schulen gehen.


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