8.
März 2010
Lehrerverband
zu den Fällen von Missbrauch von Schülern:
„Lückenlose und rasche Aufklärung erforderlich“
-
„Schulen und Internate nicht unter Generalverdacht stellen!“
-
„Neben der Justiz ist auch die Schulaufsicht gefordert.“
-
„Die 16 Kultusminister sollen Anlaufstellen für Opfer einrichten.“
Der
Deutsche Lehrerverband (DL) fordert eine lückenlose und vor allem rasche
Aufklärung der Fälle von Missbrauch von Schülern an deren Schulen. Im einzelnen
nimmt DL-Präsident Josef Kraus dazu wie folgt Stellung:
„Jeder
Fall von Missbrauch ist einer zu viel. Deshalb ist eine lückenlose Aufklärung
notwendig, und zwar strafrechtlich und schulaufsichtlich. Diese Aufklärung muss
vor allem rasch und zügig erfolgen, damit das Vertrauen der Eltern zu den
Schulen erhalten bleibt bzw. wiederhergestellt wird. Der bereits angerichtete
Schaden wäre nämlich noch potenziert, wenn jetzt die 42.000 Schulen in
Deutschland bzw. darunter 4.000 Schulen in freier Trägerschaft und deren Internate
unter Generalverdacht gestellt würden.
Die
Aufklärung muss in erster Linie strafrechtlich erfolgen, sie darf sich aber
nicht darin erschöpfen. Gefordert ist daneben die Schulaufsicht – auch mit
Blick auf die Schulen in freier Trägerschaft. Schließlich schreibt das
Grundgesetz in Artikel 7 vor: ‚Das gesamte Schulwesen steht unter der Aufsicht
des Staates.’ Dieses Gebot gilt auch für Schulen in freier, d.h. kirchlicher
oder privater, Trägerschaft.
Es
sind also neben Staatsanwaltschaft und Schulträgern auch die 16 Kultusminister
gefordert. Die Bundesregierung kann hier wenig ausrichten. Zum Beispiel müssen
die Kultusminister der Frage nachgehen, warum die Fälle von Missbrauch
schulaufsichtlich nicht bekannt wurden. Außerdem sollten die 16 Kultusminister
Anlaufstellen für Opfer einrichten.
Ansonsten
gilt: Erst wenn man die Hintergründe der Missbrauchsfälle kennt, kann man konkrete
Konsequenzen für die Zukunft ergreifen: strafrechtliche, personalrechtliche,
schulaufsichtliche.“
___________________________________________
Für
den Inhalt verantwortlich: Waltraud Fuchs (DL)