| DEUTSCHER LEHRERVERBAND (DL)- AKTUELL |
Schule und neue Informationstechniken
1.
Die
Fähigkeit zum Umgang mit neuen Informationstechniken gehört zu
den grundlegenden Kulturtechniken. Das Bildungssystem muss alle jungen
Menschen auf diese Gegebenheiten vorbereiten. Dazu gehören die Schulung
im Umgang mit dem Computer als Instrument und als Medium sowie die Nutzung
des Internets.
2.
Die
Nutzung neuer Informationstechniken muss in allen Fächern weiterführender
Schulen zur Selbstverständlichkeit werden. Neue Informationstechniken
sind dabei im allgemein bildenden Bereich vor allem ein methodisches Medium.
3.
Voraussetzung
für die Heranführung junger Menschen an neue Informationstechniken
ist eine entsprechende Ausstattung der Schulen mit aktueller Hard- und
Software. Dazu sind die Sachaufwandsträger der Schulen verpflichtet.
Privates Sponsoring ist zu begrüßen, es kann die Verantwortung
der öffentlichen Hand aber nicht ersetzen.
4.
Notwendig
ist die Qualifizierung der Lehrerschaft in neuen Informationstechniken.
Darüber hinaus ist dafür Sorge zu tragen, dass in jeder weiterführenden
Schule kompetente Systembetreuer bestellt und mit ausreichenden Stundenkontingenten
ausgestattet sind. Für die rein technische Wartung sind die Sachaufwandsträger
verantwortlich.
5.
Schule
sollte zu einer Kommunikation befähigen, die ursprünglich, unmittelbar,
personal, sozial und damit human ist. Deshalb wäre ein sog. elektronisches
Klassenzimmer ein verarmtes, steriles Klassenzimmer ohne Er-Leben und ohne
Reflexion. In ihm gingen Information und Unterhaltung womöglich eine
pädagogisch fragwürdige Allianz ein. Ein elektronisches Klassenzimmer
liefe auf eine Schule der Anonymisierung und Ent-Personalisierung von Lernprozessen
hinaus.
6.
Pädagogik
muss darauf hinwirken, dass der junge Mensch durch Multimedia nicht in
seiner Fähigkeit eingeschränkt wird, zwischen faktischer Realität
und virtueller, medialer “Realität” zu unterscheiden. Notwendig ist
zudem, dass die jungen Menschen lernen, die durch Technik verfügbaren
Informationen auszuwählen, zu bewerten und zu interpretieren.
7.
Schule
hat den Auftrag, junge Menschen an den Umgang mit Medien heranzuführen.
Dazu gehört weiterhin auch die Nutzung der Printmedien, insbesondere
des Buches. Das Buch wird zentrales Medium und Arbeitsmittel bleiben, weil
es Wissen permanent verfügbar anbietet. Der Computer und das Internet
werden das Buch nicht ersetzen, sondern nur ergänzen. Deshalb dürfen
die finanziellen Mittel der Schulen zur Anschaffung von Büchern nicht
beschnitten werden.
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