Die
Regierung will mehr Migranten im Schuldienst, SPD und Grünen schwebt
eine Einstellungsquote vor, mit der vornehmlich Ausländer für den
Lehrerberuf begeistert werden sollen. Der Lehrerverband sieht die
Überlegungen skeptisch.
Der
Deutsche Lehrerverband hält die Empfehlung der Bundesregierung, künftig
verstärkt Lehrer mit Migrationshintergrund einzustellen, für wenig
praxistauglich. Zwar sei es wert, über die Idee nachzudenken. „In der
Praxis wird sich diese Initiative aber kaum in nennenswerter
Größenordnung umsetzen lassen“, sagte Verbandspräsident Josef Kraus
Handelsblatt Online.
Dessen
ungeachtet stellte Kraus klar, dass für solche Lehrer die gleichen
Maßstäbe gelten müssten wie für jeden anderen Lehrer auch: Nur wer eine
Hochschulzugangsberechtigung, ein Lehramtsstudium und eine
Lehrerausbildung nach deutschem Recht sowie eine Verpflichtung auf die
freiheitlich-demokratische Grundordnung der Bundesrepublik Deutschland
nachweisen könne, komme in Frage. „Diese Voraussetzungen erfüllen
derzeit nur sehr wenige potenzielle Aspiranten“, sagte Kraus.
Der
Lehrerverbandspräsident gab zudem zu bedenken, der Wunsch, mehr Lehrer
mit Migrationshintergrund an die Schulen zu bringen, allenfalls als
langfristige Zielsetzung eine Chance auf Umsetzung habe. „Sollte es
gelingen, ab sofort mehr Abiturienten mit Migrationshintergrund für den
Lehrerberuf zu gewinnen, so würden diese erst in rund sieben bis acht
Jahren in den Schulen zum Einsatz kommen“, sagte Kraus. Viel wichtiger
ist es aus seiner Sicht daher, eine konsequente und obligatorische
Bildungsberatung für Migrantenfamilien zu institutionalisieren. „Hier
wäre viel früher mit positiven Effekten zu rechnen.“
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