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Aus "bildungsklick.de" vom 19. Januar 2007
Geld für PISA stoppen
Lehrerverband: KMK soll OECD "in ihre Schranken verweisen"
Mit deutlichen Worten hat der Deutsche Lehrerverband (DL) die
Kultusminister aufgefordert, die Finanzierung der PISA-Studien zu
stoppen, falls sich die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit
und Entwicklung (OECD) nicht bei der Bewertung der deutschen Schulen
zurücknehme.
"Wenn
die OECD nicht bereit ist, sich zu mäßigen und zu einer seriösen
Analyse zurückzukehren, dann sollte man das deutsche Personal dort und
die deutschen Gelder infrage stellen", sagte der Präsident des
Verbandes, Josef Kraus, heute gegenüber der "Neuen Osnabrücker Zeitung".
Heute übernimmt der Berliner Bildungssenator Jürgen Zöllner (SPD)
den Vorsitz der Kultusministerkonferenz (KMK). Dessen zentrale Aufgabe
müsse in den nächsten Monaten sein, die PISA-Autoren in ihre Schranken
zu verweisen, sagte Kraus. Er erwarte von der KMK, dass sie die OECD,
dieses "planwirtschaftliche Büro für Bildungsideologie in Paris", in
ihre Schranken verweise. "Wir brauchen nicht drei- oder viermal
jährlich die künstliche Aufregung durch die OECD mit ihren
gebetsmühlenartigen Warnungen vor angeblich zu wenig deutschen
Abiturienten und Studenten." Die Kultusminister müssten aufpassen, dass
Deutschland sich nicht zu Tode teste und einer "hysterischen
Quartals-Testeritis" aufsitze, sagte der Präsident des Lehrerverbandes.
Von der KMK erwarte er außerdem eine Diskussion darüber, welche
Inhalte Schüler heute konkret lernen sollen. Bildung dürfe sich nicht
auf durch PISA messbare Standards beschränken. "Lasst euch auf eine
Debatte um Kerncurricula etwa in der Literatur, in der Geschichte, in
der Kunst, in der Musik ein", empfahl Kraus den Kultusministern.
Gleichzeitig sprach er sich grundsätzlich für zentrale,
landeseinheitliche Abschlussprüfungen aus. Dann werde alles gerechter
und transparenter.
Der Forderung der scheidenden KMK-Präsidentin, Ute Erdsiek-Rave,
nach einem Eignungstest für Lehrer mochte er nicht zustimmen.
Angesichts der Tatsache, dass in den kommenden zehn Jahren aus
Altersgründen rund 300 000 Lehrer in Deutschland durch junge ersetzt
werden müssten, sei es blauäugig zu meinen, man könnte auch noch
Eignungstests einsetzen.
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