DEUTSCHER LEHRERVERBAND (DL) - AKTUELL

 Aus NETZEITUNG.DE vom 7. Mai  2006

Lehrerverband gegen einheitliche Schulkleidung


Die deutschen Lehrer sind strikt gegen die Einführung von Schuluniformen. Entsprechende Überlegungen der Justizministerin wies Lehrverbands-Präsident Kraus in der Netzeitung als «nicht hilfreich» zurück.

In der Diskussion darüber, ob muslimische Mädchen verschleiert zur Schule kommen dürfen, hat der Deutsche Lehrerverband harsche Kritik an Bundes-Justizministerin Brigitte Zypries (SPD) geäußert. Der Vorschlag der Ministerin, durch die Einführung von Schuluniformen könne religiöse und soziale Diskriminierung verhindern werden, sei «äußerst naiv», sagte Verbands-Präsident Josef Kraus der Netzeitung. «Das ist eine typische Schaufensterpolitik, mit der man glaubt, irgendwelche Schulprobleme lösen zu können.

Zypries hatte in der «Welt am Sonntag» Schuluniformen als eine «einfache Lösung zur Konfliktvermeidung» bezeichnet. «Damit beseitigen wir nicht nur die Burkas, sondern auch Probleme, die sich durch soziale Unterschiede ergeben», so die SPD-Politikerin.


Kraus hingegen wies daraufhin, dass Schuluniformen in Deutschland eine «problematische Tradition» hätten. Insofern sei das nicht vergleichbar mit Ländern wie Großbritannien, wo Uniformen an Privatschulen vorgeschrieben seien.

Darüber hinaus sieht der Verbandspräsident ganz praktische Probleme, weil es keine Möglichkeit gebe, Schüler zum Tragen der Uniform zu zwingen. Dies verstoße gegen das grundgesetzlich garantierte Recht auf freie Entfaltung der Persönlichkeit. Der Zypries-Vorstoß sei deshalb «rechtlich und pädagogisch problematisch», sagte er.

Hintergrund der Zypries-Überlegungen ist der Fall zweier Schülerinnen in Nordrhein-Westfalen. Die beiden Jugendlichen waren in Burkas zum Unterricht erschienen. Die Schulleitung schloss die Mädchen daraufhin zeitlich befristet vom Unterricht aus. Die den ganzen Körper verhüllenden Kleider mussten Frauen unter der Herrschaft der radikalislamischen Taliban in Afghanistan tragen.

Lehrerverbands-Präsident Kraus wertet das verhüllte Auftreten der Schülerinnen als «Provokation». «Die Eltern wollten damit ein politisches Signal setzen», sagte er. Die Schule habe mit der Suspendierung der beiden vom Unterricht «richtig gehandelt».

«Unter einer Burka kann sich auch ein Terrorist in die Schule einschleichen», warnte Kraus. Deshalb müsse den Eltern deutlich gemacht werden, «dass es so nicht geht - im Extremfall auch mit Bußgeld oder der Streichung von Leistungen». Die Lehrer müssten ihre Schüler «identifizieren» können, betonte der Verbands-Chef. «Ein lebendiger Unterricht lebt von einer umfassenden Kommunikation -, und dazu gehört auch das Visuelle wie Gestik und Mimik.»



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