Bildungsinitiative der Konrad-Adenauer-Stiftung

"Bildung der Persönlichkeit"

8. August 2001


 Bildungsoffensive durch Neuorientierung des Geschichtsunterrichts

Inhalt
 
-Vorbemerkung

-Bildungsoffensive durch Neuorientierung des Geschichtsunterrichts

-Geschichte als eigenständiges Schulfach

-Die Leistungen des Faches Geschichte

-
Historisches Grundwissen 
als Grundlage für "Geschichtsbewusstsein"

-Grundwissen im Fach "Geschichte"

-Grundlegende Merkzahlen

Vorbemerkung:

Der schulpolitischen Diskussion sind die Bildungsinhalte abhanden gekommen; man konzentriert sich fast ausschließlich auf methodische, unterrichts- und schulorganisatorische Fragen oder den Einsatz neuer Medien. Persönlichkeitsbildung setzt jedoch einen kulturellen und allgemeinbildenden Auftrag der Schule voraus, der nur dann eingelöst werden kann, wenn man sich wieder über grundbildende, vergleichbare und transparente Bildungsinhalte verständigt.

Es bedarf einer „Renaissance des Wissens“. Vor diesem Hintergrund gründete die Konrad-Adenauer-Stiftung im Februar 2000 ihre Initiative ”Bildung der Persönlichkeit”. Ihr gehören an: Josef Kraus, Oberstudiendirektor und Präsident des Deutschen Lehrerverbandes; Dr. Hartmut Müller-Kinet, Staatssekretär im Hessischen Kultusministerium; Heidemarie Mundlos, MdL und Vorsitzende des Deutschen Elternvereins; die vormalige Kultusministerin Steffie Schnoor, MdL, und die vormaligen Kultusminister Peter Bendixen, Georg-Bernd Oschatz, Werner Remmers und sowie für die Konrad-Adenauer-Stiftung PD Dr. Jörg-Dieter Gauger. Darüber hinaus wurde ein Beraterkreis aus Wissenschaft, Wirtschaft und Kultusverwaltung einbezogen.

Im Juni 2000 wurde ein erstes Grundsatzpapier veröffentlicht, das auf breite Presseresonanz stieß und mit Anregungen führender Bildungspolitiker und Erziehungswissenschaftler im November 2000 erneut publiziert wurde (abzurufen im Internet über www.kas.deoder als Heft 19: “Zukunftsforum Politik”). Dort findet sich eine Auflistung jener Felder, bei denen die Verfasser einen besonderen Diskussions- und Handlungsbedarf sehen – nämlich bei der Definition von verbindlichen Bildungs- und Unterrichtsinhalten für die Fächer Deutsch, Geschichte, Mathematik, Naturwissenschaften sowie die staatsbürgerliche Bildung. Nachdem die Initiative zur Stärkung des Deutsch-Unterrichts (April 2001, abzurufen unter www.kas.de) ebenfalls auf breites Interesse in Presse und Öffentlichkeit gestoßen ist, erweitern wir jetzt unsere

Bildungsoffensive durch Neuorientierung des Geschichtsunterrichts

Es besteht in unserer Gesellschaft ein hohes Interesse an Geschichte. Dieses Interesse bezieht sich keineswegs nur auf die Zeitgeschichte, es gilt gleichermaßen auch für fernere Epochen. Das Weiterleben antiker Motive und Vorbilder auf allen Ebenen öffentlicher Kommunikation bis hin zur Werbung belegt dies ebenso wie die Mittelalterrezeption, die sich beispielsweise im historischen Roman widerspiegelt. Geschichte stellt daher in allen ihren Epochen ein zentrales Kommunikations-, Argumentations-, Symbol- und Vergleichspotential bereit. Es ist daher sachlich nicht zu rechtfertigen, aus falsch verstandener ”Aktualität” und verkürzt verstandenem ”Gegenwartsbezug” ferner liegende historische Epochen in den Lehrplänen immer mehr zurückzudrängen. Das betrifft nicht nur das Fach Geschichte im engeren Sinne, das betrifft grundsätzlich die Tendenz, die historische Dimension auch in benachbarten Fächern zu vernachlässigen. Daher kann die Aufgabe, Sinn für Geschichte zu entwickeln, nicht allein von diesem Fach geleistet werden. Das bleibt vielmehr eine überfachliche Aufgabe, bei der freilich dem Fach Geschichte eine zentrale und grundlegende Bedeutung zukommt.

Verschiedene empirische Studien weisen deutlich darauf hin, dass es mit dem historischen Wissen der Bevölkerung im Allgemeinen und der Schulabsolventen im Besonderen nicht zum Besten steht. Das betrifft nicht nur die in den Lehrplänen sehr ausführlich vorgesehene NS-Zeit; das betrifft die Zeitgeschichte bis nach 1945 ebenso wie die ”Fernerinnerung” vor 1933. Bis zu 80 Prozent unserer jungen Leute können weder mit 1848 noch 1789 oder dem 17. Juni 1953 etwas anfangen; würde man nach konkreten Themen aus der frühen Neuzeit, dem Mittelalter oder gar der Antike zurückfragen, so würde sich das verfügbare Wissenspotential noch weiter reduzieren. Das ist sicher auch das Ergebnis eines Geschichtsunterrichts, der in den vergangenen drei Jahrzehnten immer mehr geschwächt wurde. Eine Neubesinnung auf den eigenen "übernützlichen" "Bildungswert" des Faches Geschichte ist insofern überfällig.

Geschichte als eigenständiges Schulfach

Die Notwendigkeit und die Bedeutung der historischen Bildung im Rahmen des allgemeinen kulturellen sowie staatsbürgerlichen Bildungsauftrags der Schule erfordert ein eigenständiges Fach Geschichte, das spätestens mit der sechsten Jahrgangsstufe einsetzen und bis zur Abschlussklasse aller Schulformen verbindlich sein soll. Beim Abitur wäre es zudem wünschenswert, wenn Geschichte zu den Prüfungsfächern gehörte.

Das in die 70er Jahre zurückreichende Bemühen einiger Bundesländer, Geschichte als eigenständiges Schulfach zu beseitigen und einem ”Lernbereich”/Fach Gesellschaftslehre unterzuordnen, war und bleibt ein Irrweg, auch wenn er nach wie vor und sogar von einer zunehmenden Zahl von Bundesländern weiter beschritten wird. Das Fach Geschichte hat seinen eigenen Wert, der weit über die Grenzen des Faches hinaus weist: maßgebliche Teile des Sprach-, Literatur-, Religions-, Politik-, Musik-, Kunst - und Philosophieunterrichts sind nicht hinreichend verstehbar ohne solide historische Grundkenntnisse; das gilt gleichermaßen für die geistesgeschichtlichen Bezüge in den Naturwissenschaften. Integriert in ”Gesellschaftslehre” o.ä. besteht dagegen die Gefahr, dass Geschichte verfremdet und gesellschaftspolitisch instrumentalisiert wird. Die Versuchung dazu ist groß, denn schließlich steht die ”Objektivität der Historie ... unter dem Verdacht, Apologie des Bestehenden und Gewordenen zu sein. Das, was Beschäftigung mit der Geschichte auch vermitteln kann, das Eindringen in eine fremde Welt, bei dem die eigenen Wertungen eingeklammert werden, die Reflexion der eigenen Herkunft, das Gewinnen der eigenen Identität in Kenntnis wie Auseinandersetzung mit der Tradition, Erfahrung von Realität und von Diskrepanz zwischen Absichten und Wirkungen, Realitätsbezogenheit des politischen Handelns - das alles kommt nicht zum Tragen, wird abgeschafft im Namen der kritischen Selbstbestimmung, die sich am Geschichtlichen nur noch gleichsam abstößt” (Thomas Nipperdey).

Die Leistungen des Faches Geschichte

1. Der Beitrag das Faches Geschichte zur Persönlichkeitsbildung

Der Mensch ist ein historisches Wesen. Geschichtlich zu sein macht seine Eigenheit aus, gehört zum Wesen seiner Existenz. Er ist in eine aktuelle Geschichte hineingeboren, deren Teil er ist, die selbst wiederum geschichtlich geworden ist und die zur Geschichte wird. Man kann Geschichte vernachlässigen, vergessen, verdrängen. Man kann sich aber nicht von ihr befreien, ihr entrinnen. Die Einsicht in dieses Kontinuum, in Werden und Vergehen, in die Verknüpfung von Grund, Anlass und Entwicklung, in Erfolg und Scheitern, in Fortschritt und Rückschritt und in die Grenzen und die Legitimation des historischen Vergleichs lässt Geschichte zu einem wesentlichen Element der Persönlichkeitsbildung werden und erschließt Sinnpotentiale, die über ihre heute übliche Bestimmung hinausweisen.

Das Fach Geschichte

  • vermittelt die Einsicht in die Endlichkeit der Person. Denn: sich als historisches Wesen zu begreifen heißt, sich als endlich zu begreifen;
  • vermittelt das Gefühl für Zeit und Dauer von Veränderungsprozessen;
  • vermittelt einerseits Skepsis, Misstrauen und Vorsicht gegenüber Zukunftsprognosen, Großideologien, Utopien, ”ewigen Fortschritt”, Machbarkeitswahn, Geschichtsmythen, Manipulation und Missbrauch von Geschichte,
  • ermuntert andererseits, Chancen für Veränderung abzuwägen und wahrzunehmen;
  • fördert vernetztes Denken und erweitert den geistigen Horizont und das Denkvermögen durch Parallele, Wiedererkennung, Gegenbild, Signalkommunikation;
  • schärft das moralische Urteil;
  • schafft Selbstvertrauen durch Teilhabe am historisch-kulturellen Diskurs der Gesellschaft;
  • ist ein Angebot zur eigenen Ortsbestimmung und Selbstorientierung;
  • ordnet und strukturiert das immer schon vorgegebene Interesse an Geschichte.
2. Der Beitrag des Faches Geschichte zur Vermittlung kultureller Identität

Das Fach Geschichte leistet einen wichtigen Beitrag zur kulturellen Identität junger Menschen. Historisch reflektiertes Wissen und Urteilen schaffen kulturelle Identität, ideelle Zugehörigkeit, Wertebewusstsein und Wir-Gefühl. Denn Identität ist Partizipation am kulturellen Gedächtnis, zu denen auch Bräuche und Riten gehören. Identität, eine individuelle ebenso wie eine kulturelle oder kollektive, definiert sich nicht aus modisch definierten ”skills”, sondern nur aus der "Er-Innerung" des historisch-kulturellen Erbes. Das ist auch der Grund, warum totalitäre Systeme auf die verkürzende und instrumentalisierende Umdeutung von Geschichte angewiesen sind und auf diese Weise Geschichte und Gegenwart ineinssetzen. Er-Innern ist nämlich Chance des Widerstands und der befreienden Kraft gegen Indoktrination und ”Zeitgeist”. Daher ist erst eine Erinnerung schaffende Bildung Grundlage für Freiheit und deren Vollzug.

Bildung und Erziehung ohne Traditionsbezug bedeutete daher, Identität zu verweigern. Mit Pflege der Tradition ist nichts Folkloristisches oder Museales gemeint. Vielmehr ermöglicht erst Rückbesinnung auf Tradition Distanz im hektischen hic et nunc, inspiriert zur Neugestaltung und ist zugleich Voraussetzung für die Fähigkeit, Neues zu erleben. Ohne ein Wissen um die Vergangenheit können kein Verstehen von Gegenwart und kein Bewusstsein des Wandels zustandekommen.

Dies gilt im Besonderen für die geschichtlich gewachsenen politischen, rechtlichen und wirtschaftlichen "Architektur"-Prinzipien unseres Gemeinwesens, nämlich die Prinzipien der politischen Freiheit, der Eigenverantwortung, der Demokratie, der Rechtsstaatlichkeit und der Sozialen Marktwirtschaft. Daher ist Geschichte immer wesentliches Element einer jeden staatsbürgerlichen Bildung und eine notwendige kulturelle Voraussetzung für die Integration aus anderen Kulturkreisen. Man muss diese Prinzipien - aus staatsbürgerlichen Gründen - kennen und sie zum Maßstab eigenen Urteilens und Handelns machen. Das gilt insbesondere für die moralische Beurteilung der beiden diktatorischen Unrechtssysteme in Deutschland nach 1933, wobei es bei der DDR immer dringlicher wird, der heute grassierenden und politisch gewollten Geschichtsvergessenheit, Verniedlichung und Umdeutung entgegenzuwirken.

Eine zukunftsfähige Schule leistet daher über historische Grundbildung gerade in Zeiten der Globalisierung Identitätsstiftung und Orientierung. Zukunft ist Herkunft (Martin Heidegger). Das bedeutet: Wer die Zukunft gestalten will, der muss wissen, woher er kommt.

Schon im Kleinen begegnet uns Geschichte auf Schritt und Tritt: in Umgebung und Alltag, in Ort und Region, in Politik und Medien; sie ist elementarer Bestandteil von Kultur, Zivilisation, öffentlicher Diskurse und ihrer Genese. Um daran urteilend und aktiv teilzuhaben, ist die Kenntnis zentraler Personen, Fakten, Verläufe, Signalwörter und die damit verbundene Fähigkeit notwendig, Literatur, Musik, Kunst, Philosophie historisch zuzuordnen. An dieser kulturellen Aufgabe müssen sich auch die Inhalte des Geschichtsunterrichts orientieren. Sie hat zudem für viele Berufe eine politische Integrationsfunktion. Denn nahezu alle Studienfächer, zumindest im geistes-, kultur- und sozialwissenschaftlichen Bereich einschließlich Jura, sind europäisch-historisch fundiert (das betrifft auch die Kenntnis der alten Sprachen!); aber auch die Wissenschaftsgeschichte in den naturwissenschaftlichen Fächern setzt entsprechende allgemeinhistorische Kenntnisse voraus.

 3. Der Beitrag des Faches Geschichte zur europäischen Grundbildung

Nach wie vor ist die Wirtschaftspolitik die treibende Kraft im europäischen Einigungsprozess. Die dominierende Ausrichtung der europäischen Frage auf das Währungs- und Wirtschaftspolitische lässt jedoch vergessen, dass Europa als Idee und Wirklichkeit sich nicht primär aus ökonomischen Überlegungen ableiten lässt, sondern als geistige Dimension und daher als Idee kulturstiftend wirkte. Nur diese historisch gewachsene Kultur ermöglicht es uns, die Besonderheit des ”Europäischen” und seinen Auftrag zu definieren und in und über Europa hinaus zu verwirklichen. Bislang hat das Thema ”Europa” trotz der Empfehlung der Ständigen Konferenz der Europäischen Erziehungsminister ”Die europäische Dimension im Bildungswesen” vom 17. Oktober 1991 aber immer noch zu wenig Eingang in Bildungspläne gefunden. Zwar weisen die Fächer Geschichte, Politik/Sozialkunde, Erdkunde/Geographie oder Ökonomie/Wirtschaft das Thema ”Europa” aus; es überwiegt dabei aber die europäische Einigung nach 1945. Die Kulturgeschichte der Nachbarländer sowie die Behandlung der historisch-kulturellen Dimension sind viel zu wenig berücksichtigt.

Daher ist eine stärkere europäische Ausrichtung des Geschichtsunterrichts erforderlich, ist eine historisch-politische europäische Bildung, mit der Antike beginnend, überfällig, die auch durch die Formulierung der Themeneinheiten verdeutlicht werden muss. Denn nur ein europäisches Geschichtsverständnis, das die geistigen Wurzeln in Athen, Rom und Jerusalem ebenso einbezieht wie die kulturelle Zugehörigkeit der vormals unter sowjetischer Herrschaft stehenden Staaten und Völker Mittel- und Osteuropas sowie die leidvollen Erfahrungen mit dem kommunistischen Totalitarismus und dessen Überwindung, kann - in Achtung aller nationalen Besonderheiten - die Basis für ein modernes europäisches Selbstbewusstsein und damit für eine europäische Mentalität sein. Dabei muss in der Präsentation gerade der deutschen Geschichte diese grenzüberschreitende Verbindung zu unseren östlichen Nachbarn nicht nur bezogen auf die Brüche der jüngsten Vergangenheit, sondern auch bezogen auf die sehr viel weiter zurückreichenden Gemeinsamkeiten akzentuiert werden.

Auch wenn das inzwischen in 23 Sprachen übersetzte "Europäische Geschichtsbuch" (deutsche Fassung erschienen 1992 im Klett-Verlag) Maßgebliches geleistet hat, ist das Thema ”Europa” im Geschichtsunterricht nach wie vor überwiegend nationalgeschichtlich, zeitgeschichtlich, geografisch und zuletzt teilweise zu sehr auf Spezialthemen wie Technik-, Sozial- und Wirtschaftsgeschichte verengt worden. Eine solche Betrachtung aber fördert geistigen Provinzialismus und Partikularismus.

Als Konstanten unseres gewachsenen "geistigen Besitzes" als Europäer sind dagegen hervorzuheben:

  • das klassische Erbe (Philosophie, Rationalität, Recht, Begrifflichkeit des Lateinischen),
  • das Christentum und das Judentum,
  • die europäische Sprachfamilie,
  • die Würde des Menschen als Individuum und als Person;
  • ein mehrfacher Dualismus, nämlich von Freiheit und Verantwortung, Rechten und Pflichten, Recht und Gerechtigkeit,
  • eine überindividuelle Rechtsordnung,
  • die Bürger- und Menschenrechte,
  • die Gleichheit vor dem Gesetz,
  • die vielfältigen Formen der Machtkontrolle,
  • eine demokratische Willensbildung.
Historisches Grundwissen als Grundlage für "Geschichtsbewusstsein"

In den Lehrplänen nach 1970 wird ”Geschichtsbewusstsein” zur zentralen didaktischen Kategorie, wobei man sich deren ”Aufbau” dadurch versprach, dass Geschichte nicht als "Stoff" vorgegeben wird, sondern verstanden wird als "Orientierungsversuche in der Zeit, Deutung von prozessualen Lebenszusammenhängen, Bestandteil von gegenwärtigem Selbstverständnis, das sich rückblickend seiner Identität und Kontinuität versichert" (Karl Ernst Jeismann). Zweifellos ist der Begriff außerordentlich unscharf und randlos, aber drei – sich verschränkende – Elemente bleiben dafür konstitutiv:

  • Geschichte muss "Gedächtnisstütze" sein: Was aus der Geschichtsvermittlung eliminiert wird, fällt auch aus dem kollektiven Gedächtnis heraus; dagegen ist das bildungspolitisch-didaktische Argument beliebig, etwas trage nicht zum "gegenwärtigen Selbstverständnis" bei, erkläre keine ”Schlüsselprobleme”.
  • Geschichte muss zur Identitätsstiftung beitragen, zu jenem "Mit-Sich-Eins-Fühlen" (E. H. Erikson), das zugleich emotionale Bindungen auch zu übergreifenden Zielen begründet (Volk, Nation, Staat, Patriotismus). Das bedeutet konkret, die deutsche Geschichte nicht allein als Vorgeschichte zur NS-Zeit zu begreifen und damit als Gipfel der deutschen Tradition, sondern den Nationalsozialismus als bewusste Zerstörung der europäischen, auch der deutschen Tradition zu verstehen (Hannah Arendt).
  • Geschichte muss Wiedererkennung leisten: Wer die Geschichte ignoriert, muss damit rechnen, sie zu wiederholen, und zwar vor allem ihre Irrtümer und Fehler (George Santayana). Nur die Kenntnis der Vergangenheit vermag ihre Wiederkehr in anderem Gewand zu verhindern, zumal dann, wenn diese Vergangenheit wie in Deutschland in nicht vergleichbarer Weise in die Gegenwart und Zukunft hineinragt: Wenn historisches Wissen schwindet, besteht immer die Gefahr bewusster oder unbewusster Missachtung historischer Erfahrung. Wer die Geschichte also nicht kennt, versteht die Gegenwart nicht, er hat für die Zukunft keinen Kompass. Denn nur sie bietet einen unübertrefflichen Einblick in die conditio humana. Wer lernen will, was der Mensch und wozu er fähig ist, ist auf Geschichte angewiesen, im Positiven wie im Negativen. Das heißt freilich, dass Geschichte in ihrer ganzen Breite zu vermitteln ist: Altertum, Mittelalter, Neuzeit, Zeitgeschichte: keine dieser Epochen ist ohne die ihr vorangehende in Ausgleich, Spannung und Rezeption zu verstehen.
Geschichte bliebe zudem blutleer-abstrakt, wenn das Biographisch-narrative und die spannende Erzählung entfielen; dies erst weckt gerade in den ersten Schuljahren des Geschichtsunterrichts Faszination und Interesse. Es verschwinden sonst das konkrete Geschichtswissen, das Wissen über ein chronologisches Vor- und Nacheinander (”Zeitleiste”) und über Kausalitäten, welche die immanente Systematik des Geschichtsunterrichts bilden. Zur Unterstützung der damit verbundenen Gedächtnisschulung sind Merkzahlen unabdingbar; diese fördern die Zuordnungsfähigkeit.

Wir müssen daher

  • ganz konkrete, chronologisch angeordnete Inhalte vorgeben, die für historische Abläufe zentral, die zugleich kulturerschließend und kulturerklärend sind für die jeweilige Epoche, die sie charakterisieren, und die bis heute zum Kommunikationsgerüst unserer Gesellschaft gehören;
  • das erzählerische (Geschichte durch Geschichten), auch an großen Personen orientierte Potential der Geschichte wiedergewinnen;
  • anstelle unterrichtsmethodischer Beliebigkeit das Methodenprofil schärfen;
  • eine engere, veranschaulichende und Interesse weckende Verbindung zwischen Geschichtsunterricht und außerschulischer Geschichtskultur herstellen (Ort, Region, Museum, Ausgrabung etc. bis hin zur Anregung entsprechender ehrenamtlicher Betätigung).
Richtlinien sind von Bundesland zu Bundesland unterschiedlich konstruiert, insofern konnte man schon für 80er Jahre bundesweit nur noch höchst begrenzte Übereinstimmungen konstatieren. Es ist daher unumgänglich, zugunsten überprüfbarer Vergleichbarkeit, Transparenz, Qualität und gemeinsamer Kommunikationsgrundlagen allgemein verbindliche Standardinhalte in Lehrplänen zu formulieren. Dazu gehört zunächst ein obligatorischer chronologischer ”Durchgang” von der Urgesellschaft bis 1990 in den Jahrgangsstufen 6 bis 9 bzw. 10, der die Zeitgeschichte nicht nur vorsieht, sondern auch wirklich behandelt, der ein Gefühl für Kontinuität von Geschichte entwickeln hilft und mit zentralen Abläufen, Personen, Daten vertraut macht (durch Wiederholen, Einüben, Auswendiglernen). Die heute so beliebten, aber offenbar nur verwirrenden ”Quer- und Längsschnitte” sollten deutlich zurücktreten. In der gymnasialen Oberstufe sollen sodann Schwerpunktthemen nicht nur aus der neueren Geschichte erneut aufgenommen werden und noch einmal in chronologische Abfolgen eingebettet werden (Aufstieg und Niedergang von Großreichen, attische Demokratie, Rom, universale Reichsidee und Recht, Kirche und Staat im Mittelalter, Reformation, Deutsche und ihre östlichen Nachbarn); dabei soll es vertiefend vor allem um die kulturellen Eigenheiten von Epochen und ihre Wechselwirkungen mit den Bereichen Literatur, Philosophie, Kunst, Musik usw. gehen. Um die Verbindung zur modernen Kommunikation herzustellen, sind charakteristische, bis heute gebräuchliche Signal- und Sprichwörter sowie Redensarten zuzuordnen, die sich zugleich mit "Geschichten" verbinden lassen.

Grundwissen im Fach "Geschichte"

Es ist aus Platzgründen hier nicht möglich, jeweils Lehrpläne für die einzelnen Schulformen (Hauptschule, Realschule, Gymnasium) nebeneinander zu stellen, zumal sich dauernd Überschneidungen und Wiederholungen ergäben. Schulformen unterscheiden sich nach Tiefe, Breite und Abstraktion des zu Behandelnden, insofern ist nicht so sehr eine grundsätzliche Differenzierung nach Inhalten und Zielen vorzunehmen, sie sind vielmehr gleichermaßen - orientiert an einer Schülerschaft, wie sie sich nach wie vor in den Bundesländern zu je einem Drittel in der Hauptschule, in der Realschule und im Gymnasium findet - anzustreben; dass zentrale Epochen einfach gestrichen werden, entspricht nicht dem hier vertretenen Ansatz von ”Zeitleiste” und ”Mindestkanon”. Daher wird es an der Hauptschule eher auf die großen Linien, die biographisch-narrative Präsentation und den engeren veranschaulichenden Regionalbezug ankommen, und es wird der auswählenden und darstellend-lenkenden Rolle des Lehrers größte Bedeutung zukommen. Hingegen wird sich die Arbeit mit Quellen und mit historische Erkenntnis strukturierenden Kategorien weitgehend auf das Gymnasium zu beschränken haben.
Zudem müssen die Empfehlungen modifiziert werden in Schulen, die sich hinsichtlich der kulturellen und sozialen Herkunft ihrer Schülerschaft als äußerst heterogen erweisen; hier wird es häufig nur gelingen, rudimentäre Geschichtskenntnisse aufzubauen. Das sollte freilich nicht daran hindern, auch weiterhin kulturelle und allgemein bildende Ansprüche zu formulieren.
Zum Aufbau: Die Hinweise auf ”Kultur und Technik” sind fächerübergreifend und daher als ”Merkposten” zu verstehen; hinsichtlich der genannten Autoren sei auf unsere ”Bildungsoffensive durch Stärkung des Deutschunterrichts” verwiesen (www.kas.de).

0. Methodisches Grundgerüst: Kenntnis von Geschichtsquellen:

Arbeit mit geschichtlichen Quellen: Bodenfunde, Bodendenkmäler, Gerätschaften, nichtschriftliche und schriftliche Quellen, Museumsbesuch, Denkmälern, Straßen- und Flurnamen, Burgen, Kirchen, Sagen, Archäologie, Fotos, Mode, Chroniken

1. Die Anfänge menschlicher Kulturentwicklung (mit Regionalbezug)

Übergang von nomadisierenden Horden der Jäger und Sammler (Höhlen, Feuer, Faustkeil, Höhlenmalerei, Jagdzauber) zur agrarischen Revolution (Sesshafte Pflanzer und Tierhalter, Ackerbauern, Vorratswirtschaft).

Steinzeit - Bronzezeit - Eisenzeit -

Namen/Begriffe/Redensarten:
Neandertaler

2. Frühe Flusskulturen als Kontrast (Auswahl)

europäische Dimension:
- fremde Kulturen in ihrer Eigenheit und als Kontrast;
- die Bedeutung der Religionen für die Gestaltung historischer Formationen;
- der enge Zusammenhang von Natur und Kultur.

Ägypten
-Nil als Lebensader
-Soziale Gliederung und ihr Beziehungsgefüge: Pharao als König und Gott, Priester, Beamte,   Bauern und Sklaven, Organisation der Gemeinschaftsarbeit und des  Gemeinwesens
-Unvergänglichkeit
Namen/Begriffe/Redensarten:
Echnaton, Tut-Ench-Amun, Nofretete, Polytheismus, Pyramiden, Mumifizierung, Hieroglyphen, Papyrus.

Mesopotamien
- Landnahme an Euphrat und Tigris
- Stadtstaaten/Großreiche (Hammurabi)
Namen/Begriffe/Redensarten:
Tempelwirtschaft, Priesterschaft, Theokratie, Beamte, Codex Hammurabi, Gilgamesch-Epos

3.  Das Erbe Israels

europäische Dimension:
- das Judentum als monotheistische Religion
- der unauflösliche Zusammenhang von Altem und Neuem Testament
- das Judentum als Element der europäischen Kultur

Land und Volk des Alten Testaments, Abraham, Moses, die 10 Gebote, David
Staatenbildung und Ende des Alten Israel
Namen/Begriffe/Redensarten:
Altes Testament, Thora, Monotheismus, Sintflut, Mosaisches Gesetz, Babylonische Gefangenschaft, Tempel, Diaspora

4. Der Beitrag der Griechen zum europäischen Bewusstsein

europäische Dimension:
-die Bedeutung Griechenlands für ein Verständnis vom Menschen als gemeinschaftsbezogenes   Wesen (zoon politikon), für die Entdeckung der Demokratie und der modernen Wissenschaft;
-der seit der europäischen Antike feststellbare Erkenntnis- und Erfahrungsdrang mit dem Ziel einer Welterklärung im Logos anstelle einer Weltdeutung im Mythos;
-geographische Besonderheiten und Lebensbedingungen: Sprache, Religion und Kultur als Bindeglied.

Die Götterwelt/Mythologie der Griechen (Überblick)
Namen/Begriffe/Redensarten:
Herkulesarbeit, Muse, Pandorabüchse, Sisyphos-Arbeit, Zerberus, Tantalusqualen, Damoklesschwert, Kassandrarufe

Die Kulturen von Kreta und Mykene/Der Trojanische Krieg
Namen/Begriffe/Redensarten:
Mykene, minoisch, Knossos, Labyrinth, Minotaurus, Ariadnefaden, Achillesferse, Odyssee, zwischen Skylla und Charybdis

Die griechische Kolonisation
Olympia/Olympische Spiele
Orakel von Delphi

Die Ursprünge des Politischen und der Demokratie in der griechischen Antike:
Entwicklung der attischen Demokratie, Solon, Kleisthenes, Perikles, Bedeutung von Seemacht, Peloponnesischer Krieg.
Namen/Begriffe/Redensarten:
Tyrannis, drakonische Maßnahmen, Begriff der Demokratie, Polis-Politik, (attischer) Seebund, Leichenrede des Perikles

Der Kriegerstaat Sparta
Namen/Begriffe/Redensarten:
Thermopylen, "spartanisch leben", "lakonische Kürze", "auf dem Schild oder mit dem Schild", "Wanderer kommst du nach Sparta"

Griechen und Perser
Namen/Begriffe/Redensarten:
Marathon und Salamis, Themistokles, Barbaren

fortwirkende Kulturleistungen: Epos, Lyrik, Tragödie,Komödie, Medizin, Philosophie, Kunst.
Namen/Begriffe/Redensarten:
Homer: Ilias, Odyssee; homerisches Gelächter; Aischylos, Sophokles, Euripides, Hippokrates/hippokratischer Eid, Vorsokratiker, Thales, Sokrates, Platon, platonische Liebe, Aristoteles; Akropolis

Alexander der Große: die erste historische Universalmonarchie
Namen/Begriffe/Redensarten:
gordischer Knoten, „dreidreidrei-bei Issos Keilerei“, ”Weltherrschaft”, Hellenismus, Diadochen, Herrscherkult, Kosmopolitismus, Stoa, stoische Ruhe, Epikuräer

5. Vom Stadtstaat zum Weltreich: der europäische Beitrag Roms

europäische Dimension:
-die universale Rechtsidee als römisches Erbe;
-die Bedeutung von Recht und Verwaltung seit der römischen Antike;
-die ordnungspolitische Vorstellung der Pax Romana mit dem befriedeten,
rechtlich gesicherten Raum;

Gründungssage Roms
Namen/Begriffe/Redensarten:
Romulus und Remus

Vom Stadtstaat zum Weltreich

Die Punischen Kriege und die Expansion nach Osten
Namen/Begriffe/Redensarten:
Pyrrhus-Sieg, Hannibal, Archimedes: ”Störe meine Kreise nicht”, ceterum censeo, der ältere Cato

Caesar; der Eintritt der Germanen in die Geschichte
Namen/Begriffe/Redensarten:
catilinarische Existenz, Gallier, Vercingetorix, Helvetier, Pompeius, veni, vidi, vici, ”der Würfel ist gefallen”, Iden des März

Soziales Gefüge und Bedeutung des römischen Bürgerrechts - Leben, Arbeit und Aufbegehren der Sklaven
Namen/Begriffe/Redensarten:
Nobilität, Patrizier, Spartacus, Paulus: civis Romanus sum.

Rom in der Kaiserzeit
Augustus/Geburt Jesu Christi
Namen/Begriffe/Redensarten:
"Bei Philippi sehen wir uns wieder", Kleopatra, Kaiserkult, "Friedenskaiser", "Vierkaiserjahr", jüdischer Aufstand, Masada, "Adoptivkaiser", Vergil, Aeneis, Horaz, Maecenatentum, Ovid, Nero: erste Christenverfolgung, Circus, "Brot und Spiele"

Leistungen in Handwerk, Handel, Verkehrswesen, Technik, Kunst, Kultur, Architektur
Beispiele: Rechtsgedanke, Pompeji, Aquädukte, Straßenbau, Romanisierung.

Römer und Germanen
Krieg, Handel und Kulturaustausch (mit Regionalbezug)
Namen/Begriffe/Redensarten:
Schlacht im Teutoburger Wald, Hermann der Cherusker, Limes, Tacitus, Germania, Lehnwörter
 
 
6. Das Christentum und die Herausbildung des mittelalterlichen Europa

europäische Dimension:
 
-Menschenbild und Werte des Christentums, die Kirchen als Bildungs- und Kulturträger und als karitative Einrichtungen;
-die Verschmelzung von Elementen aus griechisch-römischer Antike, Christentum, Judentum und Germanentum;
-das immer wieder erstarkte europäische Bewusstsein in Phasen äußerer Bedrohung (beginnend bereits in den Perserkriegen 480/490 v.Ch.; sodann n.Chr. die Abwehr der Araber 732, der Ungarn 955, der Mongolen 1241, der Türken 1529 und 1683).

Entstehung und Ausbreitung des Christentums:
Namen/Begriffe/Redensarten:
Christenverfolgung, Konzil, Märtyrer, Diözese, Konstantin der Große, Toleranzedikt, Staatsreligion, Augustinus

Der Zerfall des Römischen Reiches: Hunnenzug, Schlacht auf den Katalaunischen Feldern, Völkerwanderung; Ostgoten in Italien/Vandalen in Afrika
Namen/Begriffe/Redensarten:
Attila, Theoderich d. Gr., Vandalismus, Nibelungenlied

Das Ende des Weströmischen Reiches und der
Fortbestand Ostroms, Byzanz
Namen/Begriffe/Redensarten:
byzantinisch, Codex Justinianus

Entstehung des Frankenreiches
Die Taufe Chlodwigs: die Folgen für Europa
Namen/Begriffe/Redensarten:
Merowinger

Entstehung und Ausbreitung des Islam: Glaubenswelt und wissenschaftliche Leistungen
Namen/Begriffe/Redensarten:
Allah, Mohammed, Koran, Mekka, Sure, Karl Martell, Rolandslied

Missionierung durch Bonifatius
Das Reich Karls des Großen
Kaiserkrönung in Rom 800
- Die Ausbreitung, Festigung und Zerfall des Reiches
Namen/Begriffe/Redensarten:
Karolingische Renaissance, Pfalzen, Klosterkultur, ora et labora, der Begriff "deutsch"
Merseburger Zaubersprüche

Reichsteilung (Frankenreich - Frankreich)
Kaiserabfolge bis zu den Staufern
Namen/Begriffe/Redensarten:
Feudalismus, Lehnswesen, Rittertum, Otto d. Gr., Heinrich IV., Zölibat, Dualismus Staat-Kirche, Investiturstreit, "in Acht und Bann", Canossa-Gang, Friedrich Barbarossa, Heiliges Römisches Reich deutscher Nation, Kurfürsten, Ritter-Ideal, Reichsstädte, Ständegesellschaft, ”Mittelalterliches Weltbild”, Walther von der Vogelweide, Minnesang

Kreuzzugsbewegung - Christen und Moslems, Pilgertum, Ordensstaaten
Ostsiedlung - Deutsche und Slawen - Landesausbau und die historischen deutschen Ostgebiete, Städtegründungen, deutsche Besiedlung in Böhmen und Mähren und Siebenbürgen, Gründung der Universität Prag, Hanse-hanseatisch
Namen/Begriffe/Redensarten:
Pruzzen, Kopernikanisches Weltbild, Deutscher Orden, magdeburgisches und lübisches Stadtrecht

Lebensformen im Mittelalter, darunter auch die Stellung des Judentums

Herausbildung von Nationalstaaten
- England (1215 Magna Charta)
- Frankreich (Hundertjähriger Krieg/"Jungfrau von Orleans"
 
 
7. Absolutismus und Aufklärung: Die Bedeutung von Individuum und VernunftHumanismus, Renaissance, Reformation als europäische Bewegungen - Die Entdeckung der außereuropäischen Welt

europäische Dimension:
-die Bedeutung der Bekenntnisse zur Individualität und Rationalität sowie der Autoritätskritik in Humanismus und Renaissance;
-die fortwirkende kulturelle Bedeutung von Reformation und Gegenreformation und ihre Auswirkungen auf das Bildungswesen und politische, religiöse und soziale Freiheits-, Reform- bzw. Erneuerungsbestrebungen;
-die Bedeutung ökumenischen Denkens für den Frieden in Europa
die Folgen der "Europäisierung" der Erde seit dem Zeitalter der Entdeckungen in Verbindung mit ihrer "grenzüberschreitenden Rationalität" und als Beginn der heute bezeichneten „Globalisierung“.

Fall von Byzanz 1453
Wissenschaftliche Leistungen und technische Erfindungen (Buchdruck, Feuerwaffen, Neuerungen in der Seefahrt

Das Zeitalter der Entdeckungen
Die großen geographischen Entdeckungen
Christoph Kolumbus, Azteken, Maya, Inka, span. bzw. portug. Kolonialreich

Kirche und Gesellschaft in der Krise
Namen/Begriffe/Redensarten:
Ketzer, Hexen, Inquisition, Ablass

Reformation in Deutschland und Europa
Namen/Begriffe/Redensarten:
Habsburger, Karl V. (”In meinem Reich geht die Sonne nicht unter”), Luther ("Hier stehe ich , ich kann nicht anders"), sola fide, sola gratia, sola scriptura, Bibelübersetzung, Schulreform, Müntzer, Bauernkrieg, Calvin, Schisma, Gegenreformation, Augsburger Religionsfrieden, Landeskirche, cuius regio, eius religio, Konfessionskriege

Der Dreißigjährige Krieg, der Westfälische Frieden als erste europäische Friedensordnung
Namen/Begriffe/Redensarten:
Wallenstein, "Ich kenne meine Pappenheimer", Gustav Adolf von Schweden, böhmische Dörfer, schwedische Gardinen
 
 
8.Absolutismus und Aufklärung: Die Bedeutung von Individuum und Vernunft

europäische Dimension:
die Aufklärung mit dem Postulat der Säkularität und einem schrittweisen Verzicht des Staates auf transzendente Kompetenz, mit dem Vernunftglauben, der Staatslegitimation, der Gewaltenteilung, dem Völkerrecht, der Volkssouveränität, den Bürger- und Menschenrechten sowie mit der Entstehung der ersten modernen Demokratie in den USA;
-die führende Rolle von Stadt und Bürgern seit dem Mittelalter;
-die hohe Wertschätzung von Arbeit, Leistung und Wettbewerb als Grundlagen des staatlichen und gesellschaftlichen Lebens;
-die Beherrschung von Naturgewalten, die Gestaltung von Materie sowie
-die Idee des gesellschaftlichen Fortschritts in sozialer Gerechtigkeit;
-die gemeinsamen Traditionen in bildender Kunst, Architektur, Musik, Literatur und Philosophie und ihre Wechselwirkungen.

Der Aufstieg Preußens
Namen/Begriffe/Redensarten:
Der große Kurfürst

Das Zeitalter des Absolutismus
- Absolutismus in Frankreich/Frankreich als europäisches Vorbild
Namen/Begriffe/Redensarten:
Ludwig XIV., ”Sonnenkönig", Versailles, "l'état c'est moi", Merkantilismus, Verwaltung.
stehendes Heer

Grundideen der Aufklärung
Namen/Begriffe/Redensarten:
Immanuel Kant, Was ist Aufklärung?; Sittengesetz

Aufgeklärter Absolutismus in Preußen und Österreich
Das Preußen Friedrich der Große
Namen/Begriffe/Redensarten:
Erster Diener des Staates, Jeder soll nach seiner Facon selig werden, Toleranz, Hugenotten, die polnischen Teilungen, der Alte Fritz

Die Entwicklungen in England und Nordamerika
-England
Versuche zur Errichtung einer absolutistischen  Herrschaft und der Widerstand des Parlaments, Bürgerkrieg, Glorious Revolution, Oliver Cromwell,
-Nordamerika
Unabhängigkeitskrieg, Deklaration der Menschenrechte

 
9.Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit:  Die französische Revolution und das napoleonische Zeitalter

europäische Dimension:
-  Europas politische und technisch-industrielle Revolutionen;
-  die Etablierung des Bürgertums als politischer Faktor im 18./19. Jahrhundert.

Französische Revolution
Menschen- und Bürgerrechte und ihre gesetzliche Fixierung, Frankreich wird Republik, Radikalisierung in der Jakobinerdiktatur, Revolutionskriege
Namen/Begriffe/Redensarten:
Rousseau, Montesquieu ("Gewaltenteilung"), ,,Freiheit – Gleichheit - Brüderlichkeit", Jakobiner, Guillotine

Aufstieg Napoleons und der Kampf Frankreichs um die Vorherrschaft in Europa
Reichsdeputationshauptschluss, Ende des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation, Rheinbund, Zusammenbruch Preußens, Preußische Reformen, Code Civil
Namen/Begriffe/Redensarten:
Waterloo, Humboldtsche Universitätsreformen, Freiherr vom Stein
 
 
10. Restauration und Revolution in Europa: das ”europäische Jahrhundert”

europäische Dimension:
-die Ablehnung politischer und geistiger Despotie sowie der gemeinsame europäische
Widerstand gegen Hegemoniebestrebungen aus dem Kreis der europäischen Staaten („europäisches Gleichgewicht“), der nur vorübergehend Vormächte, aber nie eine Einheitsmacht zuließ (zum Beispiel gegen Napoleons Versuch einer revolutionär-zivilisatorischen Einigung von 1806 bis 1812, gegen Hitlers Versuch einer geopolitischen und rassistischen Neuordnung von 1939 bis 1945, gegen die sowjetische Hegemonialpolitik unter dem Vorzeichen des Kommunismus);
-die demokratischen Traditionen in Deutschland; 
-der Gedanke des Fortschritts durch die naturwissenschaftliche und technische Entwicklung.

Der Wiener Kongress
Territoriale Veränderungen
Nationale, liberale und restaurative Bestrebungen
in Deutschland
Namen/Begriffe/Redensarten:
Metternich, "Der Kongress tanzt", Wartburgfest, Hambacher Fest, Biedermeier

Revolution 1848/49
Namen/Begriffe/Redensarten:
Paulskirchenparlament, Nation, Hoffmann von Fallersleben

Preußisch-österreichischer Dualismus (bis 1866)
Otto von Bismarck
Norddeutscher Bund
Namen/Begriffe/Redensarten:
Eiserner Kanzler

Industrialisierung und soziale Frage
Demographische Entwicklung, soziale Folgen der Industrialisierung und Lösungsversuche der sozialen Frage

Namen/Begriffe/Redensarten:
Marx, Wichern, Bodelschwingh, Kolping, Pauperismus, Sozialdemokratie, Gewerkschaften, Kranken- und Rentenversicherung, Sozialistengesetze, Proletariat.
 
 
11. Bis zum Ende des Ersten Weltkriegs: auf dem Weg zum ”europäischen Bürgerkrieg”

europäische Dimension:
 
-der Nationalstaat als Erbe des 19. Jahrhunderts
-Patriotismus und Nationalismus: die Auswirkungen des Nationalismus auf das Zuammenleben der Völker

Reichseinigung 1871
Das politische System des Kaiserreiches
(Vormachtstellung Preußens, Reichsverfassung)
Innen- und Außenpolitik
Namen/Begriffe: ”kleindeutsche Lösung”, "Blut und Eisen", "Der Lotse geht von Bord", "Wilhelminismus", Nationalismus, Imperialismus, "Platz an der Sonne", Kolonialismus, "Kanonenbootpolitik", "Hunnen", "Sonderweg"

Der Erste Weltkrieg und der Beginn des ”europäischen Bürgerkrieges”
Namen/Begriffe/Redensarten:
Mehrfrontenkrieg, Hindenburg, Tannenberg, Verdun, Materialschlachten

1917: Die Revolution in Russland
Der Eintritt der USA in den Kreis der Weltmächte
 
 
12. Das Scheitern einer europäischen Demokratie: die Weimarer Republik

europäische Dimension:
- die ersten Versuche staatenübergreifender Regelsysteme
- die Bedeutung demokratischer Einstellungen in Eliten und Bevölkerung
- die Bedeutung einer auf Gerechtigkeit und Ausgleich angelegten Vertragspolitik
- die Bedeutung der Wirtschafts- und Währungsstabilität für die innere Stabilität von Staaten

Namen/Begriffe/Redensarten:
die "Goldenen Zwanziger", die Weimarer Reichsverfassung als erste demokratische Verfassung, Frauenwahlrecht, Republik ohne Republikaner, Inflation, Friedrich Ebert, Stresemann, Rapallo-Komplex, der "schwarze Freitag".

Die Nachkriegsordnung (inkl.: Staatsgründung Polen/Tschechoslowakei)
Namen/Begriffe/Redensarten:
Versailles, Dolchstoßlegende, Völkerbund
 
13.Der totalitäre Abschied von Europa: Nationalsozialismus, "Drittes Reich",  2. Weltkrieg

europäische Dimension:
- Begriff des Totalitären und die aktuelle Bedeutung des antitotalitären Konsenses
- Verführungskraft von Großideologien/”politischen Religionen”
- Menschenwürde als europäischer Auftrag

Politische und wirtschaftliche Veränderungen in Sowjetrussland
Namen/Begriffe/Redensarten:
Lenin, Stalin, Stalinisierung, totalitär, Schauprozesse

NS-Zeit:
Namen/Begriffe/Redensarten:
Nationalsozialismus, Hitler, Himmler, Goebbels, Propaganda, Volksgemeinschaft, Führerprinzip, "Du bist nichts, Dein Volk ist alles"; "Kanonen statt Butter", Gleichschaltung, Propaganda, SS, SA, Biologismus, Rassen- und Lebensraumtheorie, Antikommunismus, KZ, "Judenfrage", rassischer Antisemitismus.

Aggression nach außen: Annexion Österreichs,  Münchner Abkommen, Annexion der Tschechoslowakei, Hitler-Stalin-Pakt
Namen/Begriffe/Redensarten:
Faschismus-Antifaschismus, Appeasement-Politik

Deutschland, Europa und die Welt in der Zeit des  Zweiten Weltkrieges
Der Weg in den Zweiten Weltkrieg: Eroberung Polens, Eroberung Frankreichs, "großdeutsches Europa", Angriff auf die Sowjetunion, Stalingrad, Pearl Harbour, Terror in den besetzten Gebieten, die Vernichtung des europäischen Judentums
Namen/Begriffe/Redensarten:
"Blitzkrieg", "Germanisierung des Ostens", "Totaler Krieg", Vernichtungslager, Holocaust - "Endlösung der Judenfrage", Shoa, Auschwitz, Achsenmächte, Bombenkrieg (Dresden)

Widerstand gegen das NS - Regime
Namen/Begriffe/Redensarten:
Geschwister Scholl, Kreisauer Kreis, Stauffenberg, "20. Juli 1944", „Die Rote Kapelle“, Volksgerichtshof, Ghetto-Aufstand, Warschauer Aufstand

Kriegsende in Europa und Asien
Militärische Niederlagen und bedingungslose Kapitulation Deutschlands und Japans: der erste Einsatz der Atombombe
 
14. Zurück zu Europa: Deutschland und Europa vom Ende des Zweiten Weltkrieges bis 1990

europäische Dimension:
- die ”Lehren der Vergangenheit”: Menschenwürde, Friede, Sicherheit als europäischer Auftrag
-von der Erfahrung der doppelten Diktatur zur Überwindung der Ost-West-Blockbildung und der Teilung der Welt von 1945 bis 1989 durch das "Zurück nach Europa" der Länder des ehemaligen Ostblocks seit 1989.
-Verständnis Europas nicht als eines homogenen politischen, sondern als eines Raums, der verschiedene nationale Ausprägungen des "Europäischen" vereint und der vor allem das Gemeinsame, das Wesentliche der europäischen Geistestradition als Orientierung hat, als ein Synonym für die "freie Welt" und für die Idee der Freiheit;
-europäischer "Patriotismus" mit Blick auf mehr als 2000 Jahre europäischer Kultur.

Weltpolitische Veränderungen nach 1945:
Gründung der UNO, Potsdamer Konferenz, Sowjetisierung, Truman-Doktrin, Marshall-Plan,
"Kalter Krieg"

Kriegsende in Deutschland
das ”dreigeteilte Deutschland”: Flucht und Vertreibung, Pommern, Schlesien und Ostpreußen unter fremder "Verwaltung", ”Westverschiebung” Polens
Namen/Begriffe/Redensarten:
Besatzungszonen, Zweistaatlichkeit, Entnazifizierung, Währungsreform, Blockade Berlins  Grundgesetz; Stalinismus in SBZ/DDR

Die beiden Staaten in Deutschland

Bundesrepublik Deutschland von ihrer Gründung bis zum Ende der großen Koalition
Namen/Begriffe/Redensarten:
Konrad Adenauer, Ludwig Erhard, Westbindung, Soziale Marktwirtschaft - "Wirtschaftswunder", Stalinnote und Wiederbewaffnung, "Einheit in Freiheit", NATO, EWG-EG-EU, Römische Verträge, 1968 und außerparlamentarische Opposition

Die sozial-liberale Koalition
Namen/Begriffe/Redensarten:
Willy Brandt, Helmut Schmidt, Neue Ostpolitik, Ostverträge als Gewaltverzichtsverträge, Viermächteabkommen, Grundlagenvertrag, NATO-Doppelbeschluss

Die Christlich-liberale Koalition
Namen/Begriffe/Redensarten:
Helmut Kohl, "Kanzler der Einheit"

Das Ende der DDR:
Namen/Begriffe/Redensarten:
SED, MfS, realer Sozialismus, Totalitarismus, Aufstand am 17. Juni 1953, Bau der Berliner Mauer am 13. August 1961, "Abstimmung mit den Füßen", friedliche Revolution, Zwei-plus-Vier-Vertrag und Anerkennung der polnischen Westgrenze, 3. Oktober 1990.

Grundlegende Merkzahlen
 
Allgemeine Geschichte
Kultur und Technik
(fächerübergreifend)
vor Christus  
um 2700 Bau der Pyramiden 
um 1700 Hammurabi von Babylon 
um 1200Moses 
um 1000 Königtum Davids und Solomons 
2000-1400 
1600-ca. 1180
ca. 1200
776
Die Minoer auf Kreta/
die Mykener in Griechenland
Dorische Wanderung
die ersten Olympischen Spiele
Archaik
Um 800/750 Beginn der griechischen Literatur: Homer: Ilias und Odyssee; nach 750 griechische Lyrik, Elegie
753
750-550
mythische Gründung Roms
die griech. Kolonisation 
Beginn der griech. Mathematik:
um 525 ”Satz des Pythagoras”
594
509
Solons Gesetzgebung in Athen
Begründung der griech. Demokratie durch Kleisthenes
 
539Eroberung Babylons durch Kyros;  Ende der Babylonischen  Gefangenschaft ca. 500 Beginn der griech. Philosophie: Vorsokratiker
 490 Sieg der Athener bei Marathon Die griechische Klassik
Beginn der griech. Tragödie:
472 Aischylos: Die Perser
480Sieg der Griechen bei Salamis ca. 480 Tod Buddhas und Beginn des Buddhismus
479 Tod des Konfuzius und Beginn des Konfuzianismus
450
510
ca. 450 
Blütezeit Athens unter Perikles/
Beginn der röm. Republik
das Zwölftafelgesetz in Rom
ca. 450 Beginn der griechischen Geschichtsschreibung: Herodot, Thukydides
447 Baubeginn des Parthenon
um 431-40der Peloponnesische Krieg422: Sophokles: Antigone, 399 Tod des Sokrates, Platon, Aristoteles
336-323 

nach 323

Regierungszeit Alexanders des    Großen;
Nachfolgereiche: Antigoniden,    Seleukiden, Ptolemäer (31 v.Chr.) 
Hellenismus:
Hellenistische Philosophie: 
308 Stoa (Zenon), 306 Epikur
216Hannibals Sieg bei CannaeBeginn der röm. (lat.) Literatur
212 Tod des Archimedes
202Scipios Sieg bei Zama: Ausschaltung Karthagos. Spanien röm. 
189
168
146
röm. Sieg über die Sekeukiden
röm. Sieg über Makedonien
Griechenland und Afrika röm.   (Zerstörung von Korinth und   Karthago)
 
133ff.Kleinasien röm. 
102-101Erste Germaneneinfälle:   Vernichtung der Kimbern und    Teutonen durch Marius 
58-51 Caesar erobert GallienBeginn der röm. (lat.) Philosophie:
45/44 Ciceros Philosophische Schriften
15..3. 44Caesars Ermordung 
31 (Actium; Ägypten röm.)
27 Begründung des Prinzipats durch Octavian.
Beginn der römischen Kaiserzeit
Römische Klassik:
Vergil, Horaz, Ovid, Livius
nach Christus  
9

43
70
79
107

Schlacht im Teutoburger Wald  Germanien bis zur Rheingrenze röm. 
Britannien röm.
Zerstörung des Tempels von Jerusalem
Vesuvausbruch: Pompeji
der nördl. Donauraum röm.
4 (?) v. Chr. – 30 n. Chr. Leben Jesu Christi;
64-100 Entstehung der Evangelien 
nach 70 Kolosseum
um 100 Höhepunkt der röm. Geschichtsschreibung: Tacitus
nach 200 Maya-Kultur
313 Bekehrung zum Christentum und   Toleranzedikt Konstantins des Großen325 Konzil von Nicäa
um 350 Übersetzung der Bibel ins Gotische durch Wulfila
375Hunneneinfall in Europa 
410Eroberung Roms durch Alarich Die Kirchenväter
413-426 Augustinus, Gottesstaat
451Schlacht auf den  Katalaunischen Feldern 
um 500-529 Reichsgründungen 
Theoderichs und Chlodwigs
Christianisierung des Westens:
496 Taufe Chlodwigs
Um 500 Christianisierung Irlands
  529 Klostergründung auf dem Monte Cassino durch Benedikt von Nursia
534 Codex Justinianus
632Tod Mohammeds und Beginn des   Islam
732Sieg Karl Martells bei Tours und Poitiers über die Araber
751 Pippins Salbung durch Bonifatius756 Beginn des Kirchenstaates
751-911
768-814 
Das Zeitalter der Karolinger:
Regierungszeit Karls des Großen 
Karolingische Renaissance786 Erste Erwähnung des Begriffes ”deutsch”
800 Kaiserkrönung Karls des    Großen 786 Baubeginn des Aachener Doms
843 Reichsteilung zu Verdun: Zerfall   des Karolingerreiches 
919-1024Die sächsischen Kaiser 
955Schlacht auf dem Lechfeld
962Kaiserkrönung Ottos des Großen Anfänge der Romanik
um 1000 Begründung der Erzbistümer
Gnesen und Gran 
Annahme des röm. Christentums durch Polen und Ungarn
988 Annahme des orthodoxen Christentums durch Russland
1024-1125
1077
Die salischen Kaiser
Heinrich IV. in Canossa 
nach 1025 Baubeginn des Speyrer Doms
1078 Der Tower in London
1099Eroberung Jerusalems auf dem 
1. Kreuzzug
 
1122 Wormser Konkordat 
1138-1254
1180 
Die Hohenstaufen
Sturz Heinrichs des Löwen 
Um 1150 Beginn der Kremlbauten 1158 Älteste europ. Universität in Bologna
1190 Tod Friedrich Barbarossas auf dem 3. Kreuzzug Ab 1200:
Die deutschen Epiker und Minnesänger: Nibelungenlied, Walther von der Vogelweide, Wolfram von Eschenbach: Parzival; Gottfried von Straßburg: Tristan und Isolde, Dante
Die Scholastik:
Thomas von Aquin
1215 Magna Charta Anfänge der Gotik
Beginn der Hradschin-Bauten
1258 Baubeginn des heutigen  Kölner Doms
1231
1241 
Anfänge des Deutschordensstaates
Schlesien, Polen, Deutscher Orden gegen den Mongolensturm (Schlacht bei Liegnitz)
 
1339-1453

1356
1410

 ”Hundertjähriger Krieg” zw. England und Frankreich
„Goldene Bulle“
Schlacht bei Tannenberg 
1348 Gründung der Universität Prag durch Kaiser Karl IV.
1429
1453 
Die ”Jungfrau von Orleans”
Eroberung von Byzanz
Humanismus, Renaissance und Reformation
Ab 1400: Johann von Tepl
Nach 1450: Dürer, Leonardo da Vinci, Erasmus von Rotterdam, Machiavelli, Kopernikus,Michelangelo, Bosch, Botticelli
Nach 1500: Dürer
ca. 1450: Johannes Gutenberg, Buchdruckerkunst
1483 Geburt Luthers
Krakauer Schloss
1506 Baubeginn des heutigen Petersdoms
1492Entdeckung Amerikas, danach    Südamerika teilw. span., teilw. port.  Span. Eroberung Granadas und    Vertreibung der Araber und Juden von der iberischen  Halbinsel 

1517 
Das Zeitalter der Reformation
Thesenanschlag Martin Luthers
 
Nach 1525 Reformation in Skandinavien und   England; nach 1532; Calvinistische Reformation: Schweiz, Niederlande, Frankreich   (Hugenotten) nach 1522 Übersetzung der Bibel 
1529 der Große und der Kleine Katechismus
1524-1525
1529
Bauernkrieg
Türken vor Wien
 
1552

1555 

Beginn der russ. Eroberung Sibiriens

Augsburger Religionsfriede 

1563 Baubeginn des Escorial
1618-1648

1626 

Dreißigjähriger Krieg

Gründung von New York

nach 1620-ca. 1740: Barock
Niederlande: Spinoza, Rubens, Rembrandt
Spanien: El Greco, Velasquez, Cervantes, Calderon
Frankreich: Descartes, Corneille, Racine
England: William Shakespeare, Hobbes, Locke, Newton
Deutschland: Gryphius, Grimmels-
hausen, Händel, Bach
1633 Verurteilung Galileis
1649

1679 
1661-1715

Hinrichtung Karls I. von England,   Cromwell
Habeas  corpus-Akte
Ludwig der XIV. 
1661 Baubeginn des heutigen Versailles
1683 

1685 

Belagerung Wiens durch die    Türken
Edikt von Nantes, Vertreibung der Hugenotten 
1687: Gravitationsgesetz Newtons
1689 Bill of Rights 
1701 Preußische Königskrönung 1700 Gründung der Preußischen Akademie der Wissenschaften durch Leibniz
1703 Gründung von St. Petersburg
1740 Regierungsantritt Friedrichs des Großen und Maria Theresias nach 1740: Aufklärung und Rokoko
Frankreich: Voltaire,
Montesquieu: ”Vom Geist der Gesetze”
Rousseau: ”Der Gesellschaftsvertrag
Deutschland: Kant, Lessing, Gluck, Haydn, Mozart
1701-1713/4

Nach 1763:

Spanischer Erbfolgekrieg  Siebenjähriger Krieg
Nordamerika brit. 
1768 Watts erste Dampfmaschine
1776
1789
1789-1797

Nach 1788: 

Unabhängigkeitserklärung der USA
Verfassung der Vereinigten   Staaten
George Washington Erster Präsi-
dent der Vereinigten Staaten
Australien brit.
1778 Tod Voltaires
1781 Kants ”Kritik der reinen Vernunft”
1793 Allgemeines Preußisches Landrecht
1789 

1795

Sturm auf die Bastille, Beginn der franz. Revolution
3. Teilung Polens, wiederbegründet erst 1918
nach 1770: Deutsche Klassik/
Deutscher Idealismus:
Weimars ”Klassische Zeit”: Goethe, Schiller, Kleist, Hölderlin, Beethoven, Hegel
1781/83 Mechan. Webstuhl u. Spinnmaschine in England
Beginn der industriellen Revolution
1788 Brandenburger Tor
1803Reichsdeputationshauptschluss Konservatismus: Edmund Burke
1804 Tod Kants 
1805 Tod Schillers
1806Ende des Heiligen Römischen Reiches 1806 Goethes ”Faust I”
  Fultons erstes Dampfschiff
1810 Gründung der Berliner Universität durch Wilhelm von Humboldt
nach 1810:
1813 
Unabhängigkeitsbew. in Lateinamerika
Völkerschlacht bei Leipzig 
1814 Stevensons erste Lokomotive
1815 
1832
Wiener Kongress
Hambacher Fest
1831 Tod Hegels
1832 Tod Goethes 
nach 1810: Romantik
Frankreich: Hugo
England: Turner
Deutschland/Österreich: Novalis, Eichendorff, Schubert, Weber, Mendelssohn Bartholdy,Schumann, Smetana, Dvorak, Friedrich, Heine
1821 Baubeginn des Capitol
1841 Das Deutschlandlied von Hoffmann von Fallersleben
1848 Kommunistisches Manifest 
1848 
 

1853
1858 

Revolution in europäischen    Hauptstädten; das Parlament der   Paulskirche
Öffnung Japans zum Westen
Indien brit.
Nach 1830
Frankreich: Balzac, Flaubert, Chopin
Italien: Verdi
Russland: Tschaikowsky
Deutschland: Keller, Storm, Droste, Stifter,Wagner, Liszt, Brahms
1859 Charles Darwin, ”Über die Entstehung der Arten”/Darwinismus
1861-1865 
1861
Amerikanischer Bürgerkrieg
Proklamation des Königreiches Italien
1869 Suez-Kanal
1866 Schlacht bei Königgrätz 
1869 Gründung der SPD 1870 Erstes Vatikanisches Konzil
Malerei nach 1850: Impressionismus
Frankreich: Monet, Renoir
1870
1871
deutsch-französischer Krieg
Gründung des deutschen   Kaiserreiches, Otto von Bismarck Reichskanzler bis 1890
 
1883-1889 Bismarcksche Sozialgesetzgebung Malerei nach 1880: Nach-Impressionismus:
Frankreich: Cézanne, van Gogh
Norwegen: Munch
1883 Nietzsche: ”Zarathustra”
1886 Carl Friedrich Benz baut das erste Automobil
1889 Eiffelturm in Paris
1912 Die erste Hälfte des 20. Jahrhunderts:

Sturz des 2000jährigen chin.    Kaisertums 

Malerei nach 1900: Expressionismus/Abstrakte Malerei, Symbolismus, Surrealismus:
Picasso, Kokoschka, Beckmann, Marc, Macke, Mondrian, De Chirico
Musik: Richard Strauss
Literatur Übergang 19./20. Jh.: Kafka, Trakl, Benn, von Hofmannthal, Rilke, Th. Mann, Brecht, Döblin, Musil, Roth, Schnitzler, St. Zweig,
Tucholsky, Jünger.
Musik: Richard Strauss, Debussy
1900 Sigmund Freud, ”Traumdeutung”
Max Planck begründet die Quantenphysik
1903 Flug der Gebrüder Wright
1914-19181. Weltkrieg1916 Einsteins ”Allg. Relativitätstheorie”
1917 Russische RevolutionErster Panzerwagen
1919 
 

1922

Versailler Vertrag/ 
Gründung des Völkerbundes 
Gründung der Weimarer Republik
Beginn des des italienischen    Faschismus (Mussolini) 
1922 Erfindung des Tonfilms
1929Beginn der Weltwirtschaftskrise 1927 Martin Heidegger ”Sein und Zeit”
1930 Erste Fernsehübertragung
1933Hitler Reichskanzler,    Ermächtigungsgesetz 
1936-1939
1938 
Spanischer Bürgerkrieg
Münchener Abkommen/   November-Pogrom 
Erste Kernspaltung
1939Beginn des 2. Weltkrieges 
1943Stalingrad 
20.06.1944 Attentat auf Hitler Erfindung des Düsenflugzeugs und der Rakete
08.05.1945Kapitulation Deutschlands Erste Atombombe
1945

1947
1948 

Gründung der Vereinten Nationen
Potsdamer Konferenz
Unabhängigkeit Indiens
Staatsgründung Israels
Literatur nach 1945:
Frankreich: Sartre, Camus
Deutschland: Böll, Frisch, Dürrenmatt, Grass,Jünger
1949 Grundgesetz der  Bundesrepublik Deutschland, 
Konrad Adenauer erster Bundeskanzler 
Gründung der DDR 
China kommunistisch
 
1949NATO-Pakt 
17.06.1953 Aufstand in der sowjetischen   Besatzungszone 
1955 
1956 
Die Bundesrepublik Mitglied der NATO
Ungarn-Aufstand
 
1957 
1960
Gründung der EWG
 „Jahr Afrikas“ (Entkolonialisierung) 
Sputnik
13.08.1961Errichtung der Mauer in Berlin 
1968 68er Bewegung, Niederschlagung   des Prager Frühling1969 Erste Landung auf dem Mond
1970 
1975 
Ostverträge
Ende des Vietnamkrieges 
Seit 1980 Personalcomputer
09.11.1989Fall der Mauer 
03.10.1990 Vereinigung Deutschlands 


 Deutscher Lehrerverband (DL) - Burbacher Straße 8 - 53129 Bonn - Tel. (02 28) 21 12 12 - FAX 21 12 24DL-HomeSeitenanfang