Lehrerverband weist erneute Einmischung von Hundt in den Lehrerberuf zurück
Der
Präsident des Deutschen Lehrerverbandes (DL), Josef Kraus, hat die jüngsten
Äußerungen des Arbeitgeberpräsidenten Dieter Hundt zum Lehrerberuf
bzw. zum bevorstehenden Weltlehrertag zurückgewiesen. Hundt hatte für
eine Aufwertung des Lehrerberufes plädiert, zugleich aber erneut behauptet,
es fehle den Lehrern in Deutschland an Praxisnähe sowie an didaktischen
und pädagogischen Kompetenzen.
Wörtlich erklärte Josef Kraus: „Wenn sich Hundt jetzt
für eine Aufwertung des Lehrerberufes ausspricht, dann sind das allenfalls
wohlfeile Lippenbekenntnisse. Schließlich gehörte Hundt in den
vergangenen Jahren an vorderster Stelle zu denjenigen, die das Ansehen des
Lehrerberufes mit am meisten beschädigt haben. Hundt soll sich endlich
um die Tüchtigkeit des deutschen Wirtschaftsmanagements kümmern
und nicht ständig Unwahrheiten über die Realitäten an den
Schulen verbreiten.
Hundts Behauptung,
den deutschen Lehrern fehle die Praxisnähe, geht vollkommen ins Leere;
er weiß offenbar nicht einmal, dass die Bundesländer von ihren
Lehramtsaspiranten bis zu vier Praktika verlangen und dass das Referendariat
zwei Jahre lang Praxis pur ist.
Überhaupt leistet
der Arbeitgeberpräsident den Schulen mit seinen permanenten unsachlichen
Äußerungen einen Bärendienst. Aus der PISA-Studie wissen
wir längst, dass die Schulleistungen um so besser sind, je höher
Schule und Lehrerschaft im Ansehen stehen. Hundt aber wirkt daran mit, dass
Schule und Lehrerschaft immer weniger ernst genommen werden.
Hundt soll sich in
Sachen Schule überhaupt zurücknehmen, denn in der Lehrerschaft
der 42.000 Schulen in Deutschland erntet er mit seiner schulpolitischen Wichtigtuerei
mehr und mehr nur noch Gelächter. Er belastet damit zudem die engagierte
Zusammenarbeit von Tausenden von Schulen mit Wirtschaftsunternehmen vor Ort.“ _________________________________________ Für den Inhalt verantwortlich: Waltraud Fuchs, DL