"Grundschule muss wieder mehr ergebnisorientiert arbeiten"
Zur Vorstellung des Memorandums betonte Verbandspräsident Josef Kraus: „Über die Grundschule ist in den vergangenen Jahren kaum kritisch diskutiert worden. Grundschule gilt geradezu als sakrosankt. Alle anderen Schulformen müssen sich hinsichtlich ihres Leistungsvermögens der öffentlichen Debatte stellen. Kritische Diskussion über Grundschule aber gilt als Tabubruch. Dieser Tabubruch ist fällig. Denn die Klagen der weiterführenden Schulen über das Können der Grundschüler in Deutsch und Rechnen nehmen zu. Mit dem alleinigen Diktum so genannter Kindgerechtheit der Grundschularbeit ist es nicht getan. Dabei wird nämlich vergessen, dass eine nur auf das Kindsein ausgerichtete Schule den Kindern die Zukunft raubt, weil es die Kinder in einer ewigen Gegenwart einkerkert.“
Der Deutsche Lehrerverband fordert in seinem Memorandum unter anderem: eine intensivere Schulung der Kulturtechniken sowie eine verstärkte Förderung der Ausdauer und der Arbeits- und Lerntechniken. Vor allem dem Lesen, dem Schreiben, dem Wortschatz, der Orthographie, der Grammatik, der Syntax, der Sprachbetrachtung; ferner dem Umgang mit Zahlen und Größen, den Grundrechenarten, dem Sachrechnen und den geometrische Grunderfahrungen kämen große Bedeutung in der Grundschule zu. Gegenüber einem Fremdsprachenunterricht in der Grundschule äußert sich der Verband skeptisch, „solange nicht wieder die Muttersprache sicherer beherrscht wird.“
Konkret äußert
sich der Lehrerverband auch zu Strukturfragen: Die Grundschulzeit soll
nur vier Jahre umfassen, und der Übergang an eine weiterführende
Schule solle unter anderem von den Leistungen der Viertklässler in
Deutsch und Rechnen abhängen.
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