Lehrerverband zur OECD-Studie "Bildung auf einen Blick 2002"
"Meldungen über Gehälter und Arbeitszeit deutscher Lehrer höchst tendenziös"
Zur Veröffentlichung
der OECD-Studie „Bildung auf einen Blick 2002“ und entsprechenden Vorabmeldungen
über die Gehälter und die Arbeitszeit der Lehrer stellte der Präsident
des Deutschen Lehrerverbandes (DL), Josef Kraus, fest:
„Die Meldungen über die angebliche Spitzenvergütung deutscher
Lehrer und ihre zugleich angeblich geringe Arbeitszeit sind höchst tendenziös.
Faktum Nr. 1 ist, dass die deutschen
Löhne in allen Berufen international zu den höchsten und die deutschen
Arbeitszeiten in allen Berufen international zu den geringsten gehören.
Faktum Nr. 2 ist, dass ein bloßer Vergleich von Löhnen schief ist, solange nicht die reale Kaufkraft berücksichtigt wird.
Faktum Nr. 3 ist, dass beim internationalen
Vergleich der Arbeitsbelastung von Lehrern nicht nur die Unterrichtsstunden
gegeneinander gestellt werden dürfen, sondern dass der höchst unterschiedliche
Umfang außerunterrichtlicher Belastungen mit berücksichtigt werden
muss. Hier ist die Belastung der deutschen Lehrer auf Grund des hochdifferenzierten
schulischen Prüfungswesens und der damit zusammen hängenden Korrekturbelastungen
besonders hoch. Ein Gymnasiallehrer mit den Fächern Deutsch und Englisch
etwa kommt im Jahr allein auf rund 1.000 Stunden Korrekturaufwand.
Faktum Nr. 4 ist, dass die jungen Leute
in Deutschland den Lehrerberuf alles andere als attraktiv empfinden. Immerhin
bleibt der Nachwuchs mehr und mehr aus. Folge wird sein, dass die 300.000
in den kommenden zehn Jahren in den Ruhestand eintretenden Lehrer nicht alle
ersetzt werden können.“
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Für den Inhalt verantwortlich: Waltraud Fuchs, DL