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Verband Deutscher Realschullehrer - Deutscher Philologenverband - Berlin, 19. Oktober 2005
Symposium "Zukunft des gegliederten Schulwesens"
Statement von Josef Kraus, Präsident des Deutschen Lehrerverbandes (DL)
6.
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Soziale Selektivität gibt es in allen nationalen Schulsystemen. |
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Dort
wo es sie auf dem Papier nicht gibt, gibt es sie deshalb nicht, weil
dort eine Studienberechtigung nahezu flächendeckend vergeben wird (Beispiel: Japan 92,7 Prozent, Russ. Föderation 83,2 Prozent). |
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Viele internationale Vergleiche der sog. Abitur- und Akademikerquoten sind also statistische Artefakte, denen eine Gleichsetzung von Quote mit Qualität zugrunde liegt. |
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Statistische
Artefakte sind auch die Angaben über die sog. soziale
Durchlässigkeit. Beispiel: Wenn die Tochter eines finnischen
Hafenarbeiters Krankenschwester wird, dann gilt sie als Beleg für
die soziale Durchlässigkeit des dortigen Schulwesens; wenn in
Deutschland die Tocher eines VW-Arbeiters Krankenschwester wird, dann
gilt sie als Beleg für die mangelnde soziale Durchlässigkeit
des deutschen Bildungswesens. |
| Vergessen wir all dies. Halten wir vielmehr fest: |
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Es war das gegliederte Schulwesen, das die Abiturientenquote in Deutschland binnen 30 Jahren verfünffacht hat. |
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Und
es ist das gegliederte Schulwesen süddeutscher Ausprägung, in
dem die Absolventen der nicht-gymnasialen Schulen den geringsten
Abstand an PISA-Werten zu den Gymnasiasten haben und in dem die
Migrantenkinder die besten Werte aller Migrantenkinder in Deutschland
haben. |
7.
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Horizontal durchlässig ist es, weil es einen Wechsel der Schulformen unter entsprechenden Leistungsvoraussetzungen zulässt. |
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Vertikal durchlässig
ist es, indem es keine Sackgassen kennt. Sogar die Abschlüsse der
zu Unrecht gescholtenen Hauptschule stellen keine Sackgassen dar,
sondern sie sind Anschlüsse an anspruchsvolle berufliche Bildung
oder an weitere Schulbesuche bis hin zu Hochschulreife. |
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