DEUTSCHER LEHRERVERBAND (DL) - PRESSEERKLÄRUNG
Bonn, 14. Mai 2003
Lehrerverband zum Internationalen Tag der Familie am 15. Mai
"Bildungsoffensive muss in der Familie beginnen"
Der Deutsche
Lehrerverband (DL) hat anlässlich des Internationalen Tages der Familie
am 15. Mai die Forderung erhoben, die Familie ins Zentrum der bildungspolitischen
Diskussion zu rücken.
Konkret stellte DL-Präsident Josef Kraus dazu fest:
„Nach den für
die Deutschen nicht gerade schmeichelhaften Ergebnissen der letzten Schulleistungsstudien
wird es Zeit, intensiv über die Bedeutung der Familien für den
Bildungsprozess junger Menschen nachzudenken. Dies gilt für die Bildungspolitik,
die ohne stärkere Inanspruchnahme der Familien nicht vorankommen wird,
und dies gilt für jede einzelne Familie.
Wenn es in der Familie
nicht klappt, dann klappt es eben auch in der Schule nicht. Deshalb ist jede
Bildungsoffensive auf Sand gebaut, wenn sie nicht eine elterliche Erziehungsoffensive
voraussetzt. Konkret müssen Eltern etwa dafür sorgen, dass ihre
Kinder den schulischen Pflichten nachkommen und dass Schule Vorrang hat vor
den Freizeit- und Jobinteressen der Heranwachsenden.
Vor allem aber sollten
sich Eltern ihrer Vorbildfunktion bewusst sein. Dies gilt für das Erfüllen
von Pflichten in Beruf und Privatleben, Vorbild sollten die Eltern aber auch
sein im Umgang mit geistigen Herausforderungen. Eltern etwa, die selbst nichts
lesen, werden kaum Kinder haben, die intensiv lesen; sie werden damit auch
kaum schulisch erfolgreiche Kinder haben.
Die Familie ist gerade
im ersten Lebensjahrzehnt die prägende Instanz. An ihr entscheidet sich
maßgeblich, ob Kinder für alle möglichen Fragen der Welt
und der Kultur aufgeschlossen werden oder nicht. Eltern beispielsweise, die
ihren Kindern bereits in frühem Alter viel erzählen und vorlesen,
die mit ihren Kindern viel reden und über Gelesenes und Gesehenes viel
diskutieren, werden auch Kinder haben, die auf ihrem Bildungsweg erfolgreicher
sind.“
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Für den Inhalt verantwortlich: Waltraud Fuchs (DL)
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