DeutschlandRadio vom 26. Juli 2004 Lehrerverband fordert schnelle Entscheidung
über Rechtschreibreform
Interview mit Josef K r a u s , Präsident des Deutschen Lehrerverbandes (DL) In der Diskussion um die Rechtschreibreform hat sich der Präsident des Deutschen Lehrerverbandes, Josef Kraus, für eine schnelle Entscheidung ausgesprochen. Die Verunsicherung und das Prinzip der Beliebigkeit dürften nicht noch weiter um sich greifen, forderte Kraus am Montag im DeutschlandRadio Berlin. Allerdings herrsche auch unter den Lehrern keine Einigkeit über eine Lösung, was er bedauerte. Das "hätte sonst die Reformpolitik schon erheblich in andere Bahnen gebracht." Kraus schlug vor, nur die neue S-Schreibung beizubehalten und alle anderen Regeln wieder zurück zu nehmen. Das sei kein Problem für die Schüler, denn die Reform habe ohnehin keine große Reichweite. Von den 700 Wörtern, die die Schüler am Ende der vierten Grundschulklasse schreiben können sollten, seien nur 20 betroffen. Die Schüler würden durch die neuen Regeln insgesamt nicht weniger Fehler machen. Allerdings hätten keine Studien darüber stattgefunden. "Das hat man nicht gewollt. Vielleicht wollte man auch die Wahrheit gar nicht wissen." Die Regeln für die S-Schreibung seien zwar nicht leichter geworden, dafür aber gesetzmäßig und logisch. "Alles andere würde ich zurückführen." Vor allem die Kommasetzung solle im Interesse der Lesbarkeit wieder verbindlicher werden. Bei der Groß- und Kleinschreibung sowie der Zusammen- und Getrennt-Schreibung gebe es "viele unausgegorene Beispiele". "Da schauen die Lehrer nicht so ganz genau hin und viele Journalisten und Lektoren beherrschen es ja auch nicht." Wortlaut des Interviews
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