Lehrer
kritisieren Forderung nach einem Laptop für jeden Schüler:
"Bulmahn überschätzt die schulische Bedeutung des Computers"
Inhaltlich kommentierte Kraus den Vorstoß von Frau Bulmahn wie folgt:
„Der Computer wird in seiner Bedeutung für die Schulen überschätzt. Auch in Zukunft wird es keinen Nürnberger Trichter geben, auch keinen elektronischen. Schule wird immer zum Großteil über die Kommunikation Lehrer-Schüler und über Printmedien stattfinden. Deshalb wird das Lehrer-Schüler-Gespräch im Zentrum schulischen Lernens bleiben.
Die Einführung in das Internet, die Einspielung der Aufnahmen eines Wettersatelliten in den Erdkundeunterricht oder die Computersimulation eines Experiments im Chemieunterricht - all dies ist für Schule selbstverständlich und in nichts revolutionär. Dafür reicht es, wenn etwa eine allgemeinbildende Schule für rund fünf bis zehn Prozent der Schüler einen Computerar-beitsplatz hat. Es ist aber schwer nachvollziehbar, worin der Vorzug einer vernetzten Schule liegen soll, wenn man das meiste, was das Internet dem Schüler einer allgemeinbildenden Schule an Sinnvollem bietet, in einem Buch nachschlagen kann. Schließlich wird sich derje-nige, der sich in einem Buch oder in einer Bibliothek nicht zurecht findet, auch im Internet nicht zurecht finden. Ansonsten harren ganz andere Probleme einer Lösung durch die Schul-politik: Nicht das Just-in-time- und Download-Häppchen-Wissen, sondern verlässliche Inhalte sind wichtig. Deshalb sollten wir unseren Schulen eine Inhalts- und eine Kanon-Debatte zu-muten und sie nicht einer totalen Computerisierung ausliefern.
Im
Übrigen wäre zu wünschen, die Bildungspolitik würde
sich in Sachen Computerisierung nicht von Quoten, etwa Computer-Schüler-Relationen,
leiten lassen, sondern erst einmal dif-ferenziert definieren, für
welchen Zweck ein Grundschüler, ein Schüler einer weiterführenden
Schule und ein Schüler einer berufsbildenden Schule einen Laptop brauchen
kann. Allein bei dieser Unterscheidung werde sich herausstellen, dass die
Erfordernisse einer gewerblichen oder kaufmännischen Berufsschule
ganz andere sind als die einer Grundschule.“
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Für
den Inhalt verantwortlich: Waltraud Fuchs, DL
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