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Deutschlandradio Kultur - Radiofeuilleton vom 12. September 2008
Präsident des Lehrerverbandes verteidigt Beamtenstatus:
"Streikverbot schützt die Schulpflicht"
Bernhard Bueb und Josef Kraus im Gespräch mit Dieter Kassel
Der Präsident des Deutschen Lehrerverbandes, Josef Kraus, hat die
Forderung des Pädagogen Bernhard Bueb nach einer Abschaffung der
Lehrerverbeamtung abgelehnt. Die Entscheidung über Lebenschancen, beispielsweise
durch die Aushändigung eines Abiturzeugnisses, gehöre in die Hände von Beamten,
betonte Kraus.
Dieter Kassel: Bernhard Bueb war über 30 Jahre
lang der Leiter der Internatsschule Schloss Salem in Baden-Württemberg. Nach
Beendigung seines aktiven Schuldienstes hat er ein Buch geschrieben mit dem
Titel "Lob der Disziplin". das hat damals für heftige Debatten gesorgt. Und nun
erscheint sein neuestes Buch "Von der Pflicht zu führen". Und jetzt ist er bei
uns im Studio. Schönen guten Morgen noch mal, Herr Bueb!
Bernhard Bueb: Guten Morgen!
Kassel: Josef Kraus ist noch im aktiven Schuldienst. Er
ist Oberstudienrat an einem Gymnasium in Vilsbiburg in Niederbayern und er ist
der Präsident des Deutschen Lehrerverbandes. Schönen guten Morgen, Herr
Kraus!
Josef Kraus: Ja, guten Morgen! Nicht
Oberstudienrat, sondern Oberstudiendirektor, sonst wäre ich nicht Chef einer
Schule.
Kassel: Da sieht man auch, dass ich
mich immer mit den Fachbegriffen nicht auskenne. Darf ich Schulleiter sagen dann
ab sofort?
Kraus: Ist in
Ordnung.
Kassel: Des Gymnasiums. Vilsbiburg
stimmt aber, damit wir mal alles geklärt haben?
Kraus: Vilsbiburg stimmt, im Landkreis Landshut,
ja.
Kassel: Schönen guten Morgen, noch mal
an Sie! Herr Bueb, fangen wir mit Ihnen an. Ich habe immer gedacht, dass ein
Schulrektor, ein ausgesprochener mächtiger Mann ist oder in den anderen Fällen
aus eine ausgesprochene mächtige Frau. Ist das gar nicht richtig?
Bueb: Ein Schulleiter ist mächtig, wenn er von seiner
Persönlichkeit eine starke Ausstrahlung hat und bereit ist zu führen. Aber von
der Definition her sind Schulleiterpositionen eigentlich eher
Verwaltungspositionen. Schulleiter haben nicht wirkliche Führungsinstrumente,
die man zur Führung eines Unternehmens braucht. Das wesentliche
Führungsinstrument, was einem Schulleiter mangelt, ist die Kontrolle der
zentralen Arbeit der Lehrer, nämlich der Qualität ihres
Unterrichts.
Kassel: Herr Kraus, vermissen
Sie so eine Kontrolle bei sich auch?
Kraus:
Nein, die vermisse ich nicht. Das ist ein bisschen ein Zerrbild, Herr Bueb, was
Sie da zeichnen. Sie müssen sich mal anschauen, wie die Realitäten an den 42.000
Schulen in Deutschland sind. Da gibt es natürlich erhebliche Unterschiede von
Schulform zu Schulform und von Bundesland zu Bundesland. Es gibt leider
Bundesländer mit Schulformen, da hat der Rektor fast keinen Einfluss. Da ist er
bestenfalls Fachvorgesetzter. Aber wir haben in Baden-Württemberg, wir haben in
Bayern in weiterführenden Schulen, an den berufsbildenden Schulen, an den
Gymnasien, an den Realschulen Rektoren, Oberstudiendirektoren, die
Disziplinarvorgesetzte ihrer Lehrer sind.
Ganz konkretes Beispiel. Ich
bin jetzt im 14. Jahr Leiter eines Gymnasiums. Ich bin Disziplinarvorgesetzter.
Ich beurteile meine Lehrer alle vier Jahre. Jede Beurteilung geht einher mit
einer Reihe von unangekündigten Unterrichtsbesuchen, mit zahlreichen Gesprächen
der Fachbetreuer, die mir eine Rückmeldung geben, wie ein Lehrer Klausuren
schreibt, korrigiert usw. Da kann man was machen. Im Übrigen habe ich auch
Führungsinstrumente. Die kann man sicherlich noch ausweiten. Ein
Führungsinstrument ist erstens die genannte Beurteilung, davon hängt eine
Beförderung oder Nichtbeförderung ab. Ich kann Leistungsprämien vergeben. So ist
es nicht, Herr Bueb, wie Sie es darstellen.
Kassel: Die Unterrichtskontrolle. Der Rektor sitzt hinten
im Zimmer, Herr Bueb. Das kenne ich auch noch von früher.
Bueb: Ja, das ist eben die Problematik. Führen ist für
mich mehr, als alle drei bis vier Jahre eine Reihe von Unterrichtsbesuchen zu
machen und daraufhin eine Beurteilung zu schreiben. Führung muss täglich,
wöchentlich stattfinden und setzt voraus, dass ich als Führender sehr genau
weiß, was mein mir Anvertrauter tut in seinem zentralen Bereich. Und das wissen
Schulleiter leider nur über das Gerede der Schüler.
Kraus: Nein, Herr Bueb, das stimmt nicht. Das stimmt
nicht. Es hängt natürlich davon ab, was der Direktor an Zeit hat. Und da nenne
ich jetzt zunächst mal wieder die Negativbeispiele, da sind wir uns sicherlich
einig, Schulleiter, Rektoren, die selbst 16, 18, 20 Stunden pro Woche
unterrichten müssen, die haben natürlich kaum noch Zeit für
Personalführung.
Bueb: Ja.
Kraus: Ich zum Beispiel, ich unterrichte nur noch, und
ich bin froh, dass ich das auch tun kann, ich unterrichte nur noch zwei Stunden
pro Woche, das ist nicht viel, aber da habe ich wenigstens in der Oberstufe
Kontakt mit den angehenden Abiturienten. Ansonsten bin ich Leiter der Schule und
nicht nur Verwalter. Ich mache eine pädagogische Konferenz nach der anderen. Ich
mache Mitarbeitergespräche usw. Das ist genau das, was Sie sich
vorstellen.
Kassel: Ist denn das, Herr
Kraus, wirklich typisch, weil Herr Bueb ja unter anderem genau das beschreibt,
dass diese Mitarbeitergespräche teilweise pro Mitarbeiter nur alle paar Jahre
stattfinden. Ich glaube Ihnen gerne, dass bei es bei Ihnen häufiger ist. Aber
halten Sie das für typisch?
Kraus: Es ist
dann typisch, wenn der Schulleiter Zeit hat. Ich sage noch mal, wir haben leider
Bundesländer und Schulformen, da säuft der Schulleiter selbst im Unterricht ab.
Da ist klar, wenn der 20 Stunden unterrichten muss, dann hat er vielleicht am
Tag eineinhalb Stunden Zeit, um sich um eine Führung von Schule zu kümmern. Dann
ist er vielleicht wirklich nur der Bürokrat. Ich habe sehr viel Zeit, weil ich
nur zwei Stunden unterrichte und dann kann ich auch Einfluss nehmen auf meine 85
Lehrer, die ich an der Schule habe.
Kassel:
Aber, Herr Bueb, ist es die Zeit? Ich meine, das ist sicherlich unterschiedlich
je nach Schulform und Bundesland. Aber liegt es nur an der Zeit?
Bueb: Ich stimme Herrn Kraus zu, dass ein Leiter, der
führen will, kann es auch an einer ganz normalen staatlichen Schule. Es sind
nur, und da berufe ich mich auf die Fachliteratur, 20 Prozent der Schulleiter,
die führen wollen und das dann da richtig tun. Darunter zählen Sie, Herr Kraus,
das ist mir auch bekannt. Sie nehmen sich die Zeit, Sie machen sich frei von
Verwaltung, von Unterricht und ich führe auch solche Beispiele in meinem Buch
an, wo Leiter so handeln. Aber es ist leider nicht die Mehrzahl. Und es ist
nicht in der Definition der Aufgabe des Schulleiters, dass er so führt, wie Sie
die Schule führen. Sie machen das, weil Sie ein guter, starker Schulleiter sind.
Kraus: Ja, ja, okay. (…)
Bueb: Sie dürfen nicht von sich her aufs Allgemeine
schließen. Und das ist ja das Traurige. Und ich wäre der Meinung, dass die
Schulleiter viel mehr auch geschult werden müssen in Führung, in guter Führung,
wie es die Wirtschaft heute macht. Die Wirtschaft hat inzwischen begriffen, dass
man mehr Geld verdient durch gute Führung. Leider verdient man durch Schule kein
Geld, sonst wäre dieses Motiv auch maßgebend, dass man sich mehr
anstrengt.
Kraus: Da kommen wir vielleicht
zusammen, Herr Bueb. Die 20 Prozent zweifele ich ein bisschen an, da muss ich
mich ein bisschen schützend auch vor die anderen 80 Prozent stellen, es sind
sehr viele.
Kassel: Es ist vielleicht auch
schwer auszurechnen.
Kraus: Ich kenne sehr
viele Direktoren, weil man natürlich auch ständig Direktorenkonferenzen hat usw.
Und da gibt es solche und da gibt es solche. Es ist die Frage, wer wird
Schulleiter? Wer wird heutzutage Direktor? Das muss sich die Politik überlegen.
Ist der Beruf des Schulleiters oder ist die Funktion eines Schulleiters
überhaupt noch attraktiv genug? Wir haben selbst in Ländern wie Bayern und
Baden-Württemberg, wo man sagt, da sind die Schulverhältnisse vielleicht noch
ein bisschen günstiger als irgendwo anders, selbst dort haben wir
Stellenausschreibungen von beruflichen Schulen, von Gymnasien, die nicht sofort
erfolgreich sind.
Bueb: So ist
es.
Kraus: Weil die Leute sagen, nein, ich
tue mir das nicht an, weil die Politik den Schulleitern Dinge auflastet, wo
einer sagt, nein. Und dann habe ich vielleicht 300 oder 400 Euro mehr. Nein,
gut, dass wir jetzt nicht auf ein falsches Gleis kommen. Es geht mir nicht um
die materielle Ausstattung eines Schulleiters. Aber weit entfernt übrigens ist
er von seinem zweiten Glied, in der Schule natürlich nicht …
Kassel: Da sind wir uns auch schon wieder
einig.
Bueb: Aber da darf ich gleich eine
Bemerkung machen. Sie sagen, 300 bis 400 Euro mehr, das ist richtig. Das ist für
mich ein Ausdruck von der geringen Führungsmacht eines Schulleiters, denn er
gilt als Primus inter Pares. Das heißt, ein Schulleiter gilt, so beschreibt ihn
auch die Fachliteratur, als ein Gleicher unter Gleichen, der
Koordinationsaufgaben hat, in gewisser Weise auch in manchen Punkten
Vorgesetztenaufgaben. Aber er hat zum Beispiel geringe Freiheiten in der Auswahl
seiner Mitarbeiter. Das nimmt allmählich ein bisschen zu. Er hat kaum
Möglichkeiten, einen Lehrer zu entlassen.
Kraus: Ja gut, das ist aber auch gut so. Das ist aber
auch gut so. Schule muss Schule in einem Rechtsstaat sein. Und da kann nicht
einer nach Gutsherrenart entscheiden, ob er den kippt oder nicht. Im Übrigen,
ich hätte schon ein bisschen Bedenken, wenn ein Schulleiter sich sein Kollegium
selber zusammenstellen kann.
Kassel:
Warum?
Kraus: Weil es Schulleiter gibt, die
sich dann ein Kollegium zusammenstellen nach ihrer Nase oder möglicherweise auch
ein willfähriges. Nein, das möchte ich nicht. Vor allem möchte ich auch, dass
quer durch die ganze Republik, von Görlitz bis Aachen und von Flensburg bis
Garmisch-Partenkirchen die Lehrerversorgung einigermaßen gut ist. Es wird
Schulleiter geben an Standorten, denen wird es nicht gelingen, ihre Schule
attraktiv zu machen und die werden dementsprechend auch nicht unbedingt eine
überragendes Personal- und Bewerberangebot haben.
Kassel: Herr Bueb, das ist ja ein ganz wesentlicher Punkt
in Ihrem Buch, ob nun mit oder ohne Beamtenstatus, dass Schulleiter sich ihre
Lehrer selber aussuchen können. Herr Kraus sagt, das bedeutet, eine Schule hat
nur noch Lehrer, die dem Schulleiter nach dem Mund reden.
Bueb: Das wäre ein Schulleiter, der sofort abgelöst
werden muss. Denn ich möchte ja auch, dass die Schulleiter ihrerseits bewertet
werden von den Lehrern und von der vorgesetzten Behörde müssen da Gespräche mit
den Schulleitern geführt werden, ob sie denn geeignet sind. Ich bin dagegen,
dass man jemanden mit 35 Jahren als Schulleiter einsetzt und der bleibt 30 Jahre
lang an der Position, ohne dass letztlich irgendjemand ihm was anhaben
kann.
Kraus: Da sind wir uns einig. Mit 35
ist mir das ein bisschen zu frisch.
Kassel:
Ja, aber das ist ja ein Detail. Da ist ja ein Detail. Ich meine, darauf kann
sich, glaube ich, jeder einigen. Wir werden uns darüber einigen, dass es
vielleicht alle drei Jahre mal einen 35-Jährigen gibt, der doch geeignet
ist.
Bueb: Nehmen wir auch 45 Jahre, nicht,
das ist einfach zu lang. Ich finde, alle fünf Jahre müsste ein Schulleiter
…
Kraus: Ja gut, jetzt kann ein Schulleiter
ja auch mal wechseln an eine andere Schule. Aber mit 35 fehlt ihm vielleicht
doch noch ein bisschen die Lebenserfahrung und die Unterrichtserfahrung. Er hat
ja vielleicht dann nur sechs oder sieben Jahre Schulerfahrung, ist
möglicherweise per Durchlauferhitzer erst in der Schulverwaltung dort
hingekommen und hat vielleicht außer der Referendarzeit nichts an Erfahrung. Da
sind wir uns sicherlich einig.
Kassel: Ich
möchte aber kurz doch noch von Ihnen wissen, Herr Bueb. Es spielt in dem Buch
eine geringere Rolle als in mancher Schlagzeile, die es schon gegeben hat zu
diesem Buch. Aber wie wichtig ist Ihnen denn um die Führungsmacht, ich nenne es
bewusst so, von Rektoren zu stärken? Wie wichtig ist denn Ihnen denn die
Abschaffung des Beamtenstatus bei Lehrern?
Bueb: Zunächst mal muss man ja sagen, man setzt
wahrscheinlich eher die Schwerkraft außer Kraft, als man das Beamtentum in
Deutschland abschafft. Insofern ist das Beamtentum nicht gefährdet durch meine
Sätze. Ich glaube, dass das Beamtentum eine falsche Mentalität entwickelt, und
ich will Ihnen, Herr Kraus, folgendes Beispiel aus Baden-Württemberg berichten.
Da haben 100 Schulleiter, Hauptschulleiter, einen offenen Brief
geschrieben. Darauf wurde ihnen Abmahnung angedroht. Dann haben sie sich noch
mal gemeldet, dann hat der CDU-Vorsitzende Mappus gesagt, ihr seid Beamte, ihr
habt zu gehorchen, und wenn ihr euch noch mal meldet, dann werden wir sehen, was
das für Konsequenzen hat. Das ist die Realität.
Kraus: Ja gut, aber das sind doch Drohgebärden, aus denen
nichts folgt. Auch Schulleiter sind Staatsbürger, die sogar die Pflicht haben,
ihren Dienstherren auf Fehler aufmerksam zu machen. Das ist kein Grund. Im
Übrigen, zwei Argumente möchte ich schon ins Feld führen, von weiteren, die ich
noch nennen könnte. Schule ist natürlich in Deutschland eine Institution zur
Zuweisung oder Nichtzuweisung von Lebenschancen …
Bueb: So ist es.
Kraus: … in einem Rechtsstaat, das ist ein Hoheitsakt, ob
ich einem ein Abiturzeugnis gebe oder mangels Leistung verweigere. Und Hoheitsakte
gehören in die Hände von Beamten, erster Grund, verfassungsrechtlicher, wenn Sie
so wollen. Und ein zweiter, ganz praktischer, ich bin großer Anhänger des
Beamtenstatus von Lehrern und natürlich auch von Schulleitern, weil es die
Schulpflicht schützt, weil es den Bildungsanspruch von Schülern schützt. Schauen
Sie sich Frankreich an, schauen Sie Großbritannien, die südeuropäischen Länder
an, da wird zum Teil wochenlang sogar der Prüfungsbetrieb am Ende eines Jahres
lahmgelegt, es verzögert sich der Übergang ins Berufsleben und Studium, weil
Lehrer wochenlang streiken. Beamtenstatus ist Streikverbot und da möchte ich
daran festhalten.
Bueb: Wir wollen jetzt
nicht beim Beamten uns so lange aufhalten. Die neuen Bundesländer kennen ja das
Beamtentum nicht mehr und da wird nicht gestreikt und da läuft auch alles sehr
geordnet.
Kraus: Die haben in Anlehnung an
den Beamtenstatus aber eine Friedenspflicht.
Bueb: Ja gut, trotzdem glaube ich nicht, dass das
entscheidend ist. Nur ich würde, sagen wir, jetzt nicht so viel Zeit darauf
verwenden aufs Beamtentum, weil sowieso nicht abzuschaffen ist. Für mich geht es
um die Mentalität, die bei Lehrern erzeugt wird, und zwar vor allem um
Folgendes. Ich finde, Lehrer sollten lernen, politisch denken und handeln zu
lernen und selber ihre Stimme zu erheben, wie die Bildungspolitik ihre Pläne
machen soll.
Kraus: Ja, und da sage ich
Ihnen, Herr Bueb, gerade der Beamtenstatus garantiert politische Unabhängigkeit.
Der Beamte muss sich in seiner Meinungsäußerung, gut, er ist der Mäßigung
unterworfen, das ist aber auch der Angestellte, er muss sich nicht orientieren,
welche Farbe gerade seine Landesregierung hat.
Bueb: Da stimme ich Ihnen zu. Ich kenne auch Beispiele
von couragierten Beamten, und Sie können einem Beamten gar nichts antun. Er ist
in der Tat ein ungeheuer freier Mann.
Kassel: Oder Frau.
Bueb: Oder Frau, ja.
Kassel: Ich muss eines wirklich feststellen an dieser
Stelle. Ich glaube, dass Sie beide sich über den Beamtenstatus nicht einigen
werden. Insofern würde ich sagen, wir beenden an dieser Stelle.
Bueb: Ja.
Kraus:
Ja.
Kassel: Ich möchte aber gerne noch
einmal darauf hinweisen dürfen, dass man das Buch auch dann lesen kann, wenn man
nichts über den Beamtenstatus wissen kann. Es ist nämlich in der Tat ein
Seitenthema.
Bueb: Ja, das ist ein
Seitenthema.
Kassel: Herr Kraus, ich danke
Ihnen, dass Sie Zeit hatten, an dem Gespräch teilzunehmen.
Bueb: Mich hat gefreut, dass Sie sich bereit erklärt
haben, mit mir zu sprechen.
Kraus: Ja, warum
nicht?
Kassel: Feindschaft ist es
nicht?
Bueb: Nein, das ist keine
Feindschaft.
Kassel: Das war jetzt auch
nicht meine Antwort.
Bueb: Nein, nein. Ich
schätze Sie ja als einen couragierten Schulleiter.
Kassel: Josef Kraus. Er ist zum einen Präsident des
Deutschen Lehrerverbandes, zum anderen, ich sage es jetzt korrekt,
Oberstudiendirektor.
Kraus:
Richtig.
Kassel: Und damit Leiter eines
Gymnasiums in Vilsbiburg bei Landshut. Danke Ihnen! Schönen Tag Ihnen! Schönen
Tag noch!
Kraus: Ich wünsche Ihnen einen
schönen Tag noch beiden!
Bueb: Tschüss, Herr
Kraus!
Kraus: Wiederhören!
Kassel: Ich bedanke mich auch bei Ihnen! Bernhard Bueb
war der Leiter der Internatsschule Schloss Salem, war bei uns im Studio und das
Buch, es ist ab heute in den Buchhandlungen erhältlich, erscheint im Ullstein
Verlag und heißt, jetzt hätte ich fast gesagt, "Lob der Disziplin", das war das
alte, ganz in Ruhe korrekt, "Von der Pflicht zu führen". Danke Ihnen beiden! Ich
danke Ihnen, dass Sie im Studio waren, Herr Bueb!
Bueb: Ja, vielen Dank, Herr Kassel!
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