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FOCUS - SCHULE Heft Dez. 2009 / Jan. 2010 Ist die Bildung noch zu retten? Drei Fragen an den Autor Welche Bildungsreformen würden Sie am liebsten rückgängig machen? Eine Menge: die "Bologna"-Deformation der Hochschulen, die Verkürzung des Gymnasiums auf acht bzw. auf sechs (Hamburg) oder sieben (Saarland) Jahre, die Verlängerung der Grundschule auf sechs Jahre in Hamburg, die um sich greifende "Testeritis" in den Schulen, den Wahn steigender Abiturientenquoten, den zu Gunsten einer Kompetenz-Ideologie inszenierten Verzicht auf konkretes Wissen. Und die Rechtschreibreform. In Ihrer Streitschrift wettern Sie gegen die Parole "Bildungsgerechtigkeit". Was spricht gegen Chancengleichheit? Damit lügt man sich in die Tasche. Menschen sind unterschiedlich. Natürlich sollen alle am Start die gleichen Optionen haben. Eine Ergebnisgleichheit aber kann es nicht geben. Chancen sind Chancen und keine Garantien. Der Staat hat in der Bildung eine Bring-, die Adressaten von Bildung haben eine Holschuld. Wer die meist kostenfreien, vielfältigen Bildungsangebote nicht abholt, ist doch nicht ungerecht behandelt. Muss der Staat die Eltern hier mehr in die Pflicht nehmen? Ja! Das Grundgesetz kennt neben dem Recht der Eltern auf Erziehung auch deren Pflicht zur Erziehung. Prägungen, die zu Hause nicht oder falsch stattfinden, können durch noch so viel Staat nicht korrigiert werden. Eine um sich greifende Verstaatlichung von Erziehung würde noch mehr Eltern dazu verleiten, sich aus reiner Bequemlichkeit aus der Erziehung zurückzuziehen. |