11. Juni 2010
Lehrerverband:
„Nach dem verkorksten Bildungsgipfel müssen jetzt die Länder zu ihrer Verantwortung stehen“
-
„Die Schulen brauchen eine Unterrichtsversorgung von 110 Prozent"
Der Deutsche Lehrerverband
(DL) hat sich verärgert über den dritten Bildungsgipfel geäußert. Er hat die 16
deutschen Länder aufgefordert, jetzt endlich ihrer schulpolitischen Verantwortung
gerecht zu werden und für die Schulen eine Unterrichtsversorgung von 110 Prozent
anzustreben.
Im einzelnen sagte DL-Präsident Josef Kraus:
„Der aktuelle
Bildungsgipfel hat erneut bewiesen, dass alle Proklamationen einer Bildungsrepublik
Deutschland Schall und Rauch sind. Jetzt müssen sich die 16 deutschen Länder
endlich ihrer bildungspolitischen Verantwortung klar werden und sich daran
erinnern, dass sie diese Verantwortung mit der Föderalismusreform 2006 alleine
für sich beansprucht haben.
Neben einem
differenzierten und damit möglichst individualisierenden Schulwesen kommt es
vor allem darauf an, dass der Unterricht in vollem Umfang stattfindet. Dies
geschieht aber nicht, weil den Schulen in manchen Fächern die Lehrer fehlen und
weil sie nahezu keine Personalreserve zum Ausgleich von Unterrichtsausfall
haben.
Unsere
allgemeinbildenden und unsere berufsbildenden Schulen brauchen jeweils 110 Prozent
Unterrichtsversorgung. Mit diesem Plus an 10 Prozent kann Unterrichtsausfall
vermieden werden. Außerdem ist damit die Einrichtung von Förderkursen für
schwächere Schüler und für Spitzenschüler möglich. Damit ließe sich insgesamt
das Leistungsniveau heben. Vor allem die leistungsschwächeren Schüler hätten
einen großen Nutzen davon, denn sie leiden am meisten unter Unterrichtsausfall
und unter fehlenden individuellen Fördermöglichkeiten.“
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Für den Inhalt verantwortlich: Waltraud Fuchs (DL)