DEUTSCHER LEHRERVERBAND (DL) - AKTUELL

Aus der "Rheinischen Post" vom 16. Juli 2005

5 Gründe, warum Bayern besser ist

Von Andrej Priboschek

Josef, Kraus, Chef des Deutschen Lehrerverbandes und Leiter eines Gymnasiums im bayerischen Vilsbiburg, nennt fünf Gründe, warum Bayern vor NRW liegt.

1. MEHR UNTERRICHT   In Bayern hat ein Kind bis zur 9. Klasse rund 1000 Stunden mehr bekommen als ein Altersgenosse in NRW. Kraus:" Das entspricht in etwa einem Schuljahr."

2. VERBINDLICHE LEHRPLÄNE   "Bei uns bekommt ein Fachlehrer stärker vorgeschrieben, was er zu unterrichten hat", erklärt Kraus. Während in NRW die Mehrheit des Stoffes ins Belieben des Pädagogen gestellt sei, würden im Freistaat 80 Prozent der Inhalte festgelegt.

3. ZENTRALE ABSCHLUSSPRÜFUNGEN   In Bayern gibt's am Ende einer jeden Schullaufbahn, beim Abitur, aber auch bei der Mittleren Reife und beim qualifizierten Hauptschulabschluss, eine Prüfung, deren Aufgaben vorgegeben werden. "Dabei steht auch der Lehrer auf dem Prüfstand. Er weiß nicht, was drankommt", sagt Kraus. In NRW werden Zentralprüfungen nach bayerischem Vorbild erst jetzt eingeführt.

4. KEINE GESAMTSCHULEN   Während in NRW die Hauptschule im Schatten der Gesamtschule verkümmert sei - ohne dass diese gute Leistungen bringe -, gebe es in Bayern keine "Restschule". Die Hauptschule sei dort anerkannt und werde von 40 Prozent der Schüler besucht.

5. STARKE SCHULLEITER   In NRW ist der Schulleiter nicht der Dienstvorgesetzte der Lehrer, in Bayern schon. "Ich bin echter Chef", sagt Kraus. Er beurteile die Pädagogen an seiner Schule, wozu auch unangekündigte Besuche im Unterricht gehörten. Er kann Leistungsprämien von bis zu 1800 Euro vergeben. Gegenüber Schülern hat er mehr Autorität: Er kann bei Diziplinverstößen einen Verweis aussprechen oder ein Kind bis zu sechs Tage vom Unterricht ausschließen. "Ohne Konferenzzirkus."


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