DEUTSCHER LEHRERVERBAND (DL) -
PRESSEERKLÄRUNG
Bonn, 10. April 2008
Lehrerverband kritisiert "Arroganz und Ignoranz der OECD"
- "OECD macht sich zum Stichwortgeber einer linksideologischen Bildungspolitik"
In
scharfen Worten hat Josef Kraus, Präsident des Deutschen Lehrerverbandes (DL),
die jüngsten bildungspolitischen Ratschläge der OECD zurückgewiesen.
Wörtlich
sagte Kraus dazu:
„Die
OECD spielt sich erneut zu einer Art Aufsichtsrat einer Deutschland-AG auf. Von
der Steuer- und Haushaltspolitik über die Rentenpolitik, den Kündigungsschutz,
die Krankenversicherung bis hin zu Fragen des Ehegattensplittings, des
Frauenbilds und der Bildungspolitik meint sie, Deutschland nach ihren
Vorstellungen kolonisieren zu müssen. Das ist in hohem Maße arrogant und bedarf
der entschiedenen Zurückweisung durch die Politik in Deutschland.
Wie
ignorant sich die OECD zugleich verhält, zeigen ihre bildungspolitischen Empfehlungen.
Mit ihren Ratschlägen, die gemeinsame Schulzeit zu verlängern und die Abiturientenquote
zu erhöhen, macht sich die OECD zum wiederholten Male zum Stichwortgeber einer
linksideologischen Bildungspolitik. Dabei ignoriert sie zum einen alle
wissenschaftlichen Studien, die einer verlängerten Grundschule und einer
Gesamtschule in Deutschland miserable Zeugnisse ausstellen. Zum zweiten zeigt
die OECD mit ihrer Forderung nach einer Erhöhung der deutschen Abiturienten-
und Studierquote, dass sie von den weltweit anerkannten Strukturen und
Ansprüchen des beruflichen Bildungswesens in Deutschland immer noch nichts
verstanden hat und auch von der Tatsache nichts wissen will, dass rund die
Hälfte aller deutschen Studienanfänger aus nicht-gymnasialen Bildungsgängen
kommt.
Jedenfalls
werden die Besserwissereien der OECD nicht dadurch richtiger, dass sie im
Quartalsrhythmus gebetsmühlenhaft wiederholt werden.“
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Für
den Inhalt verantwortlich: Waltraud Fuchs (DL)
| Deutscher Lehrerverband (DL) - Burbacher
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