Harsche Kritik des Lehrerverbandes am Lehrerbildungskonzept der Arbeitgeber
"Die Schulpolitik des Arbeitgeberverbandes kann man nicht mehr ernst nehmen"
| „1. |
Das BDA-Papier
zeugt von miserabler Kenntnis der Praxis der Lehrerbildung in Deutschland.
Die Forderung nach der Einrichtung von Praktika für Lehramtsstudenten
geht ins Leere, weil es in den Bundesländern bereits bis zu vier Praktika
für jeden angehenden Lehrer gibt. |
| 2. |
Eine rein verbale
Schaumschlägerei ist die Forderung der BDA nach Einführung eines
„Trainee“-Programms für angehende Lehrer. Hier hätte man sich seitens
der Verfasser des Papiers einmal wirklich anschauen sollen, dass das nichts
anderes ist als das, was im Referendariat stattfindet. |
| 3. |
Völlig daneben
liegt der Vorschlag, mittels Tests geeignete Lehramtsstudenten herauszufiltern.
Tatsache ist vielmehr, dass es solche Testverfahren nicht gibt und dass das
zentrale Problem der Schulen in Deutschland überhaupt sein wird, eine
halbwegs ausreichende Zahl an Studienanfängern für ein Lehramtsstudium
zu bekommen. |
| 4. |
Mit seinem Konzept
der Lehrerbildung nach dem Bachelor-/Mastermodell widersprechen sich die
Arbeitgeber selbst. Einerseits bekennen sie sich zu einem nach Schulformen
differenzierten Schulwesen, zugleich befördern sie mit dem Bachelor/Master-Konzept
den Trend in Richtung Einheitslehrer. |
| 5. |
Jede Antwort schuldig
bleibt die BDA auf die Frage nach der Bedeutung des fachwissenschaftlichen Studiums
gerade für Lehrer an weiterführenden Schulen. Wenn die BDA meint,
es reiche aus, dass sich die fachlichen Inhalte eines Lehreramtsstudiums
nur an den Standards für Schülerabschlussprüfungen zu orientieren
hätten, dann bringt sie damit implizit zum Ausdruck, dass Lehrer kaum
mehr als Schüler können müssten.“ |
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