Zum Amoklauf in Ansbach
Lehrerverband
warnt vor Patentrezepten und vor einem ideologischen Missbrauch von „Ansbach“
- „Mit Technik ist das
Problem nicht zu lösen."
- „Mitschüler für
Warnsignale sensibilisieren!“
Der Deutsche Lehrerverband
(DL) hat vor übereilten Interpretationen des Amoklaufs von Ansbach gewarnt und
die Politik aufgefordert, auf Patentrezepte zu verzichten. Für „schäbig“ hält
es der Verband, die für viele Schüler, Eltern und Lehrer traumatischen
Ereignisse von Ansbach für eine Attacke gegen ein leistungsorientiertes
Schulwesen instrumentalisieren zu wollen.
Wörtlich nimmt
Verbandspräsident Josef Kraus zu „Ansbach“ wie folgt Stellung:
„Verbrechen wie in Ansbach
oder zuvor in Winnenden und Erfurt werden sich nie mit absoluter Sicherheit
ausschließen lassen. Je mehr man glauben macht, mit Patentrezepten solcher
Probleme Herr zu werden, desto trügerischer die Sicherheit und desto
unaufmerksamer wird eine Schulgemeinschaft.
Technische Maßnahmen, wie
Metalldetektoren, Videokameras oder Alarmknöpfe, lösen das Problem keineswegs.
Die Täter sind üblicherweise bestens mit einer Schule vertraut und in der Lage,
solche Technik auszutricksen. Ansonsten müssen die Schulen natürlich für den
Ernstfall Pläne zur Evakuierung oder auch zum Verbarrikadieren parat haben.
Die wirksamste Prävention
wäre es, wenn man im Sinne einer Kultur des Hinschauens und Hinhörens möglichst
viele Gleichaltrige dafür gewinnen und schulen könnte, bei Mitschülern
Warnsignale wahrzunehmen. Dies gilt nicht nur für Gewaltentwicklungen, sondern
auch für andere Auffälligkeiten, wie Essstörungen oder depressive
Entwicklungen. Zum Beispiel könnte man regelmäßig Klassen- und Schulsprecher
darin schulen.
Ansonsten sind Hintergründe
von Gewalttaten individuell sehr unterschiedlich. Zumeist kommen im Einzelfall
mehrere Faktoren zusammen, die sich gegenseitig potenzieren. Dazu gehören
Beziehungskrisen, familiäre Entwurzelungen, Perspektivelosigkeit, exzessiver medialer
Gewaltkonsum usw.“
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Für den Inhalt
verantwortlich: Waltraud Fuchs (DL)
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