Lehrerverbandchef Kraus zum Tag der Muttersprache am 21. Februar:
"Jugend soll sich der Kreativität der deutschen Sprache besinnen und gegen überflüssige Anglizismen angehen"
Massive Kritik am aktuellen Deutschunterricht
Anlässlich des am Mittwoch, 21. Februar, weltweit
anstehenden UNESCO-Tages der Muttersprache hat der Deutsche Lehrerverband (DL)
die Schulen und die Schulpolitik aufgefordert, den Deutschunterricht wieder
ernster zu nehmen sowie hinsichtlich Zielsetzung und Unterrichtstunden breiter
anzulegen.
DL-Präsident Josef Kraus kritisiert in diesem
Zusammenhang, dass sich der Deutschunterricht inhaltlich und methodisch immer
mehr verengt habe. Wörtlich sagte Kraus: „Im Deutschunterricht haben sich
schreckliche Moden breitgemacht - die Moden etwa, Schülern das Lesen längerer
Texte zu ersparen, sich bei ihnen mit einem rudimentären Wortschatz zu begnügen
und von ihnen statt des Anfertigens komplexer Textpassagen nur noch das
Zustöpseln von Lückentexten zu verlangen.“ Zudem, so Kraus, habe der
Deutschunterricht schwer unter dem Diktat gelitten, seine Ergebnisse müssten
PISA-tauglich per Kreuzchentest abprüfbar sein.
„Jugend soll gegen Anglizismen angehen“
Entgegen diesen Entwicklungen, so Kraus, müssten die
Schulen bei den Heranwachsenden das Gefühl für die deutsche Sprache stärken und
deren sprachliche Kreativität fördern. Eine von vielen Möglichkeiten dazu sei
es, mit den Schülern regelmäßig um Wortschöpfungen zur Eindeutschung
überflüssiger Anglizismen zu ringen. In diesem Zusammenhang fordert Kraus die Schulen
auf, sich an der seit einem Jahr bestehenden „Aktion Lebendiges Deutsch“ (ALD)
zu beteiligen oder gar innerschulische Wettbewerbe dazu durchzuführen. Die
„Aktion Lebendiges Deutsch“ ist seit einem Jahr tätig; sie findet über
bundesweit mehr als fünfzig Zeitungen Resonanz und hat seitdem Politik,
Wirtschaft, Werbung und Publizistik mit zahlreichen Impulsen erreicht. Die Anschrift
zum Netzauftritt der ALD lautet:www.aktionlebendigesdeutsch.de ___________________________________
Für den Inhalt
verantwortlich: Waltraud Fuchs (DL)