| DEUTSCHER LEHRERVERBAND (DL) -
PRESSEERKLÄRUNG
Bonn, 12. März 2009 Nach dem Amoklauf von WinnendenLehrerverband warnt vor Patentrezepten
Der Deutsche Lehrerverband (DL) hat Politik, Öffentlichkeit und Pädagogik davor gewarnt, den jüngsten Amoklauf von Winnenden monokausal zu analysieren und mit Patentrezepten aufzuwarten. Konkret äußerte sich Lehrerverbandschef Josef Kraus am Tag nach dem Amoklauf wie folgt: „Jeder Gewalttäter hat seine eigene Gewaltbiographie. In jeweils individueller Konstellation kommen hier immer mehrere gewaltfördernde Momente zusammen. Das können sein: familiäre Umstände, Zugang zu Waffen, schlechte Vorbilder, exzessiver Konsum medialer Gewalt, schulische oder berufliche Perspektivlosigkeit usw. Gegen solche Faktoren hilft nur ein Bündel an Maßnahmen, an denen alle maßgeblichen gesellschaftlichen Kräfte und Institutionen mitwirken müssen. Dazu gehört unter anderem:
Wir brauchen eine Kultur des Hinschauens und Hinhörens; das wäre das Wirksamste. Dann könnten Fehlentwicklungen bei gewaltanfälligen Menschen früher erkannt werden. Im übrigen brauchen wir endlich in allen gesellschaftlichen Bereichen – von den Medien bis hin zum Sport – eine Ächtung von jeder Form von Gewalt.“ ------------------------------------------------------------------------------------------------- Für den Inhalt verantwortlich: Frau Friedrich-Heinrich, DL Hinweis: Nach wie vor hat die Denkschrift "Gewalt unter Heranwachsenden" Gültigkeit, die der Deutsche Lehrerverband ein Jahr nach dem Massaker von Erfurt veröffentlicht hat.
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