Der
Lehrerverband hält die Forderung von Sabine Bätzing nach
einem Schulfach zum Thema Alkoholmissbrauch für ein "naives
Patentrezept". Die Schule sei mit solchen Ideen überfordert, sagte
Josef Kraus. Der Verbandspräsident hat einen anderen Vorschlag,
wie Jugendliche vom Saufen abgehalten werden können.
Der
Deutsche Lehrerverband hat die Forderung der Bundesdrogenbeauftragten
Sabine Bätzing nach einem speziellen Schulfach zum Thema
Alkoholmissbrauch zurückgewiesen. "Das ist wieder eines dieser
tollen, aber unendlich naiven Patentrezepte", sagte
Verbandspräsident Josef Kraus dem Internet-Portal Handelsblatt.com.
Die Schule sei mit solchen Ideen überfordert. "Wir machen in der
Schule ohnehin schon eine Menge Reparaturpädagogik", sagte Kraus.
"Wir nehmen die Saufereien auch sehr ernst, aber wir sind als
gesellschaftliche Reparaturanstalt und als Problemrecycler restlos
überfordert."
Als einzig wirksamen Weg schlug Kraus einen drastisch verschärften
Zugang Minderjähriger zu Spirituosen vor. Auch Eltern dürften
nicht von Bestrafung ausgenommen werden, wenn sie ihre Aufsichtspflicht
verletzten. "Es gibt Eltern, die ihre 16-jährigen Kinder nach der
letzten Prüfung mit Sektflasche an der Schule abholen", sagte
Kraus.
Die Drogenbeauftragte Bätzing hatte gefordert, Schulen
müssten besser und früher über Alkoholmissbrauch
aufklären. "Wir können uns in dieser Frage auch an
Großbritannien orientieren", sagte die SPD-Politikerin.