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Lehrerverband schätzt die Zahl der Schulschwänzer auf 200.000
täglich
In Deutschland schwänzen nach
Schätzungen des Deutschen Lehrerverbands (DL) rund 200.000 Schüler täglich den
Unterricht. Andere Stimmen gehen sogar davon aus, dass etwa zehn Prozent der
rund zwölf Millionen Schüler regelmäßig in der Schule fehlen. Solche
Schätzungen hält der DL freilich für maßlos übertrieben. Dies würde bedeuten,
dass täglich pro Klasse quer durch alle Schulformen, Altersstufen und Regionen
drei Schüler unentschuldigt fehlten. Das entspreche aber nicht den Tatsachen;
es komme dies allenfalls in Schulen in besonderen Problembezirken vor, so der
DL. DL-Präsident Josef Kraus betont,
dass das Schulschwänzen sich statistisch sehr unterschiedlich darstelle: In
Kleinstädten und in kleineren Ortschaften etwa komme es viel seltener vor als
in Großstädten, in denen Schulschwänzer sich in der Anonymität verstecken
könnten. Die Konsequenzen, die die
Behörden aus dem Schulschwänzen ziehen, unterscheiden sich von Bundesland zu
Bundesland und von Kommune zu Kommune: Einige reagieren mit Geldbußen und
Jugendarrest, andere ziehen Beratung und verstärkte Betreuung vor. Laut DL-Präsident Josef Kraus
machen trotz sinkender Schülerzahlen seit Jahren etwa gleich viele Schüler
blau. Er vermutet eine hohe Dunkelziffer: „In vielen Fällen decken die Eltern
das unentschuldigte Fehlen ihrer Kinder.“ Pauschalstrafen für
Schulverweigerer und ihre Familien – wie von manchen Politikern gefordert –
lehnt Kraus ab. „Schulschwänzen ist bei rund 50 Prozent aller Fälle psychologisch
bedingt: durch Mobbing, Angst vor Mitschülern oder vor Prüfungen. Maßnahmen wie
Bußgelder sind da wirkungslos. Auch einen vorläufigen oder gar dauerhaften
Ausschluss aus der Schule lehne ich ab. Für viele Schulschwänzer wäre das wie
eine Belohnung." Einen ausführlichen Artikel zum Thema lesen
Sie unter hier. |